Keine unnötigen Risiken eingehen: Wer sich wirklich gegen Grippe impfen lassen sollte

Atemwegserkrankungen: Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Der Herbst hat Einzug in Deutschland gehalten. Schon bald wird es die ersten Grippefälle geben. Manche Menschen leiden stärker unter solchen Infekten. Daher rufen Gesundheitsexperten vor allem Personen aus Risikogruppen dazu auf, sich impfen zu lassen. In der Grippesaison 2018/2019 haben gesetzlich Versicherte erstmals einen verbindlichen Anspruch auf einen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe.


Besonders schwerer Verlauf

Die letzte Grippesaison verlief besonders schwer und führte zu rund neun Millionen Arztbesuchen. Über 330.000 labordiagnostisch bestätigte Grippefälle mit Influenza-Viren wurden vergangenen Winter gemeldet. Fast 60.000 Menschen mussten stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Bei 1.665 Personen endete die Infektion tödlich. Wer in diesem Winter kein unnötiges Risiko eingehen möchte, sollte schon jetzt Schutzmöglichkeiten nutzen und sich impfen lassen, raten Gesundheitsexperten.

Gesundheitsexperten raten Menschen aus Risikogruppen, sich noch vor dem Start der Grippesaison gegen Influenza zu wappnen. Nach der Impfung dauert es bis zu 14 Tagen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz gegen die Viren aufgebaut hat. (Bild: Richard Villalon/fotolia.com)

Rechtzeitig gegen Influenza wappnen

Um sich vor einer Grippe-Infektion zu schützen, ist es grundsätzlich sinnvoll, das Immunsystem zu stärken, von Erkrankten Abstand zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Schutz bietet auch die Grippeimpfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und anderen Gesundheitsexperten vor allem für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe empfohlen wird.

„Insbesondere ältere Menschen, denen eine schwere Grippe besonders zusetzen kann, sollten sich rechtzeitig gegen eine Influenza wappnen“, sagte Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer in einer Mitteilung der Krankenkasse.

„Nach der Impfung beim Arzt benötigt der Körper etwa zehn bis 14 Tage, bis er einen ausreichenden Schutz gegen die Viren aufgebaut hat“, so die Expertin.

Impfschutz vor allem für Menschen aus Risikogruppen wichtig

Eine Grippe sei keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die den Betroffenen über Tage oder sogar Wochen ans Bett fesseln könne.

Der Erkrankte leide oft an plötzlich auftretendem hohem Fieber, trockenem Husten sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen.

„Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke sowie Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für einen besonders schweren Grippeverlauf und sollten sich daher impfen lassen“, sagte Günther.

Aber auch Personen, die täglich mit vielen anderen in Kontakt kommen und dadurch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollten sich schützen.

Hierzu gehörten etwa das medizinische und pflegerische Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Arbeitnehmer im Einzelhandel, Busfahrer und Lehrer.

Für diese Risikogruppen übernähmen die Krankenkassen die Kosten der Grippeschutzimpfung.

Impfstoff schützt vor mehreren Virenstämmen

Weil sich Grippeviren rasch verändern können, wird der Impfstoff jährlich angepasst. „Der aktuelle Grippeimpfstoff schützt vor je zwei Influenza A- und B-Stämmen. In aller Regel spritzt ihn der Arzt in den Oberarm“, erläuterte Günther.

Da der Impfstoff unter Verwendung von Hühnereiern hergestellt werde, sei er für Personen mit einer schweren Hühnereiweißallergie nicht geeignet.

Bei einer leichten Allergie könne man ihn allerdings in aller Regel problemlos verabreichen. (ad)