Verdorbener Magen – Magen verdorben: Ursachen und schnelle Hilfe

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Als einen verdorbenen Magen („Den Magen verdorben“) bezeichnet man eine vorübergehende Verdauungsstörung, die nach übermäßigem Konsum bestimmter Lebens- und Genussmittel auftritt. Insbesondere Kinder sind häufig von einem verdorbenen Magen betroffen, der zu Bauchschmerzen und Übelkeit führt.

Synonyme

Upset stomach, dyspeptic stomach, stomach bug, verstimmter Magen, Magenverstimmung, Magenweh, Magenbeschwerden, Magenschmerzen.

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Kinder verderben sich häufig durch den übermäßigen Verzehr von Süßigkeiten den Magen. (Bild: dalaprod/fotolia.com)

Ursachen von verdorbenem Mage

Die Beschwerden können durch Lebens- und Genussmittel wie Süßigkeiten, Eiscreme, zuckerhaltige Limonadengetränke (Cola), fettige Speisen (Pommes Frites) aber auch Obst ausgelöst werden, die maßlos oder durcheinander gegessen werden. Gerade kleine Kinder, die phasenweise sämtliche greifbare Gegenstände in den Mund stecken, verzehren auch einmal ungenießbare Dinge.

Weitere mögliche Ursachen sind eine Lebensmittelvergiftung bzw. Lebensmittelinfektion. Erstere wird durch den Verzehr von Nahrungsmitteln verursacht, die Giftstoffe enthalten. Diese können natürlich vorkommen (z. B. in Fliegenpilz oder grünem Knollenblätterpilz) oder als Kontaminant von außen (z.B. als Rückstand bei der Verarbeitung) in die Lebensmittel gelangen. Meist wird eine Lebensmittelvergiftung jedoch durch die Bakterien Staphylococcus aureus und Clostridium botulinum hervor gerufen.

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Die Fischvergiftung stellt eine spezielle Form der Lebensmittelvergiftung dar, welche durch die Aufnahme von Giften aus Muscheln, Fischen und anderen marinen Lebewesen auftreten kann.

Ursache für den verdorbenen Magen kann z.B. eine Infektion mit Salmonellen sein. Diese gelangen meist über Lebensmittel wie z.B. rohe Eier bzw. Eiprodukte (Mayonnaise, Salate, roher Kuchenteig etc.) in den Verdauungstrakt des Menschen. (Bild: aga7ta/fotolia.com)

Eine Lebensmittelinfektion wird hingegen durch lebende Krankheitserreger verursacht, welche über die Nahrungsmittel in den Magen-Darm-Bereich gelangen. Hier vermehren sie sich und lösen dadurch die Beschwerden aus, wobei meist schon eine geringe Anzahl infektiöser Mikroorganismen ausreicht. In den meisten Fällen sind Salmonellen, Campylobacter, E.Coli-Bakterien und Listerien für Lebensmittelinfektionen verantwortlich.

Symptome

Es kann zu Magendruck, heftigen Magenschmerzen oder Bauchschmerzen sowie Durchfall kommen, die zum Teil krampfartig verlaufen (Koliken). Meist bestehen Übelkeit und Erbrechen, was gerade bei Kindern streng überwacht werden sollte, da durch den Flüssigkeitsverlust schnell eine innere Austrocknung mit Elektrolyteverlust auftreten kann.

Behandlung: Was hilft bei verdorbenem Magen?

Bei einem verdorbenem Magen eignen sich natürliche Hausmittel zur Behandlung sehr gut. Vor der Selbstbehandlung sollten jedoch eine Lebensmittelvergiftung bzw. viral verursachte Magen-Darm-Infekte und andere Darmerkrankungen, die mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen, unbedingt ausgeschlossen werden.

In der Regel reinigt sich der Organismus selber und regeneriert ohne Therapie. Zur Unterstützung des Selbstheilungsprozesses sowie zur Linderung der Symptome können Pflanzen und Maßnahmen aus der Naturheilkunde eingesetzt werden. Generell ist bei einem verdorbenen Magen immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Heilerde bindet Bakterien, Gift- und Schadstoffe aus der Nahrung und kann daher bei einem verdorbenen Magen schnelle Hilfe leisten. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Toxine werden effektiv von in Wasser aufgelöster Heilerde aufgenommen und lindern dadurch die Beschwerden. Wird die Einnahme des „sandigen“ Getränkes verweigert, können auch Kapseln mit Heilerde angewendet werden.

