Steifer Rücken – Ursachen und Symptome

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Was tun bei Steifheit im Rücken?

Viele Menschen klagen über eine Steifheit im unteren Rücken beziehungsweise über einen steifen Rücken, besonders morgens nach dem Aufstehen und nach längerem Sitzen oder Stehen. Wenn sich Betroffene dann bewegen, wird es meistens etwas besser. Insbesondere nach Ruhephasen oder nach langem Stehen kann die Steifheit den Betroffenen schwer zu schaffen machen. Die Unbeweglichkeit wird häufig von tief sitzenden Schmerzen im unteren Rücken begleitet. Im Folgenden werden das Beschwerdebild und die möglichen Ursachen genauer erläutert.


Steifer Rücken – ein kurzer Überblick

Hier ein kurzer Überblick über das Beschwerdebild eines steifen Rückens und mögliche Therapieansätze zur Behebung:

  • Synonyme: Stiff back, Tektonische Fixation im unteren Rücken, chronische Triggerbänder im unteren Rücken, Hartspann der thorakolumbalen Faszie, fester Rücken, Steifheit im Rücken.
  • Symptome: Steifheit im Rücken nach Ruhephasen, nach langem Stehen oder nach einer vorgebeugten Haltung, Bewegungseinschränkungen, Schmerzen im unteren Rücken, Ischiasschmerzen.
  • Mögliche Ursachen: Starke Verspannungen im Hüftbeugemuskel, Nervenreizung, Haltungsfehler, krummer Rücken, einseitige Belastungen, Überlastung, Adipositas, Nerv eingeklemmt, Bandscheibenvorfall, Neuralgie, Tumore, Morbus Bechterew, Osteoporose.
  • Therapieoptionen: Krankengymnastik, Massagen, Schmerzmittel, in seltenen Fällen Operationen.
  • Naturheilkunde: Wärmetherapie, Akupunktur, Stressabbau, Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss.
Monotone Belastungen und Fehlhaltungen können einen steifen Rücken bedingen. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Symptome und Beschwerden bei Steifem Rücken

Patienten klagen häufig über einen steifen Rücken, wenn sie sich längere Zeit nach vorne gebeugt haben. Dann sind sie vorübergehend steif im Rücken, was sich nach einiger Zeit mit und durch Bewegung wieder bessert. Zusätzlich bereitet langes Stehen Probleme und der Rücken ermüdet schnell. Das Beugen nach vorne fällt den meisten Menschen mit diesen Beschwerden zuerst schwer und wird mit zunehmender Bewegung besser. Generell ist Bewegung für die Betroffenen besser und nach Ruhephasen muss der Rücken „erst in Gang kommen“. Teilweise klagen einige auch über Kreuzschmerzen in Verbindung mit der Steifheit.

Haltungsfehler und einseitige Belastungen

Haltungsfehler und einseitige Belastungen sind häufige Ursachen, die Steifheit und Rückenschmerzen auslösen können. Viele moderne Berufe werden in sitzender Haltung ausgeübt und legen so den Grundstein für Haltungsschäden. Ebenso kann das regelmäßige Tragen von schweren Lasten zu Rückenleiden führen. Ein eingeklemmter Nerv oder sogar ein Bandscheibenvorfall sind mögliche Folgen. Richtiges Heben und Tragen von Lasten kann solche Schäden vermeiden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, Lasten nicht mit gekrümmten Rücken oder nach vorne gebeugtem Oberkörper anzuheben. Stattdessen:

  1. Nah an die Last herantreten.
  2. Mit leicht gespreizten Beinen in die Hocke gehen.
  3. Die Last mit beiden Händen greifen.
  4. Den Rücken gerade halten und Rücken- und Bauchmuskulatur anspannen.
  5. Die Last gleichmäßig ohne ruckartige Bewegungen anheben.
  6. Das Gewicht möglichst nah an der Körpermitte in der nähe des Beckens halten.
  7. Beim Anheben langsam ausatmen.
  8. Beim Absetzen der Last umgekehrt verfahren.
Das richtige Heben und Tragen von Lasten kann Rückenschäden verhindern. (Bild: heilpraxis.de/elenabsl/fotolia.com)

Allgemeine Ursachen für einen steifen Rücken

In der Praxis lässt sich bei den Betroffenen häufig eine starke Spannung im Hüftbeugemuskel (M. Iliopsoas) feststellen. Denkbar ist, dass eine „innere Spannung“ vorherrscht, die auch psychischer Natur sein kann. Die ständige Spannung an der Innenseite der Wirbelsäule durch den Hüftbeuger kann zu einer Gegenspannung der äußeren Gegenspieler (Rückenmuskeln), zu einer Reizung der nah am Hüftbeuger austretenden Nerven und einem Stau in dem Gebiet führen, was die Beschwerden auslösen könnte. Deswegen ist es wichtig, neben dem von der Steifheit betroffenen Areal des unteren Rückens auch die Verbindungen zu anderen Strukturen und Funktionen mit einzubeziehen.

