Neue Studie: Kein Nutzen durch Vitamin-D-Präparate im Alter

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Was bewirkt die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten bei älteren Menschen?

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen darüber, ob die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten zu gesundheitlichen Vorteilen führt. Gerade ältere Menschen werden häufig dazu ermutigt solche Produkte einzunehmen, um Knochen, Zähne und Muskeln gesund zu halten. Experten fanden jetzt jedoch heraus, dass Menschen in einem Alter über 70 Jahren durch die Einnahme von höheren Dosen von Vitamin D kaum gesundheitliche Vorteile erzielen.


Die Wissenschaftler der Newcastle University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Menschen im Alter über 70 Jahren nicht wirklich von der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten profitieren. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „American Journal of Clinical Nutrition“.

Bestimmte Lebensmittel und die Sonne versorgen den Körper mit Vitamin D. Viele ältere Menschen leiden trotzdem unter einem Mangel an Vitamin D. (Bild: bit24/fotolia.com)

Was ist Vitamin D?

Vitamin D hilft beim Aufbau und Erhalt starker Knochen und Muskeln. Menschen mit Vitamin-D-Mangel haben ein erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen. In den Sommermonaten wird Vitamin-D vom Körper ausreichend auf natürliche Weise hergestellt, wenn die Haut in Kontakt mit Sonnenlicht kommt. Vitamin D kann auch aus bestimmten Nahrungsmitteln gewonnen werden.

Auswirkungen von Vitamin-D-Präparaten auf ältere Menschen

Die neue Studie unterstützt die Ergebnisse früherer Untersuchungen, welche ergaben, dass Vitamin-D-Präparate einnehmende ältere Menschen keinen gesundheitlichen Vorteil durch die Einnahme erzielen. Die Experten fanden bei der aktuellen Forschungsarbeit heraus, dass höhere Dosen von Vitamin-D für Menschen im Alter über 70 Jahre bei der Verbesserung der Knochenstärke und der Verringerung des Sturzrisikos nur wenig vorteilhaft sind.

Vitamin-D-Supplementierung und die Veränderung der Knochendichte

Für die neue Studie wurde fast 400 Probanden in einem Alter von 70 Jahren oder älter zufällig eine von drei Dosen Vitamin D verabreicht. Die Teilnehmenden nahmen das Vitamin D für einen Zeitraum von einem Jahr einmal im Monat ein. Die Dosen waren 300 µg, 600 µg oder 1200 µg (dies entspricht einer Tagesdosis von 10 µg, 20 µg or 40 µg). Das Ziel der Studie war es, bei diesen älteren Menschen die Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung auf die Veränderung der Knochendichte (BMD), einen anerkannten Indikator für die Knochenstärke, und die Veränderung von Markern des Knochenstoffwechsels zu messen. Die festgestellten Ergebnisse zeigen, dass sich die Knochendichte zwischen den drei Dosen über einen Zeitraum von zwölf Monaten nicht verändert hat.

Vitamin-D-Mangel ist bei älteren Menschen weit verbreitet

Vitamin-D-Mangel ist bei älteren Menschen durchaus üblich und kann zu Knochenverlust, Beeinträchtigungen der Muskelfunktion und einem erhöhten Risiko für Stürze und Frakturen führen, erklärt Studienautor Dr. Terry Aspray von der Newcastle University. Die Ergebnisse früherer Studien zur Bewertung der Wirkung von Vitamin D auf die Knochendichte haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt und die aktuelle Studie ist ein wesentlicher Beitrag zur Debatte, fügt der Experte hinzu. Obwohl die Ergebnisse zumindest für die Knochenmineraldichte keine positive Wirkung zeigen, stellten die Mediziner jedoch fest, dass höhere Vitamin-Dosen positive Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel haben können und sicher für ältere Menschen sind, sagt Dr. Aspray. Die Experten kommen dennoch zu dem Schluss, dass ältere Menschen sich auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichende Sonneneinstrahlung und regelmäßige Bewegung konzentrieren sollten, um ihre Knochen so stark wie möglich zu halten. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.