Diabetes: Diese Diäten senken Herzinfarkt- und Schlaganfall-Gefahr bei Frauen

Draufsicht auf gesunde Lebensmittel

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Durch diese Diäten können Diabetikerinnen ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken

Hunderte Millionen Menschen weltweit sind an Diabetes erkrankt. Die sogenannte Zuckerkrankheit kann zahlreiche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle nach sich ziehen. Forschende haben nun festgestellt, dass bestimmte Ernährungsformen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bei Diabetikerinnen senken. Diese Ergebnisse seien laut den Autoren vermutlich auch „auf andere Populationen“ anwendbar.


Gesundheitsexperten zufolge haben Frauen mit Diabetes ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen. Die Erkrankung macht sie unter anderem anfälliger für Herzinfarkt. Doch der erhöhten Gefahr kann entgegengewirkt werden. Denn eine Studie zeigte nun, dass Ernährungsformen, die der mediterranen Ernährung und der blutdrucksenkenden DASH-Diät ähneln, älteren Frauen mit Typ-2-Diabetes helfen können, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verringern.

Draufsicht auf gesunde Lebensmittel
Ernährungsformen, die reich an gesunden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sind, können laut einer neuen Studie bei älteren Frauen mit Diabetes das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Vier verschiedene Ernährungsformen im Vergleich

Wie die American Heart Association (AHA) auf ihrer Webseite berichtet, konzentrierte sich die neue Studie auf Daten der Women’s Health Initiative, einem umfassenden Langzeitprojekt zur Prävention von Krankheiten bei Frauen nach der Menopause. Die Daten umfassten mehr als 5.800 Frauen, die als Erwachsene an Diabetes erkrankten, aber zu Beginn des Projekts keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen meldeten. Die Forschenden bewerteten detaillierte Lebensmittelfragebögen der Frauen, um festzustellen, inwieweit ihre Antworten zu jedem der vier Ernährungsmuster passen.

Drei Ernährungsmuster – eine „alternative“ an den westlichen Geschmack angepasste Mittelmeerdiät, die blutdrucksenkende DASH-Diät („Dietary Approach to Stop Hypertension“) und Empfehlungen der American Diabetes Association (ADA) raten alle dazu, mehr Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und einige Milchprodukte zu essen, sowie weniger Zucker und rotes sowie verarbeitetes Fleisch zu sich zu nehmen. Das vierte Muster, eine paläolithische Ernährung (Paleo-Diät), hingegen setzt auf Fleisch, Obst, Nüsse, Gemüse und anderes Gemüse und rät vom Konsum von Getreide, Milchprodukten, zugesetztem Zucker und Alkohol ab.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass ungefähr elf Prozent der beobachteten Frauen in einem Zeitraum von durchschnittlich 12,4 Jahren eine Herzkrankheit entwickelten und mehr als sechs Prozent hatten einen Schlaganfall. Frauen, deren Ernährung den Empfehlungen der DASH-Diät am nächsten kamen, entwickelten laut der Studie 31 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Probleme als Frauen, bei denen das am wenigsten der Fall war. Diejenigen mit den höchsten Übereinstimmungen mit den Empfehlungen der ADA-Anleitung und der mediterranen Ernährung wiesen ein um 29 Prozent beziehungsweise 23 Prozent geringeres Risiko auf.

Die Studie, die vor kurzem im „Journal of the American Heart Association” veröffentlicht wurde, ergab keinen Zusammenhang zwischen einem hohen Paleo-Score und einem niedrigeren oder höheren Risiko.

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Gesunde Ernährung nicht nur für Menschen mit Diabetes

Untersuchungen zu Ernährung und Herzgesundheit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes seien Mangelware, sagte der leitende Studienautor Andrew Odegaard, da die Empfehlungen für die Ernährung dieser Patienten weitgehend auf Informationen aus Bevölkerungsgruppen ohne Diabetes beruhen. „Diese Ergebnisse stützen die aktuellen Empfehlungen für die ernährungsbedingte klinische Praxis bei Patienten mit Typ-2-Diabetes als einen Ansatz zur Verbesserung des kardiovaskulären Risikos“, so Odegaard, Assistenzprofessor für Epidemiologie an der University of California.

Die Forschenden „sehen keinen Grund, warum diese Ergebnisse nicht auf andere Populationen mit Typ-2-Diabetes anwendbar wären.“ Gemäß den Richtlinien des American College of Cardiology und der American Heart Association sollte der Speiseplan bei allen Menschen mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, mageres Eiweiß und Fisch mit weniger gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Natrium enthalten. Die Richtlinien empfehlen außerdem, Transfette, verarbeitetes Fleisch, raffinierte Kohlenhydrate und gesüßte Getränke auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Die Krankenschwester Cindy Lamendola, die nicht Teil des Forschungsteams war, ist der Ansicht, dass die Studie eine hilfreiche Ergänzung zum Beweismaterial zur Ernährung bei Typ-2-Diabetes darstellt. „Bei all den Moden der Ernährung, denen die Öffentlichkeit ausgesetzt ist, sollten Ergebnisse wie die in dieser Studie die Öffentlichkeit beruhigen und auch eine wichtige Botschaft für Frauen mit Typ-2-Diabetes nach der Menopause sein“, so Lamendola, Krankenschwesterkoordinatorin für klinische Forschung an der Stanford University in Kalifornien.

Sie und Odegaard sagten, im Idealfall würden zukünftige Forschungen die Menschen nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Diäten zuordnen und ihnen jahrelang folgen. Zudem meinte Lamendola, deren Forschung sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes konzentriert, dass die Ausweitung der Untersuchungen auf Menschen mit Erkrankungen wie Prädiabetes ebenfalls aufschlussreich sein könnte. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • American Heart Association (AHA): These diets helped women with diabetes cut heart attack, stroke risk, (Abruf: 23.09.2019), American Heart Association (AHA)
  • Journal of the American Heart Association: Diet Quality and Cardiovascular Disease Risk in Postmenopausal Women With Type 2 Diabetes Mellitus: The Women's Health Initiative, (Abruf: 23.09.2019), Journal of the American Heart Association

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.