Kühler Herbst: Die besten Tipps für Frostbeulen

Heilpraxisnet

Kühler Herbst: Die besten Tipps für Frostbeulen

12.10.2014

Der Herbst hat Einzug gehalten. Nun müssen wir uns wohl oder übel an das kühlere Wetter gewöhnen. Es gibt aber auch Menschen, die trotz warmer Kleidung und aufgedrehter Heizung ständig frösteln. Ein paar Tipps können Frostbeulen helfen, besser mit der Kälte zurecht zu kommen.

Hausmittel gegen Dauerfrösteln
Für manche Menschen muss das Thermometer gar nicht besonders tief fallen und schon frieren sie. Ihnen hilft dann so gut wie nichts, ihnen ist einfach nur kalt. Und das nicht nur den ganzen Tag über, sondern auch nachts unter einer dicken Decke. Den Betroffenen stehen zwar verschiedene Hausmittel zur Verfügung, um besser mit der Kälte umgehen zu können, doch wenn diese nicht helfen, sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Schnelle Abhilfe gegen die Kälte kann eine Wärmflasche bringen oder sich nach dem Zwiebelprinzip anzuziehen. Doch es gibt noch wesentlich mehr Tipps.

Heiße Getränke ohne Alkohol
Eine ganz einfache Methode, auf die viele Menschen bei Kälte zurückgreifen, ist, vermehrt heiße Getränke zu sich zu nehmen. Um dem Dauerfrösteln entgegenzuwirken, bieten sich verschiedene Tees an. „Besonders empfehlenswert ist Ingwertee, da er wegen seiner Scharfstoffe zusätzlich wärmt“, erklärte Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Bei heißem Kaffee ist hingegen Vorsicht geboten, da ein übermäßiger Konsum die Gefäße verengt und Hände und Füße dann umso stärker frieren. Sellerberg erläuterte zudem, dass auch Heißgetränke mit Alkohol, wie Glühwein, nur übergangsweise wärmen. Da Alkohol die Blutgefäße erweitere, komme mehr Wärme in die äußeren Körperbereiche. Doch die Wärme werde von den inneren Organen abgezogen.

Warmes Essen und mehr Bewegung
Menschen, die dauernd frieren, sollten grundsätzlich warm essen. Ursula Hilpert-Mühlig, Vizepräsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker, empfiehlt laut der dpa: „Als Vorspeise eine heiße Suppe, das hilft enorm.“ Manche Experten raten bei Kälte zu scharfen Speisen. Dabei findet Ingwer bei einigen Rezepten Anwendung. Daneben können auch Gewürze, wie Chili, Cayennepfeffer oder Zimt verwendet werden. Rezepte für scharfe Mahlzeiten findet man unter anderem auf verschiedenen Webseiten, wie vegetarische-rezepte.com. Des Weiteren sei Dauerfröstlern zu empfehlen, sich mehr zu bewegen und Sport zu treiben. Dazu rät unter anderem Professor Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität München. So werde durch mehr Bewegung nicht zuletzt auch mehr Muskelmasse aufgebaut, die den Körper vor Kälte schützt. Fachleute empfehlen zudem, auch bei kaltem Wetter öfter mal rauszugehen, da man durch den regelmäßigen Wechsel von kalt und warm das Immunsystem stärkenkann und der Körper mit der Zeit weniger friert.

Heißes Vollbad und Wechselduschen
Sellerberg erläuterte: „Regelmäßig ein heißes Vollbad kann ebenfalls bei Dauerfrösteln helfen.“ Des Weiteren können Wechselduschen, ein heißes Fußbad sowie Kneipp-Anwendungen oder andere Formen der Hydrotherapie wahre Wunder wirken. „Bei Wechselduschen sollte das Wasser von warm auf kühl, nicht von heiß auf kalt gestellt werden“, erläuterte Hilpert-Mühlig. Der Reiz sei ansonsten zu stark. Zu ansteigenden Fußbädern, bei denen Abend für Abend nach und nach mehr heißes Wasser zum anfänglich körperwarmen Wasser hinzugefügt wird, können Senf- oder Rosmarinöl beigemischt werden. „Solche Bäder sind auch gut bei Durchblutungsstörungen und helfen beim Entspannen nach einem anstrengenden Tag“, sagte die Heilpraktikerin. Ihr Rat: Anschließend mit trockenen Füßen in warme Socken steigen.

Bei andauerndem Frösteln zum Arzt
Eine weitere Möglichkeit, gegen das Kältegefühl anzugehen, ist, die Füße mit wärmenden Cremes einzureiben. „Die Cremes enthalten beispielsweise Ingwerextrakte oder ätherische Öle und verbessern so die Durchblutung“, erläuterte Apothekerin Sellerberg. Auch regelmäßige Saunagänge sind gut für die Durchblutung. „Durch den Wechsel von warm auf kalt wird nicht zuletzt auch der Kreislauf trainiert“, so Hilpert-Mühlig. Bei denjenigen, bei denen die gängigen Hausmittel jedoch nicht helfen, führt kein Weg an professioneller Hilfe vorbei. „Ist das Dauerfrösteln auch nach zwei bis drei Monaten nicht abgeklungen, sollte der Hausarzt aufgesucht werden“, sagte Falkai. Dieser müsse mögliche organische Ursachen für das Frösteln klären. Unter anderem könnten eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Entzündungen im Körper, ein Vitamin- oder Eisenmangel Auslöser für das Dauerfrösteln sein.

Frauen frieren leichter als Männer
Zudem kann ein niedriger Blutdruck zu einem ständigen Kältegefühl führen. „Der Blutdruck liegt idealerweise bei 120 zu 80“, so Sellerberg. Zu niedrig sei der Blutdruck bei Werten unter 105 zu 65. Er könne durch Medikamente oder über pflanzliche Extrakte gesteigert werden. „Bewährt haben sich Zubereitungen aus Rosmarin, zum Beispiel fünf bis zehn Tropfen Rosmarinus-Urtinktur oder eine Tasse Rosmarintee vor dem Frühstück“, erklärte Sellerberg. Zubereitungen aus Kampfer aktivierten den Kreislauf ebenfalls. Frauen frieren grundsätzlich leichter als Männer. „Denn Frauen haben eine kleinere Muskelmasse, und Muskeln produzieren Wärme“, so Sellerberg. Zudem sei bei sehr schlanken Frauen das Unterhautfettgewebe dünn. „Damit sind sie schlechter gegen Wärmeverluste isoliert als Männer.“

Psychische Erkrankungen als Auslöser
In solchen Fällen sollten die Gründe für das Untergewicht geklärt werden, etwa ob eine kräftezehrende Krankheit oder Essstörungen dahinter stecken. „Wenn das nicht zutrifft, dann sollten die Betroffenen einfach kalorien- und vor allem fettreicher essen“, so Hilpert-Mühlig. Wenn keine organische Ursache für das Dauerfrösteln gefunden wird, sollte auch an eine psychische Erkrankung gedacht und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hinzugezogen werden. „Liegt etwa ein Burn-out oder eine Depression vor, dann können sie sehr erfolgreich durch eine Kombination von Medikamenten und Psychotherapie behandelt werden“, erläuterte Falkai, der Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde ist. (ad)

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