Krebsrisiko: Eine Flasche Wein vergleichbar mit zehn Zigaretten pro Woche

Wie stark erhöht der Konsum von Wein das Risiko für Krebs?

Wie gefährlich ist der Konsum von Wein, bezogen auf das Risiko für die Entstehung von Krebs, verglichen mit dem Rauchen von Zigaretten? Forschende fanden jetzt heraus, dass eine Flasche Wein pro Woche das Risiko für Krebs in dem selben Maß erhöht, wie dies durch bis zu zehn Zigaretten der Fall ist.


Bei einer aktuellen Studie der University of Southampton konnte festgestellt werden, das der Konsum von einer Flasche Wein pro Woche das Risiko für die Entstehung von Krebs vergleichbar stark erhöht, wie das Rauchen von bis zu zehn Zigaretten. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „BioMedCentral Public Health“ veröffentlicht.

Manche Menschen behaupten, ein Glas Rotwein pro Tag schütze vor bestimmten Krankheiten. Allerdings kann der Konsum von Wein auch das Risiko für einige Arten von Krebs erhöhen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Wie wirkte sich der Konsum von Wein auf das Krebsrisiko aus?

In der ersten Studie dieser Art wurden die bekannten Gefahren des Rauchens mit denen des erhöhten Konsums von Alkohol verglichen. Die Forschenden fanden sozusagen das Zigarettenäquivalent zu einer Flasche Wein. Dies entsprach einer Menge von fünf Zigaretten bei Männern und zehn Zigaretten bei Frauen. Das Krebsrisiko bei drei konsumierten Flaschen Rotwein oder Weißwein oder zehn großen Gläsern pro Woche liegt sogar noch viel höher. Das Expertenteam schätzte, dass zehn von 1.000 Männern irgendwann in ihrem Leben Krebs bekommen werden, wenn sie wöchentlich eine Flasche Wein trinken. Bei Frauen lag dieser Wert zum Vergleich bei 14 von 1.000 Frauen. Männer bekamen häufiger gastrointestinale Krebserkrankungen, während das Brustkrebsrisiko bei Frauen am größten war. Tranken Männer und Frauen drei Flaschen pro Woche, erhöhte sich das Risiko massiv. In diesem Fall führte der hohe Konsum dazu, dass 19 von 1.000 Männern und 36 von 1.000 Frauen an Krebs erkranken würden.

Individuelles Risiko kann variieren

Die Forschenden schätzten nicht extra das Krebsrisiko durch das Trinken von Bier ein, da sie auf die Mengen von Alkohol und nicht auf die Art des Getränks eingingen. Die Befunde der aktuellen Studie beziehen sich auf das Lebenszeitrisiko in der gesamten Bevölkerung. Auf individueller Ebene variiert das Krebsrisiko natürlich durch Alkoholkonsum oder Rauchen. Für viele Menschen kann die Wirkung von zehn Einheiten Alkohol (einer Flasche Wein) oder fünf bis zehn Zigaretten sehr unterschiedlich sein.

Warum der Vergleich zwischen Alkohol und Rauchen?

Ein Vergleich der Risiken von Alkohol mit dem Rauchen wird Erwachsene hoffentlich dazu anregen, in Zukunft weniger Alkohol zu sich zu nehmen, so die Autoren der Studie. Es sei allgemein bekannt, dass starkes Trinken mit Krebs in Mund, Rachen, Darm, Leber und Brust zusammenhängt. Im Gegensatz zum Rauchen werde die Gefahr durch den Konsum von Alkohol jedoch von der Öffentlichkeit allgemein nicht ernst genug genommen. Die Forschenden hofften durch den Vergleich von Zigaretten und Alkohol die Allgemeinheit effektiver auf das Risiko für Krebs durch diese ungesunden Faktoren des Lebensstils hinzuweisen. (as)