Farnkraut – Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Bei Farnen denken viele zunächst an tropische Urwaldflora. Und in der Tat ist der Farn ein botanisches Relikt aus urzeitlichen Tagen, das die Ursprünge der heute so vielfältigen Pflanzenwelt bezeichnet. Was die meisten dabei nicht wissen ist, dass die Familie der Farne daneben auch einige der ältesten Heilpflanzen beinhaltet. Besonders berühmt ist diesbezüglich der auch als Farnkraut bekannte Echte Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Was es mit diesem Heilkraut auf sich hat und welche vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten in ihm stecken, verrät Ihnen unser Beitrag zum Thema.

Steckbrief für den Echten Wurmfarn:

  • Wissenschaftlicher Name: Dryopteris filix-mas (syn. Aspidium filix-mas)
  • Pflanzenfamilie: Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae)
  • Volkstümliche Namen: Bandwurmwurzel, Farnkraut, Flöhkraut, Glückshand, Hexenkraut, Hexenleiter, Irrwurz, Johanniswurz, Männerfarn, Mausleitern, Schawel, Steckfarn, Teufelskraut, Teufelswisch, Waldfarn, Wanzenkraut, Wanzenwurz
  • Vorkommen: Asien, Europa, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika
  • Anwendungsgebiete:
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzelstock

Kräuterportrait

Farne zählen zu den ältesten Pflanzen der Welt. Gemeinsam mit einigen anderen Urzeitpflanzen wie dem Bärlapp bildeten sie vor etwa 360 Millionen Jahren im Karbonzeitalter die ersten Formen einer waldähnlichen Flora, aus der sich erst später jene Waldbotanik entwickelte, so wie wir sie kennen. Im Detail waren es Baumfarne der heute ausgestorbenen Farngattung Pseudosporochnales, die seiner Zeit bis zu 20 Meter hohe Waldbestände bildeten und maßgeblich zur Entstehung eines lebensfreundlichen Klimas auf der Erde beitrugen.

Ihre Photosynthese, also die Filterung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre sowie die anschließende Umwandlung in Sauerstoff, generierte dabei nicht nur die Grundlage für die Zellatmung von Lebewesen, sondern trug auch zum natürlichen Treibhauseffekt bei, welcher die für Urwälder typische Wasserdampfentstehung durch atmosphärische Erwärmung der Luft steuert. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Regenwaldklima ist also in gewisser Weise auch ein Vermächtnis der frühen Farnbesiedlung auf unserem Planeten.

Ein feuchter, ebenso wie schattiger Standort blieb den Farnen dabei bis heute als bevorzugter Lebensraum gemeinsam. Aus diesem Grund findet man die meisten Farnarten nach wie vor eher in tropischen Regenwäldern wie denen des Amazonas, Neuseelands oder Afrikas. Das urzeitliche Waldklima hat sich in besagten Regionen seit damals kaum verändert und erlaubt es den Farnen darum, wie einst ungestört Felsspalten, Sümpfe und Uferregionen zu besiedeln.

Eine Ausnahme bildet hier der Wurmfarn. Er ist auch in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel anzutreffen, wo er am üppigsten in Kiefern- und Buchenwäldern gedeiht. In der Gartenbotanik ist er darum als einer der wenigen winterharten Farne äußerst beliebt. Seine unverkennbaren Fiederblätter verleihen hier insbesondere Wald- und Naturgartenkonzepten das gewisse Etwas. Im Haus werden Farne darüber hinaus als schmuckvolle Zierpflanzen für das Bad oder Wohnzimmer geschätzt. Gerade das feuchte Badezimmerklima erscheint in diesem Zusammenhang ideal für die Indoor-Kultivierung. Und auch die Kräuterkunde entdeckte den Wurmfarn schon vor Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden, für sich.

