Hausmittel bei Afterjucken

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Hausmittel gegen Jucken am After

Unter Afterjucken ist ein Juckreiz im Bereich des Afters zu verstehen. Dieser kann unter Umständen äußerst quälend und störend sein und wird vor allem meist als ziemlich peinlich empfunden. Dem Pojucken liegen die verschiedensten Ursachen zugrunde, die in den meisten Fällen recht harmlos sind und gegen die verschiedene Hausmittel wirkungsvoll zum Einsatz kommen können. Ist der Juckreiz jedoch kaum auszuhalten und/oder dauert dieser über einen längeren Zeitraum an, so sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden, da auch internistische Erkrankungen vorliegen können, bei denen das unangenehme Jucken vorkommt.

Inhaltsverzeichnis

Harmlose Ursachen
Pathologische Ursachen
Kompressen
Sitzbäder
Weitere Hausmittel
Was zu beachten ist

Harmlose Ursachen

Afterjucken, in der Fachsprache Pruritus ani genannt, kann verschiedene Ursachen haben. Die harmlosen Gründe sind mangelnde oder übermäßige Hygiene, trockene Haut, mechanische Reize und eine allergische Reaktion. Der Analbereich sollte stets sauber und trocken gehalten werden, denn Unsauberkeit und ein feuchtes Klima können zu leichten Entzündungen mit Juckreiz führen. Baumwollunterwäsche ist der synthetischen Wäsche vorzuziehen, da Letztere eher ein feuchtes Klima unterstützt. Schlecht sitzende Kleidung beim Sport, die eventuell dann noch im Genitalbereich reibt, dazu der Schweiß – ist ebenso ein möglicher Grund für den Juckreiz.

Frau mit Schmerzen am After
Afterjucken kann zu einer erheblichen Belastung im Alltag werden. Verschiedene Hausmittel versprechen hier Linderung. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Zahlreiche weitere Faktoren können das Auftreten des Afterjucken bedingen. Gerne wird zum Beispiel feuchtes Toilettenpapier zur Hygiene verwendet. Die darin enthaltenen Duftstoffe können allerdings zu einer Reizung mit nachfolgendem Afterjucken führen. Eine zu trockene Haut ist eventuell der Auslöser für kleinste Risse und Verletzungen, welche ebenfalls Pruritus ani verursachen. Hier sind pflegende Maßnahmen, in Form von Öl oder Salbe nötig. Eine allergische Reaktion, zum Beispiel auf das verwendete Waschmittel oder auf das Material der Unterwäsche, kommt ebenfalls als Ursache in Frage. Auch häufiger Stuhlgang, zum Beispiel begründet durch Durchfall, kann zu Juckreiz im Analbereich führen. Bestimmte Nahrungsmittel sind mitunter ebenfalls Auslöser für den quälenden Juckreiz. Dazu gehören scharf gewürzte Speisen, Salziges, Schokolade und Zitrusfrüchte, vor allem, wenn davon größere Mengen konsumiert werden. Koffeinhaltige Getränke, wie Cola, Kaffee oder Tee und alkoholische Getränke werden ebenso für das Afterjucken verantwortlich gemacht. Auch Stress und innere Unruhe werden vielfach im Zusammenhang mit dem unangenehmen Juckreiz gesehen.

Pathologische Ursachen

Die Ursache für Afterjucken kann zum Beispiel mit einer zugrundeliegenden Neurodermitis zusammenhängen. Des Weiteren ist ein Hämorrhoidalleiden als mögliche Ursache zu nennen. Hämorrhoiden hat jeder. Sie dichten zusammen mit den Schließmuskeln den After ab. Nur wenn diese anschwellen, sich vergrößern und/oder pathologisch verändert sind, zählt dies zu den Hämorrhoidalleiden, in der Umgangssprache meist „Hämorrhoiden“ genannt. Zu den Symptomen einer solchen Erkrankung gehören Afterjucken, Knotenbildung, Nässen und eventuell auch Bluten.

Madenwürmer, von denen vor allem Kinder befallen werden, zeigen sich vor allem mit massivem nächtlichem Juckreiz und unruhigem Schlaf. Hinzu kommen noch Symptome, wie Unterbauchschmerzen und Appetitlosigkeit, wobei ein symptomloser Verlauf ebenso möglich ist. Auch Magen-Darm-Erkrankungen, wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, bei denen die Patienten oft unter massiven Durchfällen leiden, sind hin und wieder von dem unangenehmen Juckreiz begleitet.

Gerade, wenn das Afterjucken überhaupt nicht aufhören mag, ist eine Untersuchung auf Diabetes mellitus zu empfehlen. Insbesondere bei extrem übergewichtigen beziehungsweise adipösen Diabetikern treten die Beschwerden vermehrt auf. Weiter pathologische Ursachen für die Beschwerden sind eine Candidiasis (Pilzinfektion), Analfistel (pathologischer Gang, entzündlich verändert), Analfissuren (Riss in der Haut des Analkanals) und Analkarzinome. Darüber hinaus gelten die Einnahme von Antibiotika, eine vorliegende Immunschwäche, Leber-, Schilddrüsen und Bluterkrankungen, bakterielle Infekte, Herpes zoster (Gürtelrose) und Herpes simplex ebenso als mögliche Ursachen für Afterjucken.

