Influenza: Grippeimpfung kann Leben retten

Alfred Domke

Gesundheitsexperten erklären: Warum Sie sich gegen Grippe impfen lassen sollten

Gesundheitsexperten zufolge beginnt die jährliche Grippesaison meist im Januar. Dennoch wird empfohlen, sich bereits jetzt gegen Influenzaviren impfen zu lassen. Die Grippeimpfung kann dazu beitragen, Leben zu retten.


Rechtzeitig schützen

Laut dem Robert Koch Institut (RKI) hat die jährliche Grippewelle in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Außerhalb dieses Zeitraums werden nur wenige Fälle beobachtet. Dennoch empfehlen die Experten sich bereits jetzt gegen Influenzaviren impfen zu lassen, um rechtzeitig geschützt zu sein. In der Grippesaison 2018/2019 haben gesetzlich Versicherte erstmals einen verbindlichen Anspruch auf einen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe.

Bis zum Start der Grippesaison werden zwar noch einige Wochen vergehen, doch Gesundheitsexperten raten, sich schon jetzt gegen Influenzaviren impfen zu lassen. Die Impfung kann Leben retten. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)

Erkrankung kann tödlich enden

Eine Erkältung wird häufig auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet, sie hat mit der echten Grippe (Influenza) jedoch nichts zu tun.

Die beiden Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Eine Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst.

Die Influenza kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl, verbunden mit Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Reizhusten einhergehen.

„Eine Influenza-Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen“, schreibt das RKI.

Influenza erhöht das Herzinfarktrisiko

Wie gefährlich Grippe werden kann, weiß auch der Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Dr. Andreas Leischker.

„Besonders bei alten Menschen und bei Menschen mit chronischen Krankheiten – wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung, kurz COPD, oder Niereninsuffizienz – kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Lungenversagen kommen“, erklärte der Mediziner in einer Mitteilung.

Zudem weist der Experte darauf hin, dass eine Influenza das Risiko für einen Herzinfarkt erheblich erhöht: „Während der ersten sieben Tage einer Influenza-Erkrankung ist das Herzinfarktrisiko um das 17-fache erhöht!“, so Dr. Leischker.

„Und selbst einen Monat nach der Infektion ist das Risiko für einen Infarkt noch deutlich höher als bei Menschen, die nicht erkrankt sind.“ Auch Schlaganfälle treten laut dem Experten im Rahmen einer Influenza häufiger auf.

Schutz vor Infektionen

Um sich vor einer Grippe-Infektion zu schützen, ist es grundsätzlich sinnvoll, die Abwehrkräfte zu stärken, von Erkrankten Abstand zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Schutz bietet auch die Grippeimpfung. Diese kann laut Dr. Leischker auch vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen.

Impfen lassen sollten sich vor allem gefährdete Personen. Doch längst nicht alle tun dies.

Für wen eine Impfung sinnvoll ist

„Noch immer unterschätzen viele Patientinnen und Patienten das gesundheitliche Risiko einer Grippeinfektion und verzichten auf die jährliche Grippeschutzimpfung“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einem Besuch im Paul-Ehrlich-Institut (PEI), der Bundesoberbehörde für Impfstoffe.

„Grippe sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, sie verläuft nicht immer glimpflich. Der beste Schutz vor Grippeviren ist und bleibt die Impfung“, so der Politiker.

Doch Experten zufolge lassen sich höchstens 50 Prozent der Menschen gegen Grippe impfen, für die eine Immunisierung empfohlen wird.

Dazu zählen laut Ständiger Impfkommission (STIKO) beispielsweise Erwachsene, die chronische Herz-Kreislauf-und Atemwegserkrankungen oder Beschwerden der Nieren, Leber oder des Nervensystems aufweisen.

Auch Menschen mit Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus, Krankheiten des Abwehrsystems oder des Blutes sowie Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz oder einer HIV-Infektion zählen dazu.

Zudem sollten sich laut STIKO Schwangere ab dem 2. Trimenon, Kinder ab sechs Jahre, Frauen und Männer ab 60 Jahre und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen impfen lassen.

Gleiches gilt für alle, die beruflich oder privat einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind.

Vierfach-Impfstoff

Für die kommende Grippesaison empfiehlt die STIKO erstmals einen Vierfachimpfstoff – mit jeweils zwei Komponenten gegen A- und B-Linien des Influenzavirus, da in der letzten Saison überraschend viele Menschen an einer B-Linie erkrankt waren, die nicht im Dreifach-Impfstoff berücksichtigt wurde.

„Die Grippeschutzimpfung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung wird in dieser Impfsaison ausschließlich mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen“, erläuterte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken, in einer Mitteilung.

„Dies gilt für definierte Risikogruppen und generell für alle über 60-Jährigen. Über diese Pflichtleistung hinaus bieten Krankenkassen ihren Versicherten eine Impfung auch im Rahmen der freiwilligen Satzungsleistungen an“, so der Experte.

Nach der Impfung dauert es laut RKI zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.

Wichtig zu wissen ist aber auch: „Keine Impfung bietet einen 100%igen Schutz, deshalb kann es auch nach einer Grippeschutzimpfung zu einer Influenza-Erkrankung kommen“, schreibt das RKI. (ad)