Natürliche Hausmittel bei Kopfschmerzen

Ist Stress oder innere Unruhe der Grund für die Beschwerden, kann ein Vollbad mit Lavendelblüten sehr wohltuend sein. (Bild: Kathrin39/fotolia.com)
Jeanette Vinals Stein

Wirksame Hausmittel zur Selbstbehandlung von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können viele verschiedene Ursachen und Auslöser haben. Häufig treten sie infolge hartnäckiger Muskelverspannungen oder als Begleitsymptom von Erkältungen und Verdauungsstörungen auf. Aber auch Kopfarbeit, Grübeln und Erschöpfung sowie Wetterfühligkeit und niedriger Blutdruck können der Grund für die Schmerzen sein. Eine Sonderform stellt die Migräne dar, die sich durch typische Verläufe erkennen lässt.

Leichte Beschwerden, die nur gelegentlich auftreten, können meist gut mit Hausmitteln gegen Kopfschmerzen selbst behandelt werden. Bei starken oder wiederkehrenden Schmerzen sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine ernsthafte Erkrankung ausschließen bzw. rechtzeitig behandeln zu können.

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen und Migräne

Allgemein schmerzlindernd wirken Teezubereitungen mit Weidenrinde und Mädesüßblüten, den natürlichen Vorbildern des Aspirin. Bei Migräne gelten traditionell besonders Pestwurz und Mutterkraut als hilfreich, während Rosmarin den Kopfschmerz bei niedrigem Blutdruck vertreiben soll.

Ein Tee mit Weidenrinde kann die Schmerzen lindern. (Bild: LianeM/fotolia.com)
Ein Tee mit Weidenrinde kann die Schmerzen lindern. (Bild: LianeM/fotolia.com)

Als schmerzlindernde, krampflösende und gleichzeitig vegetativ ausgleichende Heilpflanze wurde Pestwurz in der Naturheilkunde insbesondere als Hausmittel gegen Migräne eingesetzt. Aufgrund jüngerer Forschungsergebnisse, nach denen die Pflanzen leberschädigende Stoffe in variierender Menge enthalten sollen, wird die Selbstbehandlung heute lediglich mit Fertigarzneien empfohlen. In der Apotheke sind dafür verschiedene Präparate frei erhältlich.

Das ebenfalls bei Migräne empfohlene Mutterkraut sollte indes aufgrund von häufig auftretenden Nebenwirkungen (z.B. Bläschen der Mundschleimhaut) nur vorsichtig und eventuell in Absprache mit der Heilpraktikerin angewendet werden. Ein Teeaufguss aus einem Teelöffel Mutterkraut und einem Viertelliter kochendem Wasser soll -regelmäßig getrunken- Migräneanfällen vorbeugen. Im akuten Anfall scheint ein alkoholischer Auszug besser zu wirken, der in Kräterläden und Apotheken erhältlich ist.

Zubereitung von Kräuter-Heiltee

Zubereitet wird der Weiderindentee aus ein bis zwei Teelöffeln der Rinde und einem Viertelliter Liter kaltem Wasser. Nachdem diese Mischung auf dem Herd zum Sieden gebracht wurde, bleibt sie vor dem Abseihen ohne weitere Hitzezufuhr fünf Minuten stehen. Getrunken werden davon dreimal täglich eine Tasse. Er sollte allerdings nicht von Schwangeren getrunken werden.

Für den Mädesüßblütentee beachtet man die gleichen Mengenangaben, bereitet jedoch einen Aufguss, indem kochendes Wasser auf die Blüten gegossen wird. Nach zehn Minuten abseihen und zweimal täglich eine Tasse in kleinen Schlucken trinken.

Weitere wirksame Heilpflanzen, die z.B. bei Hinterkopfschmerzen, Migräne oder Schläfenschmerzen eingesetzt werden, sind Lavendel und Melisse. Übergießen Sie einen Teelöffel getrocknete Lavendelblüten oder getrocknetes Melissenkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee vor dem Abseihen etwa fünf Minuten ziehen und trinken Sie schluckweise drei Tassen am Tag davon.

