Rippenblockade – Symptome, Ursachen und Behandlung

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Rippenblockaden: Was kann helfen?

Rippenblockaden können für Betroffene eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit sein. Außerdem beeinträchtigen Sie natürliche Bewegungsabläufe enorm und erschweren so den Alltag. Dabei kann es deutlich leichter zu einer Blockade der Rippen kommen, als es zunächst den Anschein hat. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen und Personen, die eine ungesunde Körperhaltung an den Tag legen. Erfahren Sie hier, weshalb.


Rippenblockade – Was ist das?

Unsere Rippen (Costae) dienen nicht nur als Schutz für die im Brustbereich gelegenen Organe Herz und Lunge, sondern sind auch für die aufrechte Körperhaltung unerlässlich. Sie wird von den Rippen durch deren besondere Anordnung ideal unterstützt. Ohne das Rippengerüst besäße der Mensch nämlich keinen ausreichend stützenden Knochenabschnitt, welcher den Oberkörper in seiner aufrechten Position hält. Darüber hinaus sind die Rippen auch an der Atmung beteiligt, denn sie ermöglichen es dem Brustkorb (Thorax), sich während des Atemvorgangs zu heben und zu senken, wodurch sich die Lungenflügel beim Einatmen ausreichend ausdehnen und im Anschluss beim Ausatmen wieder zusammenziehen können.

Das Beschwerdebild bei einer Rippenblockade kann äußerst breit gefächert sein und nicht selten erinnert die Symptomatik an einen Herzinfarkt, was bei Betroffenen erhebliche Panik verursachen kann. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Insgesamt besitzt der Mensch 12 Rippenpaare und damit 24 Einzelrippen, die sich von der Brustwirbelsäule im Rückenbereich aus in Richtung Körpervorderseite erstrecken. Über knorpelige Verbindungsstücke unterschiedlicher Größe sind die Rippen mit dem Brustbein (Sternum) verbunden und bilden mit ihm gemeinsam den Brustkorb, dem die gekrümmten Rippenknochen seine typische Form verleihen. Als sternale, beziehungsweise echte Rippen (Costae verae) werden dabei die Rippenpaare 1 bis 7 bezeichnet, da sich zwischen ihnen und dem Brustkorb nur relativ kleine Rippenknorpel befinden. Die Rippen sind in diesem Bereich also nahezu direkt mit dem Brustbein verbunden, beziehungsweise gehen fast nahtlos in dieses über.

Die Rippenpaare 8 bis 13 hingegen werden auch als asternale oder unechte Rippen (Costae spuriae) bezeichnet, weil sie nicht direkt an den Brustkorb anschließen, sondern entweder frei in der Oberkörpermuskulatur enden – im Falle der Rippenpaare 11 und 12 – oder wie die Rippenpaare 8 bis 10 mit dem sogenannten Rippenbogen (Arcus costalis) verwachsen sind. Letzterer beschreibt einen verhältnismäßig großen Knorpelkomplex im unteren Bereich des Brustkorbs und bildet das rippenförmige Endstück zu den nur teilweise ausdefinierten, unteren Rippen.

Durch gelenkige Verbindungen ist jede einzelne Rippe an den Brustwirbelkörpern der Wirbelsäule verankert. Diese Kleinstgelenke ermöglichen sowohl einen hohen Grad an Stabilität für die Körperhaltung, als auch ein gewisses Maß an Bewegungsspielraum, der für die Atmung und für Dreh- bzw. Beugebewegungen des Oberkörpers notwendig ist. Die Rippen sind dank ihrer auch als Rippen-Wirbel-Gelenke (Articulatio costovertebralis) bekannten Gelenkverbindungen also nicht steif, sondern in einem gewissen Rahmen flexibel angeordnet.

