Studien zeigen: Diese bekannten Lebensmittel können Krebs auslösen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Gesunde Ernährung: Manche Lebensmittel erhöhen das Risiko für Krebs

In den vergangenen Jahren wurde eine deutliche Zunahme von Krebserkrankungen in Deutschland registriert. Laut Gesundheitsexperten ist ein großer Teil der Krebsfälle auf einen ungesunden Lebensstil mit zu wenig Bewegung und falscher Ernährung zurückzuführen. Bestimmte Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko ganz besonders stark.


Zahl der Krebsneudiagnosen in Deutschland verdoppelt

Experten zufolge erkranken weltweit jährlich rund 14 Millionen Menschen an Krebs, etwa 8,8 Millionen Menschen versterben daran. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Krebsneuerkrankungen. Die Zahl der Neudiagnosen hat sich hierzulande seit 1970 fast verdoppelt. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) wird etwa jeder zweite Bundesbürger früher oder später daran erkranken. Schuld daran haben unter anderem auch der weit verbreitete Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung.

Manche Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko – unter anderem gepökelte, geräucherte und einge­salzene Fleisch­produkte wie Wurst. (Bild: Stefan Gräf/fotolia.com)

Großer Teil der Erkrankungen wäre verhinderbar

Die Gründe für die Entstehung von Krebserkrankungen sind vielfältig: familiäre Veranlagung, Vorerkrankungen oder zufällig mutierte Zellen können eine Rolle spielen.

Doch es gibt auch eine Reihe vermeidbarer Faktoren. Im vergangenen Jahr veröffentlichten britische Wissenschaftler eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass etwa vier von zehn Krebsfällen verhindert werden hätten können, wenn die Erkrankten einen gesünderen Lebensstil gepflegt hätten.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO): sie schätzen, dass etwa ein Drittel der Krebserkrankungen auf zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung zurückzuführen ist.

Um das persönliche Krebsrisiko zu reduzieren, ist es grundsätzlich sinnvoll, einen gesunden Lebensstil einzuhalten.

Wichtig sind hierbei vor allem regelmäßige Bewegung, das Vermeiden von Übergewicht, der Verzicht auf Nikotin und eine gesunde Ernährung.

Von Institutionen wie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO oder der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden Krebsrisiken eingestuft. Sie stützen sich dabei auf langjährige Studien.

Die Stiftung Warentest hat sich mit dem aktuellen Stand der Forschung beschäftigt und gibt auf „test.de“ einen Überblick über Lebensmittel, die das Krebsrisiko besonders stark erhöhen sollen.

Fleisch- und Wurstkonsum reduzieren

Verarbeitetes Fleisch wie gepökelte Wurst, wird von der WHO als „karzinogen“ eingestuft. Der häufige Verzehr erhöht unter anderem das Risiko für Darmkrebs.

Auch bestimmte Speck- und Schinken-Sorten sowie rotes Fleisch können Krebs auslösen, wie Studien gezeigt haben.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, möglichst wenig Wurst und maximal 500 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu essen.

Milch und Zucker

Milch könnte ebenfalls problematisch sein. Laut dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erhöht Kalzium aus Milch und Milchprodukten in sehr hohen Mengen bei Männern möglicherweise das Risiko für Prostatakrebs.

In „test.de“ wird daher darauf hingewiesen, dass Männer nicht ständig mehr als 1,5 Gramm Kalzium pro Tag aufnehmen sollten. Das ist die Menge, die in etwa 1,25 Liter Milch oder 140 Gramm Hartkäse enthalten ist.

Wenig Milch ist aber offenbar empfehlenswert. Laut dem Bericht können 0,2 bis 0,8 Liter am Tag womöglich vor Darmkrebs schützen und Frauen eventuell vor Brustkrebs.

Von Zucker geht zwar kein unmittelbares, aber ein indirektes Risiko aus, weil er bei übermäßigem Verzehr zu Übergewicht führen kann.

Laut Gesundheitsexperten erhöht Übergewicht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten. Laut Warentest steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit ab einem Body-Maß-Index von über 25.

Die Experten raten, Süßigkeiten nur in besonderen Momenten zu verzehren und Wasser statt Limonade zu trinken. Zudem sollte der BMI im Augen behalten werden.

Der BMI lässt sich berechnen, indem man das Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Bei einem BMI zwischen 25 und 30 gilt eine Person als übergewichtig und ab 30 als fettleibig (adipös).

Abstinent leben

Auch Alkohol wirkt sich auf das Krebsrisiko aus.

Laut einer Studie kann er mindestens sieben verschiedene Varianten von Krebs begünstigen – im Mund und Hals, der Speiseröhre und der Brust sowie in Darm und Leber.

Das Risiko lässt sich nur durch Abstinenz ausschalten. Je mehr alkoholische Getränke konsumiert werden, desto schädlicher. Es spiele dabei keine Rolle, ob es sich dabei um Sekt, Bier, Wein oder Schnaps handelt.

Besonders kritisch sei das sogenannte Rauschtrinken. Zudem wird die Krebsgefahr durch zusätzliches Rauchen gesteigert, weil Alkohol die Mundschleimhaut für Tabakschadstoffe durchlässig macht, erklärt die Stiftung Warentest.

Wer dennoch nicht komplett auf Alkohol verzichten will, sollte den Rat von Wissenschaftlern beherzigen: Demnach sollten Frauen maximal ein Getränk (0,1 Liter Wein oder 0,3 Liter Bier) pro Tag zu sich nehmen. Und Männer sollten sich nicht mehr als zwei solcher Drinks pro Tag genehmigen.

Empfehlenswerte Lebensmittel

Es gibt aber nicht nur Lebensmittel, die das Krebsrisiko steigern, sondern auch solche, die die Gefahr reduzieren.

So zeigte sich in einer wissenschaftlichen Untersuchung, dass Bio-Lebensmittel die Krebsgefahr senken.

Allgemein empfohlen wird zudem, viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte in den Speiseplan zu integrieren. Denn diese liefern wichtige Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die die Verdauung anregen und das Immunsystem stärken.

„Schätzungen zufolge sinkt das Krebsrisiko bei Menschen, die vorwiegend Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs essen, um 11 Prozent“, zitieren die Warentester die WHO. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.