Rosmarin bei niedrigem Blutdruck

Ist für die Kopfschmerzen ein niedriger Blutdruck ursächlich, eignen sich die ätherischen Öle im Rosmarin mit ihrer anregenden Wirkung auf den Blutkreislauf. Rosmarin kann als Ölzubereitung im Kopfbereich eingerieben, als Tee getrunken oder als Badezusatz verwendet werden.

Einer Flasche Oliven-, Sesam- oder Mandelöl wird eine Handvoll Rosmarinblätter zugesetzt. Diese Mischung lässt man circa drei Wochen in der Sonne stehen. Bei akuten Kopfschmerzen kann das Rosmarinöl in die Schläfen massiert oder zur Durchblutungsförderung am ganzen Körper verwendet werden.

Ein Rosmarintee wird aus einem gehäuften Teelöffel der getrockneten Blätter zubereitet, die mit einem Viertelliter kaltem Wasser erhitzt bzw. mit kochendem Wasser übergossen werden. Davon zweimal eine Tasse morgens und abends bringen den hypotonen Kreislauf in Schwung.

Für ein Vollbad mit Rosmarin wird dem Badewasser ein Aufguss aus 50 Gramm getrockneten Blättern zugegeben. Medizinische Bäder sollten eine Temperatur von 38 Grad Celsius und eine Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten. Danach sollte man eine Stunde zum Ruhen einplanen, um die volle Wirkung auszuschöpfen.

Rosmarin kann bei Kopfschmerzen infolge eines niedrigen Blutdrucks helfen. (Bild: Digitalpress/fotolia.com)
Rosmarin kann bei Kopfschmerzen infolge eines niedrigen Blutdrucks helfen. (Bild: Digitalpress/fotolia.com)

Anwendungen bei Spannungskopfschmerzen

Beschwerden, die im Zusammenhang mit Nackenverspannungen und Stress entstehen und großflächig von den Betroffenen zu spüren sind, sprechen meist gut auf Wärme und Entspannung durch Nadelmatten an. Ebenso können kühlende Anwendungen bei Kopfschmerzen vom Nacken ausgehend helfen.

Schüssler Salze bieten eine gute Unterstützung, um Verspannungen entgegenzuwirken. In Frage kommt unter anderem Calcium Phosphoricum (Nr. 2), welches als Stabilität, Halt und Stärkung gebendes Salz gilt und für eine gesunde Muskelbewegung sorgt.

Weitere Salze, die sich bei einer verspannten Muskulatur im Nacken bewährt haben, sind Kalium aluminium sulfuricum (Nr. 20), Magnesium Phosphoricum (Nr. 7) und Calcium sulfuratum (Nr. 18).

Wärme löst Nackenverspannungen

Ganz einfach anzuwenden ist ein altes Hausmittel der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda: Ein Glas mit Wasser, dass zehn Minuten lang gekocht hat, soll sitzend in kleinsten Schlucken so heiß getrunken werden, wie es möglich ist, ohne sich den Mund zu verbrühen.

Die entkrampfende Wirkung lässt sich noch steigern, indem 10 Tabletten von Magnesium phosphoricum D6 (Salz Nr. 7) aus dem Angebot der Schüssler Salze hinzugegeben werden. Dieses Rezept ist auch als „Heiße Sieben“ bekannt.

Heiße Kompressen mit Kartoffelbrei oder Leinsamen können auf die verspannten Muskelbereiche aufgelegt werden. Wer aber das Bedürfnis nach Kaltem hat, kann stattdessen einen Beutel mit zerhackten Eiswürfeln in ein Handtuch schlagen oder kalte Quarkwickel in den Nacken legen.

Ist Stress oder innere Unruhe der Grund für die Beschwerden, kann ein Vollbad mit Lavendelblüten sehr wohltuend sein. (Bild: Kathrin39/fotolia.com)
Ist Stress oder innere Unruhe der Grund für die Beschwerden, kann ein Vollbad mit Lavendelblüten sehr wohltuend sein. (Bild: Kathrin39/fotolia.com)

Stressbedingte Kopfschmerzen durch Entspannung lindern

Gehen Kopfschmerzen mit Erschöpfung, innerer Unruhe oder Verdauungsbeschwerden einher, kann ein Vollbad mit Lavendelblüten entspannend und entkrampfend wirken. Hilfreich ist oft ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft, vor allem, wenn die Kopfschmerzen durch Überarbeitung und nach geistiger Tätigkeit auftreten.

