Afterjucken: Jucken am After

Fabian Peters

Wenn der After juckt: Ursachen und Hilfe bei Afterjucken

Afterjucken kann als kurzfristiges harmloses Symptom auftreten, dass unmittelbar nach dem Kratzen oder auch von alleine wieder nachlässt. Doch entwickelt sich bei verschiedenen, zum Teil durchaus schwerwiegenden Erkrankungen, ebenfalls ein unangenehmes Brennen und Jucken im Analbereich. Das Jucken am After sollte daher bei wiederholtem Auftreten dringend ärztlich überprüft werden. Allgemein ist Afterjucken ein relativ verbreitetes Beschwerdebild, über das die meisten Betroffene jedoch nur ungern sprechen. Eine Vielzahl verschiedener Ursachen kann das Jucken bedingen, die vom Genuss bestimmter Nahrungsmittel über Stress bis hin zu organischen Erkrankungen reichen. Leiden Kinder an intensivem Juckreiz im Analbereich, ist häufig eine Wurmerkrankungen der Auslöser.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Symptomatik des Pruritus ani
Ursachen von Afterjucken
Diagnosestellung
Behandlung des Pruritus ani
Naturheilkunde bei Afterjucken

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Definition

Afterjucken beschreibt einen Beschwerdebild, dass durch einen intensiven Juckreiz im Analbereich gekennzeichnet ist. Der medizinische Fachbegriff für derartige Beeinträchtigungen lautet Pruritus ani. Häufig werden die Bezeichnungen Afterbrennen und Jucken zur Beschreibung des gleichen Beschwerdebildes verwendet, da mit dem Brennen ein Juckreiz einhergeht und das Jucken beziehungsweise anschließendes Kratzen zu Afterbrennen führt.

Anus: Beschwerden oder Schmerzen am oder im After haben unterschiedliche Ursachen.
Anus-Beschwerden sowie Schmerzen am oder im After können unterschiedliche Ursachen haben. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Symptomatik des Pruritus ani

Es zeigen sich starker Juckreiz direkt am Anus, der sich im weiteren Verlauf jedoch über den Damm bis zum männlichen Hoden beziehungsweise den weiblichen Schamlippen ausbreiten kann, sodass es zusätzlich zu Hoden- beziehungsweise Scheidenjucken kommt. Die meisten Betroffenen geben dem Juckreiz nach und versuchen sich durch Kratzen Linderung zu verschaffen, was zwar kurzfristig durchaus erfolgreich sein kann, doch langfristig zu einer erheblichen Verschlechterung des Beschwerdebildes führt. Denn durch die Verletzungen der Haut, die beim Kratzen entstehen, wird die Entwicklung eines sogenannten Analekzems (Juckender Hautausschlag im Analbereich) begünstigt. Hautirritationen, Brennen und Juckreiz nehmen hierbei deutlich zu. Die Intensität und Dauer kann entsprechend den zahlreichen unterschiedlichen Ursachen deutlich variieren. Leiden einige Patienten nur kurz unter den unangenehmen Beschwerden, quält andere über Tage ein anhaltender starker Juckreiz, häufig in Verbindung mit einem äußerst schmerzhaften Brennen. Bei den verschiedenen Auslösern des Afterbrennens sind zahlreiche weitere Begleitsymptome zu beobachten, die anschließend im Zusammenhang mit den jeweiligen Ursachen eingehender erläutert werden.

Ursachen von Afterjucken

Das Spektrum der möglichen Auslöser eines Pruritus ani reicht von relativ harmlosen allergischen Reaktionen und hygienischen Mängeln über lokale Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten bis hin zu sogenannten anorektalen Erkrankungen (Mastdarm und After betreffende Erkrankungen). Auch sind Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder Funktionsstörungen der Nieren als Ursache für Hautirritationen im Analbereich und entsprechendes Afterjucken zu nennen.

Hygienemängel, mechanische Reizungen, Lebensmittel
Allgemein begünstigen die Voraussetzungen im Analbereich das Auftreten von Hautjucken. Es liegen –genau wie im Genitalbereich – Hautteile übereinander, die Falten entstehen lassen. In diesen Hautfalten bilden sich feuchtwarme und sauerstoffarme Areale, die zu Aufquellungen und Rissen der Haut führen und gleichzeitig gute Ausgangsbedingungen für die Vermehrung von Keimen bieten. Eine zusätzliche Keimbesiedelung wird durch den Kontakt mit Stuhl, Urin, Ausfluss und Sperma begünstigt. Diese Ausgangsbedingungen verschlechtern sich zusätzlich bei ausgeprägtem Übergewicht (Adipositas).

