Ursachen Hautausschlag

Bei Masern kann das Abheilen des Ausschlags mit einem verstärktem Juckbedürfnis einhergehen. (Bild: miamariam/fotolia.com)
Heilpraxisnet
Die Ursachen des juckenden Ausschlags sind ebenso vielseitig, wie seine verschiedenen Erscheinungsformen. Dabei kommen Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen, Allergien und andere Hautkrankheiten, aber auch psychische Probleme und Stress als Auslöser der Hautirritationen in Betracht.

Hautausschlag bei Infektionskrankheiten

Verschiedene Infektionskrankheiten führen zu einen juckenden Ausschlag, der sich abhängig von den Erkrankungen in seiner Effloreszenz und den Begleitsymptomen deutlich unterscheiden kann. Zu den bekanntesten Infektionskrankheiten, die einen akuten Hautausschlag mit sich bringen, zählen Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken und Syphilis.

Windpocken zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind hochansteckend. Kennzeichnend für die Viruserkrankung ist ein juckender Ausschlag mit rot umrandeten Bläschen. (Bild: meryll/fotolia.com)
Windpocken zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind hochansteckend. Kennzeichnend für die Viruserkrankung ist ein juckender Ausschlag mit rot umrandeten Bläschen. (Bild: meryll/fotolia.com)

Windpocken

Die durch das Varizella-Zoster-Viren ausgelösten Windpocken verursachen kurze Zeit nach der Infektion einen Hautausschlag mit rot umrandeten, juckenden Bläschen vor allem im Bereich des Rumpfes, im Gesicht und auf der Kopfhaut. Im späteren Krankheitsverlauf erreicht die Hautveränderung auch die Gliedmaßen. Mit der Zeit platzen die Bläschen auf und geben eine helle Flüssigkeit frei. Anschließend bildet sich eine hellbraune Kruste, die sich im weiteren Verlauf von der Haut löst.

Die Varizella-Zoster-Viren verbleiben nach überstandener Erkrankung im Organismus und können unter Umständen im späteren Lebensverlauf eine Gürtelrose (Herpes Zoster) hervorrufen. Diese äußert sich in einem juckenden, schmerzhaften Ausschlag mit verstärkter Bläschenbildung, der örtlich begrenzt meist im Bereich des Brustkorbs, Rückens, der Arme oder Beine auftritt. Auch hier platzen die Bläschen nach einiger Zeit auf und setzten die enthaltenen Flüssigkeit frei. Über den Kontakt mit der Flüssigkeit können die Viren übertragen werden, so dass Vorsicht geboten ist.

Masern und Röteln

Bei Masern setzt der Ausschlag meist erst im späteren Krankheitsverlauf ein, beginnt hinter den Ohren und überzieht anschließend den ganzen Körper mit einer rötlichen fleckig-knotigen Struktur. Dabei können sich auch relativ große zusammenhängende rote Flecken zeigen. Normalerweise sind die Irritationen nicht von Juckreiz begleitet und nach spätestens fünf Tagen wieder verschwunden. Gelegentlich sind noch einige Zeit danach Schuppen auf der Haut zu erkennen.

Mit dem Abheilen der Hautveränderungen und der Schuppenbildung tritt unter Umständen ein erhöhtes Kratzbedürfnis auf. Neben dem Ausschlag sind bei einer Infektion mit Masernviren typischerweise Symptome wie Schnupfen, Atemwegsentzündungen, Bindehautentzündungen, hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu verzeichnen.

Bei Masern kann das Abheilen des Ausschlags mit einem verstärktem Juckbedürfnis einhergehen. (Bild: miamariam/fotolia.com)
Bei Masern kann das Abheilen des Ausschlags mit einem verstärktem Juckbedürfnis einhergehen. (Bild: miamariam/fotolia.com)

Bei Röteln ist der Hautausschlag ähnlich dem bei Masern, allerdings mit kleineren Flecken und in Verbindung mit zusätzlichen Begleitsymptomen. Zu diesen zählen beispielsweise schmerzhafte Lymphknotenschwellungen oder Gelenkentzündungen bei besonders schwerem Krankheitsverlauf.