Nun sind die Rippen-Wirbel-Gelenke, wie alle anderen Gelenke auch, leider anfällig für unvorhergesehene Positionsveränderungen, sogenannte Dislokationen. Hierbei kommt es zu einer Verschiebung der Gelenkflächen, was in Folge eine Rippenblockade auslösen kann. Die Blockade führt in aller Regel zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und kann, je nach Lage, auch bestimmte Organfunktionen, wie etwa den Atemvorgang der Lungen beeinträchtigen. Trotz des äußerst unangenehmen Beschwerdebildes kann jedoch Entwarnung gegeben werden, denn oftmals ist für die Blockade nur eine unglückliche Verdrehung des Oberkörpers oder eine zu ruckartige Bewegung verantwortlich. Auch stellt eine Rippenblockade für sich genommen zumeist keinen Notfall dar und deblockiert sich in vielen Fällen von alleine wieder. Nichtsdestotrotz kann die Blockade gelegentlich auch auf schwerwiegende Gesundheitsprobleme hinweisen. Hauptursachen hierfür sind in der Regel

  • Verschleißerscheinungen an den Wirbelgelenken
  • oder Verletzungen im Bereich der Rippen bzw. der Rippen-Wirbel-Gelenke.
Plötzlich einsetzende Atemnot ist auch ein mögliches Begleitsymptom bei einer Rippenblockade. (Bild: nareekarn/fotolia.com)

Wichtig: Hartnäckige Blockaden sollten stets von einem Arzt in Augenschein genommen und auch nur von physiotherapeutisch geschultem Fachpersonal gelöst, anstatt im Selbstversuch eingerenkt werden. Denn die Rückversetzung von Gelenken in ihre ursprüngliche Lage ist eine Kunst für sich und bei falschem Vorgehen ist mit einer Verschlimmerung der Blockade zu rechnen.

Rippenblockade durch Gelenkverschleiß

Wie bereits erwähnt, werden Rippenblockaden maßgeblich durch zwei verschiedene Entstehungsmechanismen ausgelöst, nämlich entweder Verletzungen oder Verschleißerscheinungen. Ein Gelenkverschleiß ist dabei der deutlich häufigere Grund und kann durch eine Vielzahl an Ursachen entstehen.

Verschleißerkrankungen und altersbedingter Gelenkverschleiß

Die Knochen- und Knorpelsubstanz im Bereich der Gelenke nimmt mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise ab. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass altersbedingt auch das Risiko von Rippenblockaden steigt. Gleiches gilt für Verschleißerkrankungen an den Gelenken, wie die berühmt berüchtigte Arthrose. Sie kann neben wohlbekannten Gelenkanschnitten wie den Knie- oder Fingergelenken auch die Gelenke der Wirbelsäule betreffen, wo sie dann die Gefahr von Bandscheibenvorfällen und Wirbelblockaden deutlich erhöht.

Weitere Erkrankungen, mit denen Gelenkverschleiß einhergeht, sind Knochenerkrankungen wie Osteoporose. Die Krankheit hat einen fortschreitenden Knochenschwund zur Folge, wobei das Krankheitsrisiko ähnlich wie bei Arthrose im fortgeschrittenen Alter deutlich steigt. Altersunabhängig kann ferner die sogenannte Osteochondrose auftreten. Das Krankheitsbild zeichnet sich dadurch aus, dass es bei der natürlichen Umwandlung von Knorpel- zu Knochenmasse, die während der Erneuerung von Knochen- und somit auch von Gelenksubstanz stattfindet, zu massiven Störungen kommt. Die Folge ist ein abnormaler Zuwachs an Knorpelmasse, welcher den Gelenkapparat schwächt und damit Dislokationen wie die Rippenblockade begünstigt.

Fehlhaltungen und Fehlbelastungen

Gerade in unserer modernen Zeit tut sich mehr und mehr ein weiterer Verschleißgrund als Ursache für Rippenblockaden hervor. Gemeint sind Fehlhaltungen der Wirbelsäule bzw. des Oberkörpers sowie damit verbundene Fehlbelastungen des Brustkorbs. Insbesondere sitzende Tätigkeiten und damit verbundener Bewegungsmangel erhöhen hier die Wahrscheinlichkeit einer Blockade der Rippen und Rippen-Wirbel-Gelenke. Die physiologische Monotonie in der Körperhaltung kann nämlich zu einer Schwächung oder gar zu einem vorzeitigen Verschleiß der Wirbelgelenke beitragen, was Rippenblockanden durch Gelenkverschleiß bereits in jungen Jahren begünstigt. Gleiches gilt für einseitige Wirbelsäulenbelastung sowie das Heben schwerer Lasten über einen längeren Zeitraum hinweg.

