Schokolade senkt das Schlaganfall-Risiko

Sebastian

Schokolade senkt bei Frauen das Schlaganfall-Risiko

12.10.2011

Seit je her werden der Schokolade gesundheitsfördernde Wirkungsweisen nachgesagt. Mehrere Studien zeigten bereits, dass der regelmäßige moderate Konsum von vorzugsweise dunkler Schokolade sich positiv auf der Herz-Kreislauf-System auswirkt. Eine neuerliche schwedische Langzeitstudie brachte nun zu Tage, dass das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden gesenkt wird, wenn Frauen viel Schokolade essen.

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Eine heute veröffentlichte Studie schwedischer Wissenschaftler des Karolinska-Instituts in Stockholm zeigte, dass der Verzehr von Schokolade das Schlaganfall-Risiko signifikant senken kann. Frühere Studienarbeiten hatten bereits gezeigt, dass sich das regelmäßige Essen von Schokolade positiv auf den Blutdruck auswirkt. Die Studienleiterin Susanna Larsson sagte im Fachmagazin "Journal of the American College of Cardiology", zwar konnten bisherige Arbeiten eine blutdrucksenkende Wirkung nachweisen, aber „unsere Studie ist die erste, die einen klaren Kontext zwischen Schokolade und Schlaganfällen herleiten kann“.

Je höher der Schokoladenkonsum je geringer die Zahl der Schlaganfälle
Während des Studienverlaufs hatten die Forscher im Jahre 1997 etwa 33000 schwedische Frauen im Alter zwischen 49 und 83 Lebensjahren zu ihrem alltäglichen Ernährungsverhalten befragt. Die Teilnehmerinnen sollten mittels Fragebogen angeben, wie oft sie pro Jahr zuvor im Durchschnitt Schokolade aßen. Daneben wurden 95 weitere Nahrungsmittel in dem Bogen abgefragt. In den darauffolgenden zehn Jahren erlitten 1600 Probanden einen Apoplex. Während weitere Risikofaktoren wie Alter, Gewicht und Vorerkrankungen mit in die Berechnung einflossen, stellten die Wissenschaftler fest, dass die meisten Frauen, die einen Schlaganfall erlitten mit null bis acht Gramm pro Woche am wenigsten Schokolade konsumierten. Demnach konnten das Forscherteam ermitteln, dass eben jene Frauen am häufigsten von einem Gehirnschlag erlitten, deren Schokoladenverzehr am geringsten ausfiel. Studienteilnehmerinnen, die am meisten Schokolade verzehrten, erlitten im Gegensatz zu den anderen Frauen nur selten einen Schlaganfall.

Dunkle Schokolade am Besten
Die allgemein gültige medizinische Empfehlung lautet, nur dunkle Schokolade mit einem hohen Anteil von Kakao zu essen. Bei dieser Studienarbeit verzichteten allerdings die Forscher zwischen der Unterscheidung von dunkler Zartbitterschokolade und heller Milchschokolade. In den 90er Jahren wurde in Schweden laut statistischer Erhebungen mit einem Anteil von 90 Prozent vor allem helle Schokolade gegessen, wie die Studienautorin Larssion betonte. Hätten die Wissenschaftler zwischen beiden Sorten in der Auswertung genauer unterschieden, wäre der Zusammenhang noch signifikanter gewesen, sagte die Forscherin. Denn nicht die Schokolade als solches entfaltet die schützende Wirkung, sondern der enthaltene Kakao. Im Kakao sind sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide) enthalten, die beispielsweise auch im grünen Tee, Zwiebeln oder Rotwein zu finden sind. Sie entfalten eine antioxidative Wirkung, gelten als Radikalenfänger, unterstützen die Immunabwehr und schützen nachweislich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studienautorin betonte, dass die schützende Wirkung sich sehr wahrscheinlich auch auf Männer übertragen ließe. Hierzu werden nun weitere Forschungsarbeiten folgen. „Wir rechnen mit einem ähnlichen Ergebnis“, so das Resümee.

Weniger Herzinfarkte durch Schokoladenverzehr
Im August diesen Jahres hatten Forscher der englischen Universität von Cambridge nachgewiesen, dass der kontinuierliche Verzehr von Schokolade das Risiko von schweren Herz- und Gefäßerkrankungen minimiere (Schokolade schützt vor Herzinfarkten). Probanden die viel Kakao zu sich nahmen, zeigten ein um 37 Prozent gesenktes Risiko für Herzkrankheiten wie dem Herzinfarkt. Auch hier wurde ermittelt, dass sich das Schlaganfall-Risiko um 29 Prozent senke, wenn die Teilnehmer viel Schokolade verzehrten. Verantwortlich dafür sind die Pflanzenfarbstoffe, sie binden sehr reaktionsfreudige, zellschädigende Stoffe, sogenannte freie Radikale. Doch die Forscher warnten vor einem exzessiven Konsum von handelsüblicher Schokolade. Dieser produziere je nach Veranlagung Übergewicht und „Adipositas gilt als risikoreicher Faktor zur Bildung von Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten.“ Daher sollte der Verzehr von vorzugsweise dunkler Schokolade moderat geschehen, so die Empfehlung. (sb)