Hausmittel: Natürliche Haarpflege

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Um Haare optimal zu pflegen, existieren die vielfältigsten Mittel auf dem Markt. Viele der industriell hergestellten Haarpflegemittel enthalten jedoch Inhaltsstoffe, die nicht gerade „gesund“ sind. Diese Zusatzstoffe schädigen mit der Zeit die Haare eher, anstatt pflegend zu wirken. Gemeint sind damit synthetische Polymere (in Form von Silikonen) sowie Alkohole und Sulfate, welche die Haare ungesund austrocknen können. Hier bieten verschiedene Hausmittel eine schonende Alternative. In den folgenden Zeilen erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Methoden Ihre Haare zuhause pflegen können.


Glanz für stumpfes Haar

Glänzendes Haar ist ein weit verbreitetes Schönheitsideal und gleichzeitig Ausdruck einer guten Vitalität der Haare. Um Erste Hilfe für sprödes und stumpfes Haar zuleisten, kann beispielsweise ein Eigelb verrührt und dann auf die gewaschenen Haare gebracht werden. Diese Haar-Kur sollte nach circa 30 Minuten Einwirkzeit wieder ausgewaschen werden. Mit den anschließend genannten Hausmitteln lassen sich ebenfalls relativ einfach gesund glänzende Haare erreichen.

Ungepflegte Haare versuchen die meisten Menschen zu vermeiden. Die natürliche Haarpflege kann der Haarmähne neuen Glanz verleihen, wodurch das Selbstbewusstsein gestärkt und der Anschein körperlicher Gesundheit erweckt wird. (Bild: stokkete/fotolia.com)

Glanz durch Essig

Eine Spülung mit Essig, angewendet nach dem Haarewaschen, lässt das Haar strahlen. Dafür werden ein halber Liter warmen Wassers mit 100 Milliliter Apfelessig gemischt und das Ganze wird dann als Spülung verwendet. Dies ist übrigens auch ein Hausmittel gegen fettige Haare. Essig wirkt positiv auf den natürlichen pH-Wert der Kopfhaut und befreit die Haare von Haarpflegerückständen. Jedoch Vorsicht bei empfindlicher Kopfhaut – hier ist Essig leider nicht geeignet.

Glanz durch Grünen Tee

Grüner Tee ist mittlerweile als umfassendes Hausmittel gegen vielerlei Beschwerden bekannt. An dieser Stelle wird er allerdings nicht innerlich, sondern als Spülung verwendet. Drei Teebeutel oder drei Teelöffel loser Tee werden mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte eine viertel Stunde lang ziehen. Danach wird er abgeseiht und wenn dieser etwas abgekühlt ist, als Spülung verwendet und nicht mehr ausgewaschen. Der Grüne Tee wirkt als Schutz, verleiht Glanz und gleicht sogar leichte Strukturschäden des Haares aus.

Glanz durch Lindenblütentee

Um Frische und Glanz ins Haar zu bringen, ist eine Spülung mit Lindenblütentee das Richtige. Dafür wird ein Tee aus zwei bis drei Teebeuteln und einem halben Liter kochendem Wasser hergestellt. Nach einer viertel Stunde kann der Tee abgeseiht und anschließend, wenn dieser nur noch lauwarm ist, als Spülung verwendet werden. Lindenblüten haben auf der Kopfhaut eine Wirkung gegen Schuppen und verleihen spröden Haaren mehr Feuchtigkeit.

Glanz durch Zitronensaft

Der Saft einer halben Zitrone wird mit einem Liter Wasser vermischt. Nach dem Haarewaschen werden die Haare damit gespült, was ihnen einen schönen Glanz verleiht. Das Hausmittel sollte jedoch nicht so häufig angewandt werden, da Zitronensaft die Haare leider auch angreifen kann.

Gesunder Glanz durch Mandel- und Arganöl

Sehr haarpflegend wirkt auch Mandel- oder ersatzweise Arganöl, welches sanft von den Haarspitzen bis zu den Ansätzen einmassiert wird. Bei kurzem Haar reicht ein Esslöffel, bei sehr langen Haaren benötigen Sie bis zu drei Esslöffeln. Das Öl kann bis zu einer Stunde im Haar verbleiben und wird anschließend mit einem milden Shampoo oder nur mit Conditioner ausgespült.

