Burnout Syndrom: Die totale Erschöpfung

Fabian Peters

Immer mehr Menschen leiden an dem Burnout Syndrom

15.03.2011

Das Burnout-Syndrom als Zustand massiver emotionaler und körperlicher Erschöpfung mit erheblich reduzierter Leistungsfähigkeit trifft vor allem hochmotivierte und engagierte Menschen. Meist wird das Burnout-Syndrom durch dauerhaften Stress ausgelöst, der von den Betroffenen nicht bewältigt werden kann. Die Ursachen und Folgen des Burnout-Syndroms hat der Psychotherapeut Dr. Rudolf Pastovic letzte Woche im „Isar Park“ Plattling erörtert. Der aus Kroatien stammende Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie referierte vor gut 50 Zuhörern und betonte dabei unter anderem, dass insbesondere hochmotivierte, besonders engagierte und sehr pflichtbewusste Menschen gefährdet seien.

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Jeden zweiten Donnerstag findet im Facharztzentrum im „Isar Park“ ein kostenloser Gesundheitsvortrag statt, wobei letzte Woche der Experte Dr. Rudolf Pastovic über das Burnout-Syndrom referierte. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie praktiziert seit September des letzten Jahres „Isar Park“ Plattling. Am Anfang seines Vortages erklärte Dr. Pastovic, dass „Burn out“ übersetzt „ausbrennen“ bedeute. Die Betroffenen brennen dabei vor Motivation aus, erklärte Dr. Pastovic. Sie widmen sich laut Aussage des Experten mit vollem Engagement einer Tätigkeit, doch im Zuge frustrierender Erlebnisse setzte eine Desillusionierung und Apathie ein, die am Ende zu den typischen Symptomen des Burnout-Syndroms und anderen psychosomatischen Erkrankungen wie beispielsweise Depression führen könne. Besonders gefährdet sind Personen, die nicht mehr abschalten können, erklärte Dr. Pastovic. Durch die Globalisierung gehe die Sonne niemals unter und die „brennenden“ Menschen seien oftmals auch abends zu Hause noch sehr lange mit ihrer Tätigkeit befasst. Dabei muss nicht zwingender Maßen der Beruf Ursache des „Burn-out“ seien, erklärte der Fachmann. Beispielsweise könne auch die Langzeitpflege kranker Angehöriger zu einem Burnout-Syndrom führen.

Betroffene bemerken oftmals Erschöpfung nicht
Den Betroffenen sei der Raubbau an Körper, Geist und Psyche nur in den seltensten Fällen bewusst und sogar bei völliger emotionaler Erschöpfung, begleitet durch immer wieder kehrende frustrierende Erlebnissen, würden sie ihr Fehlverhalten nicht erkennen, erklärte Dr. Pastovic. Mögliche Folgen des Burnout-Syndroms seien apathisches, depressives oder aggressives Verhalten sowie abnehmendes Interesse bis hin zum Suizid erklärte der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die gängigsten Symptome bilden dabei laut Dr. Pastovic zum Beispiel chronische Müdigkeit, seelische Erschöpfung, psychische Veränderungen im Verhalten und auch körperliche Beschwerden. Als Folgen des chronischen Stress werden diese jedoch nur selten erkannt und häufig ignoriert, erläuterte der Fachmann. Dabei sei nicht die Arbeitszeit ausschlaggebend für das Auftreten des Burnout-Syndroms, sondern die Wechselwirkung von Stress und Erschöpfung. Hat sich das Burnout-Syndrom manifestiert, ist die anhaltende psychische Leistungs- und Antriebsschwäche sowie der Verlust der Fähigkeit sich zu erholen jedoch nicht nur für die Betroffenen ein Problem, sondern auch das berufliche und private Umfeld würden aufgrund der „ansteckenden“ Natur des Burnout-Syndroms in Mitleidenschaft gezogen.

Erste Warnsignale eines Burnout Syndroms
Als Warnsignale in der Anfangsphase des Burnout-Syndroms sind Experten zufolge beispielsweise ein nahezu übertriebenes Engagement für bestimmte Ziele, pausenloses Arbeiten fast ohne Erholungs- oder Entspannungsphasen zu werten. Auch wenn der Beruf als wesentlicher Lebensinhalt betrachtet wird und Misserfolgen ignoriert oder die soziale Kontakte auf den entsprechenden Bereich konzentriert werden sei dies als mögliches Warnzeichen des Burnout-Syndroms zu beurteilen. Häufig gehe damit auch die Vernachlässigung des Partners, anhaltende Erschöpfung bzw. chronische Müdigkeit und die Suche nach Ablenkung durch Alkohol, Tabak, Internet- und Computeraktivitäten oder ausgeprägtes Essen einher, betonen die Experten. Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen können in diesem Zusammenhang ebenfalls als Warnsignal des Burnout-Syndroms betrachtet werden. (fp)