Fehlthaltungen bei der Arbeit am Computer sind realtiv weit verbreitet und können zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, von denen die Rippenblockaden nur ein mögliches Beispiel sind. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Typische Tätigkeiten die mit einem derartigen Degenerationsprozess der Wirbelsäule in Verbindung stehen, sind:

  • Arbeiten auf dem Bau,
  • Bürotätigkeiten,
  • Computerarbeit,
  • Lagerarbeit,
  • Transporttätigkeiten.

Achtung: Auch Übergewicht darf als Ursache für Gelenkschwächungen im Brustwirbelbereich und damit verbundenen Folgen wie einer Rippenblockade nicht unterschätzt werden. Häufig gehen die überschüssigen Pfunde auch mit einem herabgesetzten Bewegungsdrang einher, was die Gefahr solcher Blockaden zusätzlich steigert. Denn die Flexibilität der Wirbel, ebenso wie der stabile Sitz der Rippen lässt sich nur durch eine ausreichende Stärkung der umgebenden Sehnen, Bänder und Muskeln erreichen. Diese fehlt natürlich, wenn man sich nicht ausreichend bewegt.

Rippenblockade durch Verletzungen

Ähnlich dem Bandscheibenvorfall treten auch Rippenblockaden häufig im Zuge eines Unfallgeschehens auf. Dies gilt nicht nur für Stürze auf den Brustkorb bzw. die Wirbelsäule. Auch augenscheinlich harmlosere Unfallszenarien wie zum Beispiel ein Schleudertrauma nach einem Autounfall oder ein zu ruckartiges Anheben von schweren Objekten können dazu beitragen, dass die Rippenwirbel aus ihrer Lage geraten.

Ebenfalls erwähnt seien Rippenblockaden als Folge von Sportunfällen bzw. Übertraining. Gerade im Kraftsportbereich liest man des Öfteren von Personen, die wiederholt eine Rippenblockade erlitten haben. Hier muss ganz klar gesagt werden, dass das Training mit schweren Gewichten für untrainierte Personen zu einer großen Gelenkbelastung werden kann, weshalb bei anhaltenden Beschwerden dringend auf leichtere Gewichte zurückgegriffen werden sollte. Im Kampf- und Mannschaftssport sind Rippenblockaden ferner durch körperliche Konfrontationen mit anderen Sportlern denkbar, etwa dann, wenn wie beim Fußball ein Zweikampf um den Ball ausgetragen wird und ein Spieler aufgrund dessen ungünstig zu Boden fällt.

Auch Überlastungen beim Sport können zu Rippenblockaden führen. (Bild: alfa27/fotolia.com)

Sonderfall: angeborene Fehlstellungen

Neben verschleiß- und verletzungsbedingten Ursachen können auch angeborene Wirbelsäulen- und Rippenfehlstellungen für degenerative Prozesse oder eine Fehlbelastung an den Wirbelgelenken und damit für eine Rippenblockade verantwortlich sein. Dies ist zum Beispiel bei der Trichterbrust (Pectus excavatum sive infundibulum) der Fall. Es handelt sich hierbei um eine Fehlbildung der Rippenknorpel, welche eine trichterförmige Einsenkung von Brustbein und Rippen in den Brustkorb provoziert und so die Stabilität der Wirbelgelenke beeinträchtigt. Weitere angeborene Fehlstellungen, die das Risiko einer Rippenblockade erhöhen, sind Wirbelsäulenerkrankungen, wie

Symptome

Rippenblockaden können zahlreiche Symptome mit sich bringen. Einige der Symptome können sich dabei fernab vom Krankheitsgeschehen zeigen und werden erst bei näherer Betrachtung mit einer möglichen Rippenblockade in Verbindung gebracht. Es gilt deshalb, sehr genau auf die Beschwerden des Körpers zu achten und ggf. vorangegangene Alltagssituationen zu überprüfen, in denen es theoretisch zu einer Verschiebung der Wirbelgelenke gekommen sein könnte.

