Fußsohlenschmerzen: Schmerzen an der Fußsohle

Fabian Peters

Schmerzen unter dem Fuß

Fußsohlenschmerzen unter hoher Belastung, wie beispielsweise bei langen Wanderungen, sind nahezu jedem Menschen bekannt. Doch manche leiden auch in Ruhephasen unter schmerzenden Fußsohlen. Da hier ernsthafte Erkrankungen die Ursache bilden können, sollte bei wiederholten, scheinbar unbegründeten Fußsohlenschmerzen dringend therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden.


Fußsohlenschmerzen – ein kurzer Überblick

Die Fußsohle ist im Alltag hohen Belastungen ausgesetzt und muss den Druck des gesamten Körpergewichtes abfangen. Gelegentliche Schmerzen im Fußsohlen-Bereich, insbesondere nach anstrengenden Tagen, sind relativ unbedenklich und verschwinden durch Ruhephasen und einem entspannenden Fußbad schnell wieder. Tauchen die Beschwerden allerdings regelmäßig und scheinbar ohne erkennbaren Grund auf, so kann eine Erkrankung dahinterstecken, die einer Therapie bedarf. Hier ein kurzer Überblick:

  • Definition: Fußsohlenschmerzen sind Schmerzen unter dem Fuß, im Bereich der Ferse, am Fußaußenrand, am Längsgewölbe oder am Fußballen.
  • Symptomatik: Fußschmerzen, die sich durch ziehenden, kribbelnden oder drückenden Schmerz äußern, der entweder punktuell oder großflächig auftreten kann. Es kann auch zu weiteren Symptomen wie brennenden Füßen, Fersenschmerzen oder geschwollenen Füßen kommen.
  • Mögliche Ursachen: Entzündungen, Gefäßerkrankungen, Verstauchungen, Brüche, Bänderrisse, Rheuma, Gicht, Osteoporose, Arthrose, zu hohe Druckbelastung, Stoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen, Nervenerkrankungen, Fehlstellung der Füße, Fersensporn.
  • Therapien: Je nach Ursache verordnet der Arzt beispielsweise Ruhe, entzündungshemmende Medikamente, Fußsohlen-Massagen, Krankengymnastik, Einlagen oder spezielle orthopädische Schuhe.
  • Naturheilkunde: Osteopathie, Akupunktur, Ernährungstherapie, Homöopathie, Schüßler Salze, Hydrotherapie, Quarkwickel, Heilpflanzen und Kräutermedizin.
Gelengentliche Fußsohlenschmerzen nach anstrengenden Tagen sind normal und den meisten Menschen bekannt. Leiden Betroffene jedoch regelmäßig und ohne erkennbaren Grund unter solchen Schmerzen, kann eine therapiebedürftige Erkrankung die Ursache sein. (Bild: catinsyrup/fotolia.com)

Definition

Als Fusssohlenschmerzen sind an dieser Stelle sämtliche schmerzhaften Beschwerden unter dem Fuß zu verstehen, die nicht durch akute Verletzungen bedingt werden. Dies umfasst sowohl Schmerzen im Bereich der Ferse, als auch des Fußaußenrandes, des Längsgewölbes und des Fußballens.

Die Fußsohle ist hohen Belastungen ausgesetzt

Als unser tägliches Fortbewegungsmittel sind die Füße hohen Belastungen ausgesetzt und die Fußsohle muss dabei dem Druck des gesamten Körpergewichtes standhalten. Zu diesem Zweck verfügt die Fußsohle über einen Fettkörper als Unterbau, der Stöße und Druck durch seine polsternde Wirkung abfängt. Den Großteil der Belastung tragen die Ferse und der Fußballen, so dass hier der Fettkörper besonders ausgeprägt ist. Dies sind allerdings auch die Bereiche, an denen Fußsohlenschmerzen besonders häufig festgestellt werden.

Symptom: Schmerzende Fußsohlen

Die Fußsohlenschmerzen können abhängig von ihren Ursachen als flächiger ziehender Schmerz oder schmerzhaftes Kribbeln nahezu die gesamte Fußsohle erfassen oder auch als punktueller Druckschmerz auftreten. Manche Patienten haben nur unter Belastung Schmerzen an den Fußsohlen, andere leiden auch in Ruhephasen. Anhand der Lokalisation, der Intensität und den Situationen, in denen die Fußsohlenschmerzen auftreten, lassen sich meist bereits erst Rückschlüsse auf die Ursache der Beschwerden ziehen.

