Metallischer Geschmack im Mund – Ursachen und Gegenmaßnahmen

Mann beim Zähneputzen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Ein metallischer Geschmack im Mund hat in der Regel harmlose Ursachen, jedoch kann er aber auch ein Anzeichen für ernste Erkrankungen wie zum Beispiel Vergiftungen oder Allergien sein.


Metallgeschmack im Mund – Die wichtigsten Fakten

  • Wenn es im Mund nach Metall schmeckt, kann dies unterschiedlichste Ursachen haben. Die häufigste ist Blut: Die roten Blutkörperchen enthalten Eisen, was wir schmecken, sobald das Blut in den Mund gelangt.
  • Bei der Ausübung von Hochleistungssportarten kann es mitunter zu leichten Blutungen in den Atemwegen kommen, weswegen Marathonläufer oder Extrembergsteiger oft einen metallischen Geschmack im Mund haben.
  • Weitere Ursachen können die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Metronidazol zur Behandlung von Infektionen oder Krebsmittel wie Vorinostat oder Istodax), Veränderungen des Hormonspiegels, Vergiftungen mit Blei, Zinkoxid oder Quecksilber, aber auch ein zu hoher Anteil an Mineralien wie Eisen, Zink oder Kupfer im Körper sein. Diese Anzeichen sind nicht zu verharmlosen, da ein zu hoch ansteigender Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) beispielsweise zum Tod führen kann.
  • In den ersten Wochen der Schwangerschaft entsteht ein metallischer Geschmack im Mund der Schwangeren, welcher durch den veränderten Hormonspiegel verursacht wird, jedoch ist dieser harmlos.
  • Infektionen im Mundraum führen ebenso zu einem metallischen und mitunter faulig verändertem Geschmack.
Ein metallischer Geschmack im Mund kann viele Ursachen haben. In der Regel sind es rote Blutkörperchen, die der Mensch schmeckt. (Bild: marinafrost/fotolia.com)

Schwangerschaft

Im ersten Drittel der Schwangerschaft klagen viele Frauen über einen Metallgeschmack im Mund. Kein Grund zur Angst: Es handelt sich um eine normale Folge des veränderten Hormonspiegels. Der Geschmack verschwindet in der Regel von selbst.

Infektionen

Infektionen im Mundraum und Mundfäule, besonders durch Pilze und auf der Zunge, stören die Geschmacksnerven. Diesen veränderten Geschmack empfinden manche Menschen als „metallisch“.

Blut und Eisen

Unser Blut besteht unter anderem aus roten Blutkörperchen, welche Eisen beinhalten. Wenn wir Blut schmecken, nehmen wir dies über die Eisenionen über unsere Zunge wahr. Folglich schmecken wir bereits bei sehr leichten Verletzungen und Blutungen im Mundraum, Metall auf der Zunge. Häufig wird ein solcher Metallgeschmack auch durch Zahnfleischbluten verursacht. Auch Nasenbluten, angegriffene Mundschleimhäute oder Blutungen in Magen und Speiseröhre können Auslöser für einen solchen Metallgeschmack sein.

Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis) und des Zahnbettes (Parodontitis) bilden sich durch die Plaque – einen mit Bakterien durchsetzten Belag. Dieser mineralisiert mit Calcium im Speichel zu Zahnstein. Hier siedeln sich verstärkt Bakterien aus der Mundflora an, vermehren und ernähren sich mit anhaftenden Speiseresten. Die Säuren der Bakterien verursachen Karies, der dafür verantwortlich sein kann, dass sich das Zahnfleisch von den Zähnen löst. Als Folge kommt es zu Blutungen und zu Eisengeschmack im Mundraum. Mögliche Ursachen für Zahnfleischbluten können aber auch Skorbut, ausgelöst durch einen Mangel an Vitamin C, oder eine HIV-Infektion sein.

Geschwüre der Mundschleimhaut

Wunde Stellen im Mundraum (Aphten) sind klein und verursachen Schmerzen. Diese Stellen kehren öfter wieder, bluten in der Mitte und verursachen den typischen Eigengeschmack im Mundraum. Die Aphten bilden sich insbesondere auf der Innenseite der Wangen, an den weichen Stellen des Gaumens und des Rachens sowie auf bzw. unter der Zunge.

