Hausmittel gegen Dehnungsstreifen

Vergetures
Heilpraxisnet

Nicht nur ältere Frauen, sondern auch Männer und junge Menschen sind von Dehnungsstreifen betroffen. Diese können, wenn erst mal vorhanden, nicht beseitigt werden. Jedoch existieren Hausmittel, die richtig und kontinuierlich angewandt, die Dehnungsstreifen minimieren und den Farbkontrast reduzieren können.

Inhaltsverzeichnis

Wie Dehnungsstreifen entstehen
Massage mit Ölen
Zupfmassage in der Schwangerschaft
Ölmischungen bei Dehnungsstreifen
Öle ohne Zusätze
Kompressen
Bewegung
Wechselduschen
Orangen-, Zitronen-, und Gurkenscheiben
Kartoffelsaft
Peeling
Obstessig
Aloe Vera
Eiweiß
Schüssler Salze
Ernährung
Zusammenfassung

Wie Dehnungsstreifen entstehen

Vor allem Zeiten hormoneller Schwankungen, wie zum Beispiel die Pubertät und Schwangerschaft, beeinflussen die Proteinproduktion der Fibroblasten (zellulärer Hauptbestandteil des Bindegewebes). Dadurch wird die Haut dünner, wobei Streifen entstehen können. Starke Gewichtsschwankungen und schnelles Wachstum können dies zusätzlich beeinflussen. Kortisonbehandlungen und die Einnahme von Hormonen zum Muskelaufbau führen mitunter ebenso zu Dehnungsstreifen. Auch die Veranlagung zur Bindegewebsschwäche wird als Ursache diskutiert. Die Prädilektionsstellen sind Bauch, Beine, Po und Brust.

Vergetures
Dehnungsstreifen treten vor allem am Bauch, an den Beinen, am Po und an der Brust auf. Bild: Drivepix/fotolia.com

Massage mit Ölen

Massagen wird allgemein eine positive Wirkung auf die Durchblutung der Haut und die Elastizität des Bindegewebes zugeschrieben. Durch die gezielte Anwendung von bestimmten Ölen und spezielle Massagetechniken lassen sich die positiven Effekte dabei noch steigern.

Zupfmassage in der Schwangerschaft

Natürliche Hausmittel gegen Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft sind rechtzeitig – am besten schon von Beginn der Schwangerschaft an – einzusetzen. Je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto größer ist die Chance, gar keine oder nur wenig Streifen zu bekommen. In diesem Zusammenhang ist eine tägliche Zupfmassage der Haut zu empfehlen. Ein paar Tropfen gutes Mandel- oder Sesamöl werden aufgetragen und anschließend wird die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen in kurzen Abständen nach oben gezogen, also „gezupft“.

Ölmischungen bei Dehnungsstreifen

Wichtig ist ein tägliches Einreiben mit einer dafür geeigneten Ölmischung. Zum Beispiel werden dem Mandel-, Sesam- oder Kokosöl ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl und Orangen- oder Zitronenöl hinzugefügt. Hier ist unbedingt auf Reinheit zu achten. Für 50 Milliliter Öl sind je fünf Tropfen ätherisches Öl ausreichend. Für das Einmassieren der Öle kann ein Massagehandschuh aus Kunststoff gute Dienste leisten.

Kamille in Verbindung mit Lavendel ist ebenfalls zu empfehlen. Dabei werden gleichermaßen je fünf Tropfen ätherisches Öl mit circa 50 Milliliter Trägeröl vermischt. Diese Mischung kann bei bereits bestehenden Streifen mindestens zweimal täglich verwendet werden.

Ein weiteres Hausmittel gegen Dehnungsstreifen ist Kakaobutter, vermischt mit Olivenöl, Vitamin E-Öl und Bienenwachs. In einem Wasserbad werden 100 Gramm Kakaobutter mit 12 Tropfen Vitamin-E-Öl, einem Teelöffel Olivenöl und einem Teelöffel Bienenwachs erwärmt. Idealerweise wird die Mischung in ein Schraubglas abgefüllt und anschließend im Kühlschrank aufbewahrt. Zur Anwendung wird eine kleine Menge davon leicht erwärmt und zweimal täglich erfolgt damit eine Behandlung der betroffenen Stellen.