Mandelöl enthält neben Linolsäure auch Ölsäure. Diese Stoffe sind befinden sich ebenfalls in unseren körpereigenen Zellwänden. Das Öl wirkt auf unsere Haut beruhigend und schenkt ihr Feuchtigkeit. (Bild: 279photo/fotolia.com)

Spülung mit Bier

Werden die Haare mit Bier gespült so verhilft dies nicht nur zu Glanz, sondern die Haare werden auch mit Nährstoffen und wichtigen Proteinen versorgt. Bier und Wasser werden hierzu im Verhältnis 1 zu 1 vermischt und dann als Spülung verwendet, die Spülung kann in den Haaren bleiben. Der leicht hefige Biergeruch verfliegt im trockenen Haar später. Besonders wirtschaftlich ist eine solche Spülung, wenn sie jeweils vom Vorabend übriggebliebene halbvolle Bierflaschen dafür nutzen können – die Spülung funktioniert mit schalem Bier genau so gut.

Haarmaske mit Schweineschmalz

Sehr seidig werden Haare nach einer Kur mit Schweineschmalz, welche am besten über Nacht in den Haaren einwirkt. Dazu nehmen sie Schweinefett portionsweise (etwa einen Teelöffel) in Ihre Hände auf und verreiben dieses wie Sonnencreme. Anschließend wird das Fett sanft in die Spitzen und Längen der Haare einmassiert. Nach mehrstündiger Einwirkzeit können Sie das Schmalz gründlich mit Conditioner auswaschen, nach Bedarf auch mit einem Shampoo. Die Triglyceride im Schweineschmalz sind dem menschlichen Sebum sehr ähnlich und pflegen die Haare optimal bis in die Spitzen.

Haarmaske mit Hefe

Schon unsere Großmütter pflegten ihre Mähne mit Hefe. Diese enthält besonders viele Vitamine, Mineralien und Aminosäuren. Für die Haarkur werden ein Stück Frischhefe oder zwei Packungen Trockenhefe in ein kleines Glas lauwarmes Wasser oder Milch eingerührt. Diese Mischung nun 30 Minuten stehenlassen und anschließend in Kopfhaut und Haare einmassieren. Nach einer Stunde Wirkzeit wird diese Kur dann mit einem milden Shampoo wieder ausgespült.

Volumen und Glanz

Ein Esslöffel Olivenöl, ein Teelöffel Zitronensaft, ein Eigelb und ein Schnapsglas voll Bier werden miteinander vermischt. Anschließend wird diese Mischung ins feuchte, gewaschene Haar als Haarkur einmassiert und nach einer viertel Stunde mit reichlich lauwarmem Wasser ausgewaschen.

Farbreflexe für blondes Haar – Kamille

Es ist bekannt, dass Kamille eine beruhigende Wirkung auf Haut und Muskulatur hat. Weiterhin wirkt sie entzündungs- und bakterienhemmend. Wussten sie auch, dass Kamille eine sanft bleichende Wirkung hat? Die römische Kamille hellt dabei stärker auf als die echte Kamille. Für eine Spülung kochen Sie sich einen Kamillentee, auf den pro halben Liter Wasser drei Teebeutel oder Teelöffel der Blüten kommen. Die damit angefeuchteten Haare werden nicht mehr durchspült sondern so getrocknet.

Die Kamille besitzt neben ihren haarpflegenden Eigenschaften auch viele weitere Vorteile. (Bild: Wallner-Studio/fotolia.com)

Schutz für gefärbte oder getönte Haare

Um getönte oder gefärbte Haare zu schützen, ist als Hausmittel die Avocado zu empfehlen. Deren Fruchtfleisch wird gründlich zerdrückt und mit circa 100 Millilitern Sahne vermischt. Diese Haarmaske wird nach dem Waschen aufgebracht und nach zwanzig Minuten Einwirkzeit wieder ausgewaschen. Neben vielzähligen enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen wirkt das Fett der Avocado äußerst pflegend.

Brennesseltee und Brennesselessenz

Die Brennnessel stärkt die Kopfhaut und sorgt zusätzlich für glänzendes Haar. Ein starker Brennesseltee wird hierfür ins feuchte Haar und vor allem in die Kopfhaut einmassiert. Die Spülung verbleibt anschließend im Haar. Eine andere Variante ist eine Essenz beziehungsweise ein selbst hergestelltes Haarwasser aus Brennesseln:

Rezept für Brennessel-Haarwasser

  • Häckseln sie 100g frische Brennesseln (Nur Blätter)/li>
  • Geben Sie 100ml Apfelessig zu den Brennnesseln
  • Nun mit einem halben Liter Wasser in einen Topf geben
  • Auf niedriger Temperatur 40min lang köcheln lassen
  • Dieses Haarwasser nun 3x wöchentlich in die Kopfhaut massieren

Teebaumöl

Teebaumöl wirkt fettigem Haar und Schuppen entgegen und beruhigt die gereizte Kopfhaut. Das ätherische Öl sollte dabei jedoch niemals pur angewandt werden, die Hopfhaut könnte zu sehr gereizt werden. Sie können das Teebaumöl beispielsweise tropfenweise dem Shampoo zumischen. Eine weitere Möglichkeit ist folgendes Rezept: 350 Milliliter Wasser, drei Tropfen Teebaumöl und zwei Esslöffel Apfelessig werden miteinander vermengt und das Ganze wird ins Haar und in die Kopfhaut einmassiert. Die Spülung kann dann im Haar verbleiben.