Infektionen im Mund

Infektionen im Mund, ausgelöst durch Pilze, Viren und Bakterien führen zu Blutungen der Schleimhäute, wobei es sich meist um Erkältungskrankheiten handelt. Die verletzten Schleimhäute bluten, was, verbunden mit Eiter, zu einem fauligen Geschmack nach Eisen führt. Auch Herpesviren und die Candidapilze lösen solche Blutungen aus.

Infektionen von Lunge und Bronchien

Sowohl eine Lungenentzündung, als auch eine Bronchitis führen zu starkem Husten. Zu beachten ist, dass wir beim Husten kleine Teile der verletzten Schleimhäute aushusten. Dabei empfinden wir die Hustenpartikel oft als metallisch, was daran liegt, dass die Schleimhäute bluten.

Sport

Um den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, während wir Sport treiben, wird die Lunge stärker durchblutet. Darum kann die Ausübung von Extremsport durchaus zu Blutungen führen. Je stärker eine Person atmet, desto mehr müssen die Ventile der Lunge arbeiten. Kommt es nun zu extremen Anstrengungen, werden die Atemwege nicht mehr mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Trocknen die Schleimhäute infolgedessen aus, können sich Risse an ihnen bilden und winzige Dosen an Blut gelangen mit der Atmung in den Mund. Jedoch muss dafür nicht zwangsläufig Extremsport betrieben werden, auch harte körperliche Arbeit kann ein möglicher Auslöser sein.

Bei der Ausübung von Sport bzw. Extremsport kommt es mitunter zu Rissen in den Schleimhäuten, so dass Blut über die Atmung in den Mund gelangen und den Metallgeschmack auslösen kann. (Bild: Soloviova Liudmyla/fotolia.com)

Zahnprothesen

Zahnprothesen, Brücken und Implantate können Metallgeschmack auslösen, sofern sie aus Metall sind. Zwar ist der Effekt bei dem für gewöhnlich verwendeten Edelstahl minimal, da dies kaum korrodiert, doch die Einwirkung von Säuren auf die Prothesen kann einen solchen Geschmack begünstigen und auslösen. Da es sich dabei meist um Fruchtsäuren handelt, kommt es mitunter zu Verwunderungen, wenn Leute, die eine Zahnbrücke tragen und in einen Apfel beißen, Metall schmecken.

Gifte

Das Einatmen von toxischen Stoffen kann ebenfalls einen chemisch-metallischen Geschmack herbeiführen, zum Beispiel bei der Arbeit mit Lacken, besonders aber im Kontakt mit Quecksilber. Eine Quecksilbervergiftung macht sich nicht nur durch einen Metallgeschmack im Mund bemerkbar, sondern auch durch begleitenden Husten und angeschwollene Schleimhäute. Eine Bleivergiftung verursacht, neben dem metallischen Geschmack, erhöhten Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Darmkrämpfe und Verstopfungen. In beiden Fällen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wer sich langfristig Zinkoxiden aussetzt, verspürt nicht nur metallischen Geschmack im Mund, sondern bekommt auch starkes Fieber, welches als Zinkfieber bekannt ist.
Auch cholinerg (auf Acetylcholin reagierende) wirksame Pflanzengifte können zu neurologischen Störungen wie einem metallischem Geschmack – ebenso wie Sehstörung und sogar Krämpfen – führen.

Hyperkaliämie

Hierbei handelt es sich um eine eher seltene Erkrankung, bei der sich Elektrolyte verschieben, weil sich zu viel Kalium im Blut befindet. Lebensgefährlich kann dies werden, da der Kaliumspiegel sich auf den Herzrhythmus und die Impulse zwischen Nerven und Muskeln auswirkt.

Ursachen können ein unzureichendes Ausscheiden von Kalium als Folge eines Nierenproblems sein, Medikamente wie ACE-Hemmer, künstlich zugeführtes Kalium oder auch kaliumhaltige Nahrung wie Bananen oder getrocknete Früchte im Übermaß.