Um bei Stress, Nervosität oder Grübeleien zur Ruhe zu kommen, kann bewusstes Atmen als natürliches Entspannungsmittel eingesetzt werden. Hierfür beobachtet man für einige Atemzüge die Atmung und geht dann dazu über, die Ausatmung bewusst zu verlangsamen. Zählen erleichtert die Konzentration auf das Geschehen. Zählen Sie beispielsweise bis drei beim Einatmen und bis sechs beim Ausatmen.

Weitere bewährte Methoden zum Stressabbau sind beispielsweise Yoga, autogenes Training, Meditation und die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Diese können helfen, (wieder) mehr innere Ruhe und Balance zu gewinnen und die bestehende Anspannung abzubauen, die sonst schnell zu „Druck im Kopf“ und unangenehmen Schmerzen führen kann.

Sorgen und Konflikte, die uns sprichwörtlich „nicht aus dem Kopf gehen“ oder uns „Kopfzerbrechen“ bereiten, können mithilfe dieser Verfahren oft aus einer anderen Perspektive betrachtet und besser bzw. einfacher gelöst werden.

Welche Bachblüten helfen bei Kopfschmerzen?

Bachblüten helfen bei Kopfschmerzen, indem sie auf seelischer Ebene liegende Zustände transformieren. Da bei jedem Menschen eine andere Ursache vorliegen kann, ist eine pauschale Angabe von bestimmen Bachblüten gegen Kopfschmerzen nicht möglich. Beispielhaft soll jedoch im Folgenden eine Auswahl von Blütenessenzen beschrieben werden, die bei Kopfschmerzen oft zum Einsatz kommen:

Liegt den Beschwerden eine Infektion zugrunde, ist an Centaury denken, insbesondere bei Menschen, die ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Bei akuten Entzündungen im Kopfbereich, die für die Schmerzen verantwortlich sind, kann Impatiens die passende Blüte sein.

Kopflastige Personen, denen der Schädel durch Grübeleien oder Denkarbeit regelrecht „brummt“, erleben durch White Chestnut, der Blüte der Weißen Kastanie, häufig Erleichterung.

Wenn der Schmerz vorwiegend als drückend erlebt wird, sollte Cherry Plum in der Mischung enthalten sein. Cherry Plum, Star of Bethlehem und Rock Rose sind bei traumatisch bedingten Kopfschmerzen, bei Spannungskopfschmerz und Migräne (unterstützend) anzuwenden.

Sind die Kopfschmerzen durch Muskelverspannungen entstanden, wirken Vine und Vervain oftmals ausgleichend und entspannend.

Eine individuell abgestimmte Bachblütentherapie kann sehr hilfreich bei Kopfschmerzen sein. (Bild: fotomike1976/fotolia.com)
Eine individuell abgestimmte Bachblütentherapie kann sehr hilfreich bei Kopfschmerzen sein. (Bild: fotomike1976/fotolia.com)

Edelsteintherapie gegen Kopfschmerzen

Die Edelsteintherapie gegen Kopfschmerzen nach Hildegard von Bingen gilt als besonders tiefgreifend und umfassend, da die Heilsteine der Hildegardischen Ganzheitsmedizin nach über eine Doppelnatur von Materie und Energie verfügen. Die Schwingungen der Steine können zu Heilzwecken auf Wasser und andere Medien übertragen oder direkt über die Haut wirksam werden.

Zur Erleichterung bei Kopfschmerzen wird die 30- bis 60-minütige Anwendung eines ungeschliffenen Rubins empfohlen, der entweder auf den Bauchnabel gelegt oder auf die schmerzende Stelle am Kopf gedrückt wird. Alternativ kann als Hausmittel gegen Kopfschmerzen ein Smaragd verwendet werden, der mit Speichel befeuchtet auf die schmerzende Region gedrückt oder für einige Tage am Bauchnabel befestigt wird. (aktualisiert am 29.7.2016; jvs, nr)

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