Hausmittel bei Herzstolpern

Fabian Peters
Ein normaler, regelmäßiger Herzschlag wird nicht wahrgenommen. Unregelmäßige Herzschläge, auch Herzstolpern oder Extrasystolen bzw. Extraschläge genannt, machen sich als unangenehmes, flatterndes Gefühl bemerkbar. Herzstolpern muss nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten. Tritt das Stolpern nur hin und wieder auf, so ist dies meist harmlos. Hier können Hausmittel gute Dienste leisten. Kommen diese Unregelmäßigkeiten jedoch häufiger vor, so ist der Gang zum Arzt zwingend erforderlich.

Herzstolpern – Ursachen

Bei gesunden Menschen kann Herzstolpern aufgrund verschiedener Ursachen auftreten. Dazu gehören Panik, Angst, Nervosität, Kaffee, Nikotin, Alkohol, Müdigkeit, Stress, Verdauungsstörungen, Magnesiummangel und starke emotionale Erregung. Auch Blähbauch kann verantwortlich sein.

Kardiogramm
Herzstolpern ist oft unkritischer Natur, kann jedoch auch im Zusammenhang mit ernsthaften Erkrankungen stehen. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Einfache Hausmittel und Tipps

Bei plötzlich auftretendem, unkritischem Herzstolpern kann mit etwas kaltem Wasser, das ins Gesicht gespritzt wird, wieder der normale, regelmäßige Herzschlag herbeigeführt werden.

Kaffee, Alkohol und Nikotin sind mögliche Auslöser für das unangenehme Herzflattern. Wer immer wieder unter diesen Beschwerden leidet, sollte diese Stimulanzien reduzieren oder gar ganz vermeiden.

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Ein schnelles und uraltes Hausmittel ist das sogenannte Valsalva-Manöver. Diese Methode wenden Taucher an, um ein Barotrauma zu vermeiden, aber auch auf Flugreisen wird dies häufig angewandt, um einen Druckausgleich zu schaffen. Dabei werden Mund und Nase zugehalten und es wird versucht gegen den Druck auszuatmen. Hierdurch steigt der Blutdruck leicht an, was das Herz wieder in einen normalen Rhythmus bringen soll.

Viele Betroffene husten instinktiv, wenn Extrasystolen auftritt. Dies ist eine gute, hilfreiche Methode, um dem Spuk schnell eine Ende zu bereiten.

Herzstolpern durch Stress

Jeder Mensch verarbeitet Stress anders. Die Einen leiden an Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall, Andere wiederum verspüren zusätzliche Herzschläge. Bei Stress bedingtem Stolpern des Herzens ist Ruhe angesagt. Bewusstes Atmen, am besten an der frischen Luft, kann helfen. Grundsätzlich muss an der sogenannten Stresstoleranz gearbeitet werden. Das bedeutet, dass die Betroffenen lernen müssen, mit Stress umzugehen. Hier helfen Entspannungsübungen, Tai Chi, Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Yoga, geführte Meditationen und Ausdauersport. Regelmäßiges Fahrradfahren, Joggen oder Walken machen den Kopf frei und sorgt dafür, dass die Widerstandskraft gegen Stress erhöht wird.

Hilfreich ist auch eine To-do-Liste, die Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Wichtiges sollte von Unwichtigem getrennt, Arbeiten sollten eventuell delegiert und regelmäßige Pausen eingehalten werden. Jeder Betroffene sollte sich fragen, ob er noch selbstbestimmt oder schon fremdbestimmt handelt. Mehrmals am Tag sich selbst nur fünf Minuten zu gönnen – das kann jeder schaffen. Ganz bewusst den Vögeln zu lauschen, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren oder jeden einzelnen Schluck Tee zu genießen – dies sind nur einige Beispiele für eine kurze Entspannungspause.

Blhbauch
Blähungen können Herzstolpern verursachen. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Stolperndes Herz durch Blähungen

Massive Blähungen können das Herz belasten und zu Herzstolpern führen. Herzbeschwerden, die durch diese Gasansammlung entstehen, werden Roemheld-Syndrom genannt. Durch die Gasansammlung im Bauchraum wird das Zwerchfell nach oben gedrückt , was das Herz ins Stolpern bringen kann. Dabei können zusätzlich Symptome, wie Engegefühl und Übelkeit auftreten. Deshalb sind Nahrungsmittel, wie Rohkost, Kohlarten, Hülsenfrüchte und andere blähende Speisen im Zweifelsfall zu meiden. Zuckerhaltiges ist ebenso vom Speiseplan zu verbannen.

Hilfreich ist folgendes Hausmittel, eine Teemischung, die am besten nach jeder Mahlzeit getrunken wird. Sie besteht aus Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander, auch bekannt unter „Vier-Winde-Tee“. Alle vier Zutaten werden in der Apotheke oder einem guten Kräuterhaus zu gleichen Teilen gemischt und die Saaten etwas angestoßen, damit die ätherischen Öle ihre Wirkung entfalten können. Ein Teelöffel der Mischung wird mit einem Viertel Liter kochendem Wasser aufgegossen und muss circa acht bis zehn Minuten ziehen. Dieser wohlschmeckende Tee wird nach dem Essen in kleinen Schlucken getrunken.

Hilfreiche Hausmittel gegen Herzstolpern sind auch Bitterstoffe. Diese kurbeln die Fettverdauung und den Gallefluss an. Bei Neigung zu Blähungen sind daher bitterreiche Gemüse- beziehungsweise Salatsorten, wie zum Beispiel Rucola, Radicchio, Endivie und Chicorée zu empfehlen. Am wirkungsvollsten ist, wenn die Bitterstoffe zu Beginn einer Hauptmahlzeit genossen werden. Wem dies zu zeitaufwendig ist, der greift zu einem Gläschen Artischocken- und oder Löwenzahnsaft, das nach den Mahlzeiten getrunken wird. Diese Heilpflanzensäfte sind in Reformhäusern oder Bioläden erhältlich.

