Beschwerden beim Wasserlassen

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Beschwerden beim Wasserlassen (Harnentleerungsstörungen) – Schmerzen beim Urinieren
Bei verschiedenen Erkrankungen können Symptome auftreten, welche die Harnentleerung in Häufigkeit und Qualität betreffen. Beschwerden beim Wasserlassen können einzeln und in Kombination auftreten, mit oder ohne Schmerzen vorkommen und neben den Harnorganen auch durch Funktionsstörungen anderer Organe oder Organsysteme bedingt sein.

Schmerzen beim Wasserlassen
Eine erschwerte, verzögerte Harnentleerung, die sich meist schmerzhaft und entwickelt, wird Dysurie genannt. Treten Schmerzen und Brennen isoliert auf, spricht man von Algurie, kommt ein nicht zu unterdrückender Harnzwang hinzu, wird das Symptom als Strangurie bezeichnet. Wenn die Normalmenge Urin sich innerhalb eines Tages bei häufigem Harndrang nur in kleinen Portionen („tropfenweise“) ausscheiden lässt, liegt eine Pollakisurie vor. Kommen zum andauernden Harndrang starke krampfartige Schmerzen oberhalb des Schambeins, kann es sich um Blasentenesmen handeln. Die genannten Symptome kommen auch bei der Reizblase vor, die im Labor meist durch fehlende Krankheitszeichen zu erkennen ist.

Prostataerkrankungen können für Blut im Urin verantwortlich sein.
Prostataerkrankungen können Beschwerden beim Wasserlassen bedingen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Mögliche Ursachen für schmerzhaftes Wasserlassen
Die Symptome kommen in der Regel kombiniert vor und bedürfen einer medizinischen Abklärung. Am häufigsten entstehen sie aufgrund von Entzündungsprozessen, mit denen der Körper versucht, sich von in die unteren Harnwege eingedrungenen Keime, Steinen oder Fremdkörpern zu befreien. Dazu gehören Blasenentzündung , Harnröhrenentzündung, Harnleiterentzündung, Nierenbeckenentzündung oder Blasensteine. Zusätzlicher Ausfluss bei Männern, evtol. Mit Stuhldrang und Fieber, lassen auf eine Prostataentzündung schließen. Immer sollte ein Karzinom der unteren Harnwege und der Prostata in Betracht gezogen werden.

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Schmerzloser Harndrang und seine Ursachen
Wird auffallend viel getrunken, wobei starker Durst sowie häufiger Drang zum lassen großer Urinmengen (Polyurie) besteht, können Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diabetes insipidus (, Alkoholabusus oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyrose) ursächlich sein.

Häufiger Harndrang mit Abgang nur kleiner Urinmengen (Oligurie), evtl. sogar als Harnträufeln, kann Zeichen einer Harninkontinenz, einer vergrößerten Prostata (Prostataadenom), von Geschwülsten von Harnröhre oder Blase. Bei akutem oder fortschreitendem Nierenversagen kann die Urinproduktion auch völlig ausbleiben (Anurie). Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Notfall!

Nächtlich vermehrtes Wasserlassen
Der Drang zu häufigem nächtlichen Wasserlassen heißt auch Nykturie und zeigt sich bei Gesunden nach übermäßiger Flüssigkeitszufuhr in den Abendstunden, insbesondere von Alkoholika oder sind durch die Einnahme von Diuretika (harntreibende Medikamente), z.B. Brennessel- oder Birkentee, aber auch einem Asthmamedikament (Theophyllin).

Weitere Ursachen für Nykturie
Der häufigste Grund für nächtlich vermehrtes Wasserlassen in Kombination mit beidseitigen Beinschwellungen (Ödeme), die sich über Nacht verringern, ist eine Herzinsuffizienz. Fällt die Nykturie mit starkem Durstgefühl und übermäßiger Flüssigkeitszufuhr zusammen, ist an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diabetes Insipidus (meist hormonell bedingte Nierenfunktionsstörung) oder Alkoholmissbrauch zu denken. Bei der Reizblase besteht ein sehr häufiger Harndrang, der insbesondere in Ruhe vor dem Einschlafen auftritt, aber auch bei nächtlichem Erwachen. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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