Misteltherapie – Anwendung, Wirkung und Erfahrungen

Die Misteltherapie ist eine Behandlungsform der Naturheilkunde, die heutzutage häufig in der alternativmedizinischen Krebstherapie begleitend oder zur Nachbehandlung eingesetzt wird. Aber auch gegen Herzschwäche, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Kopfschmerzen oder Krampfadern und weitere Beschwerden werden Wirkstoffe aus der Mistel verwendet.

Die Misteltherapie ist wissenschaftlich umstritten. Fragen Sie daher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob diese Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll sein könnte.

Misteltherapie – Kurzübersicht

Wichtige Informationen zum Thema Misteltherapie finden Sie in unserem kurzen Überblick.

  • Definition: Aus der Mistelpflanze gewonnene Wirkstoffe werden zur Behandlung und Begleitung verschiedener Krankheiten eingesetzt, hauptsächlich in der alternativmedizinischen Krebstherapie.
  • Wirkung: Die Mistel enthält viele Eiweiße, vor allem Mistellektine, dazu Enzyme, Fette, Flavonoide, Kalium und Phosphat. Ihren Wirkstoffen wird eine blutstillende, entzündungshemmende, krampflösende und tonisierende (kräftigende) Wirkung zugeschrieben.
  • Anwendungsgebiete: Zum Beispiel Bluthochdruck, Begleitung und Nachbehandlung von Krebserkrankungen, Arteriosklerose, Herzschwäche, Wechseljahresbeschwerden, Kopfschmerzen, Ekzeme, Geschwüre, Krampfadern.
  • Nebenwirkungen: Unter anderem leichte Rötungen und Schwellungen, grippeähnliche Symptome, allergische Reaktionen, kleine Verhärtungen im Unterhautfettgewebe.
  • Wichtiger Hinweis: Die Wirksamkeit der Misteltherapie gegen Krebserkrankungen ist wissenschaftlich nach wie vor umstritten. Sie sollte nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Dies gilt auch für die übrigen Anwendungsgebiete.

Die Mistelpflanze

Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, das heißt, sie braucht, um wachsen zu können, einen Wirtsbaum. Dazu gehören Linden, Pappeln, Apfelbäume, Tannen und Robinien.

Diese Bäume können ziemlich darunter leiden, unter Umständen sogar absterben. Die Wurzeln der Misteln bohren sich nämlich tief in das Holz des Baumes und saugen auf diese Art und Weise Nähstoffe und Wasser aus dem Wirt.

Die Mistelpflanze ist auch im Winter grün und treibt Ende Februar ihre kleinen, weißlichen Blüten, die einen zarten Orangenduft besitzen. Die hellgrünen Zweige der Mistel verzweigen sich immer mehr und nehmen im Wachstumsverlauf die Form einer Kugel an.

Wichtiger Hinweis: Die Mistel ist eine leicht giftige Pflanze und darf in Deutschland nicht gepflückt werden, da sie unter die geschützten Pflanzenarten fällt.

Mistel in Baum vor blauem Himmel
Im Winter sind Misteln in Laubbäumen schon von Weitem zu erkennen. (Bild: skora-fotoprojekt/stock.adobe.com)

Misteln in der Mythologie

Früher galt die Mistel als magische Pflanze. So wird erzählt, dass Druiden die Mistel nur mit goldenen Sicheln geschnitten haben und äußerst vorsichtig dabei waren, damit die Pflanze nicht zu Boden fällt.

Denn dadurch würde sie angeblich ihre Wirkung verlieren. Der Zauber um die Mistel hat etwas mit ihrer ganz besonderen Wachstumsart zu tun.

Die Mistel wurde früher als magisches Allheilmittel verehrt und auch heute noch werden mancherorts an Weihnachten Mistelsträußchen über die Haustür gehängt, um damit das Haus vor Negativem zu schützen.

Einem Paar, das sich unter einem Mistelstrauß küsst, wird ein glückliches Leben vorausgesagt.

Medizinische Verwendung von Misteln

Medizinisch wendete unter anderem Hildegard von Bingen den Mistelsud bei Erfrierungen der Gliedmaßen an. Bei Sebastian Kneipp dienten Misteln zur Blutstillung. Menschen mit Epilepsie wurde lange Zeit das Tragen eines Mistelzweigs empfohlen, da dieser sie vorm „Hinfallen“ schützen sollte.