Schmerzen im Brustbereich

In den meisten Fällen werden Rippenblockaden durch plötzlich eintretende, einseitige Schmerzen im Brustkorb auffällig, die sich gürtelförmig auf Höhe der betroffenen Rippe fortsetzen. Die Schmerzen können dabei von dumpfem, aber auch von ziehendem bis stechendem Charakter sein. Außerdem ist es möglich, dass die Schmerzen stark ausstrahlen und sich deshalb auch an ganz anderen Körperstellen bemerkbar machen, die nicht sofort mit einer Rippenblockade assoziiert werden. Beispielsweise kommt es nicht selten kommt es vor, dass Betroffene mit Schmerzen zwischen den Schulterblättern, entlang der Halsregion, in den unteren Rückenanteilen oder sogar im Bereich des ventral gelegenen Brustbeins beim Arzt vorstellig werden und dann relativ überraschend eine Rippenblockade als Ursache diagnostiziert wird.

Bewegungseinschränkungen

Aus den Schmerzen resultieren sehr oft Bewegungseinschränkungen im Brustbereich. Die Betroffenen verspüren eine Art Sperre bei bestimmten Bewegungen, die mitunter auch eine Intensivierung der blockadebedingten Schmerzen mit sich bringt. Die Bewegungseinschränkungen können sich zudem auf benachbarte, nicht direkt von der Blockade betroffene Rippenanteile ausweiten, was unter Umständen sogar die Atmung beeinträchtigt. Denn eine ausreichende Bewegungsfreiheit der Rippen, damit diese sich ordnungsgemäß Heben und Senken können, ist notwendig, um eine bedarfsgerechte Atemmechanik zu gewährleisten.

Herz- und Atembeschwerden

Die eingeschränkte Atmung und die ventral ausstrahlenden Schmerzen können gerade dann Unbehagen bei Betroffenen auslösen, wenn sie linksseitig auftreten. Denn in diesem Fall verursacht eine Rippenblockade ganz ähnliche Symptome wie ein Herzinfarkt. Es ist nicht verwunderlich, dass Patienten dann auch schnell in Panik geraten, denn Herzrasen ohne augenscheinliche Erklärung für das Symptom ist zunächst doch recht beunruhigend. Dies gilt insbesondere, wenn sich zusätzlich zu dem Herzrasen auch Probleme bei der Atmung ergeben. Sie können zum einen dem Schmerzgeschehen geschuldet sein. Zum anderen ist es aber auch denkbar, dass ein blockierter Rippenwirbel selbst für die Komplikation sorgt. Hier kommt es während des Füllens der Lungenflügel mit Atemluft, also beim Einatmen, zu einer Einengung durch die blockierte Rippe, was das beklemmende Gefühl während der Atmung auslöst.

Treten die Beschwerden ausschließlich bei bestimmten Bewegungen oder beim Einatmen auf, liegt der Verdacht auf eine Rippenblockade nahe. (Bild: Lumina Images/fotolia.com)

Typischerweise fragt ein hinzugezogener Arzt in so einem Fall, ob die Beschwerden unabhängig von der Atmung und Bewegung auftreten oder sich beispielsweise durch Bewegungsänderungen beeinflussen lassen. Liegt tatsächlich ein Herzinfarkt als verursachender Faktor für das Beschwerdebild vor, bleiben die Symptome nämlich von forcierten Ein- und Ausatemzügen und Bewegungsänderungen im Brustkorb gänzlich unbeeindruckt. Wohingegen sich die Beschwerden bei Rippenblockaden als Ursache bei tiefer Einatmung verstärken, beziehungsweise bei Bewegungsveränderungen im Brustkorb verstärken oder verbessern können. Im Zweifelsfall sollte der hinzugezogene Arzt aber immer erst einmal vom Schlimmsten ausgehen, bis das Gegenteil bewiesen ist, und das Diagnoseregime eines Herzinfarktgeschehens einleiten.

Neurologische Symptome

Die Brustwirbelsäule beherbergt bekanntlich das Rückenmark, welches die Leitsäule für unsere peripheren Nerven bildet. Aus einem Hohlraum in den Wirbelkörpern, dem sogenannten Spinalkanal, gehen Nervenfasern (Spinalnerven) aus dem Rückenmark ab, welche sich wiederum zu Strängen verbinden und in unsere Gliedmaßen und Organe fortsetzen. Dort versorgen sie die jeweiligen Körperabschnitte sensibel und motorisch, was bedeutet, dass sie das lokale Empfinden sowie die Muskeltätigkeit steuern.