Farne im Wald
Die meisten Farnarten wachsen eher in tropischen Regenwäldern im Gegensatz zum Wurmfarn, der auch in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel anzutreffen ist. (Bild: Bildreif/stock.adobe.com)

“Der Farn ist warm und trocken und hat auch ein mittleres Maß an Saft. Der Teufel flieht die Pflanze, und sie hat gewisse Kräfte, die an die der Sonne gemahnen, weil sie wie die Sonne das Dunkle erhellt. Sie vertreibt so Trugbilder, fantasias, und deswegen lieben sie die bösen Geister nicht. An dem Platze, an dem sie wächst, übt der Teufel sein Gaukelspiel selten aus, und das Haus, an dem der Teufel ist, meidet und verabscheut sie. Blitz, Donner und Hagel fallen dort selten ein, und auf dem Acker, auf dem sie wächst, hagelt es selten. Wer den Farn bei sich trägt, ist sicher vor den Nachstellungen des Teufels und vor bösen Anschlägen auf Leib und Leben.” – Hildegard von Bingen

Seinen Namen verdankt der Wurmfarn dem Umstand, dass er früher oft zur Behandlung von Bandwurmbefall eingesetzt wurde. Überhaupt schrieb man ihm im Mittelalter eine „austreibende“ Wirkung zu, die neben Parasitenbeseitigung und Schmerzbeschwerden auch eher abergläubische Aspekte beinhaltete. Als magische Zauberpflanze sollte das Farnkraut zum Beispiel den Teufel fernhalten oder dämonische Besessenheit kurieren bzw. dieser vorbeugen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Pflanze im Altertum Bestandteil zahlreicher Schutzzauber und Bannrituale war. Beinamen wie Hexenkraut, Hexenleiter, Teufelswisch oder Teufelskraut zeugen bis heute von dieser Art der Anwendung.

Medizinisch gestaltete sich der Einsatz des Wurmfarns dagegen als eine zweischneidige Angelegenheit. Gerade die Nutzung von Farnkrautwurzeln als Wurmmittel war hier nicht ganz ohne Risiken, denn dieselbe Wirkung, die den Parasiten den Garaus macht, kann bei Überdosis auch zu gefährlichen Vergiftungserscheinungen, wenn nicht sogar zum Tod, führen. Aus diesem Grund verwendet man den inhaltsstoffreichen Wurzelstock des Wurmfarns heutzutage nur noch selten zur Entwurmung, dies unter der Voraussetzung, dass alle anderen Entwurmungsmittel versagt haben und die Therapie von einem/einer geschulten Heilpraktiker/in mit Lizenz durchgeführt wird. Deutlich unbedenklicher und deshalb auch noch wesentlich häufiger in Anwendung sind dagegen die Blätter des Farnkrauts. Sie werden gegen allerlei Beschwerden empfohlen, darunter

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff „Farnkraut“ teilweise sehr irreführend ist, da mitunter verschiedene medizinisch genutzte Farnarten damit umschrieben werden. Hierzu zählen neben dem Wurmfarn vor allem der Adlerfarn (Pteridium) und der Wucherfarn (Tanacetum). Beide Farne werden in der Homöopathie bedingt zur Behandlung von psychischen bzw. seelischen Beschwerden wie etwa Schwermut oder sozialem Rückzug eingesetzt, womit sie im klaren Kontrast zu den Anwendungsgebieten des Wurmfarns stehen. Dieser wird in seltenen Fällen zwar ebenfalls bei psychisch motivierten Erkrankungen, wie etwa Ängstlichkeit oder dem Hang zur Selbstverletzung, angewandt, steht hier aber als Notalternative nur dann zur Debatte, wenn schonendere homöopathische Mittel versagt haben.

