Netzhautablösung im Auge

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Netzhautablösung (Amotio retinae; Ablatio retinae)

Die Netzhautablösung im Auge (Amotio retinae; Ablatio retinae) wird nach ihren Ursachen in verschiedene Formen unterteilt, es handelt sich dabei jedoch stets um eine teilweise oder vollständige Ablösung der Netzhaut vom darunter liegenden Gewebe. Weil die Netzhaut (Retina) an den betroffenen Stellen nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, kommt es zum Absterben der Zellen und des Gewebes. In diesem Fall droht ein Sehverlust, dem operativ häufig entgegengewirkt werden kann.

Häufig liegen bereits unbemerkte Netzhautlöcher vor

Etwa einer von zehntausend Menschen ist von einer Netzhautablösung betroffen. Vielfach existieren vor der Netzhautablösung Risse oder ein Loch in der Netzhaut das nicht oder zu spät bemerkt wird. Gelangt Flüssigkeit des benachbarten Glaskörpers in diese Löcher, löst sich die Netzhaut in unterschiedlichem Tempo vom Pigmentepithel ab. Sind dabei große Bereiche oder die Makula als Zentrum der stärksten Sehkraft betroffen, kann die Netzhautablösung zu schwerem Sehverlust bis hin zur Erblindung führen.

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Netzhautablösung geht mit typischen Symptomen einher

Während die Netzhautlöcher (manchmal) mit dem Sehen von „Mücken“ (Mouches voulantes) und kleinen Blitzen einhergehen, zeigt sich die Netzhautablösung in der Regel mit eigenen, typischen Symptomen. Die Betroffenen klagen über Sehausfälle („als fehle ein Stück im Bild“) oder Schatten im betroffenen Bereich. Beschrieben werden diese häufig als „fallender Vorhang“ oder „aufsteigende Mauer“. Außerdem kann es zu verzerrten Bildern und akuter Sehverschlechterung kommen.

Es existieren verschiedene Formen und Ursachen der Netzhautablösung

Ab einem Alter von ca. 60 Jahren kommt es häufig zur Rhegmatogenen Ablösung, der eine Degeneration der Netzhaut mit der Ausbildung von Löchern und Einrissen zugrunde liegt.. Entstehen Löcher und Ablösung durch Zug des Glaskörpers, spricht man von einer Traktionsbedingten Netzhautablösung. Entzündungen, bei denen Flüssigkeiten (Blut u.a.) unter der Netzhaut entstehen, können seröse Netzhautablösungen auch bei intakter Netzhaut begünstigen. Schließlich gibt es die tumorbedingte Ablösung sowie eine Ablösung durch ein Unfalltrauma.

Das Risiko einer Netzhautablösung erhöht sich mit starker Kurzsichtigkeit (ab – 6 Dioptrin), nach vorausgangenen Augenoperationen oder -verletzungen sowie diabetischer Retinopathie. Zudem sollen eine familiäre. Ebenso steigt das Risiko bei familiärer Anfälligkeit und wenn das andere Auge bereits betroffen ist. Weiterhin konnten gehäuft Netzhautablösungen nach Flugreisen, langem Aufenthalt vor dem PC-Bildschirm (z.B. bei der Arbeit mit Grafikprogrammen) sowie erhöhtem Stresserleben beobachtet werden.

Die Netzhautablösung erfordert immer einen operativen Eingriff

Es gibt bei einer Netzhautablösung keine medikamentöse Behandlung, eine rechtzeitige Operation kann einen Sehverlust jedoch verhindern. Je eher auf die Symptome mit einem Arzt- oder Klinikbesuch reagiert wird, desto besser die Prognose. Kleinere Stellen können mit Laser oder Kältesonde versiegelt werden, weiterhin werden aus Silikon Plomben gelegt bzw. der Augapfel umschnürt (Cerclage). Bei chirurgischen Eingriffen wird meist der Glaskörper entfernt und durch Gas, Öl oder Ringer-Lösung ersetzt. (Dipl.Päd. J.Viñals Stein, Heilpraktiker)