Zwar ist ein metallischer Geschmack im Mund ein typisches Symptom, jedoch nicht das einzige. Störungen des Herzrhythmus gehören ebenso zum Krankheitsbild wie „Falschmeldungen“ des Nervensystems, wenn Sie zum Beispiel Hautbrennen verspüren. Gelegentlich treten Lähmungen an Armen und Beinen auf. Ein solches Übermaß an Kalium muss, unabhängig von der Ursache, sofort behandelt werden, da bei weiterem Anstieg lebensgefährliche Folgen drohen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie die Kaliumzufuhr stoppen und ihre Medikation auf die Nahrung und die Hormongabe einstellen.

Hinzu kommt ein Kaliumentzug durch Ionenaustausch, indem Kaliumionen durch Natriumionen ersetzt werden. Eine solche Therapie braucht jedoch ihre Zeit, bis die Wirkung eintritt. Auch Nierenersatzverfahren, wie die Dialyse, kommen in Betracht.

Wann müssen Sie zum Arzt?

Gibt es keine harmlose Erklärung für den Metallgeschmack im Mund, sollten Sie unbedingt umgehend einen Arzt konsultieren, da es sich sowohl bei einer Bleivergiftung, als auch einem zu hohen Kaliumpegel, um sehr ernste Schädigungen handelt. Anders verhält es sich, wenn Sie sich beispielsweise auf die Zunge gebissen haben, im Zuge einer Erkältung husten und das Blut nach Eisen schmeckt. Sollte die Ursache ungeklärt sein und der Geschmack nach einigen Tagen noch immer metallisch sein, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Was tun gegen Metallgeschmack?

Wenn Sie einen durch Zahnbelag ausgelösten unangenehmen Geschmack im Mund verspüren, putzen Sie sich erst einmal die Zähne und spülen Sie dann den Mund mit Salzwasser. Erstens wirkt Salzwasser sehr gut gegen Plaquebakterien, zweitens entfernt es Essensreste, von denen diese sich ernähren und drittens vertreibt es den Metallgeschmack.

Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen, Mandarinen oder Limetten regen den Speichelfluss an, sodass der Metallgeschmack durch den vermehrten Speichel reduziert wird.

Pastillen mit Minzgeschmack oder Lakritze überdecken nicht nur den Metallgeschmack, sie regen den Speichelfluss obendrein an. Durch das Kauen von Nelken oder Kardamom lässt sich der lästige Geschmack ebenfalls vertreiben. Darüber hinaus hat Nelke eine sehr gute entzündungshemmende Wirkung im Mundraum.

Da mangelnde Mundhygiene oftmals die Basis für Zahnfleischbluten, Karies und Zahnbelag ist, wird empfohlen, regelmäßige Mundspülungen anzuwenden und sich mehrmals täglich die Zähne zu putzen. (Bild: photoschmidt/fotolia.com)

Metallgeschmack vorbeugen?

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursachen und Auslöser, gibt es keine allgemein vorbeugenden Maßnahmen, um den Metallgeschmack im Mund zu unterbinden. Es lässt sich, ebenso wie bei einer Erkältung, nicht vermeiden, gelegentlich kleine Mengen Blut im Mund zu haben.

Besonders häufigen Auslösern für diesen Geschmack können Sie aber vorbeugen: Zahnfleischbluten, Karies und Zahnbelag entstehen vor allem durch mangelnde Mundhygiene. Regelmäßige Mundspülungen und mehrmals tägliches Zähneputzen beugt dem vor. (Dr. Utz Anhalt)

Autor:
Dr. phil. Utz Anhalt
Quellen:
  • Pschyrembel Online: Hyperkaliämie, Pschyrembel Online
  • Matthias Bastigkeit, Ruwen Böhm: Giftpflanzen lauern überall – Intoxikationen erkennen und behandeln, Georg Thieme Verlag Stuttgart, (Abruf 26.06.2019), Thieme
  • Robert B. Stein, Stephen B. Hanauer: Comparative Tolerability of Treatments for Inflammatory Bowel Disease, Drug Safety, (Abruf 26.06.2019), Springer
  • JOHN MALATY, IRENE A.C. MALATY: Smell and Taste Disorders in Primary Care, American Family Physician, (Abruf 26.06.2019), AAFP
  • DD Mosel, RL Bauer, DP Lynch, ST Hwang: Oral complications in the treatment of cancer patients, Oral diseases, (Abruf 26.06.2019), Wiley

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.