Tuepfelfarnblatt
Der Tüpfelfarn ist eine weitere Farnart die bei ähnlichen Beschwerden wie der Wurmfarn zur Behandlung genutzt wird. (Bild: Ruckszio/stock.adobe.com)

Ein Farn, der mit Blick auf seine Hauptanwendungsgebiete mehr mit dem Wurmfarn gemeinsam hat, ist der Tüpfelfarn (Polypodium). Er wird ebenfalls zur Behandlung bei Wurmbefall und Gicht sowie bei Atembeschwerden und Lebererkrankungen genutzt. Grundsätzlich sollten Farnkräuter zu Behandlungszwecken nie im Selbstversuch getestet werden, da die Inhaltsstoffe der Pflanzen – mit Ausnahme des Tüpfelfarns – wie bereits erwähnt ein gewisses Vergiftungspotential bergen.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe des Farnkrauts sind wie aufgezeigt also nicht ganz ohne Tücken. Es ist deshalb wichtig, entsprechende Anwendungen nur unter Einhaltung von Dosierungshinweisen durchzuführen. Dass die wirksamen Substanzen in Dryopteris filix-mas ein besonderes Augenmaß erfordern, zeigt sich in diesem Zusammenhang schon daran, dass sie sich in vielerlei Hinsicht von den gängigen heilpflanzlichen Inhaltsstoffen unterscheiden.

Dabei handelt es sich in erster Linie um verschiedene Phloroglucine. Sie gehören zu den pflanzlichen Aromastoffen, genauer gesagt zu den Phenolen, und sind Bestandteil zahlreicher heilsamer Wirkstoffe, wie etwa den viel gepriesenen Anthocyanen. Diese gelten als besonders antioxidativ, antibakteriell und immunstärkend, was allerdings nicht eins zu eins auf die Wirkung von Phloroglucinen im Wurmfarn übertragbar ist. Auch die durchweg positive und komplikationsfreie Wirkung der Anthocyane steht nicht pauschal für alle Phloroglucinverbindungen. Worauf es hier im Detail zu achten gilt und welche Inhaltsstoffe neben Phloroglucinen noch im Wurmfarn enthalten sind, entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht.

Butanophloroglucide

Die Drüsenhaare der Wurmfarnblätter sind besonders reich an Butanophlorogluciden. Diese Phloroglucine sind dafür bekannt, eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zu haben, weshalb sie gerne als Antikonvulsiva bei

  • krampfartigen Darmschmerzen (z.B. bei Kolitis),
  • Gallenkoliken,
  • Gebärmutterkrämpfen,
  • Menstruationsbeschwerden,
  • Muskelkrämpfen,
  • Nierenkoliken,
  • Krämpfen und Schmerzen im Bereich der Harnblase
  • sowie sehr schmerzhaften Kontraktionsschmerzen während der Schwangerschaft

eingesetzt werden. Gleichzeitig sei an dieser Stelle aber auch vor einigen unerwünschten Nebeneffekten gewarnt, die entstehen können, wenn die Patientin oder der Patient bestimmte Gegenanzeigen aufweist. Details hierzu haben wir im Abschnitt zu möglichen Nebenwirkungen für Sie festgehalten.

Achtung: Für viele Nutz- und Haustiere sind Butanophloroglucide in hohem Maße giftig! Beispielsweise kann bei Schafen schon eine sehr geringe Dosis von ca. 25 Gramm tödlich sein.

Farnkraut Pflanze
Der in den Wurzeln des Farnkrauts enthaltene Inhaltsstoff Filicin wird in der Wurmbehandlung genutzt. (Bild: ExQuisine/stock.adobe.com)

Filicin

Für die Wurmbehandlung mit Wurzeln des Farnkrauts ist maßgeblich das in den Rhizomen enthaltene Filicin relevant. Es ist dazu in der Lage, Darmparasiten wie Bandwürmer abzutöten und zeigte – mit Blick auf Beinamen des Wurmfarns wie Flöhkraut oder Wanzenkraut – in der Vergangenheit offenbar auch abschreckende bis vernichtende Wirkungen gegen andere Parasiten. Zudem kamen verschiedene Studien auch anderen medizinischen Effekten des farneigenen Filicins auf die Spur, darunter eine antikarzinogene Wirkung.

