Afterjucken

Jucken am After

Jucken am After (Afterjucken) stellt ein gar nicht seltenes Problem dar, obgleich darüber nicht viel gesprochen wird. Vor allem Männer sind vom mehr oder weniger starken Afterjuckreiz betroffen, hinter dem sich eine Vielzahl von verschiedenen Ursachen verstecken können, die vom Genuss bestimmter Nahrungsmittel über Stress bis hin zu organischen Erkrankungen reichen. Leiden Kinder an Jucken am After, stecken häufig Wurmerkrankungen dahinter.

Afterjucken:
Jucken am After
Synonyme
Beschwerden und Entstehungsfaktoren
Behandlung von Jucken am After

Synonyme

Afterjucken; juckender After; Analpruritus; Pruritus ani; Analjuckreiz; Jucken im Analbereich; anal itching, jucken am Po, Juckender Hintern.

Beschwerden und Entstehungsfaktoren

Das Afterjucken beginnt meist direkt am Anus und kann sich über den Damm bis zum männlichen Hoden bzw. den weiblichen Schamlippen ausbreiten, sodass es zusätzlich zu Hoden-, bzw. Scheidenjucken kommt. Bei hartnäckigem Jucken am After, wird häufig durch Kratzen Linderung gesucht. Dies kann zu Blutungen und schmerzhaften Wunden führen.

Der Analbereich bietet gute Voraussetzungen um Hautjucken hervorzubringen. Es liegen –genau wie im Genitalbereich- Hautteile übereinander, die Falten entstehen lassen. In diesen Hautfalten bilden sich feuchtwarme und sauerstoffarme Areale, die zu Aufquellungen und Rissen der Haut führen. Eine zusätzliche Keimbesiedelung wird weiterhin durch Kontakt mit Stuhl, Urin, Ausfluss und Sperma begünstigt. Diese Voraussetzungen verstärken sich nocheinmal bei einem ausgeprägtem Übergewicht (Adipositas).

Ursachen für Jucken am After

Nahrungsmittel, die zu Afterjucken führen können, sind etwa scharfe Gewürze (Chili, Senf), Zitrusfrüchte oder Tomaten, wobei aber auch zahlreiche andere Lebensmittel in Frage kommen.

Bei Frauen wird die Ursache für das Jucken im Analbereich insbesondere in einer hormonellen Umstellung gesehen, die nach der Menopause mit einem erniedrigten Östrogenspiegel einhergeht. Manchmal wird bei den Betroffenen ein Mangel an Vitaminen (B + A) im Blut festgestellt. Auch erhöhte Blutzuckerwerte im Rahmen eines (beginnenden) Diabetes mellitus sind möglich.
Unverträglichkeiten bzw. Allergien gegenüber Waschmitteln, Wäschematerialien und Kosmetika kann bei der Verursachung von Afterjucken ebenso eine Rolle spielen, wie eingefärbtes Toilettenpapier oder mangelnde Hygiene.

Stark verschmutzte Unterwäsche kann ein Hinweis auf ein vorhandenes Analekzem sein. Dieses kann u.a. auch von ernsthaften Erkrankungen, z.B. Proktitis, Analpolypen, Rektumpolypen oder einem Perianalkarzinom verursacht werden.
Im Rahmen weiterer Hautkrankheiten können das seborrhoische Ekzem sowie die perianale Psoriasis auftreten. Letztere kann ausschließlich die Analregion betreffen und dort anstelle der typischen Hautschuppen einen weißlichen Belag entstehen lassen, der einer Pilzinfektion ähnelt. Ebenso führen kleine Einrisse in der Haut (Analfissuren) sowie innere und äußere Hämorrhoiden oftmals zu quälendem Afterjucken.

Es können auch Infektionen mit Krätzemilben, Pilzen oder Madenwürmer zugrunde liegen. Die Madenwürmer (Oxyuren) kommen besonders bei Kindern im Schulalter vor und rufen bei ihnen hauptsächlich am Abend und in der Nacht starken Juckreiz hervor.
Juckreiz kann auch als vegetative Reaktion auf schlecht verarbeiteten Stress entstehen, was meist erst nach Ausschluss von organischen Erkrankungen in Betracht gezogen wird.

Behandlung von Jucken am After

Therapie von Jucken am After: Bei Juckreiz im Analbereich ist die eigene Körperhygiene zu überprüfen. Nach jedem Stuhlgang sollte der After gründlich gereinigt werden, wobei ungefärbtes, weiches Toilettenpapier ohne Parfum vorzuziehen ist. Auch Waschmittel und Weichspüler sollten versuchsweise (durch unparfümierte Produkte) ausgetauscht werden. Ob die Nahrung eine Rolle spielt, lässt sich testen, indem zeitweise auf reizende Lebensmittel wie scharfe Gewürze, Kaffee, Alkohol und Zitrusfrüchte verzichtet wird.

Auch ein Vitaminmangel kann über eine veränderte Ernährung oder mit Vitaminpräparaten ausgeglichen werden. Bleibt das Jucken bestehen, müssen ernste Erkrankungen diagnostisch ausgeschlossen und die Ursache für das Jucken am After gefunden werden. Sowohl in der konventionelle Behandlung als auch in der Therapie mit Naturheilverfahren sollten sich die Maßnahmen gezielt auf die Grunderkrankung (z.B. Diabetes mellitus, Hämorrhoiden) richten.