Egal ob groß oder klein: Die Fußsohlen müssen starken Belastungen standhalten. Nach einem Tag auf den Beinen schmerzen vielen Menschen die Fußsohlen. (Bild: Wladimir Wetzel/fotolia.com)

Ursachen

Fußschmerzen allgemein können durch zahlreiche unterschiedliche Ursachen bedingt werden, die von Gefäßerkrankungen über Verstauchungen, Brüche oder Bänderrisse bis hin zu rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Osteoporose und Arthrose reichen. Die Schmerzen sind indes oft auf eine zu hohe Druckbelastung, Durchblutungsstörungen oder Beeinträchtigungen beziehungsweise Erkrankungen der Nerven zurückzuführen.

Entzündliche Reaktionen

So kann beispielsweise eine übermäßige Belastung der Fußsohle zu einer Entzündung der Plantaraponeurose (Plantarfasziitis) führen. Diese Entzündung der Aponeurosis plantaris (Sehnenplatte unter dem Fuß) zeigt sich meist in einem Druckschmerz am Fersenbein, der bis in die Zehengrundgelenke ausstrahlen kann und dort Zehenschmerzen auslöst. In der Regel sind die Beschwerden morgens nach dem Aufstehen und bei längerer Belastung am ausgeprägtesten. Manchen Patienten empfinden jedoch bereits bei leichten Berührungen ein schmerzhaftes Ziehen. Das Gehen fällt ihnen zunehmend schwer und sie belasten unwillkürlich stärker den anderen Fuß, was hier zu ähnlichen Beschwerden führen kann.

Fehlstellung der Füße

Durch Fehlstellungen der Füße und eine entsprechend ungünstigere Verteilung des Körpergewichts auf die einzelnen Bereiche der Fußsohle wird das Auftreten einer Plantarfasziitis begünstigt. Als Auslöser der Plantarfasziitis kommt außerdem auch ein Fersensporn in Betracht.

Manche Beschwerden im Fußsohlenbereich erfordern eine fachärztliche Behandlung. Wenn sich durch Ruhe und Hausmittel keine Besserung einstellt, sollte ein Arzt befragt werden. (Bild: Elnur/fotolia.com)

Nervenbeeinträchtigungen

Beeinträchtigungen der Nerven können ebenfalls die Beschwerden verursachen. Dabei sind Abklemmungen beziehungsweise Kompressionen der Nervenbahnen auf dem gesamten Abschnitt zwischen Fußsohle und Gehirn als mögliche Auslöser der Beschwerden zu nennen. Die Nerven werden an einer Engstelle abgeklemmt und schicken anschließend eine Art Notsignal an das Gehirn, welches meist als schmerzhaftes Kribbeln oder Ziehen wahrgenommen wird. Diese Kompression kann lokal im Bereich des Fußes oder beispielsweise auch in der Wirbelsäule erfolgen. Begleitende Symptome wie Kreuzschmerzen beziehungsweise Rückenschmerzen oder ein Taubheitsgefühl in den Beinen liefern hier wichtige Hinweise, ob und wo möglicherweise ein Nerv eingeklemmt wird.

Stoffwechselstörungen

Da Stoffwechselstörungen oft einen maßgeblichen Einfluss auf die Versorgung der Nerven haben, sind chronische Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes nicht selten mit Beeinträchtigungen des Nervensystems verbunden. Diese unter dem Begriff Neuropathie beziehungsweise Polyneuropathie zusammengefassten Erkrankungen des peripheren Nervensystems verursachen unter Umständen Empfindungsstörungen, die sich als Schmerzen im Bereich der Fußsohle äußern.

Durchblutungsstörungen

Als möglicher Auslöser der schmerzenden Fußsohlen ist auch eine zu geringe Durchblutung zu nennen. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) wird die Durchblutung der Extremitäten meist durch eine Arterienverkalkung nachhaltig beeinträchtigt. Diese Durchblutungsstörungen können zu einem schmerzhaften Kribbeln und Ziehen bis hin zu Taubheitsgefühlen an der Fußsohle führen. Ist die PAVK Ursache der Fußsohlenschmerzen, so leiden die Patienten häufig auch an anderen Erkrankungen des Herzkreislaufsystems (beispielsweise Koronare Herzkrankheit).

