Pflanzliche Schmerzmittel – Arten, Einnahme und Anwendungsgebiete

Susanne Waschke
Bei Schmerzen ist es ein Leichtes, sich in der Apotheke ohne Rezept ein Schmerzmittel (Analgetika) zu besorgen. Wird dieses nur ab und zu und vor allem nur über einen kurzen Zeitraum hinweg eingenommen, ist dies nicht so schlimm. Jedoch sind die Risiken der Analgetika-Einnahme nicht zu unterschätzen. Bei leichteren Schmerzen, vor allem, wenn frühzeitig damit begonnen wird, können pflanzliche Schmerzmittel eine gute, nebenwirkungsarme Alternative sein. Sie erfahren in den folgenden Zeilen, welche pflanzlichen Schmerzmittel auf dem Markt sind, wie und wann Sie diese einnehmen und bei welcher Art von Schmerzen sie Erleichterung bringen können.


Art der Schmerzen

Schmerzen treten in unterschiedlicher Art, Ausprägung und an den verschiedensten Stellen des Körpers auf. Chemische Analgetika nehmen auf die Örtlichkeit und die Schmerzart nicht so große Rücksicht – pflanzliche Schmerzmittel hingegen mögen richtig ausgesucht werden. Jede Pflanze hat ihren Wirkungs- und Einsatzbereich.

Auch wenn hier „nur“ von Pflanzen die Rede ist, selbst diese können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Deshalb sind die jeweiligen Einnahmen- beziehungsweise Anwendungsempfehlungen unbedingt zu beachten. Je nach Beschwerden ist der Gang zum Arzt oder Heilpraktiker nötig. Selbst wenn keine Nebenwirkungen bekannt sind, können – jedoch sehr selten – Unverträglichkeiten auftreten. Ist dies der Fall, wird die Einnahme nicht mehr fortgesetzt. Der behandelnde Therapeut kann hier zur Seite stehen.

Bei (akuten) Schmerzen ist es natürlich möglich, auf ein chemisches Präparat zurückzugreifen. In vielen Fällen kann aber auch eine Behandlung mit naturheilkundlichen beziehungsweise pflanzlichen Mitteln sinnvoll sein. (Bild: carballo/fotolia.com)

Schmerzen in Magen oder Darm, Krämpfe

Schmerzen in Magen und/oder Darm sind häufig mit Krämpfen verbunden. Hier helfen pflanzliche Schmerzmittel, die spasmolytisch, das heißt entkrampfend, wirken. Dazu gehören folgende Pflanzen:

  • Bilsenkraut,
  • Boldo,
  • Erdrauch,
  • Schöllkraut,
  • Pestwurz,
  • Melisse
  • und Süßholz.

In folgenden Zeilen wird jedes dieser pflanzlichen Schmerzmittel genau beschrieben.

Bilsenkraut

Das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) ist ein Nachtschattengewächs. Es gehört zu den ältesten Heilpflanzen und wurde früher bei religiösen Zeremonien verwendet. Diese Pflanze ist bekannt als sogenannte Hexenpflanze. Ihre Wirkung beruht auf den darin enthaltenen Alkaloiden. Bilsenkraut wirkt spasmolytisch (krampflösend) und schmerzstillend auf die glatte Muskulatur in Magen und Darm. Da die Pflanze hoch giftig ist, wird sie nur in homöopathischer Form, ab der homöopathischen Verdünnung D4, angewandt. Zusätzlich wirkt das Kraut angstlösend und beruhigend.

Boldo

Boldo, in der Fachsprache Peumus boldus genannt, ist ein sogenanntes Monimiengewächs und ist in Buschwäldern in Chile zu finden. Boldo enthält Alkaloide, ätherisches Öl und kleine Mengen an Flavonoiden. Die Kombination aus Alkaloiden und ätherischen Ölen macht sie zu einer ganz besonderen Pflanze. Sie wirkt als pflanzliches Schmerzmittel spasmolytisch, choleretisch (Gallenfluss fördernd) und cholekinetisch (stimulierend auf die Entleerung der Gallenblase). Hinzu kommt, dass Boldo antientzündlich ist und die Harn- und Harnsäureausscheidung anregt. Das pflanzliche Schmerzmittel wird als Tee, als Tinktur oder auch in Form von Kombinationspräparaten angewandt. Kontraindiziert ist die Anwendung bei Verschluss der Gallenwege, schweren Lebererkrankungen, bei Gallensteinleiden und in der Schwangerschaft. Nebenwirkungen für Boldoblätter sind keine bekannt.

