Hausmittel gegen Fieber

Thermometer instrument for measuring temperature.
Nina Reese

Hausmittel die bei Fieber helfen

Natürliche Hausmittel gegen Fieber, wenn es notwendig ist. Ab einer Körpertemperatur von 38°C zeigt das Thermometer Fieber an – eine so genannte „Allgemeinreaktion“ des Körpers, die vielfältige Ursachen wie zum Beispiel Infektionskrankheiten oder Autoimmunerkrankungen haben kann. Auch wenn Fieber in einigen Fällen (zum Beispiel bei Babys und älteren Menschen) durchaus gefährlich werden kann, ist es im Grunde eine sinnvolle Reaktion des Körpers, denn eine höhere Temperaturen hilft, Krankheitserreger abzutöten bzw. eine Vermehrung zu vermeiden. Eine mäßig erhöhte Temperatur ist also noch kein Grund zur Sorge – bleibt diese unter 39°C, ist es dementsprechend erst einmal ratsam, abzuwägen, ob das Fieber bereits gedämmt werden sollte, oder ob es zunächst ausreicht, dem Körper viel Ruhe, Schlaf sowie Flüssigkeit zu gönnen und ihm damit die Chance auf Selbstheilung zu bieten.

Thermometer instrument for measuring temperature.
Ab einer Körpertemperatur von 38 Grad wird dies als Fieber bezeichnet. (Bild: Igos/fotolia.com)

Steigt das Fieber höher als 39 Grad Celsius bei Erwachsenen (39,5 Grad bei Kindern – Ausnahme: Kinder mit Neigung zu Fieberkrämpfen) oder treten starke Beschwerden auf, so muss das Fieber jedoch gesenkt werden – hier gibt es zahlreiche Hausmittel, die meist relativ problemlos zu Hause anwendbar sind und häufig eine sinnvolle Alternative zu Medikamenten bieten, indem die körpereigene Abwehrstrategie genutzt wird. Im Folgenden werden wir Ihnen bewährte Hausmittel gegen Fieber vorstellen. Sollte das Fieber dennoch nach einem Tag nicht sinken oder sogar noch weiter ansteigen, so ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis

Ernährung bei Fieber
Kalte Wadenwickel
Essigstrümpfe
Waschungen
Pfefferminzwaschung
Absteigendes Vollbad
Fiebersenkende Heilpflanzen
Homöopathische Mittel bei Fieber

Ernährung bei Fieber

Häufig haben Personen mit Fieber gar keinen Appetit – daher sollte sich nicht zum Essen gezwungen werden, denn über einen überschaubaren Zeitraum nichts bzw. nur wenig zu essen schaden dem Körper bei Fieber keineswegs. Wer doch etwas essen möchte, der sollte zu leichten, eiweißreichen Nahrungsmitteln greifen, wie zum Beispiel Hühner- oder Gemüsebrühe, gekochtem Hühnchen, gedünstetem Gemüse oder Salat. Auch frische Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen und Grapefruits sind bei Fieber sinnvoll, denn das darin enthaltende Vitamin C wird vom Körper benötigt, um die dem Fieber zu Grunde liegende Infektion zu bekämpfen.

Anderes als beim Essen sollte bei Fieber jedoch grundsätzlich darauf geachtet werden, so viel wie möglich zu trinken, denn der Körper hat durch das Schwitzen einen erhöhten Bedarf an Flüssigkeit, zudem entzieht Schwitzen dem Körper Mineralstoffe, die dringend wieder zugeführt werden sollten. Dementsprechend sollten täglich mindestens zwei Liter getrunken werden, besonders gut geeignet sind dabei Mineralwasser und Tee, aber auch frische Fruchtsäfte beispielsweise aus Orangen und Bananen, die mit Wasser gemischt werden. Kräutertees lassen sich dabei recht schnell und unkompliziert in den unterschiedlichsten Varianten herstellen – eines dieser bewährten Hausmittel ist der Fliederblütentee. Für diesen reichen 50 Gramm Blüten, auf die 1 Liter kochendes Wasser gegossen wird. Nach etwa fünf Minuten werden die Blüten abgeseiht, der fertige Tee sollte dann mehrmals über den Tag verteilt getrunken werden, um eine konstante Wirkung zu entfalten. Eine eben so positive Wirkung bei Fieber hat Schwarzer Holundertee, der auf dieselbe Weise zubereitet wird oder ein Tee aus Bitterklee, Stiefmütterchen und Weidenrinde, bei dem jeweils 20 Gramm miteinander vermengt werden und ein Esslöffel der Mischung pro Tasse mit kochendem Wasser übergossen wird.

