DAK Studie: Krebs macht den Menschen Angst

Heilpraxisnet

Krebs macht den Menschen laut einer DAK-Studie Angst.

(10.11.2010) Obwohl schwere Herzkrankheiten wie der Herzinfarkt die häufigste Todesursache in Deutschland ist, fürchten sich die meisten Menschen beim Thema Gesundheit vor Krebs. Laut einer Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) gaben rund zwei Drittel der Befragten (73 Prozent) an, sie hätten vor allem Angst davor, an einem Krebstumor zu erkranken. Die Krankenkasse ließ insgesamt 3015 Männer und Frauen in ganz Deutschland befragen. Die Studie wurde durch das renommierte Forschungsinstitut „Forsa“ durchgeführt und gilt als repräsentativ. Alle Befragten waren bei der DAK krankenversichert.

Mehr als jeder Zweite befragte Bundesbürger (53 Prozent) fürchtet sich vor einem schweren Unfall mit folgenschweren Verletzungen. Danach werden Schlaganfall (52 Prozent), Alzheimer und Demenz (50 Prozent) und Herzinfarkt (45 Prozent) genannt. 30 Prozent der Deutschen haben zudem Angst vor einer psychischen Erkrankung wie Depressionen, gefolgt von einer schweren Lungenerkrankung wie Lungenkrebs (26 Prozent) und Diabetes (20 Prozent).

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Frauen fürchten sich mehr vor Erkrankung als Männer
Auffällig bei der Befragung war, dass sich vor allem Frauen vor schweren Erkrankungen fürchten. „Bei Frauen ist die Sorge vor Krankheiten deutlich stärker ausgeprägt als bei Männern“, sagt DAK-Expertin Dr. Christina Sewekow. Die Auswertung zeigte auch, dass diese Ängste vor schweren Unfällen ebenso stärker ausgeprägt sind, wie bei möglichen Schlaganfällen. Nach Ansicht der Medizinerin hätten Frauen ein anderes Körpergefühl. Sie sehen sich eher im Einklang mit ihrem Körper, Männer hingegen betrachten ihren Körper oftmals als „Gebrauchsgegenstand“. Dieses andere Körpergefühl macht sich auch bei der Vorsorge bemerkbar. Frauen gehen viel häufiger zur Gesundheitsvorsorge, als Männer und leben im Schnitt auch gesünder. Laut der DAK- Studie gehen 74 Prozent der Frauen zur Krebs-Früherkennung. Bei den Männern sind es nur 46 Prozent, die regelmäßig zur ärztlichen Vorsorge gehen. Um Krankheiten vorzubeugen, treiben 80 Prozent der Befragten regelmäßig Sport. Geringer Alkoholkonsum und gesunde Ernährung werden fast genauso oft genannt.

Junge Menschen fürchten sich vor allem vor Krebserkrankungen
Laut der Studie fürchten sich vor allem junge Menschen vor schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs. Mit 81 Prozent fürchten sich zum Beispiel die 14- bis 29-Jährigen am meisten vor Krebstumore. Auch die Angst vor schweren Unfällen oder einer psychischen Erkrankung wie Depressionen ist bei jüngeren größer als bei älteren Menschen. Bei den Befragten über 60 Jahre ist die Angst vor Krebs (63 Prozent) und vor Alzheimer bzw. Demenz (59 Prozent) fast gleich groß.

Aufklärung bei Jugendlichen beginnen
„Wenn schon junge Menschen große Angst vor einer Krebserkrankung haben, dann sollte dieses Gefühl stärker als bisher für die Gesundheitsvorsorge genutzt werden“, betont DAK-Expertin Dr. Christina Sewekow. „Wir beginnen schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit der Präventionsarbeit und weisen zum Beispiel auf die Vorteile der Früherkennung und eines gesunden Lebensstils hin.“ Laut DAK-Studie bewerten 45 Prozent der 14- bis 29-Jährigen ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand als „sehr gut“. Bei den älteren Teilnehmern über 60 Jahre sind es nur noch 17 Prozent. Hierbei zeigt sich, dass ein Widerspruch zwischen dem realen Gesundheitszustand und den vorhandenen Ängsten besteht.

Krankenkasse bittet zur Krebsvorsorge
Laut gesetzlicher Bestimmungen können Frauen bereits ab dem 20. Lebensjahr an einer kostenfreien Krebsvorsorge-Untersuchung teilnehmen. Im Fokus der Untersuchungen stehen die dabei die Genitalien. Ab dem 30 Lebensjahr können alle gesetzliche Krankenversicherte Frauen auch eine Brustkrebsvorsorge-Untersuchung bei ihrem Frauenarzt durchführen lassen. Nach Meinung der DAK sollten Männer ab dem 45 Lebensjahr einmal im Jahr den Enddarm, die Prostata und die Geschlechtsorgane vorsorglich untersuchen lassen. Krebserkrankungen sind am Besten heilbar, wenn sie frühzeitig diagnostiziert wurden. Denn wenn erst einmal Beschwerden und Symptome bemerkt werden, kann es bereits zu spät sein.

85 Prozent fühlen sich gesund
Trotz aller Sorgen und Ängste fühlt sich allerdings die Mehrheit der Befragten gesund. Die Mehrheit der Befragten gab auch an, regelmäßig etwas für ihre Gesundheit zu tun. Viele treiben Sport und achten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Bei bester Gesundheit erfreuen sich anscheinend die Menschen in Bremen. Hier gaben lediglich 9 Prozent der Befragten an, ihr Gesundheitszustand sei „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“. Die Menschen in Berlin gaben hingegen an, sie fühlten sich in Bezug auf ihre Gesundheit nicht ganz so wohl. Hier gaben 21 Prozent während der Befragung an, sie fühlten sich schlecht oder sehr schlecht. (sb, Dak, 10.11.2010)