Niedriger Blutdruck

Hypotonie

Ein zu niedriger Blutdruck wird auch als arterielle Hypotonie bezeichnet. Konventionell gilt ein Blutdruck als zu niedrig, wenn der systolische, also der obere Wert dauerhaft 105 mmHg (bei Männern) bzw. 100 mmHg (bei Frauen) unterschreitet. Ein niedriger Blutdruck kann Kinder und Erwachsene betreffen, sehr häufig wird er bei jungen Frauen gemessen.

Die Hypotonie kann dabei als Symptom einer organischen Erkrankung auftreten (sekundäre Hypertonie) oder ohne erkennbare Ursache bestehen (primäre Hypotonie). Viele Menschen erleben niedrigen Blutdruck kurzfristig als „Schwarzwerden vor den Augen“ nach dem Aufstehen aus sitzender Position. Besteht sie dauerhaft, kann diese Sonderform der Hypotonie als Ausdruck einer Regulationsstörung des Kreislaufsystems verstanden werden.

Niedriger Blutdruck:
Niedriger Blutdruck
Synonyme
Symptome von Hypotonie
Ursachen für niedrigen Blutdruck
Behandlungsmöglichkeiten und Verhaltensmaßnahmen

Synonyme

Hypotonie, Niedriger Blutdruck; Blutdruck unten, Hypotonus; Hypotension; arterielle Hypotonie; orthostatische Dysregulation, Blutdruck zu niedrig.

Symptome von Hypotonie

Niedriger Blutdruck kann völlig ohne Beschwerden auftreten und zeigt sich dann lediglich bei einer Blutdruckmessung, etwa im Rahmen eines Arztbesuches. Es gibt aber auch typische Symptome, die immer wieder von Betroffenen beschrieben werden. Diese sind auf die unzureichende Durchblutung peripherer Organe und die häufig bestehende vegetative Dysregulation zurückzuführen. So treten Benommenheit, Müdigkeit und Schwindelanfälle auf, die sogar mit plötzlichem Bewusstseinsverlust (Synkopen) einhergehen können. Dabei besteht die Gefahr, sich beim Stürzen zu verletzen. Daneben können Blässe, Schweißausbrüche, Augenflimmern, Frösteln, kalte Hände und Füße und Ohrensausen bestehen. Die Betroffenen klagen vielfach über verminderte Merkfähigkeit und Konzentrationsstörungen, wirken reizbar, fühlen sich depressiv verstimmt und wenig leistungsfähig.

Weil das Herz versucht, durch verstärktes Pumpen die durch den niedrigen Druck entstandene Versorgungslücke mit Blut zu schließen, kommt es mitunterzu starkem Herzklopfen kommen, zu Herzbeklemmungen und Angstgefühlen. Häufig bleiben Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen oder nach langem Stehen jedoch die einzigen Beschwerden, insbesondere bei Kindern vor und während der Pubertät. Ein Risikofaktor kann Hypotonie bei schwangeren Frauen sein, weil sich bei zu niedrigem Blutdruck der Mutter das Wachstum des Kindes verzögern kann. Außerdem kommt es bei Hypotonie eher zu einer Fehlgeburt.

Ursachen für niedrigen Blutdruck

Die primäre oder essentielle Hypotonie wird beim gesunden Menschen festgestellt. Oftmals handelt es sich um junge Frauen, die auch anderweitig mit vegetativen Symptomen reagieren. Die sekundäre oder symptomatische Hypotonie tritt als Folge einer bestehenden Erkrankung bzw. Störung auf z.B. bei Schilddrüsenunterfunktion, Herz- Kreislaufstörungen oder Infektionskrankheiten.

Die dauerhafte Einnahme von Medikamenten, beispielsweise Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva und Neuroleptika können ebenso ursächlich sein wie falsch eingestellte Blutdrucksenker. Auch beruhigende pflanzliche Wirkstoffe können niedrigen Blutdruck bewirken. Menschen, die an Polyneuropathie im Rahmen eines Diabetes oder Morbus Parkinson sind häufig auch von orthostatischen Regulationsstörungen betroffen.

Behandlungsmöglichkeiten und Verhaltensmaßnahmen

Behandlungsbedürftig ist ein zu niedriger Blutdruck immer dann, wenn Beschwerden bestehen, die auf eine unzureichende chronische Durchblutungsstörung wichtiger Organe besteht. Handelt es sich bei der Hypotonie um das Symptom einer bekannten Grunderkrankung, so sollte die Therapie dieser Krankheit im Vordergrund stehen.

Die primären Formen sind in der Regel harmlos und können mit Methoden aus der Naturheilkunde gebessert werden. Medikamente mit blutdrucksteigernden Inhaltsstoffen, z.B. als homöopathische Komplexmittel sind als Grundtherapie empfehlenswert. Häufig sind Eisenhut (Aconitum), Klapperschlangengift (Crotalus), Besenginster (Spartium scoparium) und weiße Nieswurz (Veratrum album) darin enthalten. Als Heilpflanze kann Süßholzwurzel empfohlen werden, die in vielen erhältlichen (ayurvedischen) Kräutertees enthalten ist. Als physikalische Therapie kommen kalte Anwendungen in Frage, die den venösen Gefäßtonus erhöhen. Das können kalte Duschen, Ganzwaschungen oder ansteigende Kneipp-Güsse sein.

Es gibt einige nützliche Verhaltenstipps für betroffene Menschen, um Schwindelattacken und Ohnmachtsanfälle zu vermeiden. Nicht selten führen diese Symptome und die damit verbundene Hilflosigkeit nämlich in den Teufelskreis von Angst und Panikattacken.

Ist etwa längeres Stehen nicht zu vermeiden, kann eine Betätigung der Beinmuskulatur hilfreich sein, z.B. durch Wippen und Bewegen der Füße. Bei drohender Ohnmacht ist es ratsam, sich hinzusetzen oder im Liegen die Beine hochzulagern. In jedem Fall sollte immer ausreichend Wasser getrunken werden.
(Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 02.09.2010)