Ebenfalls sehr effektiv – wenn auch kein Tee – ist frischer Himbeersaft, der unter anderem durch seine zahlreichen Vitamine das Immunsystem stärkt und für seine schweißtreibenden Eigenschaften bekannt ist. Darüber hinaus gilt Gerstenwasser mit Honig als altes Fiebermittel: Hierfür wird 50 g Gerste mit zwei Litern Wasser so lange aufgekocht, bis sich die Wassermenge auf einen halben Liter reduziert hat. Im nächsten Schritt kommen zwei Esslöffel Honig dazu, dann das Ganze abkühlen lassen, etwas Zitronensaft dazu geben und über den Tag verteilt schluckweise trinken.

Gerade bei fiebernden Kindern sollte besonders stark darauf geachtet werden, dass diese ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Hier empfiehlt sich neben Wasser und (verdünnten) frischen Fruchtsäften insbesondere Tee in den verschiedensten Varianten, zum Beispiel ein Tee aus Lindenblüten, dem eine schweißtreibende, fiebersenkende und beruhigende Wirkung nachgesagt wird und der daher eine gute Linderung verspricht. Für eine Tasse Tee wird ein Teelöffel Lindenblüten mit kochendem Wasser übergossen und mindestens fünf Minuten ziehen gelassen. Im Anschluss die Blüten entnehmen bzw. absieben, nach Geschmack mit Honig süßen und lauwarm trinken.

Krankes Kind mit Wadenwickel
Kalte Wadenwickel helfen das Fieber zu senken. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Kalte Wadenwickel

Wickel und Umschläge haben eine lange Tradition in der Naturheilkunde und sind ein wirksames Naturheilverfahren, das normalerweise weder Nebenwirkungen noch sonstige negativen Auswirkungen hat. Wie bei allen fiebersenkenden Maßnahmen sollte sich aber auch hier im Vorhinein gefragt werden, ob eine Eindämmung des Fiebers zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll erscheint – auch hier wird meist empfohlen, erst ab 39°C (mit Ausnahme von Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen) tätig zu werden. Wichtig ist bei jeder Art von Kaltwasseranwendung, dass Körper und Füße warm sind und eine Raumtemperatur von mindestens 22°C herrscht sowie Zugluft vermieden wird und darauf geachtet wird, dass die Wickel dicht am Körper anliegen. Das Wasser sollte zudem nicht zu kalt sein, sondern etwa ein bis fünf Grad kälter als die Körper-Temperatur des Patienten. In das Wasser werden nun Baumwolltücher (zum Beispiel Küchenhandtücher) getaucht, die dann leicht ausgewrungen und locker um die Wade des Fiebernden gewickelt werden – so lange, bis sich die Tücher erwärmen. Diese werden dann entfernt und die Prozedur nach Bedarf bis zu vier Mal wiederholt – dabei sollten die kalten Wickel jedoch insgesamt nicht länger als 30 Minuten am Stück aufliegen, denn dann sollte dem Körper erst einmal Ruhe gegönnt werden.

Eine Alternative zu den kalten Wadenwickeln sind die so genannten „Nassen Strümpfe“: Hier werden Baumwollstrümpfe in kaltes Wasser gelegt, ausgedrückt und dann angezogen, darüber werden trockene Wollstrümpfe gezogen. Sobald sich die nassen Strümpfe erwärmt haben, können diese erneuert werden – auch dieser Vorgang kann einige Male wiederholt werden, bis sich das Fieber gesenkt hat.

