Grippeschutzimpfung für Herzpatienten und Diabetiker besonders wichtig

Alfred Domke

Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Kurz vorm Start der Grippesaison 2018/2019 weisen Gesundheitsexperten darauf hin, dass Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen bei Influenza als besonders gefährdet gelten. Diese Personengruppen sollten sich daher am besten schon im Herbst gegen Grippe impfen lassen.


Vor einer Grippe-Infektion schützen

Die echte Grippe ist keine einfache Erkältung, sondern kann vor allem für Patienten mit Vorerkrankungen gefährlich werden. Um sich vor einer Grippe-Infektion zu schützen, ist es grundsätzlich sinnvoll, das Immunsystem zu stärken, von Erkrankten Abstand zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Zudem kann man sich gegen Grippe impfen lassen. Die Deutsche Herzstiftung erklärt, warum dies für Herzpatienten besonders wichtig ist.

Bei Menschen mit Vorerkrankungen können Grippe-Infektionen besonders schwer verlaufen. Gesundheitsexperten raten Betroffenen daher, sich gegen Influenza impfen zu lassen. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)

Kann im schlimmsten Fall tödlich enden

Wie die Experten in einer Mitteilung schreiben, haben Menschen mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken oder Folgeinfektionen zu erleiden – im schlimmsten Fall kann das tödlich enden.

„Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten bei Grippe als gefährdet, insbesondere Menschen mit Herzschwäche“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Herzspezialist der Deutschen Herzstiftung.

Nach der ungewöhnlich schweren Grippewelle im vergangenen Winter raten die Experten Herzkranken deshalb, die Möglichkeit der Grippeimpfung zu nutzen.

Wer sich impfen lassen sollte

Die Möglichkeit der Grippeschutzimpfung kann grundsätzlich jeder nutzen. Empfohlen wird sie vor allem folgenden Personengruppen:

• Älteren Menschen ab dem 60. Lebensjahr
• Menschen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge einer Grunderkrankung, beispielsweise chronischen Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes
• Schwangeren
• Medizinischem Personal und Betreuer von Risikopatienten
• Beschäftigten in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr.

Weil sich Grippeviren ständig verändern, muss der Impfstoff in jedem Jahr neu angepasst werden.

Die oben genannten Gruppen sollten sich deshalb jährlich vor Beginn der Grippesaison impfen lassen. Laut den Experten ist der beste Zeitpunkt dafür der Oktober oder November.

Wer die Impfung im Herbst versäumt, kann dies allerdings auch noch nach Beginn der Grippewelle im Dezember oder Januar nachholen.

Kein hundertprozentiger Schutz

Die Deutsche Herzstiftung weist aber darauf hin, dass keine Impfung einen hundertprozentigen Schutz bieten kann.

Der aktuell erhältliche Vierfach-Impfstoff schützt gegen die am häufigsten vorkommenden Virenstämme.

Dennoch kann es trotz Grippeimpfung zu einer Erkrankung kommen, beispielsweise wenn der Impfschutz noch nicht voll ausgebildet ist oder sich Viren verändern.

Wer Symptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost oder Kopf- und Gliederschmerzen entwickelt, sollte daher frühzeitig zum Arzt gehen und sich behandeln lassen.

In der Regel ist die saisonale Grippeimpfung gut verträglich. Gelegentlich kommt es zu Müdigkeit, leichten Kopf- oder Gliederschmerzen oder zu einer Rötung der Einstichstelle. Im Vergleich zu den möglichen Folgen einer Erkrankung sind diese Symptome aber harmlos.

Ab 60 Jahren auch gegen Pneumokokken impfen lassen

Bei einer Grippe kann es zusätzlich zu einer Infektion mit Pneumokokken kommen. Die Bakterien können unter anderem Mittelohr– und Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen.

Älteren Menschen ab 60 Jahren wird daher zusätzlich zur Pneumokokken-Impfung geraten. (ad)