Scharlach

Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, hervorgerufen durch bestimmte Streptokokken-Bakterien, die vor allem bei Kindern auftritt. Wenige Tage nach dem Krankheitsausbruch zeigt sich ein charakteristischer Ausschlag mit eng beieinander liegenden, deutlich rot gefärbten Flecken in der Größe eines Stecknadelkopfs. Oft tritt dieser örtlich begrenzt in den Achseln oder der Leistengegend auf, kann jedoch auch den ganzen Körper befallen. Typischerweise bleibt der Bereich um den Mund unbetroffen, selbst wenn sich der Ausschlag ansonsten über das ganze Gesicht ausbreitet.

Kennzeichnend für die häufige Kinderkrankheit sind außerdem ein glänzend roter Zungenbelag und abstehende Geschmacksknospen („Himbeerzunge“). Etwa zwei Wochen nach Ausbruch der Erkrankung beginnt die Haut vermehrt Schuppen zu bilden, vor allem im Bereich der Handflächen, Finger und Zehen sowie unter den Füßen.

Auch bei Scharlach verläuft der Hautausschlag normalerweise ohne Juckreiz, das Ablösen der Haut kann jedoch mit einem leichten Jucken einhergehen. Zu den Begleitsymptomen der Erkrankung zählen Halsschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Rachen- und Mandelentzündungen.

Syphilis

Syphilis wird durch Bakterien bedingt, die vor allem beim Geschlechtsakt übertragen werden können. Die Bakterien verursachen im Anfangsstadium der Erkrankung dort, wo sie in die Haut oder Schleimhaut eingedrungen sind, ein rötliches Geschwür, das vorab meist schmerzfrei bleibt und eine wässrige Flüssigkeit absondert.

Mehrere Wochen nach der Infektion zeigen die Betroffenen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Gleichzeitig schwellen die Lymphknoten am ganzen Körper an und es entwickelt sich ein moderat juckender Hautausschlag, mit papelförmigen, schwach rosfarbenen Flecken. Die Hautschädigungen heilen meist nach einigen Monaten wieder ab, kehren jedoch bei unterlassener medizinischer Versorgung in unregelmäßigen Abständen zurück.

Da einige der genannten Infekte schlimmstenfalls lebensbedrohliche Folgen haben können, sollte bei juckenden Hautirritationen mit entsprechenden Begleitsymptomen umgehend ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.

Ausschlag aufgrund allergischer Reaktionen

Häufig werden die Beschwerden durch Allergien hervor gerufen, wobei zwischen unmittelbaren allergischen Reaktionen auf den Kontakt mit bestimmten Substanzen und zeitlich verzögerten Reaktionen zu unterscheiden ist. Einige Menschen zeigen direkt nach dem Kontakt mit speziellen Allergenen, wie beispielsweise bestimmten Inhaltsstoffen von Duschgel oder Shampoo, eine heftige Reaktion auf der Haut, die Rötungen, Schwellungen, die Bildung von Quaddeln und einen starken Juckreiz umfasst.

Eine Allergie, z.B. gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen von Pflegeprodukten, kann zu stark juckendem Hautausschlag führen. (Bild: gamelover/fotolia.com)
Eine Allergie, z.B. gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen von Pflegeprodukten, kann zu stark juckendem Hautausschlag führen. (Bild: gamelover/fotolia.com)

Bei anderen kann sich die Allergie durch den ständigen Kontakt mit Substanzen über einen langen Zeitraum entwickeln, bevor offensichtliche Hautreaktionen mit juckendem Ausschlag folgen. Betroffene werden durch den regelmäßigen Umgang mit den Substanzen langfristig sensibilisiert und reagieren anschließend allergisch. Wird der Kontakt mit den Allergenen nicht unterbunden, entwickelt sich ein chronischer Hautausschlag, der zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und weiteren gesundheitlichen Beschwerden führen kann.

Die allergischen Hautreaktionen lassen sich grob in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilen: die Nesselsucht und das Kontaktekzem, wobei die Nesselsucht tendenziell eher bei akuten und das Kontaktekzem bei zeitlich verzögerten allergischen Reaktion zu verzeichnen ist.

Zu den häufigsten Auslösern des Allergie bedingten Hautausschlags zählen Nickel, Chrom, Formaldehyd, Quecksilberverbindungen (zum Beispiel in Impfstoffen) und spezielle Inhaltsstoffe (z. B. Perubalsam; Quaternium 15) von Parfüm, Lotionen, Shampoo, Nagellack oder anderen kosmetischen Produkten.