Heute wird Viscum album, so der lateinische Name der Mistel, hauptsächlich bei Bluthochdruck und zur Begleit- oder Nachbehandlung bei Krebs eingesetzt.

Jedoch ist das Wirkungsspektrum der Pflanze wesentlich größer. Sie besitzt eine vielseitig nutzbare blutstillende, entzündungshemmende, krampflösende und tonisierende (allgemein stärkende) Wirkung.

Übersicht Misteltherapie mit den wichtigsten Wirkungen und Anwendungsgebieten
Die Misteltherapie ist eine alternativmedizinische Behandlungsform, die bei verschiedenen Beschwerden zum Einsatz kommen kann. (Bild: natagolubnycha/stock.adobe.com; eigene Bearbeitung heilpraxis.de)

Auch können Misteln bei der Behandlung von Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Herzschwäche und Wechseljahresbeschwerden hilfreich sein.

Von der Mistel werden die Blätter und Zweige verwendet. Um sie als Tee zuzubereiten, müssen die Pflanzenteile als Kaltauszug verarbeitet werden. Bei der Kaltauszugsmethode werden die leicht giftigen Stoffe aus der Pflanze gelöst und der Tee kann anschließend getrunken werden.

Eine äußerliche Anwendung der Misteln zum Beispiel bei Krampfadern, Geschwüren oder Ekzemen erfolgt meist mit Umschlägen oder in Form von Bädern.

Bei der Krebstherapie wird die Mistel in spezieller anthroposophischer, homöopathischer oder phytotherapeutischer Zubereitung verwendet.

Die Wirkung, die bei der Misteltherapie zur Krebsbehandlung genutzt wird, entfaltet sich nur mittels Injektion. Bei der oralen Gabe werden andere Wirkungen erzielt, da viele Verbindungen der Mistel im Verdauungstrakt zersetzt werden.

Inhaltsstoffe der Mistel

Die Mistel enthält circa 600 verschiedene Eiweiße, abhängig von deren Wirtsbaum.

Die wichtigsten Eiweiße sind die sogenannten Mistellektine. Diese kommen in mindestens zwanzig unterschiedlichen Zusammensetzungen im Gesamtextrakt einer Mistel vor. Die zweitwichtigsten Eiweiße sind die Viscotoxine.

Die Mistel enthält zudem ungefähr eintausend verschiedene Enzyme, dazu Fette, Flavonoide, sowie reichlich Kalium und Phosphat.

Die Verarbeitung der Mistelpflanze richtet sich nach den verwendeten Teilen, dem Zeitpunkt der Ernte, dem Wirtsbaum und nach der Tatsache, ob es sich um eine weibliche oder männliche Pflanze handelt.

Glastasse mit Misteltee neben grünem Mistelzweig mit weißen Beeren
Misteltee soll unter anderem den Blutdruck regulieren und bei Menstruationsproblemen helfen. (Bild: LianeM/stock.adobe.com)

Wirkung der Mistel in der Krebstherapie

Die Mistel ist für die Krebstherapie die am besten wissenschaftlich untersuchte Pflanze. Jedoch ist der Einsatz der Misteltherapie bis heute durchaus umstritten.

Durch die Verabreichung von Mistelpräparaten mittels Injektion wird dem Ansatz der Misteltherapie zufolge bei den Patientinnen und Patienten eine immunmodulatorische Wirkung erzielt. Mistelextrakte sollen das Immunsystem stärken, die Lebensqualität verbessern und die Nebenwirkungen bei der Chemo- und/oder Strahlentherapie verringern.

Auch wird den Mistelpräparaten nachgesagt, dass sie den programmierten Zelltod in den bösartigen Tumoren anregen und so deren Wachstum eindämmen können.

Außerdem soll die Misteltherapie den Betroffenen helfen, wieder einen normalen Appetit zu entwickeln. Die Heilpflanze gilt darüber hinaus allgemein als stimmungsaufhellend.

Krebstherapie mit der Mistelbehandlung

Die Misteltherapie gegen Krebs hat ihren Ursprung in der Anthroposophie. Die Mistel wurde als Heilpflanze schon vor mehr als 85 Jahren in der Krebsbehandlung verwendet. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hatte die Mistel für den Einsatz gegen Krebs entdeckt.