Pflege kaputter Haare

Splissige, brüchige Haare bedürfen einer ganz besonderen Pflege. Von der täglichen Wäsche ist unbedingt abzusehen. Auf Föhnen, Lockenstab oder Glätteisen wird am besten verzichtet. Für das Kämmen werden Naturborsten empfohlen. Einmal pro Woche sollte das Haar mit einer Haarkur gepflegt werden. Eine ganz einfache Kur, hergestellt aus Lebensmitteln, die nahezu jede/r im Hause hat, ist Folgende: Aus einem Eigelb, einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel Olivenöl wird eine cremige Masse hergestellt. Diese wird nach dem Waschen ins Haar gebracht. Ein angewärmtes Handtuch um den Kopf legen, das verstärkt die Wirkung. Die Einwirkzeit dieser Maske beträgt eine Stunde. Danach ist die Kur mit reichlich Wasser auszuspülen.

Ein gutes Hausmittel gegen brüchige Spitzen ist zudem Olivenöl. Einige Tropfen davon werden nach dem Waschen in die Spitzen einmassiert. Das Öl kann in den Haaren bleiben. Haarmasken mit Kokosöl sind ebenso recht hilfreich, um das Haar wieder gesund zu machen. Ebenso gut geeignet dazu sind Argan- oder Avocadoöl.

Pflege bei Schuppen

Es gibt verschiedene Ursachen für juckende Kopfhaut. Oft kommt der Juckreiz in Verbindung mit Schuppen. Glücklicherweise gibt es einfach anzuwendende Hausmittel gegen Schuppen , die sowohl bei trockene als auch fettigen Schuppen wirken. Thymiantee, etwas abgekühlt und in die Kopfhaut einmassiert, verhindert beispielsweise die Schuppenbildung. Auch die oben genannte Brennesselessenz kann bei Schuppenbildung hilfreich sein und nach jeder Haarwäsche angewendet werden. Gemahlene Bockshornkleesamen in Pulverform mit Wasser (teelöffelweise) vermischen, bei leicht flüssiger Konsistenz mehrere Stunden aufquellen lassen (ebenso können sie die Samen im Ganzen quellen lassen), um sie am nächsten Tag zu mörsern. Nun diese Paste in die Kopfhaut einmassieren und eine Stunde wirken lassen, anschließend ausspülen.

Kapuzinerkresse wirkt antientzündlich und kann so dem Entstehen von Schuppen entgegenwirken. Eine Handvoll davon wird mit einem halben Liter Wasser zum Kochen gebracht und sollte dann circa 15 Minuten leise köcheln. Anschließend werden die Kräuter entfernt und mit dem verbliebenen Kresse-Wasser werden die gewaschenen Haare gespült.

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) sieht nicht nur ansehlich aus, sie ist durch die enthaltenen Senföle auch bei Harnwegs- und Atemwegsinfektionen sehr hilfreich. Kresse-Wasser wirk zudem gegen Schuppen. (Bild: shiro2mashiro/fotolia.com)

Pflege für fettige Haare

Heilerde ist ein Hausmittel, das in jeden Haushalt gehört, weil dies so vielseitig einsetzbar ist, so auch für die Pflege von fettigem Haar. Aus Heilerde und lauwarmem Wasser wird ein Brei angerührt, dieser dann auf der Kopfhaut verteilt und nach zwanzig Minuten wieder ausgewaschen. Heilerde kann dem Haar das Fett entziehen. Einmal pro Woche kann diese Kur angewandt werden. Haben Sie gerade keine Heilerde zur Hand, so helfen auch einige andere Hausmittel gegen fettige Haare.

Pflege für trockene Haare

Für trockene Haare ist eine Maske mit Öl das Mittel der Wahl. Angewärmtes Sesam- oder Olivenöl wird in das frisch gewaschene, handtuchtrockene Haar eingebracht. Darüber kommt ein angewärmtes Handtuch und das Öl verbleibt dort mindestens eine Stunde, eventuell sogar über Nacht. Danach wird ein sanftes Shampoo in die Haare einmassiert und dann mit Wasser ausgespült.

