Hyperventilation, Hyperventilationssyndrom

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Hyperventilation – Atemnot trotz Überbelüftung
Die Hyperventilation kann als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen auftreten, ist im akuten Fall jedoch meist psychogen bedingt. Obwohl sie subjektiv als Atemnot wahrgenommen wird, handelt es sich bei der Hyperventilation eigentlich um eine „Überbelüftung“ (wörtliche Übersetzung). Die Symptome einer akuten psychogenen Hyperventilation sind nicht gefährlich und können durch beruhigendes Einwirken und wenig Aufwand vermindert werden.

Angst und Aufregung als häufigste Ursachen
Die Hyperventilation kann stoffwechselbedingt, nach Schädigung des zentralen Nervensystems auftreten oder eine Reaktion auf Sauerstoffmangel sein, z. B. bei Asthma. Daneben kann sie auch hormonell (z. B. bei Schilddrüsenüberfunktion) oder medikamentös ausgelöst werden. Zur Beseitigung der Symptome muss die zugrundeliegende Erkrankung erkannt und behandelt werden. Eine chronische Form des Syndroms kann durch falsche Atemtechnik entstehen. Hilfe ist hier durch eine Atemtherapie zu erwarten, z.B. bei speziell ausgebildeten Heilpraktikern, Sprachheilpädagogen oder Atem-Sprech- und Stimmlehrern.

In den meisten Fällen jedoch handelt es sich um eine sogenannte psychogene Hyperventilation, der keine organische Ursache zugrunde liegt und von der insbesondere Mädchen und junge Frauen betroffen sind. Ausgelöst werden kann sie durch Schreckerlebnisse, Angst oder Aufregung.

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Hektisches Ein- und Ausatmen verursacht mitunter drastische körperliche Beschwerden. (Bildnachweis: Uwe Wagschal/pixelio.de)

Was passiert beim Hyperventilieren im Körper?
Durch schnelles und flaches Atmen, bei dem mehr Kohlendioxid entweicht als neu gebildet werden kann, gerät das Sauerstoff-Kohlendioxid-Verhältnis im Blut aus dem Gleichgewicht und der ph-Wert steigt an. Hält dieser Zustand an, sinkt der Kalziumspiegel und es kommt zu Schwindel, Übelkeit, Zittern, Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen sowie Verkrampfungen der Lippen und Hände (sogenannte „Pfötchenstellung“). Zwar sind diese Erscheinungen recht harmlos, die Betroffenen empfinden sie jedoch als sehr bedrohlich. Der Versuch, durch vermehrtes „Schnappen“ die wahrgenommene Luftnot auszugleichen, mündet dann in einer Verschlimmerung der Symptome, die sich teilweise mit denen einer Panikattacke bei Angststörungen decken. Dadurch gilt die Hyperventilation als ein Faktor, der Panikattacken begünstigt.

Hilfe bei akuter psychogen bedingter Hyperventilation
Die Symptome können schnell gelindert und aufgelöst werden, indem der Betroffene langsam und ruhig zu atmen beginnt. Gelingt dies nicht mehr, weil die Aufregung bereits zu groß geworden ist, kann dem Hyperventilierenden eine Plastiktüte vor Mund und Nase gehalten werden, in die weiter geatmet werden soll. Dabei wird das abgeatmete Kohlendioxid wieder eingeatmet, sodass sich der Sauerstoffgehalt im Blut ebenfalls regulieren kann. Zur Not genügt es auch, die gewölbte Hand vor Mund und Nase des Betroffenen zu halten. Erklärende und beruhigende Worte sind dabei unerlässlich, um aufkommende Angst- und Panikgefühle zu vermindern. (Heilpraktikerin, Jeanette Viñals Stein, 29.11.2009)