Essigstrümpfe

Eine weitere Alternative zu den Wadenwickeln und ein ebenfalls alt bewährtes Hausmittel ist der so genannte „Essigstrumpf“. Hierfür werden fünf Teile handwarmes Wasser und ein Teil Apfelessig miteinander vermengt, in diese Tinktur wird dann ein Paar Baumwollstrümpfe getaucht, bis diese sich vollgesogen haben. Diese werden nun ausgewrungen und angezogen, möglichst bis über die Waden, dann werden trockene Socken darüber gezogen und der Patient gut zugedeckt und ruhen gelassen. Nach 45 bis 60 Minuten (bei Kindern ca. 20 Minuten) können die Strümpfe wieder ausgezogen und die Füße und Waden gut abgerubbelt werden. Falls das Fieber nicht gesunken ist, kann die Anwendung noch ein Mal wiederholt werden, allerdings erst wenn Beine und Füße wieder warm sind.

Waschungen

Gerade bei kleinen Kindern eignet sich eine Waschung gut, um hohes Fieber zu senken. Hierfür wird der Körper des Kindes mit einem Waschlappen und lauwarmen Wasser abgerieben, wobei sich die genaue Temperatur nach dem Wohlfühlgrad des Kindes richtet und etwa ein bis 10°C unter der Körpertemperatur liegen sollte. Die Waschung erfolgt dann nach einer bestimmten Reihenfolge, das bedeutet, es werden zunächst Hände, Arme, Hals, Bauch, die Seiten und der Rücken abgerieben, dann die Füße und Beine und zum Schluss das Gesäß. Die Haut sollte bei der Waschung nur angefeuchtet und nicht tropfend nass werden, dabei immer entgegen der Haarwuchsrichtung waschen, denn nur auf diesem Wege werden die Schweißperlen auch wirklich entfernt. Ist die Haarwuchsrichtung nicht erkennbar, wird in kreisenden Bewegungen gewaschen. Insgesamt sollte der Vorgang nicht länger als zwei Minuten dauern – danach möglichst nicht abtrocknen, damit eine Verdunstungskälte entstehen kann. Dann dem Kind einen Schlafanzug anziehen und warm zudecken – ergänzend kann bei guter Verträglichkeit zum Beispiel schweißtreibender Holundertee zu trinken gegeben werden. Je nach Bedarf kann eine solche Waschung zwei bis vier Mal in regelmäßigen Abständen von 30 Minuten wiederholt werden.

Pfefferminzwaschung

Eine Abwandlung der Waschung mit normalem Wasser stellt die Pfefferminzwaschung dar – ein ebenso wirkungsvolles Hausmittel, da Pfefferminze unter anderem die Kälterezeptoren der Haut anregt und dadurch ein kühlender Effekt erreicht wird. Dieses Verfahren kann bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden, wird reines Pfefferminzöl verwendet, sollte das Kind jedoch in jedem Fall mindestens sechs Jahre alt sein. Für diese Form der Waschung wird ein Teelöffel Pfefferminzblätter (zum Beispiel aus der Apotheke) mit 300 ml kochendem Wasser übergossen, dann das Ganze 10 Minuten ziehen lassen, die Blätter absieben, den fertigen Tee mit einem Liter Wasser mischen und die Waschung wie oben beschrieben durchführen. Alternativ kann auch – wie erwähnt bei Kindern ab sechs Jahren – statt der Pfefferminzblätter mit Öl gearbeitet werden. Hier werden ein bis drei Tropfen reines Pfefferminzöl mit einem Liter Wasser gemischt, wobei dies am besten in einer Flasche funktioniert, da die Mischung vor jeder Anwendung kräftig durchgeschüttelt werden muss. Die Waschung selbst erfolgt dann auch in diesem Falle wie oben beschrieben.