Hinzu kommen Desinfektionsmittel, Kunststoffe, Kleber, Lacke, Farben, Leime, Terpentin, Pestizide, Epoxidharze, Waschmittel und viele weitere Substanzen, die bei regelmäßigem Kontakt eine Sensibilisierung mit anschließenden allergischen Reaktionen und juckende Hautveränderungen zur Folge haben können.

Weiterhin sind Gewürze und Backmittel als häufigere Auslöser zu nennen. Da die Betroffenen meist im beruflichen Alltag mit den Substanzen in Kontakt kommen und dieser sich auch bei Einhaltung zusätzlicher Vorsichtsmaßnahmen nicht vollständig vermeiden lässt, kann hier eine lebenslange Berufsunfähigkeit drohen.

Ursache Neurodermitis

Bei Neurodermitis (Atopisches Ekzem) ist der rötliche, oftmals stark juckende Ausschlag eines der wesentlichen Krankheitssymptome. Die Betroffenen leiden unter extrem empfindlicher trockener Haut, die sowohl durch mechanische Einflüsse (Kleidung, Schwitzen) als auch durch bestimmte Lebensmittel und allergische Reaktionen auf Hausstaub, Pollen oder Tierhaare dazu tendiert, Ekzeme zu entwickeln.

Die natürliche Hautflora ist bei einem atopische Ekzem erheblich gestört, wodurch sie anfälliger für die Ansiedlung von Bakterien und Pilzen wird. Dadurch sind weitere Verschlechterungen des Hautzustandes möglich. Neurodermitis verläuft oftmals in Schüben, wobei auf Phasen schwerer Hautirritationen relativ beschwerdefreie Zeiträume folgen können. Typisch sind Rötungen und Schwellungen der Haut sowie ein Nässen und entsprechende Krustenbildung.

Meist sind die Achseln, Armbeugen, Kniekehlen, der Hals oder das Gesicht betroffen. Der juckende Ausschlag eines atopischen Ekzems kann auch über den ganzen Körper ausbreiten. Werden die Schädigungen der Haut nicht versorgt, droht außerdem eine bakterielle Infektion. Mit der Zeit wird die Haut der Neurodermitis-Patienten in ihrer Struktur nachhaltig geschädigt und zeigt die typische Lichenifikation (Verdickung der Oberhaut).

Neurodermitis bedeutet für die meisten Betroffenen eine starke körperliche und psychische Belastung. (Bild: casi/fotolia.com)
Neurodermitis bedeutet für die meisten Betroffenen eine starke körperliche und psychische Belastung. (Bild: casi/fotolia.com)

Die Hautprobleme bei Neurodermitis stehen im wechselseitigen Zusammenhang mit psychischen Problemen der Betroffenen. Psychosomatische Leiden spiegeln sich im Hautbild wieder und die offensichtlichen Störungen des Hautbildes können ihrerseits zu einer psychischen Belastung für die Patienten werden (vermindertes Selbstwertgefühl). Darüber hinaus bedingen die nächtlichen Juckanfälle oftmals ein erhebliches Schlafdefizit, was ebenfalls negative Folgen für die Psyche der Patienten haben kann. Betroffene leiden häufig unter Konzentrationsstörungen, sind ständig gereizt und kämpfen mit chronischer Müdigkeit.

Juckende Hautveränderungen durch Pilzinfektionen

Verschiedene Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen) verursachen einen geröteten, schuppenden und juckenden Ausschlag. Dabei sind sogenannte Fadenpilze (Dermatophyten) und Hefepilze (Candida) häufigste Auslöser der Beschwerden. Die Infektion beschränkt sich meist auf die oberen Hautschichten, kann jedoch durch Verletzungen der Haut auch in tiefere Schichten eindringen.

Achtung: Kratzen ist daher selbst bei starkem Juckreiz möglichst zu vermeiden. Dies gilt umso mehr, da die Pilze nach dem Kratzen über die Finger auf andere Körperregionen oder Mitmenschen übertragen werden können.

Die Dermatophyten werden durch direkten oder indirekten Kontakt mit den Pilzsporen übertragen. Die Infektion ist beschränkt auf keratinhaltiges Gewebe wie Haare, Nägel oder die Hornschicht der Haut. Haben die Pilzsporen die natürlichen Barrieren des Organismus überwunden, wachsen aus den Sporen fadenförmige Pilzzellen. Überträger sind häufig durch Haus- und Nutztiere, wobei die Pilze bei ihren ursprünglichen Wirten oft kaum Beschwerden verursachen.