Erdrauch

Erdrauch (Fumaria officinalis), ein Mohngewächs, ist als Ackerunkraut an Wegrändern oder auch auf Schuttplätzen in Europa und Asien bekannt. Pflanzen, die ohne Pflege überall auch als Wildpflanze wachsen, werden häufig zur Entgiftung oder Blutreinigung verwendet. So auch der Erdrauch. Wie die bereits beschriebenen Pflanzen besitzt auch Fumaria officinalis eine Menge an Alkaloiden, die eine krampflösende Wirkung haben. Des Weiteren steigert die Einnahme von Erdrauch die Gallensekretion und wirkt dazu noch antientzündlich. Diese Pflanze wird verwendet als Tee, als Tinktur oder auch als Frischpflanzenpresssaft. Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Erdrauch (Fumaria officinalis) wird zur Entgiftung oder Blutreinigung verwendet. Er enthält außerdem Alkaloide, die ihm eine krampflösende Wirkung verleihen. (Bild: busenlilly666/fotolia.com)

Schöllkraut

Auch das Schöllkraut (Chelidonium majus) ist ein Mohngewächs, das sich gerne in der Nähe von Menschen, an Wegrändern, Zäunen und als Gartenunkraut niederlässt. Schöllkraut wirkt als pflanzliches Schmerzmittel entkrampfend auf den Magen-Darm-Trakt und auf die Gallenwege. Da Schöllkraut in seiner Urform giftig ist, sollte dies nur in Form von Tee, Tinktur oder auch als Fertigarzneimittel eingenommen werden. Von einer eigenmächtigen Selbstbehandlung länger als vier Wochen am Stück ist abzusehen. Bei bestehenden Lebererkrankungen, Gallenblasenentzündungen oder Gallensteinen ist Schöllkraut kontraindiziert. Auch Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren dürfen das Chelidonium nicht einnehmen.

Häufig wird das Schöllkraut als pflanzliches Schmerzmittel in Kombination mit anderen Pflanzen angewandt, zum Beispiel in einer Teemischung zusammen mit Pfefferminze, Kümmel und Wermut.

Pestwurz

Ein etwas eigenartiger Name, aber eine tolle, wirkungsvolle Pflanze. Pestwurz (Petasites hybridus) gehört zu den Korbblütlern. Sie enthält sogenannte Sesquiterpene, die die spasmolytische Wirkung ausmachen – auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes, der ableitenden Harnwege und auch des Bronchialtraktes. Zudem wirkt Pestwurz antientzündlich. Schmerzen im gastrointestinalen Bereich sprechen je nach Ausprägung relativ gut auf die Einnahme von Petasites an. Auch bei Krämpfen während der Menstruation ist Pestwurz einen Versuch wert. Nicht zuletzt wird diese Pflanze mit Erfolg bei Migräne beziehungsweise Kopfschmerzen eingesetzt. Pestwurz wird als Tee und als Fertigarzneimittel angeboten.

Melisse

Die Melisse (Melissa officinalis, auch Zitronenmelisse genannt) kennt quasi jeder. Doch als pflanzliches Schmerzmittel ist sie weniger bekannt. Dank ihrer Inhaltsstoffe, kann sie allerdings auch hierbei ihr Können zeigen. Sie wirkt antioxidativ, antiviral, antibakteriell und – was uns hier in diesem Artikel wichtig ist – krampflösend. Gerne wird sie zusammen mit anderen Pflanzen kombiniert. Gerade bei Schmerzen im gastrointestinalen Bereich, wenn diese aufgrund von Nervosität oder Stress entstehen, ist die Melisse die richtige Wahl. Sie wirkt sanft, Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind nicht bekannt. Die Melisse ist als Tee, als Tinktur, Extrakt in Mono- oder Kombinationspräparaten erhältlich.

Viele Menschen kennen Melisse – jedoch nicht als Schmerzmittel. Sie wirkt antioxidativ, antiviral, antibakteriell und krampflösend! (Bild: Madeleine Steinbach/fotolia.com)

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können so schlimm sein, dass ein normaler Alltag gar nicht mehr möglich ist. Vor allem dann, wenn es sich um Migräne handelt. Dies ist ein Krankheitsbild, das nicht so leicht zu behandeln ist. In der Regel nehmen die Betroffenen viele hochdosierte Schmerzmittel ein. Die pflanzlichen Mittel können hier eventuell die „Spitzen“ der Schmerzen nehmen und insgesamt den Schmerzverlauf verbessern. Bei anderen Kopfschmerzen (zum Beispiel Spannungskopfschmerzen) ist die Einnahme von pflanzlichen Schmerzmitteln ebenso einen Versuch wert.