Bei einer Rippenblockade können besagte Nervenfasern aus dem Spinalkanal enorm gereizt oder gar geschädigt werden, was zur Folge hat, dass sie ihrer ursprünglichen Aufgabe nicht mehr nachkommen können und neurologische Ausfälle entstehen. Darüber hinaus kann eine Einklemmung der Spinalnerven auch das Schmerzpotential einer Rippenblockade zusätzlich erhöhen. Zu den typischen neurologischen Defiziten verursacht durch Rippenblockaden zählen:

  • Missempfindungen an den Fingern (Taubheit, Kribbeln, Ziehen),
  • Lähmungserscheinungen einzelner Finger,
  • Verzögerte Reflexe im Bereich der oberen Extremitäten,
  • Taubheit von Hautarealen gürtelförmig um den Brustkorb,
  • extreme Nervenschmerzen im Wirbelsäulenbereich (v.a. bei Bewegung).

Zwar sind diese neurologischen Defizite bei Rippenblockaden eher selten anzutreffen, da die Natur beim Austritt der Nervenfasern aus den Brustwirbelkörpern einen entsprechenden Sicherheitsabstand eingebaut hat, dennoch sollten Betroffene auch gezielt auf solche Symptome achten und bei ersten Anzeichen frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Denn wenngleich Schädigungen von Nervenfasern durch mechanische Reize reversibel sein können, hängen die Behandlungsmöglichkeiten hier doch sehr stark vom jeweiligen Grad der Schäden ab.

Die Diagnosestellung bei einer Rippenblockade sollte mit Hilfe bildgebender Verfahren meist gesichert werden. (Bild: metamorworks/fotolia.com)

Diagnose

Erste Hinweise, die den Verdacht auf eine Rippenblockade erhärten, liefert schon das ausführliche Anamnesegespräch zwischen Arzt und Patient. Anhand von Informationen zur genauen Lage, Ausprägung und Ansprechen der Schmerzen auf mechanische und/oder thermische Reize, wie zum Beispiel Besserung bei leichter Bewegung und äußerlicher Wärmeanwendung, erlauben es dem behandelnden Arzt, den Fokus schnell auf ein Geschehen an der Wirbelsäule und den Rippen einzugrenzen.

Darüber hinaus sollten Betroffene neben bestehenden Begleitsymptomen auch alle möglichen Geschehnisse in naher Vergangenheit erwähnen, die unter Umständen zu der Rippenblockade geführt haben. Hierzu zählen rippenlastige Sportbetätigungen und Unfälle ebenso wie Bewegungsmangel und Vorerkrankungen im Bereich der Wirbelsäule oder Gelenke.

Im Anschluss an die Patientenbefragung wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, in der er das Ausmaß der Blockade und eventuelle neurologische Defizite und Störungen ergründet werden. Dies geschieht maßgeblich durch ein Abtasten des betroffenen Bereiches sowie spezielle Bewegungstests.

Da ein Herzinfarkt oder eine Aortendissektion ganz ähnliche Symptome verursachen wie eine eher harmlose Rippenblockade, sollte sich der behandelnde Arzt beim Fällen der Behandlungsdiagnose „Rippenblockade“ wirklich sicher sein. Eine Fehlbehandlung in diesen beiden Fällen kann für Betroffene tödlich enden, weshalb es auf eine sorgfältige Differenzialdiagnose ankommt.

Zur Diagnosesicherung sind deshalb auch unbedingt bildgebende Untersuchungsmethoden gefragt, die im wahrsten Sinne des Wortes ein deutliches Bild von der Verschiebung der Rippengelenke zeichnen. Zu diesem Zweck stehen Ärzten Maßnahmen wie das Röntgen des Brustkorbs und der Wirbelsäule oder die Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung.

Behandlung

Die Behandlung einer Rippenblockade erfolgt in den meisten Fällen rein konservativ durch physiotherapeutische Interventionen, Ziel ist es zum einen, eine Linderung der akuten Schmerzsymptomatik sowie der Begleitsymptome durch Lösen der Blockade zu erreichen. Andererseits sollte die Behandlung auch einer erneuten Rippenblockade vorbeugen, also präventiven Schutz bieten. Zusätzlich gibt es einige Hausmittel, medikamentöse und naturheilkundliche Ansätze, welche die Genesung und Prävention unterstützen.