Eine gründliche Analhygiene ist angesichts der beschriebenen Voraussetzungen von besonderer Bedeutung. Denn bleiben aufgrund unzureichender Analhygiene Stuhlreste im Analbereich zurück, kann dies leicht zu entzündlichen Hautirritationen der Analhaut (Anoderm) führen, die einen brennenden Juckreiz mit sich bringen. Allerdings ist auch eine Übermaß der Hygiene als mögliche Ursache des Afterjuckens bekannt. Zum Beispiel reagiert die empfindliche Analschleimhaut besonders sensibel auf den Kontakt mit Inhaltsstoffen von Seifen und Cremes. Deren Verwendung kann demnach zu erheblichen Hautirritationen im Analbereich führen. Gleiches gilt für bedrucktes und parfümiertes Toilettenpapier. Die Haut zeigt dabei eine Art allergische Reaktion, weshalb hier vom kontaktallergischen Analekzem die Rede ist. Dieses kann auch auf eine Allergie gegen Waschmittel oder das Unterwäschematerial zurückgehen.

Mechanische Reizungen des Anoderms und entsprechendes Jucken können zum Beispiel durch die Verwendung eines zu rauen Toilettenpapiers oder ungeeignete Unterwäsche entstehen. Dabei wird die Oberfläche der Haut leicht geschädigt, was anschließend die Entwicklung entzündlicher Prozesse begünstigt. Zwar lassen sich die mechanischen Reizungen durch raues Toilettenpapier zum Beispiel mit der Verwendung von feuchtem Toilettenpapier vermeiden, dies ist allerdings oftmals mit Duft- und Konservierungsstoffen angereichert, was wiederum die Entstehung eines kontaktallergischen Analekzems fördert. Weitere Ursachen für die mechanischen Reizungen im Analbereich sind Wandern und langes Radfahren.

Jeder der schon einmal richtig scharf gegessen hat, weiß, dass auch die Ausscheidung von Chili und Co. zu einem unangenehmen Brennen und Juckreiz im Analbereich führen kann. Neben den scharfen Gewürzen sind Zitrusfrüchte, Tomaten und zahlreiche weitere Lebensmittel als mögliche Ursachen für kurzfristiges Afterjucken und -brennen bekannt. Hier lassen die Beschwerden jedoch in der Regel von alleine nach, sobald die aufgenommenen Lebensmittel vollständig ausgeschieden wurden.

Hämorrhoiden / Hämorriden
Viele Menschen leiden unter einem Hämorrhoidalleiden, das eine krankhafte Veränderung der ringförmigen Gefäßpolster um den After beschreibt. Diese sogenannten Hämorrhoiden dienen dem Feinverschluss des Anus. Sie verhindern das unwillkürliche Austreten von Stuhl und Sekret. Wird das Gewebe der Gefäßpolster geschwächt, wie diese im zunehmenden Alter ohnehin der Fall ist, entstehen mitunter krankhaften Vergrößerung der Hämorrhoiden und sogenannte Hämorrhoidalknoten, die auch nach außen treten können. Da der Verschluss des Afters nur noch unzureichend funktioniert, tritt vermehrt Sekret aus, was wiederum zu entzündlichen Hautveränderungen beziehungsweise der Entwicklung eines Analekzems führen und auf diese Weise das Afterjucken bedingen kann. Bei einem Hämorrhoidalleiden zeigen sich nach dem Stuhlgang oftmals Blutrückstände auf dem Toilettenpapier und auch auf der Oberfläche des Stuhls können Blutrückstände sichtbar werden.

