Eisenmangel äußert sich mit Müdigkeit

Heilpraxisnet

Eisenmangel sorgt für Müdigkeit

29.09.2014

Müdigkeit, Schwindel, Gesichtsblässe: Alle diese Symptome können auf einen Eisenmangel hinweisen. Wenn man zu wenig von diesem Spurenelement im Körper hat, sollte man seine Ernährung umstellen. Doch Vorsicht: Auch zu viel Eisen kann ungesund sein.

Eisenmangel hat erhebliche gesundheitliche Auswirkungen
Chronische Müdigkeit, beeinträchtigte Leistungsfähigkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder Gesichtsblässe: Ein Eisenmangel macht sich oft zunächst durch unspezifische Beschwerden bemerkbar. Ein Mangel an diesem Spurenelement kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die Ursachen dafür können etwa „in der Ernährungsweise, einer zu geringen Eisenresorption im Körper oder einem starken Blutverlust liegen“. Viele Betroffenen bekommen das Problem durch Hausmittel bei Eisenmangel, wie etwa durch eine Ernährungsumstellung, in den Griff.

Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de

Popeye – der starke spinatessende Matrose
Darin wird Bezug genommen auf Popeye, den Matrosen, der durch Spinat übermenschliche Kräfte bekommt. Die Comic-Figur hat sicher dazu beigetragen, dass viele Menschen bereits im Kindesalter wussten, dass Spinat die Muskulatur stärkt. Das Spurenelement Eisen spielt eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit. So ist zu lesen, dass es der Organismus für den Sauerstofftransport braucht, für diverse Stoffwechselvorgänge, die Energieversorgung der Zellen sowie für ein schlagkräftiges Immunsystem. Eisen ist Bestandteil verschiedener Enzyme, unter anderem auch eines, welches den Neurotransmitter Dopamin im Gehirn herstellt. Dieser Nervenbotenstoff ist im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit, Schlafen, Lernen, motorischer Aktivität, Verhalten und Stimmung von Bedeutung. Bei einem Eisenmangel wird demnach weniger Dopamin produziert. „Wenn dem Körper Eisen fehlt, kann es bei den Betroffenen zu zahlreichen Symptomen kommen“. Neben den eingangs beschriebenen Beschwerden treten bei manchen Patienten auch eingerissene Mundwinkel, brüchige Fuß- und Fingernägel, stumpfe Haare oder Haarausfall, Kälteempfindlichkeit oder depressive Verstimmungen auf.

Ernährung von Vegetariern und Veganern
„Rund 30 bis 50 Prozent aller menstruierenden Frauen haben wegen des regelmäßigen Blutverlustes einen Eisenmangel“, erklärte der Biochemiker und Mediziner Peter Nielsen, Leiter der Eisenstoffwechselambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, gegenüber „Spiegel Online“. Einen wachstumsbedingten Eisenmangel hätten zudem viele Kinder und Jugendliche zwischen eineinhalb und drei Jahren sowie zwischen 12 und 14 Jahren. Bei Menschen mit Adipositas könne das vergrößerte Fettgewebe im Bauchraum dazu führen, dass vermehrt Entzündungsstoffe ausgeschüttet werden und der Körper infolgedessen weniger Eisen aufnimmt. Ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel haben dem Artikel zufolge zudem Ausdauersportler, ältere Menschen, Menschen mit verletzungsbedingt hohem Blutverlust oder mit chronischen Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, sowie Vegetarier und Veganer. Dies habe damit zu tun, dass Läufer oft wenig Fleisch essen würden, um tierische Fette einzusparen und Senioren sich mitunter schlecht ernähren würden. Bei einer fleischfreien Ernährung fehle das darin enthaltene Eisen. „Vegetarier und Veganer sollten ihre Ernährung sehr sorgfältig und intelligent zusammenstellen. Dann muss es nicht zum Eisenmangel kommen“, so Nielsen. Allerdings kamen Studien in den vergangenen Jahren immer wieder zu dem Ergebnis, dass ein entsprechendes Risiko für Vegetarier wesentlich geringer ist, als oft angegeben. Neben einer angepassten Ernährungsweise kann man einem Eisenmangel mit den Mitteln der Natur begegnen. Beispielsweise können dabei Pflanzenzubereitungen mit Bitterstoffen, wie Schwedenkräuter, Abhilfe schaffen.

Zu viel Eisen ist auch ungesund
Doch nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Eisen im Körper ist ungesund. Ein erhöhter Eisenwert kann sich unter anderem durchMüdigkeit, Reizbarkeit, Gelenkschmerzen, Impotenz oder ausbleibende Regelblutung, Leberschädigung, Diabetes, Herzrhythmusstörungen und eine metallisch-graue Hautfärbung bemerkbar machen. „Etwa einer von 300 Menschen in Deutschland leidet an der häufigsten Ursache für Eisenüberladung, der hereditären Hämochromatose, einer erblichen Eisenspeicherkrankheit“ erläuterte Nielsen. Die Eisenaufnahme aus der Nahrung wird in der Regel durch körpereigene Schutzmechanismen gedrosselt, da überschüssiges Eisen zu oxidativem Stress in den Zellen führen kann. „Aber keine Sorge, bei leicht erhöhten Eisenwerten verfügen die Zellen über antioxidative Schutzsysteme. Erst bei höheren Eisenwerten werden die Zellen geschädigt“, so Nielsen. Zudem bildet die Leber eigens ein Hormon, welches die Eisenaufnahme drosselt. Dieser Mechanismus fehlt jedoch bei Menschen mit der Eisenspeicherkrankheit genetisch bedingt.

Zu viel Fleisch kann zu Beschwerden führen
Dadurch wird zu viel Eisen aus der Nahrung aufgenommen und zunächst vor allem in der Leber, später auch in anderen Organen wie der Bauchspeicheldrüse und in den Gelenken abgelagert. In Folge davon treten rheumaähnliche Gelenkbeschwerden auf und der Zuckerstoffwechsel wird zunehmend gestört. „Glücklicherweise werden nur relativ wenige der von Hämochromatose betroffenen Menschen richtig krank“, so Nielsen. Die Beschwerden treten meist im Alter von 40 bis 50 Jahren auf. „Mitunter haben aber auch bereits junge Menschen ausgeprägte Symptome, vor allem, wenn sie viel Fleisch essen.“ Als Behandlung bietet sich dabei ein Aderlass an, der die Blutnachbildung anregt, die Eisen verbraucht. Der Patient wird bei Behandlungsbeginn – auch im Rahmen einer Blutspende – für bis zu eineinhalb Jahre alle ein bis zwei Wochen um etwa 500 ml Blut erleichtert, um die Eisenwerte zu normalisieren. Im Anschluss beginnt die Erhaltungstherapie, also drei bis vier Aderlässe im Jahr, um die Eisenwerte niedrig zu halten. Nielsen erläuterte abschließend: „Neuerdings kommen zahlreiche übergewichtige Menschen wegen ihrer erhöhten Eisenwerte mit Verdacht auf Hämochromatose zu uns. Viele dieser Menschen haben ganz einfach durch die großen, zumeist fleischreichen Nahrungsmengen viel zu viel Eisen aufgenommen, und offenbar arbeitet bei ihnen leberbedingt die Eisendrosselung nicht mehr richtig. Eine Hämochromatose haben sie aber nicht.“ (ad)

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