Tipps für eine gesunde Kopfhaut

Für die Pflege der Kopfhaut muss nicht gleich zu fertigen Produkten gegriffen werden. Mit einigen Hausmitteln – richtig und regelmäßig angewandt – kann die Kopfhaut gut gepflegt werden. Die oben schon genannte Kamillespülung eignet sich auch gut als Tinktur für die Kopfhaut, wenn diese bereits durch Juckreiz und Hautrötungen strapaziert ist. Der Kamillentee kann hierzu noch stärker konzentriert werden, zwei Beutel auf eine kleine Tasse reichen aus.

Haarmaske bei entzündeter Kopfhaut

Leiden Sie beispielsweise durch Neurodermitis bereits an schmerzhafter und entzündeter Kopfhaut, so könnte eine heilende Haarkur mit Quittensamen helfen. Nehmen Sie drei Teelöffel der Samen, und zerdrücken oder zermörsern Sie diese leicht. Zusammen mit einem halben Liter Wasser bei möglichst geringer Hitze köcheln, bis die Flüssigkeit gelatineähnlich wird.

Damit die Haare schneller wachsen

Einige Hausmittel können sogar das Haarwachstum anregen. Zusätzlich ist natürlich an eine gesunde Ernährung zu denken. Besonders wichtig für Haare und Nägel sind die Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A und B sowie Zink und Kieselerde beziehungsweise Kieselsäure.(Silicate). Von innen heraus hilft die Einnahme eines Kieselsäuregels. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf das Haarwachstum aus, sondern auch auf die Haardicke. Ein natürlicher Lieferant für Kieselsäure ist Tee aus Ackerschachtelhalm, welcher nicht nur die Haare stärkt sondern ebenso Ihr Bindegewebe, die Haut und die Sehnen.

Sie sollten ebenso sicherstellen, dass Sie nicht an einem Biotinmangel leiden. Ein natürliches Nahrungsmittel für diese wichtigen Vitamine und Mineralstoffe ist die Bierhefe, welche Sie einfach täglich in Kapselform aufnehmen können. Auch Eisen ist wichtig und verhindert vorzeitigen Haarausfall.

Der Ackerschachtelhalm wächst bevorzugt auf verdichteten und feuchten Böden. Neben der positiven Wirkung für unsere Haare, Haut und Knorpel wirkt er auch gegen Entzündungen und bei Harnwegserkrankungen. (Bild: emer/fotolia.com)

Eine entspannende Kopfmassage, regelmäßig durchgeführt, regt die Durchblutung und somit auch das Haarwachstum an. Diese kann bei jedem Waschen kraftvoll durchgeführt werden. Ein kurzes Abbrausen des Kopfes mit kaltem Wasser unterstützt das Ganze zusätzlich. Auch Methylsulfonylmethan (MSM) kurbelt das Haarwachstum an und reduziert Haarausfall.

Allgemeine Pflegetipps

Bei dem Kauf von Haarpflegeprodukten sollten die Inhaltsstoffe genau unter die Lupe genommen werden. Achten Sie auf aggressive Sulfate, Silikone, Parabene, PEGs (Polyethylenglykole), Alkohole und Duftstoffe. Dies erfordert zwar Zeit beim Einkauf, zahlt sich jedoch aus. Die genannten Stoffe sind nicht gerade gesundheitsfördernd und pflegen die Haare nicht.

Tönen, Färben und Dauerwellbehandlungen schaden dem Haar. Auch sollte das Haar vorzugsweise an der Luft getrocknet und nicht geföhnt werden. Lockenstäbe und Glätteisen sind ebenso nicht für den täglichen Gebrauch zu empfehlen. Um die Haare zu schonen, sollten diese niemals mit zu heißem, sondern immer mit lauwarmem Wasser gewaschen werden. Danach werden die Haare nicht gerubbelt, sondern nur sanft abgetupft. Wer gerne einen Zopf trägt sollte auf breite, weiche Haargummis achten, die keine Metallverbindung enthalten, um das Abbrechen der Haare zu vermeiden.

Richtige Ernährung

Allein äußerliche Pflege hilft nicht, um gesunde und schöne Haare zu bekommen. Hier sollten Sie unbedingt auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Dazu gehören frisches Obst, saisonales Gemüse, wenig Fleisch und Wurst und ausreichend Flüssigkeit, in Form von Mineralwasser. Nur mit ausreichend gesunden Fetten wie Nüssen oder Pflanzenölen im Speiseplan können auch Ihre Haare glänzen, lange Low-Fat-Diäten schaden der Haarqualität. (sw, dp; aktualisiert am 27.06.2018)