Coca-Cola-Milch: Gesünder als herkömmliche Milch?

Heilpraxisnet

Coca Cola will künftig "gesunde Milch" verkaufen

02.12.2014

Der Getränkehersteller Coca Cola ist weltweit nicht gerade bekannt dafür, durch seine Produkte die Gesundheit zu fördern. Doch neuerdings setzt der Konzern auch auf Lifestyle-Produkte und beteiligt sich nun an „Fairlife“, einer Milch, die gesünder und bekömmlicher sein soll, als herkömmliche Produkte. Kritiker sehen das anders.

Getränkehersteller setzt auf Lifestyle-Produkte
Coca Cola wird von den meisten Menschen in der Regel mit sehr süßen Getränken in Verbindung gebracht. So wird seit langem angeprangert, dass deren Produkte zu viel Zucker oder Süßstoffe enthalten. Durch den hohen Konsum stark zuckerhaltiger Getränke wird das Risiko für Übergewicht beziehungsweise Adipositas oder auch Diabetes erhöht. Neuerdings setzt der Getränkehersteller aber auch auf Lifestyle-Produkte und bietet ab Dezember in den USA „Fairlife“ an, eine Milch, die laktosefrei ist, 50 Prozent weniger Zucker und 30 Prozent mehr Kalzium enthält. Dass das Produkt gesünder und bekömmlicher sein soll, als herkömmliche Milch, sehen Kritiker nicht so.

Milchkonsum in den USA deutlich zurückgegangen
Wie das Fachmagazin „Dairy Today“ berichtet, trinkt die Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner keine Milch. In den vergangenen zehn Jahren sind die Verkäufe dem Bericht zufolge um acht Prozent zurückgegangen. Früher galt Milch sowohl in den USA, als auch in vielen andern Ländern, als ein gesundes Naturprodukt, das etwa durch das darin enthaltene Kalzium Knochen und Zähne stärkt und Osteoporose vorbeugen kann. In den vergangenen Jahren tauchten jedoch immer öfter Studien auf, die darauf hinweisen, dass der gute Ruf von Milch möglicherweise falsch ist. Zudem wird bei vielen Menschen eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) diagnostiziert. Betroffene klagen dabei nach dem Verzehr von Milchprodukten unter anderem über Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Blähungen.

Alternativen bei Milchzuckerunverträglichkeit
Menschen, die unter einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden, greifen meist auf laktosefreie Milch zurück. Alternativen dazu sind zudem neben Sojamilch auch Mandel-, Kokos- oder Getreidemilch. Vor allem wenn man bedenkt, dass „Fairlife“ den Angaben zufolge doppelt so teuer sein soll, wie herkömmliche Milch, stehen den Betroffenen also andere Möglichkeiten zur Verfügung. Wie die „Welt“ berichtet, würde auch Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, „Fairlife“ nicht kaufen. Wenn man sich gesund und abwechslungsreich ernähre, brauche man keine optimierten Lebensmittel. Gegen den Verzehr von Milch gebe es keine ernst zu nehmenden Argumente. Er meint, dass das „Milch-Bashing“ jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehre.

Nichts Schlechtes an Milch
Dem Bericht zufolge kann auch Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nichts Schlechtes an herkömmlicher Milch finden. Sie enthalte relativ wenige Kalorien, liefere wichtige Nährstoffe wie Kalzium oder Jod und beinhaltet hochwertige Proteine sowie die Vitamine B2, B6 und B12. Laut dem Ernährungsforscher Walzl führe Milchkonsum nicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie manchmal behauptet, sondern verringere eher das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes. Seiner Aussage nach gebe es auch keinen Nachweis dafür, dass ein hoher Milchkonsum die Krebsentstehung fördere, sondern Milch könnte wahrscheinlich sogar vor Darmkrebs und Brustkrebs schützen.

Keine Vorteile gegenüber herkömmlicher Milch
Der „Welt“ zufolge ist der Milchzucker in der frühen Kindheit unter anderem wichtig für die Reifung des Gehirns und des Wachstums. Jedes Kind vertrage in diesem Alter Milch. Im Erwachsenenalter diene Milch dann nicht zur Krankheitsprävention. Erwachsene Milchtrinker brechen sich demnach genauso oft die Knochen und haben genauso oft Osteoporose wie Milch-Abstinenzler. Weiter heißt es, dass weltweit 75 Prozent aller Erwachsenen Milchzucker nicht verdauen können und von den verbliebenen 25 Prozent fast alle Vorfahren aus Europa haben. Hierzulande sollen 90 Prozent der Menschen Milch noch immer sehr gut vertragen. Wie die „Welt“ abschließend schreibt, ist „Fairlife“ für laktoseintolerante Menschen sicherlich geeignet. Allerdings würden diese auch Joghurt oder Käse gut vertragen, der wesentlich ärmer an Laktose ist. Doch die neue „Super-Milch“ biete darüber hinaus keine Vorteile gegenüber herkömmlicher Milch. (ad)

Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de