Volkskrankheit Bluthochdruck – Häufig ist Hilfe ohne Medikamente möglich

Alfred Domke

Über 23 Millionen Menschen in Deutschland haben Bluthochdruck

Laut einer aktuellen Auswertung hat mehr als jeder vierte Bürger in Deutschland Bluthochdruck. Hypertonie ist ein bedeutender Risikofaktor für gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gesundheitsexperten weisen daher darauf hin, wie wichtig es ist, etwas gegen zu hohen Blutdruck zu unternehmen. In vielen Fällen sind dafür keine Medikamente nötig.


Zahl der Menschen mit Bluthochdruck steigt

Mehr als jeder vierte Bundesbürger leidet unter Bluthochdruck. Allein im Jahr 2016 stellten Ärzte bei 28,4 Prozent der Bevölkerung, also mehr als 23 Millionen Personen, eine Hypertonie fest. Im Jahr 2008 waren 25,3 Prozent und somit weniger als 21 Millionen Bürger davon betroffen. Das geht aus einer Auswertung der Barmer Krankenkasse hervor.

Einer aktuellen Auswertung zufolge leidet mehr als jeder vierte Bundesbürger an Bluthochdruck. Nicht immer sind Medikamente nötig, um den Blutdruck zu senken. (Bild: think4photop/fotolia.com)

Bei bestimmten Symptomen unbedingt Blutdruck kontrollieren

„Bluthochdruck ist zu einer Volkskrankheit geworden, die in den kommenden Jahren durch den demographischen Wandel weiter zunehmen dürfte“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer.

„Wer längere Zeit Warnsignale wie Ohrensausen, Schwindel, Nasenbluten, Kurzatmigkeit sowie Schmerzen in Brust oder Kopf verspürt, der sollte seinen Blutdruck ärztlich kontrollieren lassen“, rät die Expertin.

„Bluthochdruck kann viele Gründe haben. Grundsätzlich können unter anderem Diabetes, Übergewicht, Nikotinkonsum, Bewegungsmangel und ungesunder Stress zu Bluthochdruck führen“, so Marschall.

Blutdruck natürlich senken

Unbehandelte Hypertonie ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Betroffenen wird zwar oft schnell zu Arzneimitteln geraten, doch um den Blutdruck zu senken muss man nicht unbedingt auf Medikamente zurückgreifen. Häufig führen auch sanftere Methoden zum Erfolg.

Neben einer Gewichtsreduktion, regelmäßiger Bewegung und Rauchverzicht kann vor allem auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung dazu beitragen, den Blutdruck zu reduzieren.

Ganz wichtig hierbei ist: Salz nur in Maßen. Eine kochsalzreiche Kost kann den Blutdruck erhöhen. Pro Tag sollten nicht mehr als vier bis sechs Gramm Salz konsumiert werden. Zu beachten ist, dass auch in den meisten Fertigprodukten oft große Mengen Salz enthalten sind.

Der Speiseplan sollte allgemein viel Obst und Gemüse enthalten. Besonders anzuraten sind unter anderem Knoblauch, Rote-Beete-Säfte und Weißdorn.

Lebensmittel mit großer Wirkung

Empfehlenswert ist zudem mediterrane Kost mit Olivenöl und Gemüse, wie britische Forscher zeigen konnten.

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge können auch scharfe Chilis und häufiges Trinken von Kefir Bluthochdruck lindern.

Ebenso hilft eine Magnesium-Ergänzung in vielen Fällen. Auf Alkohol sollte soweit wie möglich verzichtet werden.

Des Weiteren können Entspannungsübungen zum Stressabbau wie Yoga oder autogenes Training sehr wirkungsvoll sein und zu hohe Blutdruckwerte positiv beeinflussen.

Eine gute Unterstützung können manche Hausmittel gegen Bluthochdruck wie Kneipp´sche Anwendungen bieten. (ad)