Analfissuren
Einrisse der Analschleimhaut, auch Analfissuren genannt, sind in erster Linie äußerst schmerzhaft und weniger von Afterjucken begleitet. Verursacht werden sie zum Beispiel durch eine zu harte Stuhlkonsistenz bei bereits geschwächter Gewebestruktur der Analschleimhaut. Auch können bestimmte Sexualpraktiken wie das anale Einführen von Vibratoren oder Analverkehr die Einrisse des Anoderms bedingen. Insbesondere während und nach dem Stuhlgang leiden die Betroffenen an einem extrem schmerzhaften Brennen im Bereich der offenen Wunde, was zu Verkrampfungen und Behinderungen der Stuhlabgabe führen kann. Heilt die Analfissur mit der Zeit ab, wird dies oftmals von einem starken Juckreiz begleitet. Kratzen kann jedoch zu einer Wiederöffnung der Wunde führen und sollte daher möglichst unterlassen werden. Auf dem Toilettenpapier sind bei einer Analfissur oftmals – ähnlich wie bei den Hämorrhoidalleiden – hellrote Blutrückstände zu beobachten.

Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind oft Ursache für Schmerzen und Jucken am After. (Bild: ellepigrafica/fotolia.com)

Infektionen
Lokale Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren können ebenfalls Auslöser von Jucken am After sein. Die Erreger befallen dabei die oberen Hautschichten und führen hier zu entsprechenden Hautirritationen, meist in Form eines Hautausschlags mit Rötungen, Pusteln, Bläschen und Schuppenbildung. Zu den Bakterien, die entsprechende Infektionen im Analbereich hervorrufen können, zählen zum Beispiel Streptokokken und Staphylokokken. Virale Infektionen im Genital- und Analbereich, die ein unangenehmes Jucken mit sich bringen können, gehen häufig auf sogenannte humane Papillomviren (Auslöser der Feigwarzen) zurück. Pilzinfektionen und entsprechender Hautausschlag werden meist durch eine pathologische Vermehrung des Hefepilzes Candida albicans ausgelöst. Durch die Verletzungen beim Kratzen kann sich das Beschwerdebild der lokalen Infektionen deutlich verschlechtern, da die Erreger über offene Wunde in tiefere Hautschichten gelangen. Schlimmstenfalls droht den Patienten bei einer massiven Ausweitung der Infektion eine lebensgefährliche Blutvergiftung.

Auch parasitäre Infektionen sind als mögliche Ursachen zu nennen, wobei hier insbesondere die sogenannten Madenwurminfektionen eine hervorgehobene Rolle spielen. Der Juckreiz wird bei einer Infektion mit Madenwürmern durch die Eiablage der weiblichen Madenwürmer im Umfeld des Afters bedingt. Normalerweise leben die Tiere im Darm und verlassen diesen nur, um ihre Eier im Anusbereich zu platzieren. Neben dem Afterjucken sind bei einer schweren Madenwurminfektion Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall und unter Umständen rektale Blutungen zu beobachten. Hinzu kommen Beschwerden einer Blinddarmentzündung wie Appetitlosigkeit, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Beim Kratzen können die hochinfektiösen Eier an den Fingern haften bleiben, was eine erhöhte Ansteckungsgefahr für das Umfeld mit sich bringt und eine erneute orale Aufnahme der Eier durch die Betroffenen begünstigt. Zudem wird die Haut durch das Kratzen verletzt, was entzündliche Prozesse und Sekundärinfektionen nach sich ziehen kann. Weitere Parasiten, die eine Infektion im Analbereich und entsprechendes Afterjucken verursachen können, sind zum Beispiel Krätzemilben.

Weitere Ursachen des Afterjuckens
Zahlreiche weitere Faktoren können den Juckreiz am After hervorrufen, sie sind jedoch deutlich seltener als die bereits genannten Auslöser. Beispielsweise geht der Juckreiz mitunter auf eine Mariske (anatomische Besonderheit; Analfalte) oder eine erbliche Hautkrankheiten wie beispielsweise Morbus Darier zurück. Auch nicht-erbliche Hauterkrankungen (zum Beispiel Lichen sclerosus) können Ursache des Afterjuckens sein. Als weitere Hautkrankheiten, die ein unangenehmes Afterjucken mit sich bringen, sind das seborrhoische Ekzem sowie die perianale Psoriasis (Schuppenflechte im Analbereich) zu erwähnen. Letztere verursacht anstelle der normalerweise typischen Hautschuppen einen weißlichen Belag, der einer Pilzinfektion ähnelt.

Darüber hinaus ist Afterjucken vermehrt im Zusammenhang mit Erkrankungen zu beobachten, bei denen chronische Durchfälle zum Krankheitsbild gehören, wie beispielsweise bei Morbus Crohn. Proktologische Erkrankungen wie Analpolypen, Rektumpolypen und Krebserkrankungen wie ein Perianalkarzinom oder ein anorektales Melanom sind ebenfalls als mögliche Auslöser des Afterjuckens zu nennen.