Eine kontinuierliche Einnahme von chemischen Schmerzmitteln kann dazu führen, dass diese selbst zu Kopfschmerzen führen – ein Teufelskreis beginnt. Dies wird Analgetika-Kopfschmerz genannt. Hier sind daher pflanzliche Schmerzmittel durchaus eine empfehlenswerte Alternative.

Spannungskopfschmerzen

Diese sind meisten dumpf drückend oder bohrend. Sie beginnen im Nacken und breiten sich dann über den Kopf zur Stirn hin aus. Vegetative und visuelle Begleiterscheinungen sind in der Regel nicht mit dabei.

Ätherisches Pfefferminzöl, Minzöl

Beide Öle werden natürlich nur äußerlich appliziert. Auf jeden Zeigefinger einen Tropfen geben und damit links und rechts unter dem Hinterhaupt massieren und zusätzlich noch die Schläfen – aber Vorsicht: Nicht in die Augen bringen!

Die Öle wirken auf die körpereigenen Systeme zur Schmerzabwehr, sie verbessern die Durchblutung, hemmen verschiedene Botenstoffe, die bei der Entstehung von Schmerzen beteiligt sind, und setzen die Schmerzempfindlichkeit herab. Dies klingt vielleicht nicht nachvollziehbar, aber probieren Sie es aus. Legen Sie sich hin und lassen Sie das Öl wirken. Bitte unbedingt nach der Anwendung die Hände waschen. Mittlerweile sind Öle mit Applikator im Handel, dies ist auch recht nützlich für unterwegs.

Weidenrinde

Bereits in der Antike wurde die Weidenrinde eingesetzt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus der Rinde das Salicin isoliert. Dies ist für die Wirkung zuständig. Aus diesem Stoff stellten Chemiker die Salicylsäure her, woraus dann viele Jahre später die Acetylsalicylsäure entstand, was heute eines der bekanntesten Schmerzmittel ist.

Das pflanzliche Salicin hingegen wird im Darm zu Salicylsäure umgewandelt. Nebenwirkungen sind bei der Weidenrinde sehr selten. Nur Personen, die auf Salicylate allergisch reagieren, dürfen auch keine Weidenrindenpräparate einnehmen. Die Weidenrinde ist ein pflanzliches Schmerzmittel, bei Spannungskopfschmerzen ist die Wirkung jedoch eher mäßig. Werden bereits blutverdünnenden Medikamente eingenommen, muss vorher der Arzt befragt werden. Die Weidenrinde kann als Tee getrunken oder in Form von Tabletten eingenommen werden.

Weidenrinde enthält den Wirkstoff Salicin, woraus Chemiker später die Sylicylsäure bzw. Acetylsalicylsäure herstellten, eines der bekanntesten Schmerzmittel weltweit. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Teufelskralle

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist ein sogenanntes Pedaliengewächs und stammt aus den Savannen Südafrikas und Namibia. Zu Beginn spielte die Teufelskralle in der traditionellen Medizin nur eine mittelmäßige Rolle. Später dann bemerkte die Bevölkerung die eigentliche Heilwirkung der Pflanze. Sie kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa und ist mittlerweile eine geschätzte, häufig angewandte Heilpflanze. Sie wirkt antiphlogistisch und leicht schmerzlindernd. So ist sie auch als pflanzliches Schmerzmittel zu bezeichnen. Sie hat keine große Wirkung bei akuten Kopfschmerzen, jedoch hilft sie den Betroffenen dabei, die Einnahme normaler Schmerzmittel zu reduzieren.

Migräne

Wer unter Migräne leidet, beschreitet oftmals einen langen Leidensweg. Diese Erkrankung ist, wie oben bereits erwähnt, schwer zu behandeln, da hier viele Faktoren zusammenkommen und die Ursache häufig nicht zutage kommt. Die meisten Betroffenen nehmen, wenn sie von den starken Schmerzen und deren unangenehmen Begleitsymptomen heimgesucht werden, eine große Menge an speziellen Migränetherapeutika ein. Diese haben natürlich Nebenwirkungen. Einige pflanzliche Schmerzmittel sind jedoch in der Lage, die Schmerzen etwas zu lindern und vielleicht auch die Häufigkeit der Anfälle zu verringern.