Unglücklicherweise macht bei diesem Pflanzenstoff, wie bei zahlreichen anderen Naturstoffen auch, die Dosis das Gift. Denn Filicin kann nicht nur heilen, sondern auch schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen, wenn man es wahllos dosiert. Es existieren zahlreiche Fälle, in denen eine Entwurmung Vergiftungserscheinungen hervorrief, einige davon sogar mit Todesfolge.

Aspidin

Besonders interessante Forschungsergebnisse förderte auch das in Wurmfarnarten enthaltene Aspidin zu Tage, gerade in der Behandlung von

  • bakteriellen Infektionen,
  • Hautkrankheiten,
  • und Wunden

ließen sich in der Vergangenheit sehr besondere Heilwirkungen festhalten. So kam ein Forscherteam aus China zu dem Ergebnis, dass das Aspidin im Duftenden Wurmfarn (Dryopteris fragrans), einem nahen Artverwandten des Echten Wurmfarns, eine außergewöhnliche Effizienz gegen bestimmte Bakterienstämme zeigte, die immer wieder mit bakteriellen Haut- und Schleimhautinfektionen in Verbindung stehen, nämlich:

  • Propionibacterium acnes – Erreger der Acne vulgaris,
  • Staphylococcus aureus – unter anderem Erreger von Abszessen, Furunkeln, Karbunkeln, Entzündungen der Lungenschleimhaut und Herzhautentzündungen (Endokarditis),
  • Staphylococcus epidermidis – ein natürlich auf Haut und Schleimhäuten vorkommendes Bakterium, das bei vorgeschwächtem Immunsystem jedoch zu Endokarditis, Nasennebenhöhlenentzündung, Furunkeln und Wundinfektionen führen kann.

Zusätzlich scheint Aspidin bei derartigen bakteriellen Infektionen laut Studie auch ein entzündungshemmendes Potential zu besitzen.

Eine weitere chinesische Studie fand ferner heraus, dass Aspidin durch seine äußerst spezifische Wirkung auf die Signalleitung von Bindegewebszellen (den sog. Fibrolasten) erfolgreich der Entstehung von überschüssigem Narbengewebe vorbeugen kann. Diese auch als Keloid oder Narbenkeloid bekannte Fibrolastenwucherung ist sehr häufig eine unerwünschte Komplikation bei Operationswunden oder allgemeinen Verletzungen mit gestörter Wundheilung. An der Nutzung von Wurmfarn zur Wundbehandlung ist also durchaus etwas dran.

Nun ist aber leider auch die Anwendung von Aspidin nicht ganz untückisch. In den 1960ern wurde diesbezüglich beispielsweise eine gefährliche Vergiftung eines Patienten im Kindesalter dokumentiert, bei der behandelnde Ärzte Filmaron zur Entwurmung verwendeten (siehe PubMed). Die Substanz ist eine chemische Kombinationsverbindung aus Aspidin und Filicin (auch: Aspidinolfilicin) und bei Überdosis nicht weniger giftig als Aspidin und Filicin getrennt. Forschende tüfteln deshalb nach wie vor an einer Nutzungsmöglichkeit beider Inhaltsstoffe des Wurmfarns, bei der sich die giftigen Eigenschaften neutralisieren lassen.

Ätherische Öle
Zur Inhalationstherapie bei verschiedenen Krankheiten werden die im Wurmfarn enthaltenen ätherischen Öle genutzt. (Bild: Martin Christ/stock.adobe.com)

Ätherische Öle

Eine wesentlich gängigere und sanftere Komponente im Wurmfarn sind dessen ätherische Öle. Sie werden medizinisch bei allerlei Infektionskrankheiten und Entzündungen, aber auch bei Nervenleiden, Atem- und Verdauungsbeschwerden angewandt. Dies meist auf Basis einer Aromatherapie, bei welcher die heilsamen Wirkstoffe des ätherischen Öls über die Atemwege in die Blutbahn und von dort aus an ihre eigentlichen Einsatzgebiete im Körper gelangen.