Ein bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit ist ist die traditionelle Haferschleimsuppe, denn diese wirkt beruhigend auf den Magen.

Rezept für Haferschleimsuppe:

  1. Bringen Sie 250 ml Wasser zum Kochen
  2. Geben Sie 20 Gramm Haferflocken dazu
  3. Kochen Sie die Mischung unter Rühren kurz auf

In manuellen Behandlungsmethoden wie der Osteopathie wird durch sanfte Techniken aus der viszeralen Osteopathie die gesamte Magenregion versucht zu entspannen und so eine Beruhigung des gereizten Magens zu unterstützen.

Heilkräuter-Tee gegen Magenprobleme

Teezubereitungen aus Kamillenblüten, Pfefferminze und Melisse können Magenprobleme schnell lindern. Die Kamille wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Minze verringert die Empfindlichkeit der Magenschleimhaut gegen Übelkeit verursachende Reize und hat einen desinfizierenden Effekt. Melisse sorgt als bewährtes Hausmittel bei Magenschmerzen für Beruhigung des Magen-Darm-Traktes und löst Krämpfe.

Wirksames Tee-Rezept bei Magenverstimmung:

  1. Mischen Sie je einen Teelöffel Kamillenblüten, Pfefferminz- und Melissenblätter
  2. Übergießen Sie die Kräuter mit einem Viertelliter kochendem Wasser
  3. Nach 10 Minuten wird der Aufguss abgeseiht
  4. Trinken Sie den Tee mehrmals am Tag in kleinen Schlucken

Kindern können die Heilpflanzen auch als ätherische Öle im Duftlämpchen angeboten werden. Zur Regulierung der Verdauung eignen sich (nur bei Erwachsenen!) Bitterstoffe, wie sie in Schwedenbitter – Zubereitungen enthalten sind.

Bachblüten sin in der Naturheilkunde ein bewährtes Mittel für die innere Behandlung von Magenproblemen. (Bild: flashpics/fotolia.com)

Natürliche Behandlung mit Bachblüten

Für die innerliche Anwendung kommen die Bachblüten Crab apple (innere Reinigung), kombiniert mit weiteren Blütenessenzen, die der emotionalen Situation des Betroffenen entsprechen, in Betracht. Willow empfiehlt sich beispielsweise, wenn „Wut heruntergeschluckt“ wird. Gentian ist für Menschen gedacht, die sich ständig Sorgen machen.

Akute Schmerzen bessern sich, wenn der Bauch z.B. mit Rescue-Salbe im Uhrzeigersinn um den Nabel herum massiert wird. Bei dieser Creme handelt es sich um eine spezielle Kombination der sechs Blütenessenzen (Cherry Plum Clematis, Crab Apple, Impatiens, Rock Rose und Star of Bethlehem), welche als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Notfällen angewendet werden kann. Stehen Beschwerden im Magenbereich im Vordergrund, sollte die Salbe dort einmassiert werden.

Magen verdorben: Wann zum Arzt?

Besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung, sollte immer vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Beschwerden nach dem Verzehr von Speisen wie z.B. Tiramisu, rohem Fisch oder Geflügel zeigen. Tritt starker Durchfall auf, kann es notwendig werden, dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und Salze zuzuführen. Betroffene sollten daher viel trinken, am besten Tee.

Sind die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen noch nicht abgeklungen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)

Bei Babys, kleinen Kindern,Schwangeren sowie älteren und immungeschwächten Personen ist besondere Vorsicht geboten. Denn in diesen Fällen kann eine Lebensmittelvergiftung schwerwiegende Folgen haben. Ein Arztbesuch ist daher unerlässlich. Ebenso sollte damit nicht gewartet werden, wenn die Beschwerden länger als drei Tage bestehen und/oder weitere Symptome wie Fieber, starke Kreislaufprobleme oder Blut im Stuhl auftreten. (Jeanette Viñals Stein, Nina Reese; zuletzt aktualisiert am 24.1.2017)

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