Frauen leiden vermehrt im Zuge der hormonellen Umstellung beziehungsweise der Absenkung des Östrogenspiegels nach der Menopause. Auch kann der Juckreiz gelegentlich im Zusammenhang mit einem Mangel an Vitaminen (B + A) im Blut auftreten. Lassen sich keine körperlichen Ursachen feststellen, ist von einem „idiopathischen Afterjucken“ die Rede. Hier wird auch ein Zusammenhang mit psychischen Belastungen beziehungsweise Stress vermutet.

Diagnosestellung

Anhaltender oder wiederholt auftretender Juckreiz im Analbereich sollte von einem Facharzt beziehungsweise Proktologen überprüft werden. Da den Beschwerden eine Vielzahl von Ursachen zugrunde liegen können, werden zunächst im Rahmen einer ausführlichen Anamnese sämtliche Symptome abgefragt, um hier bereits eine erste Eingrenzung des Beschwerdebildes zu ermöglichen. Es folgt eine proktologische Untersuchung, bei der die Haut der Analregion genauer unter die Lupe genommen, der Anus abgetastet und gegebenenfalls eine endoskopische Proktoskopie durchgeführt wird. Möglicherweise vorliegende Hämorrhoidalleiden, Analfissuren und verschiedene andere proktologische Erkrankungen lassen sich auf diese Weise in der Regel bereits eindeutig diagnostizieren. Zeigt sich ein infektiöser Hautausschlag im Analbereich, kann ein Abstrich mit anschließender Laboruntersuchung dem Nachweis der Bakterien, Viren oder Pilze dienen. Anhand einer Stuhlprobe lässt sich eine Madenwurminfektion feststellen und eine Blutuntersuchung liefert wichtige Hinweise auf möglicherweise vorliegenden Vitaminmangel und systemische Erkrankungen. Eine sogenannte Rektoskopie und die Entnahme einer Gewebeprobe wird zum Beispiel bei Verdacht auf eine Krebserkrankung durchgeführt.

Behandlung des Pruritus ani

Unabhängig von den Ursachen gilt, dass Kratzen – trotz des Juckreizes – vermieden werden sollte, da ansonsten eine Verschlechterung des Beschwerdebildes droht. Darüber hinaus sind weitere therapeutische Maßnahmen grundsätzlich an den Ursachen der Beschwerden auszurichten. Liegen dem Pruritus ani zum Beispiel allergische Reaktionen auf Kosmetika und Hygieneprodukte zugrunde, lässt sich in der Regel durch einen Verzicht auf die entsprechenden Produkte und/oder eine Umstellung der Analhygiene ein Abklingen der Beschwerden erreichen. Akute entzündliche Hautirritationen werden in der Schulmedizin oftmals mit Glucocorticoiden behandelt, diese bergen jedoch insbesondere bei längerer Anwendung ein erhebliches Nebenwirkungsrisiko. Eine längerfristige Therapie entzündlicher Hauterkrankungen im Analbereich erfolgt daher meist mit schonenderen Arzneien, wie beispielsweise Salben auf Basis von Ammoniumbituminosulfonat.

Erkrankungen der Hämorrhoiden werden oftmals zunächst mit sogenannten Hämorrhoidenmitteln (Hämorrhoidalia) therapiert, welche zum Beispiel in Form von Zäpfchen, Salben, Cremes, Mulleinlagen oder Analtampons in der Apotheke erworben werden können. Ihre Wirkung ist jedoch in der Fachwelt durchaus umstritten und von einer Eigentherapie ohne ärztliche Unterstützung wird dringend abgeraten. Mit Hilfe einer Ernährungsumstellung kann Einfluss auf die Stuhlkonsistenz genommen werden, um den Druck auf die Hämorrhoiden beim Stuhlgang zu verringern. Ein hoher Ballaststoffanteil und ausreichend Flüssigkeitsaufnahme tragen hier zu einer weicheren Stuhlkonsistenz bei .Generell sollten Betroffene starkes Pressen beim Stuhlgang möglichst vermeiden. Schwere Fälle eines Hämorrhoidalleidens machen einen ambulanten oder gar einen stationären Eingriff erforderlich.