Rippenblockaden lassen sich mit Hilfe manueller Therapien oftmals erfolgreich behandeln. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Medikamentöse Vorbehandlung

In besonders schweren Fällen von Rippenblockade können und sollten vor Beginn einer physiotherapeutischen Behandlung akute Schmerzzustände und Muskelverspannungen durch entsprechende Medikamente gelindert werden. Hier kommen zum Beispiel Schmerzmedikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac und Muskelrelaxantien wie Baclofen und Ortoton zum Einsatz.

Physiotherapeutische Anwendungen bei massiv verspannten und schmerzgeplagten Betroffenen können nämlich die Symptome noch mehr verstärken, da sowohl die Angst vor weiteren Schmerzen, als auch die massive Unbeweglichkeit der Wirbelsäule infolge der Schmerzen und Verspannungen, den Erfolg einer Behandlung ausbremsen oder sogar ins Negative umkehren. Außerdem werden Betroffene, die keine Verbesserung der Problematik erkennen können, nur wenig oder gar nicht mitarbeiten und in den wenigsten Fällen die Übungen auch noch Zuhause aus eigener Motivation heraus durchführen.

Physiotherapie

Zur Lösung der Blockade kommen allgemeine Lockerungsmassagen, Triggerpunkt-Massagen an bestehenden Schmerzpunkten, sowie die manuelle Therapie zur Entlastung des blockierten Gelenks zum Einsatz. Bei letzterer Maßnahme wird das betroffene Areal in mehreren Sitzungen manuell bearbeitet, bis sich die umliegenden Strukturen entspannt haben und die Gelenkblockade gelöst ist. Hierdurch lassen sich im Allgemeinen auch die Begleitsymptome lindern.

Es sei erwähnt, dass Zwischenwirbelgelenke, die einmal von einer schweren Rippenblockade betroffen waren, immer prädestiniert für weitere Geschehen dieser Art sind. Um das zu vermeiden, bekommen Betroffene Stärkungs- und Dehnungsübungen vermittelt, die sie möglichst in den Alltag integrieren oder zumindest spätestens dann anwendet sollten, wenn ihr Körper ihnen aufzeigt, dass die Schwachstelle wieder droht aufzubrechen. Dies ist umso wichtiger, wenn schwere Unfallszenarien involviert waren oder Betroffene vorhaben, nach der Genesung ein forderndes Sporttraining fortzusetzen.

Grundsätzlich stellt eine regelmäßige Durchführung der vom Physiotherapeuten vermittelten Übungen die ultimative Prophylaxe für erneute Rippenblockaden und auch eine gute Behandlungsbasis für sich wiederholend einstellende, kleinere Blockaden dar. Wichtig dabei ist, die jeweiligen Übungen nie im unaufgewärmten Zustand durchzuführen. Ohne geeignetes Aufwärmtraining ist der Körper bei Dehnübungen häufig nicht flexibel genug, wodurch das Verletzungsrisiko steigt.

Bewegungstherapie

Apropos Bewegung: Rippenblockaden sind heutzutage immer häufiger die Folge von Haltungsschäden und Bewegungsmangel. Deshalb besteht eine Säule der Eigentherapie unabdingbar aus der Stärkung der Rumpfmuskulatur durch sportliche Betätigung. Hierfür muss man auch nicht zwingend stundenlang Gewichte heben. Regelmäßig durchgeführter, moderater Sport (z.B. Fahrradfahren oder Nordic Walking), der vor allem auch die tiefersitzende Muskulatur anspricht, kann hier aber vorbeugend von unschätzbarem Wert sein.

Auch Menschen, die aufgrund von Übergewicht eine Rippenblockade erlitten haben, sollten künftig darauf achten, ihr Gewicht in einen gesunden Rahmen zu überführen. Dies gelingt ebenfalls am besten mit regelmäßigen Bewegungseinheiten. Wichtig ist jedoch auch hier die Art der Bewegung. Denn gerade zu Beginn des Abnehmens kann die eigene Gewichtsbelastung bei Sportarten, die relativ erschütterungsträchtig sind (z.B. Joggen oder Kontaktsport) eine zusätzliche Belastung für Wirbelsäule und Rippen sein. Wer darüber hinaus noch eine Schwächung der Wirbelgelenke durch vorangegangene Blockaden mit ins Training bringt, der riskiert unnötige Verletzungen oder gar eine erneute Blockade. Es bieten sich daher eher gezielte und schonende Dehn- oder Stärkungsübungen für den Rückenbereich, Brustkorb und die Rumpfmuskulatur an, wie sie beispielsweise durch Aquagymnastik oder Schwimmen vermittelt werden.