Nach Ansicht der Anthroposophie besteht der Mensch aus vier Leibern. Wobei nur der physische Leibe dabei ersichtlich sei. Die anderen drei Leiber existieren als „Aura“, in drei verschiedenen Farben, um den physischen Leib.

Nach der Lehre Steiners, ist Krebs ein Ungleichgewicht zwischen diesen vier Leibern, das es zu behandeln gilt. Hier setzt auch die Misteltherapie an.

Die anthroposophische Theorie besagt, dass die Mistel dem Wirtsbaum Energie entzieht und deshalb auch dem Tumor die Lebensmöglichkeit rauben soll.

Mittlerweile gehört die Misteltherapie zu den Standardtherapien der biologischen Krebsabwehr. Je nach Hersteller unterscheiden sich dabei auch die Mistelpräparate, die im Rahmen der Therapie verwendet werden.

Unterschiedliche Extraktionsverfahren, Mischungsverhältnisse der Inhaltsstoffe und Zugabe von zum Beispiel Silber oder Kupfer führen zu unterschiedlichen Produkten. Jede Krebsart erfordert hier eine andere Misteltherapie. Dabei spielt der Wirtsbaum eine wesentliche Rolle.

Die Misteltherapie ist in der Anthroposophie keine Einzelmedikation, sondern gehört zu einem Gesamtbehandlungskonzept, das individuell für jeden Menschen erstellt wird.

Für die Herstellung der anthroposophischen Mistelpräparate werden unterschiedliche Misteln, das heißt von unterschiedlichen Wirtsbäumen, verwendet. Dies ist auch am Namen der Präparate zu ersehen. Ein M im Namen bedeutet zum Beispiel Apfelbaum, was vom lateinischen Begriff Malus = Apfelbaum herrührt.

Die Misteln werden je Erntezeit getrennt gesammelt und in weibliche und männliche Pflanzen unterschieden, sowie je nach Herstellerfirma unterschiedlichen Verfahren und Aufbereitungsarten unterzogen.

Da sich die anthroposophischen Vorstellungen nicht mit der Naturwissenschaft decken, ist die Anwendung immer noch sehr umstritten.

Anwendung der Misteltherapie

In Deutschland sind verschiedene Mistelpräparate für die Therapie verfügbar, einige entstammen der Anthroposophie, die übrigen werden der Phytotherapie zugeordnet.

Die Misteltherapie kann nahezu bei jedem Tumorgeschehen angewandt werden. Dies geschieht vor allem ihn Form einer Injektion, die meistens subkutan (unter die Haut) verabreicht wird. Einige Ärztinnen und Ärzte wenden die Mistelpräparate jedoch auch als Infusion an.

Es wird mit einer sehr geringen Dosis begonnen und diese langsam gesteigert, bis an der Einstichstelle eine Rötung zu sehen ist. Die Rötung ist ein Zeichen für die Reaktion des Körpers auf den Mistelextrakt und deshalb auch erwünscht.

Die erste Injektion wird normalerweise von einem Arzt beziehungsweise einer Ärztin durchgeführt, um je nach Reaktion, gegebenenfalls sofort einschreiten zu können.

Je nach Größe der Rötung, wird die zuletzt verwendetet Dosis beibehalten, erhöht oder verringert. Eventuell ist auch das Wechseln zu einem anderen Präparat mit der Mistel eines anderen Wirtsbaumes erforderlich.

Für jede Misteltherapie wird ein individueller Plan auf die Erkrankten zugeschnitten. Die Wahl des geeigneten Mistelpräparates richtet sich nach Art der Erkrankung und auch nach Erfahrungswerten des Arztes beziehungsweise der Ärztin.

Häufig wird mit der Misteltherapie schon vor dem Beginn der Chemotherapie oder der Bestrahlung begonnen. Damit soll erreicht werden, dass die Betroffenen die schulmedizinische Behandlung leichter beziehungsweise mit weniger Nebenwirkungen überstehen.

Jedoch wird von Injektionen am Tag der Chemotherapie oder der Bestrahlung abgeraten. Ebenso sollte niemals direkt in das zu bestrahlende Gebiet injiziert werden.