Die ätherischen Öle im Farnkraut sind zudem mit einer Reihe an Bitterstoffen und pflanzlichen Gerbstoffen, auch Tannine genannt, verbunden. Beide Pflanzenstoffe sind dafür bekannt,

  • antibakteriell,
  • antimykotisch,
  • antiviral,
  • und entzündungshemmend

zu wirken. Bei Tanninen wirkt sich dieser Effekt insbesondere auch auf die Haut aus, was der Grund dafür ist, dass sie zum Gerben von Tierhäuten zur Lederherstellung verwendet werden. Denn ihr adstringierender Effekt sorgt dafür, dass sich die Hautporen und -gefäße zusammenziehen, wodurch Infektionserregern das Eindringen in die Haut erschwert wird. Die pflanzlichen Gerbstoffe unterstützen damit optimal die hautschützende Wirkung des farneigenen Aspidins.

Die Bitterstoffe des Farnkrauts sind darüber hinaus beliebte Verdauungshelfer, welche gegen Blähungen und Magenkrämpfe helfen. Ferner gelten sie als immunstärkend und durchblutungsfördernd.

Farne
Die Wurzeln und Blätter zur Herstellung von Heilbädern, Tinkturen und Salben können von Juni bis Anfang September gesammelt werden. (Bild: Fotoschlick/stock.adobe.com)

Anwendung und Dosierung

Sowohl die Wurzeln als auch die Blätter des Farnkrauts können von Juni bis Anfang September geerntet werden, wobei man die Blätter eher im Früh- und Hochsommer, die Wurzeln dagegen eher im Spätsommer sammelt.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die innere Anwendung von Farnkrautwurzeln (z.B. zur Entwurmung) nur nach Absprache mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin erfolgen sollte, um gefährliche Vergiftungen zu vermeiden. Während einer Behandlung sollten sich Patientinnen und Patienten dann strikt an die ärztlichen bzw. homöopathischen Dosierungsanweisungen halten. Besser für private Zwecke geeignet sind die Farnkrautblätter. Sie können entweder innerlich oder äußerlich zum Einsatz kommen.

Waschungen mit Farnkrautwurzel

Wenngleich man Farnkrautwurzeln nie auf eigene Faust innerlich anwenden sollte, so kann man doch eine äußere Behandlung bei verschiedenen Gesundheitsbeschwerden durchführen. So hilft eine Waschung mit Zusätzen der Wurzel zum Beispiel bei

Kochen Sie hierzu einfach ca. 3 Liter Wasser auf und geben Sie etwa 500 Gramm des Wurzelstocks hinzu. Sobald der Kräutersud auf Handwärme heruntergekühlt ist, waschen Sie die betroffene Körperstelle damit oder nehmen ein wohltuendes Fußbad.

Tinktur aus Farnkrautblättern

Für Mundspülungen oder zum Einreiben bei bestimmten Hautirritationen, ebenso wie zur Linderung von Schmerzen, kann auch eine Farnkrauttinktur hilfreich sein. Um ein Zuviel an problematischen Wirkstoffen zu vermeiden, sollten Sie hierfür aber nur die Blätter der Pflanze verwenden.

Zutaten:

  • ca. 600 Milliliter hochprozentiger Alkohol (z.B. Branntwein, Schnaps oder Vodka)
  • ca. 300 Gramm frische und junge Farnkrautblätter
  • ein Schraubglas
  • ein Leinentuch
  • eine dunkle Flasche zur Aufbewahrung

1. Schritt: Füllen Sie das Schraubglas mit 300 Gramm Farnkrautblättern auf oder mit so viel Blättern, dass das Glas bis oben hin voll ist. Gießen Sie nun den Alkohol darüber und achten Sie darauf, dass die Kräuter gut damit bedeckt sind.