Beim Menschen treten jedoch nicht selten Komplikationen durch eine Überreaktion der Immunabwehr und entsprechende allergischen Reaktionen auf. Die durch chronische Dermatophytosen ausgelösten allergischen Reaktionen gelten auch als begünstigender Faktor für die Entstehung von Asthma.

Prinzipiell können Pilzinfektionen nahezu auf der gesamten Hautoberfläche auftreten, wobei häufig eine Differenzierung anhand der Lokalisation erfolgt. Entsprechend werden Dermatophytosen an den Füßen als Fußpilz (Tine pedis), an den Händen als Tinea manus und im Gesicht als Tinea facies bezeichnet. Allerdings erlaubt die Lokalisation der Infektion keine Rückschlüsse auf die exakten Erreger, die zu der Erkrankung geführt haben.

Weiterhin können Hefepilze eine Infektion der Haut verursachen, die roten juckenden Ausschlag zur Folge hat. Hefepilze sind ein Bestandteil der natürlichen Hautflora, doch wenn diese aus dem Gleichgewicht gerät, kann es mitunter zu einer krankhaften Vermehrung kommen. Die Folge ist eine Candidose (Hefepilzerkrankung), welche bei Personen mit geschwächtem Immunsystem nicht nur die Haut und Schleimhäute befallen kann, sondern schlimmstenfalls auch auf die inneren Organe übergeht.

Betrifft die Hefepilzinfektion ausschließlich die Haut oder Schleimhäute wird sie auch als Soor bezeichnet. In diessem Fall verursachen verschiedene Pilze der Gattung Candida auf der Hautoberfläche einen roten juckenden Ausschlag mit Pusteln, Bläschen und Schuppenbildung. Häufig ist der Genitalbereich betroffen.

Weitere Ursachen für juckenden Hautausschlag

Neben den dargestellten Ursachen kommen zahlreiche weitere Auslöser der Beschwerden in Betracht. Diese reichen von Spätfolgen der Infektionskrankheiten über Arzneimittelunverträglichkeiten und intensive Sonneneinstrahlung bis hin zu einem Befall mit Parasiten oder psychosomatischen Erkrankungen.

Schon ein kurzer Hautkontakt mit Giftpflanzen wie der Herkulesstaude kann zu starken Entzündungen, Rötungen und Juckreiz führen. (Bild: Martina Berg/fotolia.com)
Schon ein kurzer Hautkontakt mit Giftpflanzen wie der Herkulesstaude kann zu starken Entzündungen, Rötungen und Juckreiz führen. (Bild: Martina Berg/fotolia.com)

Der Kontakt mit bestimmten (Gift-)Pflanzen oder Tieren kann ebenfalls einen juckenden Ausschlag bedingen. Zu diesen zählen unter anderem die Raupen der Eichenprozessionsspinner sowie die Herkulesstauden, welche auch unter dem Namen „Riesen-Bärenklau“ bekannt sind. Dieser breitet sich seit einigen Jahren immer stärker in fremden Gebieten aus und verdrängt die einheimische Flora, weshalb sie Pflanzen in der Botanik als „invasiver Neophyt“ bezeichnet wird.

Experten warnen immer wieder davor, dass der Riesen-Bärenklau eine Gesundheitsgefahr für Kinder ist, wenn diese mit der unbekannten Giftpflanze in Berührung kommen. Denn bestimmte Substanzen im Saft der Staude können in Verbindung mit UV-Strahlung schwere Verbrennungen auslösen. Meist reicht schon ein kurzer Kontakt, damit Juckreiz, Rötungen und Blasen entstehen. In schweren Fällen können parallel zu den Hautirritationen Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufbeschwerden auftreten.

Gürtelrose

Die Gürtelrose (auch „Herpes zoster“ oder kurz „Zoster“ genannt) ist Folge einer Infektion mit Windpocken-Viren (Varizella-Zoster-Viren). Dabei verbleiben die Erreger meist nach einer überstandenen Erkrankung im Kindesalter inaktiv im Körper und verursachen Jahre später die schmerzhafte Viruserkrankung. Herpes zoster ist immer Folge der Reaktivierung von bereits im Organismus vorhandenen Varizella-Zoster-Viren, wobei diese meist erst bei Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte zum tragen kommt. Ursachen für die Abwehrschwäche können zum Beispiel Stress, ein hohes Lebensalter sowie Erkrankungen des Immunsystems sein.