Das Herz stolpert nach dem Essen

Große, üppige Mahlzeiten belasten den Verdauungstrakt. Für die nötige Verdauungsleistung ist dann eine vermehrte Blutmenge nötig, die dem Herzen fehlen könnte, so dass sich daraus eventuell ein unregelmäßiger Herzschlag entwickelt. Besser sind hier kleinere und vor allem fettarme, leichte Mahlzeiten.

Magnesiummangel

Magnesiummangel kann Herzstolpern auslösen. Der Mangel an dem lebenswichtigen Mineralstoff lässt sich häufig durch eine ausgewogene, magnesiumreiche Kost beseitigen. Ist der Magnesiummangel jedoch recht massiv, werden ausgewählte Nahrungsergänzungen verordnet. Diese sollten jedoch nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Magnesium ist vor allem enthalten in Bananen, Amaranth, Kakao, Sesam, Quinoa, Sonnenblumen- und Kürbiskernen. Ebenso ist der regelmäßig Verzehr von Hülsenfrüchten zu empfehlen, jedoch mit Vorsicht, da Blähungen auftreten könnten, die ihrerseits unter Umständen zu Herzstolpern führen. Die Hülsenfrüchte werden daher am besten mit Gewürzen verfeinert, die blähungswidrig wirken, wie zum Beispiel Kümmel, Koriander, Ingwer und Kurkuma.

Ätherische Öle

Ätherische Öle, richtig ausgesucht und angewandt, sind einfache Hausmittel gegen Herzstolpern. Zu den wichtigsten Vertretern gehört das Lavendelöl. Dies hat eine beruhigende und entspannende Wirkung und kann ganz einfach, in der Handtasche verstaut, jeder Zeit zum Einsatz kommen. Bei Bedarf wird daran gerochen oder es werden ein zwei Tropfen davon sanft im Schläfenbereich einmassiert. Wer den Geruch des Lavendels gar nicht mag, kann als Alternative zu Melisse oder Rosengeranie greifen. Bei der Anwendung ätherischer Öle ist unbedingt auf Reinheit und Qualität zu achten und sollten allergische Reaktionen auftreten, ist die Behandlung umgehend abzubrechen.

Teerezepte

Bei dem Einsatz von Hausmitteln dürfen Teerezepte nicht fehlen. So kann der oben erwähnte Lavendel, auch innerlich als Tee verabreicht werden, um das Stolpern zu vertreiben. Aus einem Teelöffel voll getrockneter Blüten und einem viertel Liter kochendem Wasser wird ein Tee zubereitet, der circa sieben Minuten ziehen sollte. Mit etwas Honig verfeinert, bringt der frisch zubereitete Tee Entspannung für das außer Takt geratene Herz.

Melisse und Hopfen sind ebenfalls Kräuter, die einem stolpernden Herzen helfen können. Die Zubereitung entspricht der des Lavendeltees. Der Hopfentee ist eine etwas bittere Teevariante. Dieser kann jeder Zeit mit Lavendel und/oder Melisse gemischt werden, was den Geschmack etwas attraktiver macht. Für die Teemischung werden die drei Heilkräuter zu gleichen Teilen verwendet.

Schüssler Salze

Bei auftretendem Herzstolpern helfen die Schüssler Salze Nr. 7 Magnesium phosphoricum und Nr. 5 Kalium phosphoricum. Die Nr. 7 wird stets als „heiße Sieben“ verabreicht. Dafür werden die Tabletten in einer Tasse mit aufgekochtem heißem Wasser vermischt, mit Plastik- oder Holzlöffel umgerührt und anschließend schluckweise getrunken. Die Nr. 5 kann zusätzlich noch über den Tag gelutscht werden. Kalium phosphoricum ist ein Salz, dass einerseits stärkend ist und bei Erschöpfungszuständen seine Wirkung zeigt, aber anderseits auch Seele und Geist entspannt, was dem gestressten Herzen wiederum zu Gute kommt.

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Sport stärkt die Herzfunktion und wirkt dem Herzstolpern entgegen. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Bewegung

Um gesund zu bleiben, ist Bewegung für jeden wichtig. Dies muss nicht ein spezielles Sportprogramm sein. Bewegung sollte Spaß machen und vor allem dem Allgemeinzustand angepasst sein. Oft genügen schon regelmäßige Spaziergänge, um den Körper wieder etwas fit zu machen und dabei das Herz zu stärken. Um gegen Stolpern des Herzens anzukämpfen, ist ein Ausdauertraining zu empfehlen. Dazu gehören Walken, Fahrradfahren, Joggen und Schwimmen. Wichtig dabei ist, auf den eigenen Körper zu hören. Wer noch nie Sport getrieben hat, sollte sich vorher einem Check up in der Arztpraxis unterziehen. Das Training wird langsam gesteigert und bei Unwohlsein sofort abgebrochen.

Vorsicht

Wie in den vorangegangenen Zeilen erwähnt, können Herz-Rhythmus-Störungen durchaus bei Gesunden auftreten und sind mit den verschiedensten Hausmitteln auch gut in den Griff zu bekommen. Tritt dieses unangenehme Gefühl häufig auf und ist eventuell noch verbunden mit anderen Symptomen, wie zum Beispiel Schmerzen, Todesangst, Schwindel oder kaltem Schweiß sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Eine Herzerkrankung kann den Herzrhythmusstörungen zu Grunde liegen und muss unbedingt abgeklärt werden. (sw)