Wie bei den Spannungskopfschmerzen ist auch hier das Pfefferminzöl zu empfehlen. Weidenrinde und Teufelskralle können ebenfalls ausprobiert werden. Jedoch haben diese in der Regel eine zu geringe Wirkung – besonders im akuten Zustand. Was häufig in der Naturheilpraxis angewandt wird, ist die Pestwurz. Diese zählt zur bewährten Migräneprophylaxe. Die Frequenz, die Dauer und die Intensität der Migräneanfälle können mit diesem pflanzlichen Schmerzmittel reduziert werden. Pestwurz wird hier kurweise, auch in der schmerzfreien Zeit, empfohlen. Entweder nehmen die Patienten täglich eine bestimmte Menge davon ein oder sie werden regelmäßig mit einer Injektion versorgt.

Mutterkraut

Das Mutterkraut (Chrysanthemum parthenium; Tanacetum parthenium) gehört zu den Korbblütlern. Wie der Name schon sagt, wurde diese Pflanze im Altertum, im alten Griechenland, bei Frauenleiden verwendet, um die Geburt zu erleichtern. Mutterkraut ist aber mittlerweile auch als gutes Migränetherapeutikum bekannt. Diese Pflanze wird sowohl zur Migräneprophylaxe als auch als akutes pflanzliches Schmerzmittel bei einem Migräneanfall eingesetzt.

Neben den Schmerzen lindert das Mutterkraut auch die Begleitsymptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Seltene Nebenwirkungen sind Mundschleimhautentzündungen und Verdauungsstörungen. Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren dürfen Mutterkraut nicht anwenden. Die Pflanze wird angeboten als Tee (dieser ist jedoch in seiner Wirkung zu gering), als Urtinktur, Extrakt, in Kapseln oder als Globuli.

Mutterkraut ist eine gute Wahl bei Migräne. Es wirkt dabei auch gegen Begleitsymptome wie z. B. Übelkeit. Außerdem kann es zur Prophylaxe gegen Migräne genutzt werden. (Bild: irottlaender/fotolia.com)

Schmerzen im Bewegungsapparat

Wer hatte nicht schon einmal Schmerzen im Bewegungsapparat. Dazu zählen zum Beispiel Rückenschmerzen, Schmerzen in den Gelenken und Verspannungen. Auch hier können pflanzliche Schmerzmittel eine Erleichterung bringen. Vor allem bei chronischen Schmerzen, wie dies bei Arthrose der Fall ist, können die Pflanzen einen guten Beitrag dazu leisten, die Intensität zu verringern und das Ganze erträglicher zu gestalten.
Weidenrinde, Mutterkraut und Teufelskralle wurden ja bereits erwähnt. Die Weidenrinde hilft bei akuten und chronischen, die Teufelskralle eher bei chronischen Schmerzen.

Zitterpappel

Die Zitterpappel gehört wie die Weidenrinde zu den pflanzlichen Salicylaten. Sie wirkt antientzündlich und schmerzlindernd. Häufig wird sie zusammen mit Goldrute und Esche als Komplexmittel eingesetzt. Diese Dreierkombination, die in einem Komplexpräparat im Handel erhältlich ist, ist ein zu empfehlendes pflanzliches Schmerzmittel. Die akute Schmerzlinderung ist mäßig, da sich die Wirkung meist erst nach circa zehn Tagen einstellt. Über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann diese Mischung jedoch auf jeden Fall dafür sorgen, dass die Schmerzen weniger werden und damit die regelmäßige Einnahme synthetischer Analgetika einsparen.

Mädesüß und Stiefmütterchen

Beide Pflanzen enthalten Salicylate und werden bei rheumatischen Erkrankungen und den damit verbundenen Schmerzen eingesetzt.

Mädesüß (Spiraea ulmaria) ist ein Rosengewächs. Dies wird in der Naturheilpraxis vor allem bei Erkältungskrankheiten, aber auch bei rheumatischen Beschwerden der Gelenke, der Muskulatur und bei Kopfschmerzen verordnet. Die Pflanze ist als Tee, Tinktur oder Extrakt erhältlich.

Das Stiefmütterchen (Viola tricolor) ist vor allem für die Anwendung bei Hauterkrankungen bekannt. Auch zum Gurgeln wird dies gern benutzt. In der Volksmedizin wird diese Pflanze bei Erkrankungen im Bewegungsapparat und bei Gicht verwendet. Hier wird sich seiner ausscheidenden Wirkung bedient. Viola tricolor ist in Form von Tee, als Tinktur, Extrakt und in Kombinationspräparaten erhältlich.