Bekommt der Patient oder die Patientin einen Infekt, so wird die Misteltherapie solange unterbrochen, bis der Infekt wieder abgeklungen ist.

Spritze mit Maßeinheiten liegt auf einem grünen Mistelzweig mit weißen Beeren
Die Injektion des Mistelextrakts ist bei vielen Beschwerdebildern der empfohlene Anwendungsweg. (Bild: PhotoSG/stock.adobe.com)

Nebenwirkungen bei der Misteltherapie

Die Misteltherapie ist in der Regel gut verträglich. Leichte Rötungen und Schwellungen gehören jedoch zu den möglichen Reaktionen.

Gelegentlich können auch grippeähnliche Symptome auftreten. Meist sind diese durch Veränderung der Dosis zu beeinflussen.

Selten kommt es zu einer allergischen Reaktion.

Wichtig ist, dass jede Reaktion des Organismus auf die Misteltherapie dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin mitgeteilt wird, damit die Therapie einen Erfolg haben oder aber bei Unverträglichkeiten sofort abgesetzt beziehungsweise angepasst werden kann.

Bei der Injektion können kleine Verhärtungen entstehen, wenn die Nadel zu tief angesetzt wurde und das Mittel dadurch ins Unterhautfettgewebe eingedrungen ist. Von hier aus kann sich die verabreichte Flüssigkeit nicht richtig verteilen.

Diese kleinen Knoten heilen aber spätestens nach einigen Wochen wieder ab. Eine Rötung, die länger als zwei Tage anhält, ist eine Zeichen dafür, dass die Menge des Mistelextraktes zu hoch gewählt oder falsch gespritzt wurde.

Durch die Injektion bei der Misteltherapie kann Fieber entstehen, das teilweise sogar erwünscht ist, vor allem wenn 38 Grad Celsius nicht überschritten werden.

Die Fähigkeit des Organismus bei einer Krebserkrankung, selbst die Körpertemperatur zu regeln, ist häufig erschöpft und kann durch das künstliche Erzeugen von Fieber wieder erlernt werden.

In manchen Fällen wird sogar ein Fieber von circa 39,5 Grad Celsius provoziert, was zur Therapie gehört, jedoch nur unter Beobachtung eines erfahrenen Therapeuten oder einer erfahrenen Therapeutin durchgeführt werden sollte.

Die Mistel in der Phytotherapie

Mistelpräparate, die in Deutschland für die Krebsbehandlung eingesetzt werden, können auch als Phytotherapeutika mit standardisiertem Gehalt an isoliertem Mistellektin zum Einsatz kommen, was eine exakte Dosierung ermöglicht.

Bei der Anwendung zur Misteltherapie werden diese Mittel vor der ersten Injektion mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt, um die Verträglichkeit zu testen. Tritt keine oder nur eine ganz geringe Rötung im Bereich der Injektion auf, wird die Behandlung in einer vorgegebenen Konzentration begonnen.

Ist die Lokalreaktion jedoch heftiger, wird das Mittel weiter verdünnt oder auf ein anderes Präparat gewechselt. Für die phytotherapeutischen Mistelpräparate werden fast ausschließlich Pappelmisteln verwendet.

Wichtiges zur Misteltherapie

Mit der Misteltherapie kann schon vor einer Operation, Chemo- oder Strahlentherapie, unmittelbar nach der Diagnose begonnen werden. Die Mistelextrakte stärken das Immunsystem, kräftigen den Organismus und bereiten so den Körper auf die bevorstehende schulmedizinische Therapie vor.

Im Vorfeld der Misteltherapie sollten die Blutwerte kontrolliert und anschließend in wiederkehrenden Abständen überprüft werden. Auch ein Weiterführen der Misteltherapie während der Chemo- oder Strahlentherapie ist von Vorteil, nur sollte nicht am selben Tag und nicht direkt in das zu bestrahlende Gebiet gespritzt werden.

Auch wenn der Körper bereits Metastasen gebildet hat, kann die Misteltherapie angewandt werden. Häufig kehrt im Zuge der Misteltherapie der Appetit zurück, die Betroffenen verlieren nicht mehr an Gewicht und die Schlafqualität verbessert sich.

