Zeckenstiche können gefährlich werden: So schützen Sie sich effektiv

Expertentipps: Schutz vor Zecken auf Grünflächen und im Garten

Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Daher wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, sich vor Zecken zu schützen. Experten haben dazu einige gute Tipps.


Überträger gefährlicher Krankheiten

Zecken können zwar noch viel mehr Erreger in sich tragen, doch in Deutschland spielen fast ausschließlich die FSME-Viren und die Borrelien eine Rolle. Während letztere bundesweit verbreitet sind, waren erstere bis vor kurzem auf den Süden Deutschlands beschränkt. Doch laut Fachleuten nehmen die FSME-Risikogebiete in Deutschland rasant zu. Die Krankheit stellt inzwischen auch in Norddeutschland eine wachsende Gefahr dar. Die hessischen Gebiete der südlich des Mains gelegenen Gebiete gehören seit geraumer Zeit ebenfalls zu den FSME-Risikogebieten. Das Stadtgesundheitsamt Offenbach informiert daher in einer Mitteilung über Zecken und die Erkrankungen, die diese übertragen können, und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Zecken können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Experten erklären, was man über die kleinen Blutsauger wissen sollte und wie man sich vor ihnen schützen kann. (Bild: emer/fotolia.com)

Ab einer Außentemperatur von etwa acht Grad Celsius aktiv

Wie die Experten erklären, zählen Zecken zu den Spinnentieren und sind blutsaugende Parasiten. Hierzulande leben verschiedene Arten. Die häufigste Zecke in Deutschland ist der Holzbock (Ixodes ricinus).

Die Krabbeltierchen kommen in der Bundesrepublik in allen Gegenden bis zu einer Höhe von etwa 2.000 Meter in freier Natur (Wald, Buschwerk, Wiesen), aber auch in innerstädtischen Parks und Gärten vor.

Sie werden bereits ab einer Außentemperatur von etwa acht Grad Celsius aktiv und stechen vor allem vormittags und am frühen Abend. Die eigentliche „Zeckensaison“ ist in den Monaten März bis Oktober.

Günstige Stichstellen für das Blutsaugen

Die im Gras und auf Blättern sitzenden Zecken erkennen mögliche Opfer an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen.

Vorbeikommende Menschen und Tiere streifen die Tierchen ab. Sie lassen sich also nicht von den Bäumen herabfallen, wie oft angenommen wird.

Die Parasiten suchen sich eine günstige Stichstelle für das Blutsaugen aus. Dies sind vor allem Körperregionen wie Kniekehle, Leistenbeuge, Achselhöhle oder Haaransatz, also feuchtwarme Stellen.

Borreliose und FSME

Die in Deutschland vorkommenden Zecken können überwiegend zwei Erkrankungen übertragen:

Zum einen Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die man mit geeigneten Antibiotika behandeln kann.

Bleibt die Krankheit jedoch unerkannt und unbehandelt, kann sie zu chronischen Schädigungen unter anderem des Herzens, der Nerven und der Gelenke und im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Einen Impfstoff gegen die Krankheit gibt es nicht.

Und zum anderen können die Blutsauger FSME, (Abkürzung für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) eine Hirnhaut-Hirn-Entzündung und Viruserkrankung, übertragen.

Laut Gesundheitsexperten kann die Erkrankung vor allem bei älteren Menschen schwer verlaufen und im Extremfall tödlich enden.

Gegen FSME selbst stehen keine Medikamente zur Verfügung, lediglich die Symptome können behandelt werden. Zudem gibt es eine vorbeugende Impfung.

Was tun bei einem Zeckenstich?

Wie das Stadtgesundheitsamt Offenbach erklärt, kann eine noch wandernde Zecke einfach mit der Hand entfernt werden. Das Tierchen kann sich dagegen nicht durch Bisse wehren, da es für das Durchsägen der Haut Zeit benötigt.

Eine festgesaugte Zecke sollte immer möglichst schnell nach ihrer Entdeckung mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte beziehungsweise -zange oder wenn keines dieser Hilfsmittel vorhanden ist mit den Fingerspitzen entfernt werden.

Das geschieht, indem der Zeckenkörper so nah wie möglich an der Haut gefasst, vorsichtig gelockert und langsam von der Einstichstelle weg herausgezogen wird.

Die Zecke darf dabei keinesfalls gequetscht werden, da sonst deren infektiöse Sekrete in den menschlichen Körper gelangen können.

Laut den Fachleuten ist die Verwendung von „Hausmitteln“ wie beispielsweise Öl, Nagellack oder Klebstoff, unbedingt zu unterlassen. Wenn möglich, die Stichstelle anschließend zum Beispiel mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren.

Vor Zecken schützen

Den besten Schutz gegen FSME bietet die vorbeugende Impfung. Das Stadtgesundheitsamt Offenbach hat noch mehr Tipps, wie man sich vor Zecken und die durch die Tierchen übertragenen Krankheiten schützen kann:

So sollte man bei einem Aufenthalt im Freien, insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes oder einer Wiesenfläche, möglichst helle Kleidung (auf der Kleidung sitzende Zecken sind dadurch besser zu erkennen) getragen werden, die den Körper vollständig bedeckt – sowie feste Schuhe.

Darüber hinaus können auch zeckenabweisende Hautschutzmittel, die jedoch nur eine begrenzte Wirksamkeit haben, eingesetzt werden.

Dennoch darf auch bei langer Kleidung die wichtigste Maßnahme nicht vergessen werden: Nach einem Aufenthalt im Freien soll der ganze Körper und die Kleidung gründlich nach Zecken abgesucht werden.

Wichtig zu wissen: Die Tierchen können beispielsweise auf dem Nachhauseweg noch auf der Kleidung entlang wandern, um eine freie Hautstelle zu finden.

Zeckenstich wird vom Menschen nicht wahrgenommen

Direkte Sonnenbestrahlung mögen Zecken nicht. Wer lieber barfuß und/oder mit kurzen Röcken oder Hosen durch die Wiesen streift, sollte wissen, dass die Zecken meist noch eine Zeit lang nach einer für sie günstigen Stelle suchen.

So lange sie noch auf der Haut entlang wandern, können sie leicht entfernt werden. Die Krabbeltierchen bevorzugen allerdings Stellen wie die Kniekehle, die man nur mit einem Helfer oder im Spiegel einsehen kann oder die Leistenregion, wo sie sich unter den Kleidungsstücken verbergen.

Der Stich der Zecke wird vom Menschen nicht wahrgenommen, weil das Tier über ein Betäubungsmittel verfügt.

Zecken könne auch im eigenen Garten vorkommen, da dort lebende Tiere wie Mäuse, Igel, Hund oder Katze von Zecken befallen werden und eine vollgesaugte in den Garten fallende Zecke viele Nachkommen freisetzen kann.

Daher sollten Haustiere auf Zecken nach entsprechendem Aufenthalt untersucht und die Zecken entfernt werden.

Zudem sollte man die entfernten Blutsauger immer aufbewahren, denn wenn das Tier nach dem Biss Krankheitssymptome, die beispielsweise auf eine Borreliose hinweisen, zeigt, kann eine Untersuchung der Zecke auf entsprechende Erreger wichtige Anhaltspunkte liefern.

Da es Zecken gerne feucht und schattig mögen, ist es hilfreich den Rasen im Garten kurz zu halten. (ad)