Auch bei der Behandlung von Analfissuren ist in der Regel eine Ernährungsumstellung vorgesehen, um eine weichere Stuhlkonsistenz zu erreichen und die Belastung der Analschleimhaut beim Stuhlgang möglichst gering zu halten. Bei starken Schmerzen können Salben mit Lokalanästhetika zur Linderung eingesetzt werden. Zudem stehen weitere Salben für die lokale Anwendung zur Verfügung, die eine Entspannung des Schließmuskels ermöglichen sollen. Innerhalb von maximal zwei Monaten heilen die Analfissuren bei entsprechender Versorgung und gründlicher Analhygiene in der Regel vollständig ab. Ist dies nicht der Fall, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Bakterielle Hautinfektionen im Analbereich werden meist mit der äußerlichen Anwendung von antibiotischen Mitteln behandelt, gegen Pilzinfektionen kommen Antimykotika zum Einsatz und gegen virale Infektionen können sogenannte Virostatika oder Zytostatika angewandt werden. Die viralen Infektionen sind jedoch deutlich schwerer therapierbar, als die bakteriellen Infektionen und Pilzinfektion, da die Arzneien oftmals nicht die gewünschte Effektivität zeigen. Dennoch stehen die Heilungschancen bei den infektiösen Hautkrankheiten im Bereich des Afters insgesamt relativ gut.

Gegen parasitäre Infektionen mit Madenwürmern werden sogenannte Anthelminthika (Wurmmittel) verabreicht, die ein Absterben der Würmer bewirken sollen. Eine besonders gründliche Hygiene mit mehrmaligem Wechseln der Unterwäsche am Tag ist ebenfalls Vorgabe der Therapie, um Re-Infektionen zu vermeiden. Auch sollten die Fingernägel kurz geschnitten werden, damit hier keine Eier der Madenwürmer haften bleiben können. Des Weiteren kann ein tägliches Wechseln der Bettwäsche angebracht sein. Sämtliche möglicherweise mit Madenwürmern kontaminierte Wäsche sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um ein Absterben der Wurmeier sicherzustellen.

Entsprechend den zahlreichen möglichen Ursachen des Afterjuckens kommen etliche weitere Behandlungsansätze zum Tragen, die von der Anwendung entzündungshemmender und heilungsfördernder Salben bei Analekzemen über operative Eingriffe bei Marisken und Tumoren bis hin zur Strahlentherapie bei schwer therapierbaren Krebserkrankungen reichen. Welche Maßnahmen am Ende erforderlich werden, hängt maßgeblich von dem individuellen Beschwerdebild der Patienten ab.

Naturheilkunde

Gegen viele Ursachen des Afterjuckens hält die Naturheilkunde durchaus effektive Mittel und Maßnahmen parat. Zum Beispiel werden Hautirritationen im Analbereich häufig auf pflanzlicher Basis mit Salbe aus Ringelblumen, Rosskastanien und Arnika therapiert. Ringelblumensalbe hat ich auch gegen Hämorrhoiden bewährt. Gleiches gilt für Sitzbäder aus Kamille, Zinnkraut und Eichenrindenextrakt sowie Extrakte der Zaubernuss (Hamamelis). Die Naturheilkunde bezieht gemäß ihrem ganzheitlichen Einsatz jedoch auch weitere Aspekte, wie eine möglicherweise vorliegende Übersäuerung des Organismus und Verdauungsbeschwerden (zum Beispiel Verstopfung) in die Behandlung mit ein. Als homöopathische Mittel werden gegen Hämorrhoiden zum Beispiel die Wirkstoffe Aloe, Aesculus und Nux vomica eingesetzt. Gegen Analfissuren greift dir Homöopathie auf Ratanhia zurück. Sulfur soll als homöopathisches Mittel allgemein gegen das Afterjucken wirken. Die sogenannte Orthomolekulare Medizin kommt in der naturheilkundlichen Therapie vermehrt zum Einsatz, wenn ein Zusammenhang des Afterjuckens mit einem Vitaminmangel vermutetet wird. Stehen die Beschwerden mit psychischen Faktoren im Zusammenhang, kann das Erlernen von Entspannungstechniken (zum Beispiel Autogenes Training) einen wichtigen Bestandteil der Therapie bilden. Bei viele Fällen der schwerwiegenden proktologischen Erkrankungen bietet die Naturheilkunde jedoch lediglich Möglichkeiten zur Unterstützung der schulmedizinischen Therapie. (fp)


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