Gehschwierigkeiten

Probleme beim Gehen

Gehschwierigkeiten
Ein Problem, vor allem bei Menschen im fortgeschrittenen Alter, ist unsicheres Gehen. Gehschwierigkeiten betreffen vor allem die Gesundheit im Alter. Wenn das Aufstehen und Fortbewegen zum Problem wird, werden Menschen massiv in ihrem sozialen Leben eingeschränkt. Die Erkrankung wird in Fachkreisen als Subkortikale Arteriosklerotische Enzephalopathie bezeichnet.

Synonyme

Disabled walking, difficulty walking, Gangkoordinationsstörung, Gangbeschwerden, Schwierigkeiten beim Gehen, Unsicheres Gehen.

Symptome und Beschwerden bei Gehschwierigkeiten

Fragt man Betroffene, so geben viele an, dass das Problem für sie in den Waden liegt. Sie empfinden ein strumpfartiges Gefühl in den Waden und/oder Taubheit bis in die Füße und haben das Gefühl, dass das für eine Unsicherheit durch mangelnde Kontrolle der Waden und Füsse sorgt. Neurologisch sollte eine Polyneuropathie und vom Phlebologen eine Venenproblematik ausgeschlossen werden. Teilweise treten diese Symptome im Anschluss an Behandlungen mit Zinkleim- Verbänden oder Stützschuhe nach Bänderrissen auf. Hier kann nur vermutet werden, dass es durch das enge Anlegen des Verbandes zu einer Nervenkompression kommt.

Teilweise geben Betroffene auch an, keine Kraft oder mangelnde Koordinationsfähigkeit in den Oberschenkeln oder im unteren Rücken zu haben. Nach dem Konzept des Fasziendistorsionsmodells (FDM) von dem us-amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziner Stephen Typaldos D.O., handelt es sich bei der Taubheit in den Waden oftmals um Zylinderdistorsionen. Dies sind Verdrehungen der oberflächlichen Faszien, die wieder in die richtige Form gebracht werden.

Mögliche Ursachen von Gehschwierigkeiten

Die Taubheit von den Waden bis in die Füße wird meist als Nervenkompression diagnostiziert, aber die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit bringt teilweise keine Befunde. Die Problematik der Füße gilt als Tarsaltunnelsyndrom. Hier bei handelt es sich um eine Kompression des N. Tibialis, der am Innenknöchel verläuft. Es gibt eindeutige Faktoren für die Entstehung, wie Zustand nach Knochenbrüchen, Sehnenentzündungen im betroffenen Bereich, Störungen in der arteriellen Versorgung des Unterschenkels und somit auch des Nerven, etc.

Auch Beschwerden in der Lendenwirbelsäule können die Gehfähigkeit stark einschränken. Die versorgenden Nerven der Beine und Füße entstammen der Lendenwirbelsäule und können bei sehr starker Kompression ihre Funktion nicht voll erfüllen und so die motorische Gehbewegung hemmen. Deshalb ist es oftmals wichtig, neben den Beinen auch den Rücken und die allgemeine Statik und Benutzung des Körpers in Diagnose und Behandlung einzubeziehen, wie dies in der Osteopathie und beim Rolfing geschieht. Deshalb ist es auch wichtig, in der Untersuchung bei den Betroffenen nach Vorerkrankungen wie Wirbelgleiten oder Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen oder Gesäßschmerzen zu fragen.

Häufig handelt es sich um Probleme, die nicht unmittelbar mit den mechanisch belasteten Körperteilen, den Beinen und dem Becken, zu tun haben, sondern mit den Sinnesorganen. So nimmt man an, dass allgemeine altersbedingte Ablagerungen in den Gefäßen besonders im Gehirn zu einer Minderdurchblutung und verminderten Funktion (Koordination) bei Bewegung führen. Dies kann natürlich auch durch andere Prozesse im Gehirn geschehen, wie erhöhtem Hirndruck durch schlechten Abfluss von Gehirnflüssigkeit (Liquor), einem Schlaganfall, der Parkinson- Krankheit, Multiple Sklerose, etc. Aber auch eine Trübung der Augenlinse (Grauer Star) kann starke zunehmende Unsicherheiten bei der Fortbewegung verursachen.

Aber auch der Morbus Parkinson und die Multiple Sklerose können Gehschwierigkeiten auslösen. Im Falle von Gehschwierigkeiten ist es also ganz wichtig, mit den Betroffenen zusammen den Grund der Beschwerden zu ergründen, um dann weiter zu diagnostizieren oder die richtige Behandlung zu wählen, damit das soziale Leben wieder in vollem Umfang wahrgenommen und genossen werden kann. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 22.11.2009)