Öle ohne Zusätze

Olivenöl ist nicht nur lecker und gesund, sondern kann auch zur Behandlung von den feinen „Rissen“ in der Haut helfen. Ein hochwertiges, kalt gepresstes Olivenöl wird erwärmt und in die Haut einmassiert. Überschüssiges Öl wird entweder mit lauwarmem Wasser abgeduscht oder mit einem Tuch abgenommen.

Rizinusöl ist ein uraltes Hausmittel, früher oral angewandt, um massive Verstopfungen zu lösen. Aber auch bei Pigmentflecken, trockenen Haarspitzen, Altersflecken und defekten Hautarealen kann dieses Öl gute Dienste leisten. Täglich wird leicht angewärmtes Rizinusöl einmassiert, mit einem warmen Handtuch abgedeckt und darüber eine Wärmflasche gelegt. Diese sollte nicht heiß, sondern nur warm sein.

Die Ringelblume ist bekannt aus der Pflanzenheilkunde. Sie heilt Wunden, sowohl äußerlich, als auch innerlich. Ein Teil des Ringelblumenöls wird mit fünf Teilen Weizenkeimöl, das besonders reich an Vitamin E ist, gemischt und zur täglichen Massage verwendet, sowohl präventiv, als auch zur Behandlung bestehender Streifen.

Kompressen

Ein Hausmittel, das unbedingt ausprobiert werden sollte, ist das Auflegen von Kompressen aus Frauenmantelabsud. Dafür wird eine Hand voll Frauenmantelkraut mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Das Ganze sollte circa zehn Minuten ziehen, wird dann abgeseiht und ein Tuch damit getränkt. Diese Kompresse kann zweimal täglich, eine viertel Stunde lang auf die „schwachen“ Stellen aufgebracht werden. Nicht Schwangere können auch einen Absud aus Ackerschachtelhalm verwenden. Dafür werden vier Teelöffel des Krauts mit einem Liter Wasser aufgekocht, noch weitere fünf Minuten ganz leicht weiter geköchelt und danach abgeseiht. Sobald der Absud etwas abgekühlt ist, kann damit eine Kompresse getränkt und anschließen aufgelegt werden.

Bewegung

Bewegung dient zur Kräftigung des Bindegewebes, was Dehnungsstreifen vermeiden kann. Regelmäßiger Sport, am besten sind hier Ausdauersportarten geeignet, kann dem Entstehen von Dehnungsstreifen entgegenwirken, aber auch durch die Festigung des Bindegewebes bei bestehenden Hautläsionen das Hautbild verfeinern. In der Schwangerschaft ist jedoch eine Bewegungsform zu wählen, die an die besonderen Umstände angepasst ist.

Wechselduschen

Wechselduschen, die jedoch in der Schwangerschaft nur für Beine und Po geeignet sind, bilden ein einfaches Hausmittel, das täglich eingesetzt werden kann und noch zusätzlich den Kreislauf kräftigt. Eine anschließende, sanfte Massage mit einem Luffahandschuh unterstützt das Ganze noch zusätzlich.

Orangen-, Zitronen-, und Gurkenscheiben

Für das Abreiben mit Orangen- oder Zitronenscheiben ist nur intakte Haut geeignet. Auch sind unbedingt ungespritzte Früchte zu bevorzugen. Der Saft zieht in die Haut ein und wird anschließend mit klarem Wasser abgespült. Anstatt der Zitrusfrüchte kann auch eine Salatgurke verwendet werden, vor allem dann, wenn die Betroffenen zu empfindlicher Haut neigen.

Kartoffelsaft

Ein etwas ungewöhnliches Hausmittel ist das Behandeln der Haut mit einer aufgeschnittenen Kartoffel. Auch hier sollte der Saft zuerst einwirken und antrocknen, bevor er mit Wasser entfernt werden kann.