Ab wann sollte man mit einem steifen Rücken zum Arzt?

Jeder Mensch kann sich mal verheben oder sich einseitig belasten. Wenn die Symptomatik nach ein paar Tagen wieder verschwindet und gängige Hausmittel bei Rückenschmerzen wie ein Muskelentspannungsbad, Wärmewickel oder ein Spaziergang gut anschlagen, ist kein Grund zur Besorgnis gegeben. Im akuten Fall kann eine Stufenlagerung der Beine helfen, um Schmerzen zu lindern. Dabei werden die Beine ungefähr in einem rechten Winkel erhöht abgelegt, während der Rücken flach aufliegt. Sollten sich die Symptome allerdings verschlimmern oder längere Zeit anhalten, sollte der Hausarzt aufgesucht werden, der bei Bedarf eine Überweisung zu einem Orthopäden, Neurologen oder Röntgenarzt ausstellt.






Therapieoptionen

Bei Rückenschmerzen kommt oft die Physiotherapie zum Einsatz. Hier werden durch gezielte Übungen die Rückenmuskeln gestärkt und Muskelverkürzungen durch Dehnübungen aufgehoben. Außerdem sollen Betroffene auch zum regelmäßigem Sport motiviert werden, damit die Muskeln dauerhaft gestärkt bleiben. Neben der Krankengymnastik werden gegebenenfalls Schmerzmittel eingesetzt, um Schonhaltungen entgegenzuwirken. Des Weiteren kommen Massagen in Frage, um das Leiden zu mildern. In selten Fällen müssen Operationen durchgeführt werden, wenn beispielsweise ein Tumor oder starke Bandscheibenschäden die Ursache der Rückensteifheit sind.

Naturheilkunde bei Rückenschmerzen

Zur äußeren Anwendung eignen sich Umschläge mit Tinkturen und Ölen aus Aconitum (Eisenhut), Johanniskraut oder Schwedenbitter sowie Salben, die Wirkstoffe aus Bienengift oder Cayennepfeffer enthalten. Auch Extrakte von Brennnesseln und Teufelskralle haben sich in diesem Bereich bewährt. Ebenso ist hier Weidenrinde zu nennen, die bereits in der indianischen Medizin zum Einsatz kam. Auch die Akupunktur zeigt bei vielen Betroffenen gute Wirkung.

Liegt den Beschwerden eine Schädigung der Wirbelsäule oder der Bandscheiben zugrunde, kann die Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss helfen. Unterstützend kann auch die Homöopathie eingesetzt werden. Hierbei werden des öfteren die Mittel Nux Vomica, Aconitum Napellus und Ruta graveolens eingesetzt. Eine heilende Wirkung bei Rückensteifheit zeigen außerdem:

Vorbeugende Maßnahmen

Durch gezielte vorbeugende Maßnahmen lässt sich dieses Rückenleiden in vielen Fällen verhindern. Insbesondere durch geeignete regelmäßige sportliche Betätigung kann ein Großteil dieser Symptomatik behoben werden. Dabei ist Überlastung des Rückens möglichst zu meiden. Stattdessen ist ein gezieltes Training der Rückenmuskulatur mitsamt ihren Gegenspielern zu empfehlen. Um monotonen Belastungen der Büroarbeit entgegenzuwirken, empfehlen sich kurze Unterbrechungen der Arbeitszeit, in denen Rückenschmerzen Übungen ausgeführt werden. Auch Übergewicht kann zu Rückensteifheit führen. Ein Gewichtsverlust kann demnach zur Linderung beitragen. Selbst bei stärkeren Schmerzen ist von einem längeren Aufenthalt im Bett abzuraten, da sich infolge langer Ruhephasen die Beschwerden oft noch verstärken.

Richtiges Sitzen mit regelmäßigen Haltungswechseln, schonendes Heben und Tragen von Lasten, eine trainierte Muskulatur und entsprechende Ruhephasen können Rückenleiden vermeiden. (Bild: heilpraxis.de/Trueffelpix/fotolia.com)

Einfluss der Psyche

Kann die Ursache für den steifen Rücken nicht gefunden werden und zeigen sich bei der Therapie keine Erfolge, kann es sich um psychosomatisch bedingte Rückenschmerzen handeln. Hier bietet sich eine psychotherapeutische Behandlung an, die spezielle Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation zur Reduzierung von Stress beinhalten kann. Mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie kann gegen die ursächlichen psychischen Belastungen angegangen werden. (tf, vb, aktualsisiert 25. Juni 2018)