Knoblauch: Multitalent aus der Naturheilkunde

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Knoblauch – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Bekannt ist Knoblauch (Allium sativum) bei uns vor allem als schmackhafte Zutat mediterraner Gerichte. Aber auch als Hausmittel werden die Zehen gegen zahlreichen Beschwerden empfohlen: Gegen Heiserkeit, Herzkrankheiten, Husten, Schwerhörigkeit und Würmern. Tatsächlich kann Knoblauch viel für unsere Gesundheit tun und sollte deshalb nicht aus dem naturheilkundlichen Blickpunkt geraten.

Knoblauch: Wundermittel der Natuheilkunde. Bild: fastudio4 - fotolia
Knoblauch: Wundermittel der Natuheilkunde. (Bild: fastudio4/fotolia.com)

Was Knoblauch alles kann

Bereits vor mehr als 2000 v.Chr. war Knoblauch als schmackhaftes Gewürz bekannt und ist bis heute aus der Mittelmeerküche nicht wegzudenken. Doch nicht nur sein Duft beim Braten und das typisches Aroma der Gerichte machen den Knoblauch erwähnenswert: In der Naturheilkunde hat er nach wie vor einen festen Platz als pflanzliches, inzwischen gut erforschtes Heilmittel. Der Grund dafür ist seine außerordentliche Wirksamkeit, insbesondere auf die Darmgesundheit. Der Hauptwirkstoff, das Allicin, hat antibakterielle Eigenschaften. Zusammen mit den weiter enthaltenen Nebenwirkstoffen potenziert es sich in den schwefelhaltigen, ätherischen Verbindungen des Knoblauchöls zu einem wahren Multitalent: Knoblauch entgiftet und beruhigt den Darm, wirkt dabei Blähungen entgegen und normalisiert den Stuhlgang. Fehlbesetzungen der Darmflora werden ausgeglichen und Parasiten vertrieben. Die Verdauungsdrüsen, ebenso wie die Gallenblase, werden zur verstärkten Abgabe von Sekreten und Säften angeregt. Doch auch auf andere Organe hat Allium sativum wohltuende Wirkung. Es erweitert die Bronchien und wirkt krampflösend, sorgt für eine verbesserte Sauerstoffverwertung, wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus, erhöht das Herzschlagvolumen und vermag bei Bluthochdruck (Hypertonie) den Blutdruck leicht zu senken.

Knoblauch als LDL-Senker

Die Herzkreislaufwirkung ist vor allem auf die Fähigkeit des Knoblauchs zurückzuführen, den Cholesteringehalt, insbesondere in der LDL genannten („schädigenden“) Form, im Blut messbar zu senken. Das Komitee Forschung Naturmedizin e.V. weist in einer Heilpflanzen-Dokumentation auf wissenschaftliche Belege zur cholesterinsenkenden Wirkung hin: Bereits in den 1990er Jahren konnte in Langzeitstudien diese, in naturheilkundlichen Schriften schon lang beschriebene Beobachtung in England und Kanada nachgewiesen werden. Die vorbeugende Wirkung von Knoblauch auf die Blutgefäße wurde unter der Leitung eines Mainzer Kardiologen vergleichend studiert und befunden, dass die Elastizität der Hauptschlagader von gesunden Erwachsenen nach zwei Jahren kontinuierlicher Einnahme eines Knoblauchpulverpräparates deutlich erhöht war. Damit ist Knoblauch auch ein Verjüngungsmittel. Knoblauchpräparate sollten dabei über eine längere Zeitspanne in einer täglichen Gesamtmenge von 900-1200mg eingenommen werden, um die beschriebenen Wirkungen zu erzielen.

Nachteil Knoblauchfahne – Tipps für geruchsarme Zubereitungen

Obwohl Knoblauch aufgrund von Geschmack und guter Wirkung allgemein beliebt ist, gibt es doch einen guten Grund, Zurückhaltung bei seiner seine Anwendung zu üben: der typische, durch Poren und Atem freigesetzte Geruch seiner ätherischen Inhaltsstoffe nach dem Verzehr. Bei Knoblauchpräparaten, die durch chemische Veränderung oder Erhitzungsprozesse geruchsneutral gemacht werden, geht wahrscheinlich bei den Eingriffen bereits ein Teil seiner Wirksamkeit verloren.
Auf natürliche Weise geruchsdämpfend soll das Aufkochen mit Vollmilch wirken, die Zubereitung mit Spinat oder als Knoblauchsuppe mit Erbsen oder Linsen. Auch ein „Mix“ aus rohem Knoblauch mit dem Saft von ungespritzten Naturzitronen (z.B. 30 Zehen mit 5 kleingeschnittenen Zitronen gemixt und in 1 l Wasser kurz aufgekocht, 1 Likörglas täglich) wird als nahezu geruchsfrei beschrieben.

Bei Würmern, Darmpilz und Dysbiose der Darmflora eignet sich am besten die Anwendung als Einlauf: Dazu werden drei Knoblauchzehen zerquetscht und in 1 l Wasser kurz aufgekocht. Mit einem Irrigator (in der Apotheke) kann die auf handwärme abgekühlte Zubereitung eingeführt werden. (jvs)

Autor:
Jeanette Viñals Stein
Quellen:
  • Kerckhoff A, Schimpf D: So habe ich mir geholfen! Alte Hausmittel – Gesammelt und geprüft. Natur und Medizin e. V. Karl und Veronica Carstens-Stiftung, 2007
  • Walter Binder: Naturheilkundliches Ernährungsbrevier, erlag für Naturmedizin und Bioenergetik, 2. Auflage 1989
  • National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Garlic (Abruf: 16.09.2019), nccih.nih.gov
  • Ben-Erik van Wyk, Coralie Wink, Michael Wink: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 2015

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.