Immer wieder wird nach dem möglichen Einsatz der Misteltherapie bei einem Lymphom gefragt. Onkologinnen und Onkologen, die sich gegen die Misteltherapie stellen, lehnen dies ab. Jedoch existieren keine Ergebnisse, die gegen die Misteltherapie in diesem Falle sprechen.

Wichtig ist jedoch, dass die Behandlung eines Lymphoms von einem darauf spezialisierten Arzt oder einer spezialisierten Ärztin durchgeführt und überwacht wird.

Generell sollte diese biologische Krebstherapie ausschließlich unter der Obhut eines erfahrenen Arztes oder einer erfahrenen Ärztin erfolgen. Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland bietet einen Überblick der hierfür in Frage kommenden Personen.

Eine Misteltherapie wird meist über einen längeren Zeitraum durchgeführt, je nach Krankheitssituation eventuell über Jahre hinweg.

Auch muss der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die gleichzeitige Anwendung mit anderen immunmodulierenden Substanzen, wie zum Beispiel des Thymusextraktes, abklären lassen, da es noch keine Forschungsergebnisse über mögliche Wechselwirkungen mit anderen biologischen Mitteln gibt.

Welches Mistelpräparat im Rahmen der Therapie zum Einsatz kommt, hängt von der Erkrankung und der Erfahrung des Arztes oder der Ärztin ab. „Das richtige Mittel“ existiert in diesem Falle nicht.

Immer wieder wird die Behauptung diskutiert, die Misteltherapie könne das Tumorwachstum fördern, doch hierfür existieren keine wissenschaftlichen Belege.

Übernahme der Kosten durch Krankenkassen

Die gesetzlichen Kassen können die Kosten der Misteltherapie übernehmen, sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Die meisten Privatkassen übernehmen die Kosten in vollem Umfang und zu jedem Zeitpunkt einer Krebserkrankung.

Mistelpräparat muss injiziert werden

Die Misteltherapie erfolgt durch Injektion der Präparate unter die Haut, da diese bei oraler Anwendung verdaut und nahezu unwirksam werden würden.

Eine Ausnahme stellen Kinder dar. Hier werden manchmal Misteltropfen eingesetzt. Bei Kindern sind die Schleimhäute noch äußerst durchlässig und die Mistelsubstanz gelangt auf diese Art und Weise ins Blut.

Jedoch sind in Deutschland keine zugelassenen Misteltropfen für die orale Einnahme erhältlich. Diese müssen in England bestellt und deshalb auch selbst bezahlt werden.

Das Spritzen kann jeder Patient und jede Patientin erlernen oder von einer anderen Person durchführen lassen. Der Einstich ist nur ein kleiner Pikser, da dabei eine sehr dünne Nadel verwendet wird.

Verschiedene Stellen, wie Bauch, Oberarm oder Oberschenkel, sind für die Injektion geeignet. Optimal ist die Einbringung in der Nähe des Tumors.

Für das Spritzen gibt es zwei geeignete Tageszeiten. Um den Organismus anzuregen wird von sieben bis neun Uhr morgens gespritzt und um die wärmende Komponente der Mistel noch zu unterstützen zwischen siebzehn und achtzehn Uhr abends. Zwischen den Zeiten sollte nicht ständig gewechselt werden, jedoch ist die generelle Änderung auf eine andere Zeit möglich.

Bei jeder Injektion wird eine andere Einstichstelle gewählt. Eine halbe Stunde Ruhe sollte danach stets eingehalten werden. (sw)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
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  • Witt, C.: Onkologen sollten über die Misteltherapie informiert sein, in: Karger Kompass Onkologie, Volume 4, Seite 20-21, 2017, karger.com
  • Peter Selg: Mensch und Mistel. Die Begründung der onkologischen Mistelbehandlung durch Rudolf Steiner und Ita Wegman, Salumed-Verlag, Berlin 2016
  • Katharina Mulsow, Catharina Delebinski, Georg Seifert, Matthias F. Melzig: Quantifizierung des Mistellektins I aus Mistelextrakt-Fertigarzneimitteln; in: Zeitschrift für Phytotherapie, Volume 38, Issue 4, Seite 148-152, Thieme Verlag, 2017, thieme-connect.com
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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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