Ernährung

Nicht nur von Patienten mit Übergewicht, sondern grundsätzlich beachtet werden sollten bei Rippenblockaden therapieunterstützende Ernährungsmaßnahmen. Denn es gibt einiges, was man mit Blick auf den Speiseplan tun kann, um Wirbelsäule und Rippen optimal zu stärken. Das gilt nicht nur für das Weglassen fett- und zuckerreicher Lebensmittel bei der Bekämpfung von Übergewicht, sondern auch für die allgemeine Festigung der Knochen- und Knorpelsubstanz im Wirbelsäulen- bzw. Rippenbereich. In diesem Zusammenhang sind neben einer ausgewogenen Ernährung mit Verzicht auf überschüssige Kalorien vor allem die richtigen Nährstoffe wichtig. Für Wirbel- und Rippenknochen kommt es hier vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von

  • Kalzium,
  • Magnesium,
  • Proteine
  • und Vitamin D3 an.

Entsprechende Nährstoffe finden sich zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Kohlgemüse, Milch- und Vollkornprodukten sowie mageren Fleisch- und Fischsorten.

Tipp: Gerade für die Knorpelmasse zwischen Rippen und Brustbein ist darüber hinaus Gelatine eine besondere Empfehlung. Denn Knorpel bestehen aus Gelatine und benötigen diese folglich, um zu regenerieren und stark zu bleiben. Außerdem ist das proteinreiche Stoffgemisch auch gut zur Therapie und Prävention von Arthrose, einer der Hauptkrankheitsursachen bei Rippenblockaden.

Alternativmedizinische Ansätze

Im Bereich der Naturheilkunde und Alternativmedizin können Betroffene auf der Suche nach geeigneten Behandlungsstrategien unter Umständen ebenfalls fündig werden. Mit Hilfe eines Osteopathen oder Chiropraktikers können durch spezielle Handgriffe beispielsweise Schwachstellen ausfindig gemacht und manuell bearbeitet werden. Auch bei der Korrektur von Fehlhaltungen bietet die Osteopathie ähnlich der Physiotherapie unterstützende Funktion.

Zur Linderung schmerzhafter Verspannungen im Wirbelsäulen- und Rippenbereich können ferner nach Anleitung angebrachte Kinesio-Tapes (Taping) weiterhelfen. Die Verpflasterung mit den bunten Klebebändern ist dazu in der Lage, die Durchblutung an betroffenen Oberkörperstellen zu fördern, die Haltung positiv zu beeinflussen und angestaute Körperschlacken abzutransportieren, was blockadebedingte Schmerzen nachhaltig lindern soll.

Auch im homöopathischen Fundus lassen sich einige unterstützende Substanzen finden, die bei Gelenkblockaden und Schmerzzuständen aufgrund von Erkrankungen des Bewegungsapparates erfolgreich Anwendung finden. Gerade Schüßler Salze und Globuli wie Calcium carbonicum Hahnemanni (Schüßler Salz Nr. 22) und Rhus toxicodendron kommen diesbezüglich sehr häufig zum Einsatz. Noch besser wirken im Allgemeinen heilpflanzliche Arzneien. Allen voran sind es diesbezüglich Arnika- und Beinwell-Präparate, die als besonders schmerzlindernd, entzündungshemmend und krampflösend gelten. Die Auszüge der Heilpflanzen können zum Beispiel als lokale Salben angewendet werden. Ebenso haben sich Kräuterumschläge bewährt und selbst Kräutertees, die ihre Heilwirkung von innen heraus entfalten, sind einen Versuch wert.