2. Schritt: Als nächstes stellen Sie die Tinktur an einen sonnigen Ort und lassen ihn für mindestens zwei Wochen reifen. Am besten ist hierfür eine lichtreiche Fensterbank geeignet.

3. Schritt: Im Anschluss wird die Tinktur durch ein Leinentuch gefiltert und mit einem Trichter in eine Flasche zur Aufbewahrung gegeben. Alternativ können Sie ein feinmaschiges Sieb oder einen Kaffeefilter verwenden. Die Flasche sollte nach Möglichkeit dunkel sein, also blau oder braun, damit einfallende Lichtstrahlen die Inhaltsstoffe nicht so leicht zerstören können.

Je nach Bedarf lassen sich mit der Tinktur dann entweder schmerzende Glieder und Gefäße behandeln oder Schmerzen im Mundraum durch Spülungen lindern. Bei letzterem sollten Sie darauf achten, die Tinktur nicht zu verschlucken.

Frische Farnblaetter
Aus jungen Farnkrautblättern und Alkohol kann eine Tinktur für Mundspülungen und zur Schmerzlinderung hergestellt werden. (Bild: Manfred Koch/stock.adobe.com)

Farnkrautsalbe

Wunden, Hautinfektionen und entzündliche Hautstellen werden am besten mit einer abgeschwächten Form des Farnkrautextraktes behandelt. Salben sind hierfür genau richtig. Auch chronische Schmerzbeschwerden wie sie für Rheuma oder Gicht typisch sind erfordern eine etwas schonendere Anwendung der Wirkstoffe im Farnkraut, da es hier bei dauerhafter Anwendung hochkonzentrierter Tinkturen leicht zu Nebenwirkungen kommen kann.

Außerdem lässt sich die Heilwirkung von Farnkräutern in einer Salbe mit weiteren, zur Hautpflege geeigneten Kräutern kombinieren. Beispielsweise sind Schafgarbe und Ringelblume sinnvoll bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Nachtstehend ein kleines Basisrezept für eine wohltuende Salbe mit Farnkrautextrakt.

Zutaten:

  • 25 Milliliter Ringelblumenöl
  • 25 Milliliter Schafgarbenöl
  • 10 Milliliter Farnkrauttinktur
  • 6 Gramm Bienenwachs
  • eine Glasschale (hitzebeständig)
  • ein Topf
  • ein Salbentigel
  • ein Fläschchen Antiranz

1. Schritt: Bringen Sie einen Topf voll Wasser auf dem Herd zum Kochen. Der Topf sollte groß genug sein, um eine Glasschale darin unterzubringen.

2. Schritt: Geben Sie nun das Ringelblumenöl gemeinsam mit dem Schafgarbenöl in die Glasschale und erhitzen Sie das Ölgemisch im Wasserbad. Sobald das Öl heiß ist, kommt das Bienenwachs hinzu.

3. Schritt: Warten Sie ab, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist. Erst dann fügen Sie final die Farnkrauttinktur hinzu. Nachdem das heiße Salbengemenge abgekühlt ist, können Sie es für eine längere Haltbarkeit mit ein paar Tropfen Antiranz versehen und zur Lagerung in einen Salbentigel abfüllen.

Kühl gelagert (am besten im Kühlschrank) sollte die Salbe mindestens sechs Monate, bei Verwendung von Antiranz sogar bis zu 12 Monate haltbar sein. Während dieser Zeit können Sie die Salbe zum täglichen Einreiben verwenden.