Absteigendes Vollbad

Sofern andere Anwendungen wie beispielsweise Wadenwickel oder Waschungen keine Wirkung zeigen, kann ein so genanntes „absteigendes Vollbad“ zur Senkung des Fiebers eingesetzt werden. Für diese Anwendung wird zunächst das Bett des Patienten vorgewärmt sowie die Wanne mit warmem Wasser gefüllt, dessen Temperatur nur etwa ein Grad unter der Körpertemperatur des Patienten liegt. Sobald der Betroffene im Wasser ist, wird nach und nach kaltes Wasser zugeführt, sodass die Wasser-Temperatur innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten auf ca. 25°C gesenkt wird. Während des Abkühlungsvorgangs wird der Körper mit einem Waschlappen oder eine leichten Massagebürste abgerieben, dadurch wird das Gefühl von Kälte abgemildert und die Wärmeabgabe gefördert. Nach 15 Minuten wird die Wanne verlassen, dann sollte sich gründlich abgetrocknet werden und sich sofort ins vorgewärmte Bett gelegt werden.

Fiebersenkende Heilpflanzen

Bei Fieber bieten sich zudem verschiedene Heilpflanzen zur Fiebersenkung und Behandlung der Fieberursachen an. Neben den Linden- und Holunderblüten, die klassischerweise für die Teezubereitung verwendet werden, gilt in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) beispielsweise die Wurzel des chinesischen Hasenohrs (lateinisch: Bupleurum chinense DC) als typisch fiebersenkende Pflanze. Diese hat einen bitteren Geschmack, wirkt kühlend und regt den Energiefluss im Leberkreislauf an – für einen Tee werden hier am Tag 3 bis 5 Gramm getrocknete Wurzeln verwendet, die in etwa 500 ml leicht siedendem Wasser 20 Minuten gekocht werden.

Die reifen Früchte des Gardenienbaumes (lateinisch: Gardenia jasminoides Ellis) finden in der TCM häufig Anwendung bei Fieber. Diese ähneln vom Aussehen her Hagebutten, haben ebenso einen bitteren Geschmack und regen den Herz- und Lungenkreis an. Zur Teezubereitung werden 3 g getrocknete Früchte wieder in etwa 500 ml leicht siedendem Wasser 20 Minuten gekocht und der fertige Tee über den Tag verteilt getrunken. Wie bei allen Heilpflanzen gilt: Immer Rücksprache mit dem Heilpraktiker oder Naturheilkundlich arbeitenden Hausarzt halten. Heilpflanzen können auch gegenteilige Wirkungen zeigen oder sogar toxisch wirken.

Homöopathische Mittel bei Fieber

Auch die Homöopathie bietet sehr viele pflanzliche Mittel bei Fieber, wobei das passende Mittel, die genaue Anwendung sowie die Dosierung von Person zu Person unterschiedlich sein kann und daher unbedingt mit einem entsprechenden Experten abgestimmt werden muss. Generell gehört zu den häufig in der Homöopathie eingesetzten Pflanzen zum Beispiel der Eisenhut (latenisch Aconitum napellus), der zwar sehr giftige Alkaloide enthält, als homöopathisches Mittel jedoch speziell geeignet ist bei plötzlich auftretendem Fieber in Verbindung mit unruhigem Schlaf und bellendem trockenem Husten. Ebenso wird dem aus der Tollkirsche (lateinisch: Atropa belladonna) hergestellten homöopathischen Mittel Belladonna eine hilfreiche Wirkung bei Fieber nachgesagt. So wird Belladonna als Globuli oder Tropfen verabreicht, denn als Pflanze selbst ist die Tollkirsche aus der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse sehr giftig, hier können für Kinder bereits 3 bis 4 Beeren tödlich sein. Weitere homöopathischen Mittel, die bei Fieber häufig zum Einsatz kommen sind Eupatorium perfoliatum, Ferrum phosphoricum und Gelsemium. (nr)

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Bild 1: Maria Lanznaster / pixelio.de