Auf der Haut zeigt sich bei der Gürtelrose ein stark juckender, teilweise schmerzender, roter Hautausschlag. Die Hautoberfläche ist in dem betroffenen Bereich mit Bläschen überzogen. Diese können leicht aufplatzen und dabei virenbelastete Flüssigkeit freisetzen, welche auch bei Mitmenschen eine Infektion auslösen kann. Eine Erstinfektion führt bei gesunden Menschen normalerweise zu Windpocken. Der juckende Hautausschlag bei einer Gürtelrose beschränkt sich oftmals auf den Bereich des Brustkorbes, Rückens, der Flanken, Arme oder Beine.

Meist heilt der Herpes zoster nach maximal einem Monat von alleine wieder ab. Jeder fünfte Patient kämpft jedoch mit Komplikationen, die schlimmstenfalls ein Leben lang anhalten. Bei immungeschwächten Personen tritt unter Umständen eine Entzündung der Hirnhaut oder des Rückenmarks auf. Nicht selten leiden die Betroffenen unter Lähmungen der peripheren Nerven, die allerdings normalerweise wieder verschwinden.

Bei besonders schwerem Krankheitsverlauf ist mitunter auch das gesamten Nervensystem befallen, was für die Patienten lebensbedrohliche Folgen haben kann. Die Gürtelrose tritt darüber hinaus gelegentlich auch als stark juckender Ausschlag im Genitalbereich auf, der sich bei einigen Patienten bis auf den Bereich des Oberschenkels erstreckt.

Schuppenflechte

Psoriasis (Schuppenflechte) äußert sich normalerweise als Hautkrankheit, welche rötliche, oft rundliche, örtlich begrenzte, stark schuppende Hautirritationen hervorruft, die mit einem starken Juckreiz verbunden sein können. Meist tritt die Schuppenflechte an den Knien, Ellenbogen, auf der Kopfhaut oder im Bereich des Bauchnabels auf. Sie ist nicht ansteckend, kann jedoch auf andere Organe übergehen.

Aufgrund eines gestörten Hauterneuerungsprozesses bilden sich Schuppen auf der Haut, welche sich leicht ablösen und die stark durchblutete, rötlich erscheinende Grenze zur Lederhaut erkennbar werden lassen. Unter Umständen lösen sich im Zuge der Erkrankung auch tiefere Zelllagen, was mit leichten Blutungen einhergehen kann. Für viele Betroffenen ist die Hautflechte weniger eine körperliche, als eine seelische Belastung. Ihr Selbstwertgefühl wird in Mitleidenschaft gezogen, sie fühlen sich gesellschaftlich isoliert und neigen zu Depressionen, so die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Arzneimittelunverträglichkeit

Juckender Hautausschlag ist unter Umständen Folge von Arzneimittelunverträglichkeiten. Dieses sogenannte Arzneimittelexantheme wird durch die Einnahme beziehungsweise lokale Anwendung von Arzneimitteln hervorgerufen. Im Zuge einer Arzneimittelallergie zeigt sich der Ausschlag als unerwünschte Nebenwirkung der Medikamente. Dabei kann er dem Hautbild verschiedener Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Masern oder Scharlach, ähneln.

Zu den häufigsten Auslösern der Arzneimittelexantheme zählen Antibiotika, Analgetika und Antiepileptika. Prinzipiell können jedoch jegliche Arzneimittel eine entsprechende allergische Reaktion hervorrufen. Um die juckenden Hautveränderungen und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollte das im Verdacht stehende Medikament möglichst schnell abgesetzt und gegebenenfalls durch andere Präparate substituiert werden.

Neben Medikamenten verursachen gelegentlich auch Kosmetika unerwünschte Nebenwirkungen, die mit Hautirritationen und Juckreiz einhergehen. Das wohl bekannteste Beispiel ist die sogenannte Periorale Dermatitis, ein Ausschlag im Gesicht, der durch den übermäßigen Einsatz von Kosmetika ausgelöst wird.