Weihrauch

Weihrauch (Boswellia serrata) wurde bereits im Altertum als Heilmittel verwendet. Er wirkt antiphlogistisch und analgetisch. Somit gehört er zu den pflanzlichen Schmerzmitteln. In manchen Kombinationspräparaten kommt er zusammen mit der Weidenrinde vor. Mittlerweile sind die verschiedensten Fertigarzneimittel auf dem Markt, die Weihrauch enthalten. Gerade bei Rückenschmerzen ist dies unbedingt einen Versuch wert.

Weihrauch ist das getrochnete Harz des Weihrauchbaums. Er wirkt antiphlogistisch und analgetisch und kann zum Beispiel bei Rückenschmerzen angewandt werden. (Bild: hjschneider/fotolia.com)

Gelbwurz

Gelbwurz (Curcuma longa) schmeckt nicht nur im Essen, sondern ist mittlerweile bekannt als pflanzliches Schmerzmittel. Dies wird zum Beispiel bei einer Magen-Darm-Erkrankung, Nierenentzündung oder Blasenentzündung angewandt und auch bei Beschwerden im Bewegungsapparat. Curcuma hat vor allem eine antientzündliche Wirkung und hilft somit bei Schmerzen, die durch eine Entzündung hervorgerufen wurden. So auch bei manchen Rückenschmerzen und Rheumatoider Arthritis.

Das Pulver, das bei der Zubereitung von Speisen verwendet wird, reicht hier nicht aus. Besser ist die Einnahme von Kapseln, die eine hochkonzentrierte Menge an Gelbwurz enthalten. Die Wirkung setzt nicht sofort ein, ist also eher für die Prävention oder bei chronischen Schmerzen geeignet. Curcuma ist mittlerweile als Kombipräparat zusammen mit Weihrauch im Handel verfügbar – eine wirkungsvolle Kombination.

Schmerzen während der Menstruation

Für Regelschmerzen, die ja vor allem krampfartig sind, werden gerne chemische Arzneimittel verordnet. Als wirkungsvolle Alternative ist hier das Schüssler Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum zu empfehlen. Damit wird eine sogenannte „heiße Sieben“ zubereitet: Zehn Tabletten werden in 250 Millilitern kochendem Wasser aufgelöst, mit Plastiklöffel umgerührt und dann schluckweise getrunken. Das heiße Magnesium kann gerne zwei bis drei Mal am Tag getrunken werden. Am besten wird mit der heißen Sieben schon ein bis zwei Tage vor der Menstruation begonnen.

Homöopathie bei Schmerzen

Homöopathisch aufbereitete pflanzliche Schmerzmittel können Schmerzen lindern, reduzieren aber auch komplett zum Abklingen bringen. So wirkt zum Beispiel Arnika bei Schmerzen durch eine Verletzung (Sturz, Operation usw.). Gelsemium ist ein homöopathisches Mittel, das seine Anwendung bei Kopfschmerzen findet, vor allem dann, wenn die Schmerzen im Nacken beginnen. Bei klopfenden Kopfschmerzen wird Belladonna, verbunden mit Schwindel Cocculus und zusammen mit Erbrechen Ipecacuanha gegeben. Einschießende Rückenschmerzen werden mit Colocynthis, Steifheit im Rücken wird mit Rhus toxicodendron und Zerrungen und Verrenkungen werden mit Ruta homöopathisch behandelt.

Zusammenfassung

Schmerzen, die häufig auftreten, müssen unbedingt abgeklärt werden. Um Entzündungen, die ursächlich für die Beschwerden verantwortlich sind, zu behandeln, werden häufig Antiphlogistika verordnet. In der Regel ist dies nur für ein paar Tage angebracht. Wer jedoch über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel einnehmen muss, kann mit den geeigneten pflanzlichen Schmerzmitteln versuchen, die Dosis der chemischen Medikamente zu verringern, vielleicht sogar immer mehr abzubauen. Bei leichten Schmerzen können die pflanzlichen Alternativen in vielen Fällen ein herkömmliches Analgetikum gänzlich ersetzen. Probieren Sie es aus. Bei chronischen Beschwerden ist ein pflanzliches Schmerzmittel auf jeden Fall einen Versuch wert. (sw)