Farnkraut - Medizin
Neben Tees und Tropfen gibt es auch Kapseln mit Farnkrautextrakt die verwendet werden bei Verdauungsproblemen, Darmentzündungen und Reizhusten. (Bild: Goldbany/stock.adobe.com)

Käufliche Farnkrautpräparate

Es gibt eine Reihe von fertigen Farnkrautpräparaten zu speziellen Zwecken. Beispielsweise sind im Handel bestimmte Teemischungen erhältlich, die der Verdauungsförderung und Entschlackung dienen sollen. Hilfreich ist das unter anderem beim Heilfasten oder beim Durchführen von Diäten. Eine Empfehlung sind diesbezüglich auch Tropfen und Kapseln mit Farnkrautextrakt, die nicht nur bei Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Sodbrennen eingesetzt werden, sondern auch bei umfassenden Darmentzündungen und sogar bei Reizhusten.

Ebenso existieren Fertigsalben mit Farnkraut zur Behandlung von Blasen, Gelenkentzündungen und Schwielen im Fußbereich.

Tipp: Auch bei diesen Fertigpräparaten ist es ratsam, vor Gebrauch mit einer/einem Heilpraktiker/in oder Homöopathin bzw. Homöopathen zu sprechen, um das Risiko von Nebenwirkungen durch falsche Handhabe zu verringern.

Nebenwirkungen

  • Die Vergiftungserscheinungen im Farnkraut gehen vor allem auf das darin enthaltene Filicin zurück. Dieses lähmt nämlich nicht nur etwaige Darmparasiten, sondern kann auch zu Atemlähmungen führen, was sich im Ernstfall durch starke Atembeschwerden bemerkbar macht.
  • Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufprobleme nach Einnahme von Farnkraut sind Anzeichen für eine Vergiftung und sollten dringend sowie zeitnah von einem Arzt oder einer Ärztin in Augenschein genommen werden. Des Weiteren kann sich eine Farnkrautvergiftung durch Übelkeit und Erbrechen, Krämpfe und Sehstörungen bemerkbar machen. Letztere können bis zur Erblindung führen, was abermals aufzeigt, dass mit einer Intoxikation durch dieses Heilkraut nicht zu spaßen ist.
  • Das Phloroglucin im Farnkraut kann bei Überdosis insbesondere zu allergischen Hautreaktionen wie Hautausschlag oder Nesselfieber führen. Ebenso sind ein sinkender Blutdruck und Ödembildung mögliche Nebeneffekte.
Farn Heilkräuter
Das Farnkraut ist eine der ältesten Heilkräuter. (Bild: Comugnero Silvana/stock.adobe.com)

Fazit

Farnkraut ist nicht nur eine der ältesten Waldpflanzen, sondern auch eines der ältesten Heilkräuter. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Heilkraut unsere Vorfahren aus dem Wald bis in die Sesshaftigkeit hinein begleitet hat und dabei sowohl zahlreiche Schmerzbeschwerden als auch Entzündungen, Infektionen und Verletzungen kurierte. Mit Blick auf die giftigen Inhaltsstoffe des Wurzelstocks, um die man heute weiß, sollten moderne Anwendungen aber primär Gebrauch von den weniger gefährlichen Blättern der Farnkräuter machen. Bei Unklarheiten ist eine Absprache mit dem Arzt/der Ärztin oder Heilpraktiker/in ratsam. (ma)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Miriam Adam
Quellen:
  • Kapadia, Govind J. et al.: Anti-tumor promoting activity of Dryopteris phlorophenone derivatives, in: Cancer Letters, Volume 105, Issue 2, Pages 161-165, Aug 1996, sciencedirect
  • Song, Rengang & Li, Gaofeng & Li, Shirong: Aspidin PB, a novel natural anti-fibrotic compound, inhibited fibrogenesis in TGF-β1-stimulated keloid fibroblasts via PI-3K/Akt and Smad signaling pathways, in: Chemico-Biological Interactions. Volume 238, Pages 66-73, 5 August 2015, sciencedirect
  • Heyndrickx, A. &Coulier, V. & Ureel, J.: An acute fatal poisoning of a child due to the anthelmintic aspidinolfilicin (Filmaron), in: Journal de Pharmacie de Belgique, Volume 21, Issue 7, Pages 387-96, Jul-Aug 1966, PubMed

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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