Der Juckreiz ist selten das einzige Symptom. Weitere Beschwerden sind Brennen, Nässen, häufiger Stuhldrang, Fremdkörpergefühl, Schmerzen und abnorme Stuhlentleerung.

Kompressen

Ein kurzfristiges Afterjucken kann durchaus mit Hausmitteln behandelt werden. Hält der Juckreiz jedoch länger an und wird nahezu unerträglich, sollte dies von einem Arzt abgeklärt werden. Die wichtigste Pflanze, die in Verbindung mit Juckreiz im Analbereich zu nennen ist, ist die Hamamelis, zu Deutsch Zaubernuss. Kompressen in einem Gemisch aus Hamamelistinktur und etwas abgekochtem Wasser getränkt und mehrmals täglich auf den Analbereich gelegt, lindern den Juckreiz am Po. Anfangs kann diese Behandlung etwas brennen, was jedoch meist recht bald nachlässt. Calendulatinktur (Ringelblumentinktur), die auf die selbe Art und Weise angewandt wird, ist ein guter Helfer, wenn der Analbereich entzündet ist. Ringelblume und Zaubernuss sind in einigen Salben enthalten, die ebenso für die Behandlung verwendet werden können.

Ein recht altes Hausmittel ist der Schwarzteebeutel. Dieser wird lauwarm oder auch kühl auf die betroffene Stelle gelegt. Der Schwarztee wirkt adstringierend und reduziert somit die Schwellung, Schmerz und Juckreiz. Nach dem Stuhlgang ist nach erfolgter Reinigung mit Wasser eine kühle Quarkkompresse zu empfehlen. Diese kühlt den empfindlichen und gereizten Bereich und wirkt zusätzlich antientzündlich. Ein Hausmittel, das in jedem Haushalt vorhanden ist, bildet Essig. Ein Teelöffel Apfelessig auf einen halben Liter abgekochtes Wasser geben und damit den betroffenen Bereich mehrmals täglich betupfen, ist eine ganz einfache, jedoch hilfreiche Methode, dem Juckreiz zu Leibe zu rücken.

Sitzbäder

Als Hausmittel bei Afterjucken und auch Afterbrennen sind Sitzbäder besonders gut geeignet. Dafür in Frage kommende Pflanzen sind die alt bekannte Kamille, die Eichenrinde und die Schafgarbe. Diese Kräuter werden, je nach Beschwerdebild einzeln, oder in Kombination für ein Sitzbad verwendet. Alle drei Pflanzen sind Juckreiz stillend, haben aber noch weitere Anwendungsbereiche. Die Kamille wirkt antientzündlich, die Schafgarbe wundheilend und die Eichenrinde zusammenziehend und leicht betäubend. Die Ringelblume, als weitere heilende Komponente, kann die Mischung abrunden.

Ein Sitzbad sollte nicht häufiger als zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden. Bei einer Wassertemperatur von circa 28 Grad Celsius beträgt die Badedauer zwischen zwanzig und dreißig Minuten, in wärmerem Wasser, zum Beispiel 36 bis 38 Grad Celsius wird nur zehn bis maximal zwanzig Minuten lang gebadet.

Weitere Hausmittel

Honig gehört ebenso zu einfach anwendbaren, jedoch wirkungsvollen Hausmitteln. Hier sollte aber nicht der Haushaltshonig, sonder der Manuka Honig verwendet werden, der eine ganz besondere Heilkraft besitzt. Dieser ist in Reformhäusern oder auch Apotheken zu bekommen. Davon etwas auf die juckende Stelle aufgetragen, lindert dies das Afterjucken, wirkt antibiotisch und reizlindernd. Ein hochwertiges reines Aloe Vera Gel ist ebenso zu empfehlen. Denn Aloe kühlt, heilt und nimmt den Juckreiz. Auch von innen heraus können die richtigen Kräuter bei Afterjucken helfen. Ein Tee, zu gleichen Teilen gemischt aus Kamille, Ringelblume und Schafgarbe, davon täglich zwei Tassen getrunken, kann dem Juckreiz zu Leibe rücken. Die Mischung darf jedoch nicht länger als sechs Wochen lang ohne Unterbrechung getrunken werden. Danach ist eine Pause nötig.

Was zu beachten ist

Werden Salben für die Behandlung verwendet, so ist auf die Salbengrundlage zu achten. Eine Zusammensetzung, die nicht auf Erdölbasis ist und zusätzlich ohne Konservierungsstoffe auskommt, ist zu empfehlen. Nach jedem Stuhlgang ist der Analbereich mit warmem klarem Wasser zu reinigen und mit weichem Toilettenpapier anschließendem trocken zu tupfen. In manchem Fällen ist für eine Zeit lang ein trocken föhnen auf niedrigster Stufe eine gute Möglichkeit, der Feuchtigkeit bei zu kommen. Die Unterwäsche ist nach jeder Schweiß treibenden Tätigkeit zu wechseln und der Analbereich zu trocknen. Auf eng sitzende Jeans oder schlecht angepasste Sportkleidung sollte verzichtet werden. (sw)

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nachweis: Raymond Mertin  / pixelio.de