Peeling

Ein Peeling, angewandt auf Po und Oberschenkel, durchblutet die Haut und kann auf diese Art und Weise Dehnungsstreifen verhindern beziehungsweise diese minimieren. Dafür wird etwas Zucker mit einem guten Öl vermischt, in kreisenden Bewegungen einmassiert und anschließend mit kühlem, klaren Wasser abgeduscht. Dies kann dreimal pro Woche zur Anwendung kommen.

Obstessig

Obstessig ist ein Allround- Hausmittel. Ein Teelöffel guter Bio- Apfelessig mit einem Glas lauwarmen Wasser vermischt und morgens vor dem Frühstück getrunken, kurbelt den Stoffwechsel an. Äußerlich auf Insektenstiche aufgetupft, lindert dies die Schwellung. Bei Dehnungsstreifen kann Obstessig ebenso hilfreich sein. Ein Esslöffel wird mit einem halben Liter kühlem Wasser vermischt, damit ein Waschlappen getränkt und die Haut im Bereich der Dehnungsstreifen täglich sanft abgerieben.

Aloe Vera

Ein gutes, hochwertiges Aloe Vera Gel wird entweder präventiv oder aber bei schon bestehenden Dehnungsstreifen aufgetragen, einmassiert und – wenn trocken – mit Wasser abgewaschen. Aloe Vera ist ein Hausmittel, das einen großen Einsatzbereich hat, vor allem aber in der Behandlung von verletzter Haut.

Eiweiß

Vielleicht etwas eklig, jedoch hilfreich, ist da Auftragen von frischem Eiweiß. Dieses Hausmittel gegen Dehnungsstreifen enthält viele Aminosäuren, die der Haut gut tun. Ist die klebrige Substanz trocken, wird sie mit Wasser abgespült und die Haut anschließend mit Olivenöl eingerieben.

Schüssler Salze

Schüssler Salze sind eigentlich im Bereich der Naturheilverfahren anzusiedeln, dürfen aber in der Aufzählung der verschiedensten Hausmittel gegen Dehnungsstreifen nicht fehlen. Innerlich helfen die Schüssler Salze Nr. 1 Calcium fluoratum und Nr. 11 Silicea. Äußerlich können die dazu passenden Salben angewandt werden, von denen je ein erbsengroßes Stück auf die Handinnenfläche gegeben wird, diese vermischt und damit die betroffenen Hautstellen ein- bis zweimal täglich eingerieben werden.

Ernährung

Vorbeugend, aber auch zur Minimierung der Dehnungsstreifen ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme in Form von stillem Wasser wichtig. Die Ernährung sollte reich an frischem Obst und Gemüse sein. Vor allem ist auf basische Lebensmittel zuachten, da Übersäuerung auch ein Grund für Dehnungsstreifen sein kann. Basisch ist nahezu Alles, was nicht tierisch ist. Am wichtigsten dabei ist es, Fleisch und Wurst auf ein sehr geringes Maß zu reduzieren. Fisch darf zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Beim Verzehr von Milchprodukten ist darauf zu achten, dass genügend Basisches zum Ausgleich gegessen wird. Basentees sind eine gute Möglichkeit, dem Körper etwas Gutes zu tun. Nur sollten diese Teemischungen nicht ständig, sondern maximal sechs Wochen durchgehend getrunken werden. Danach ist eine Pause nötig, oder aber die Teemischung wird verändert. Kieselsäure ist allgemein wichtig für ein straffes Bindegewebe und vor allem enthalten in Hirse, Kartoffeln, Karotten, Weizen, Zwiebeln und Brennnesseln.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zahlreiche Hausmittel bei Dehnungsstreifen Abhilfe versprechen, doch bei der Anwendung sind Ausdauer und Geduld wichtig. Die Mittel müssen teilweise täglich und regelmäßig und das mindestens einige Monate lang angewendet werden, um einen Erfolg zu erzielen. (sw)

Advertising