Schmerzen an den Fußsohlen können u.a. auch mit speziellen Cremes behandelt werden.
Schmerzen an den Fußsohlen können u.a. auch mit speziellen Cremes behandelt werden. (Bild: Edler von Rabenstein/fotolia.com)

Diagnose

Die Ursache der Schmerzen können erfahrene Therapeuten oft bereits anhand einer Beschreibung der Symptome sowie einer Inaugenscheinnahme und eines Abtastens des Fußes erahnen. Durch eine Messung der Nervenleitfähigkeit lässt sich der Verdacht auf eine Beeinträchtigung der Nerven überprüfen und mittels Puls und Blutdruckmessung kann die Durchblutung kontrolliert werden. Blutuntersuchungen im Labor können zudem der Feststellung möglicher Entzündungen dienen. In der Orthopädie wird heute bei Fußsohlenschmerzen häufig ein Podoskop eingesetzt, um eventuelle Fehlstellungen der Füße zu ermitteln. Da auch ein Mangel an Mineralien und Vitaminen die Leitfähigkeit der Nerven beeinträchtigen kann, sollte diese Möglichkeit im Rahmen der Diagnosestellung ebenfalls überprüft werden. Zur Sicherung der Diagnose dienen bei Bedarf bildgebende Verfahren wie klassische Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT).

Therapie

Werden die Fußsohlenschmerzen durch übermäßige Belastung ausgelöst, ist zunächst vor allem Ruhe zu empfehlen. Bei Verdacht auf entzündliche Prozesse, wie zum Beispiel einer Plantarfasziitis, werden zudem oft entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Auch können Fußsohlen-Massagen zur Linderung der Beschwerden beitragen. Durch Krankengymnastik lässt sich möglichen Fehlbelastungen entgegenwirken. Einlagen und spezielle orthopädische Schuhe können hier ebenfalls deutlich zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Naturheilkunde

Gemäß dem ganzheitlichen Behandlungsansatz der Naturheilkunde sollte bei der Behandlung der Fußsohlenschmerzen auch auf begleitende Beschwerden der Patienten eingegangen werden. So erfolgt beispielsweise bei der Osteopathie auch eine Therapie parallel auftretender Rückenschmerzen oder anderer Verspannungen beziehungsweise Blockierungen. Des Weiteren wird die Akupunktur durchaus erfolgreich zur Behandlung von Nervenkompressionen angewandt. Bei einem Vitamin- oder Nährstoffmangel als Ursache der Nervenbeeinträchtigungen empfiehlt sich zudem eine gezielte Ernährungstherapie. Auch die Homöopathie bietet einige Ansatzpunkte zur Behandlung von Nervenleiden und entsprechenden Fußsohlenschmerzen, die Anwendung sollte jedoch erfahrenen Therapeuten überlassen bleiben. Gleiches gilt für den Einsatz der Schüßler Salze. Eine Therapie in Eigenregie ist nicht zu empfehlen, da die Entwicklung der Beschwerden fortlaufend beobachtet werden sollte und unter Umständen zeitnah weitere therapeutische Maßnahmen einzuleiten sind.

Dies sind Beispiele für geeignete naturheilkundliche Maßnahmen gegen Fußsohlenschmerzen. Wenn sich die Beschwerden durch die Behandlung nicht bessern, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. (Bild: heilpraxis.de)

Prävention

Da Fehlbelastungen und Überlastung häufige Ursachen für Fußsohlenschmerzen sind, kann ein gutes Schuhwerk dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei sollte darauf geachtet werden, das Schuhe und Strümpfe nicht zu eng und atmungsaktiv sind. Häufiges Übereinanderschlagen der Beine ist ebenso zu vermeiden, da dies Durchblutungsstörungen begünstigen kann. Pflanzliche Mittel aus der Naturheilkunde wie beispielsweise Rosskastanien-Extrakte können stattdessen die Durchblutung unterstützen. Ebenso sind Greifübungen mit den Zehen und das Rollen der Fußsohlen über einen Igel-Ball förderlich. Des Weiteren sind regelmäßige Übungen, die die Bein-Muskulatur trainieren zu empfehlen. Auch Übergewicht abbauen senkt die Belastungen, die auf die Fußsohle wirken. (fp, vb; aktualisiert am 13. August 2018)