Verschiedene Heilpflanzen wie insbesondere Beinwell haben sich bei der Behandlung von Rippenblockaden bewährt. (Bild: Ruckszio/fotolia.com)

Insgesamt empfehlen sich bei Rippenblockaden und Gelenkbeschwerden folgende Heilkräuter:

  • Beinwell,
  • Chili,
  • Fichte,
  • Kampfer,
  • Quecke,
  • Ringelblume,
  • Rosmarin,
  • Thymian,
  • Trauben-Silberkerze,
  • Weidenrinde.

Empfehlung: Ein Geheimtipp bei Rücken-, Muskel- und Gelenkbeschwerden ist der Tiger Balm. Der Balsam aus Fernost besteht aus einigen der besten heilpflanzlichen Wirkstoffe gegen genannte Beschwerden, darunter Menthol. Kampfer, Cajeputöl und Zimtöl. Tragen Sie den Tiger Balm aber nur auf die wirklich betroffenen Körperstellen auf und vermeiden sie einen Kontakt mit Augen und Schleimhäuten, denn die Inhaltsstoffe sind äußerst scharf und wirken auf sensible Gewebeschichten stark reizend.

Hausmittel

Zur Lockerung der verspannten Muskulatur und Linderung leichter Beschwerden können Betroffene wie aufgezeigt in vielseitiger Weise selbst aktiv werden. Sei es nun, dass vom Physiotherapeuten aufgezeigte Dehnübungen zur Unterstützung der Therapie gewissenhaft zu Hause fortgeführt oder entsprechende Veränderungen im Alltag, beispielsweise durch eine gesündere Sitzposition, mehr Bewegung oder Ernährungsumstellungen persönlich vorangetrieben werden – die Eigeninitiative ist bei der Genesung und Prävention von Rippenblockaden definitiv unerlässlich. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Maßnahmen, haben wir hier abschließend noch einige Alltagstipps für Sie:

  • Wärmebehandlung: Muskelverspannungen, die sich blockadebedingt ergeben, sprechen in der Regel sehr gut auf äußerliche Wärmebehandlungen an. Ein Kirschkernkissen, eine Wärmflasche oder auch ein warmes Vollbad lassen sich auch Zuhause gut anwenden. Wer mag, kann auch einige der weiter oben aufgeführten Kräuter mit ins Badewasser geben und so im Handumdrehen ein vollwertiges Heilbad durchführen. Zudem dienen Wärmebehandlungen auch als gute Vorbereitung des betroffenen Rippenareals auf anschließende Dehnungs- und Stärkungsübungen.
  • Eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkern- oder Körnerkissen können bei einer Rippenblockade oftmals schnell zur Linderung beitragen. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)
  • Haltungskorrektur im Alltag: Für Patienten, die eine Rippenblockade erlitten haben, ist es umso wichtiger, im Alltag auf eine gesunde Körperhaltung zu achten. Stellen Sie sicher, dass Sie bei sitzgebundenen Tätigkeiten immer aufrecht sitzen und ihre Wirbelsäule während des Sitzens nicht gekrümmt oder zur Seite geneigt ist. Ein besonderer Tipp sind hier ergonomisch geformte Bürostühle, welche die natürliche Form der Wirbelsäule beim Sitzen unterstützen.
  • Über- und Fehlbelastung vermeiden: Berufstätigkeiten, die mit einem täglichen Heben von Schwerstlasten einhergehen, sind nach einer Rippenblockade nicht mehr zu empfehlen. Auch privat sollte künftig nicht mehr schwer gehoben werden. Das gilt zum einen für das Heben von schweren Objekten wie Getränkekästen oder Möbeln, zum anderen aber auch für das Heben und Herumtragen von Kleinkindern sowie exzessiven Kraftsport.
  • gezielte Dehnübungen: Neben den vom Physiotherapeuten vermittelten Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, können auch private Kursangebote wie Yoga eine gute Grundlage zur Dehnung geschwächter Muskel- und Sehnenabschnitte im Bereich des Brustkorbs sein. Es kann also nicht schaden, sich mit derartigen Angeboten auseinanderzusetzen, um künftig eine bessere Prävention gegen die Blockaden zu Betreiben.

Mögliche ursächliche Krankheiten

Adipositas, Arthrose, Kyphose, Lordose, Morbus Scheuermann, Osteoporose, Osteochondrose, Skoliose, Trichterbrust. (ma)