Parasiten

Als Auslöser kommen verschiedene Parasiten in Betracht. Die meisten von ihnen sind in Deutschland jedoch nicht verbreitet und können lediglich als unerfreuliches Mitbringsel aus dem Urlaub auftreten. Die sogenannten Zerkarien (Larven von Saugwürmern) treten auch hierzulande auf und verursachen beim Menschen die sogenannte Badedermatitis. Die in Seen und Teichen lebenden Saugwurmlarven dringen in die oberen Hautschichten ein, können sich hier aber nicht vermehren und sterben anschließend ab. Die Folge ist eine Rötung der Haut in dem befallenen Bereich, verbunden mit Quaddelbildung und starkem Juckreiz.

Die Zerkarien sind eigentlich auf Wasservögel als Wirte eingerichtet und können daher im menschlichen Organismus nicht überleben. Ihr Eindringen in die Haut reicht jedoch aus, um erhebliche Reaktionen auf der Haut zu verursachen. Diese fällt beim ersten Befall meist noch relativ harmlos aus, geht jedoch bei einem erneuten Eindringen der Zerkarien oft mit massiven Störungen der Hautoberfläche einher. Der juckende Ausschlag ist bei einer Badedermatitis in der Regel nach rund zwei Wochen überstanden.

Weiterhin kommt die durch Milben hervorgerufene Krätze (medizinisch: Skabies) in Betracht. Die Weibchen der winzigen Spinnentiere bohren Gänge in die Oberhaut und legen dort ihre Eier ab. Hieraus schlüpfen innerhalb von zwei bis drei Tagen Larven, die nach drei Wochen Wachstumsphase als geschlechtsreife Krätzmilben für weiteren Nachwuchs sorgen. So können sich die winzigen Tierchen innerhalb kurzer Zeit massiv vermehren und weite Bereiche der Haut befallen.

Die hinterlassenen Fäkalien der Krätzemilben verursachen eine Art allergischer Reaktion, die einen heftigen juckenden Ausschlag mit Bläschen, Pusteln, Quaddeln, anschließender Verkrustung und Schuppenbildung hervorruft. Meist tritt die Hauterkrankung konzentriert an den Fingern, Handgelenken, am Gesäß, den Genitalien oder den Hautfalten der Ellbogen, Achseln und Kniekehle auf. Krätze zählt in Deutschland zu den meldepflichtigen Krankheiten.

UV-Strahlen können eine Lichtdermatose auslösen. Bei dieser treten einige Zeit nach dem Aufenthalt in der Sonne ein roter Hautausschalg, Bläschen und starker Juckreiz auf. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)
UV-Strahlen können eine Lichtdermatose auslösen. Bei dieser treten einige Zeit nach dem Aufenthalt in der Sonne ein roter Hautausschalg, Bläschen und starker Juckreiz auf. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Sonneneinstrahlung

Ein Übermaß an Sonnenstrahlen ruft bei einigen Menschen einen juckenden Hautausschlag hervor, der in der Fachwelt als Lichtdermatose bezeichnet wird. Im Prinzip ist auch ein Sonnenbrand als spezielle Form der Dermatitis zu verstehen. Die Empfindlichkeit gegenüber der Sonneneinstrahlung ist abhängig vom jeweiligen Hauttyp äußerst unterschiedlich. So kann sich die Lichtdermatose bei hellen Hauttypen unter Umständen schon unter relativ geringer Sonnenexposition entwickeln.

Häufig treten die Symptome im Frühsommer bei erstem intensiveren Kontakt mit den Sonnenstrahlen auf. Die Folgen sind Hautirritationen, die individuell unterschiedliche Formen annehmen können. Viele Betroffene leiden unter juckendem Ausschlag, der sich jedoch in Bezug auf die Rötung, Bläschen, Knötchen, Schuppenbildung und Flüssigkeitsabsonderung von Patient zu Patient deutlich unterscheiden kann. Bezogen auf die einzelnen Betroffenen sind die Symptome indes über die Jahre hinweg stets gleichbleibend.

Ausschlag infolge von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe

Flüssigkeitsablagerungen im Gewebe können zu juckenden Hautirritationen führen, welche medizinisch als sogenannte Stauungsdermatitis bezeichnet wird. Beeinträchtigungen des Blutkreislaufs wie beispielsweise bei einer Veneninsuffizienz verursachen häufig Dicke Beine und geschwollene Füße, die ihrerseits auf Dauer Hautschäden zur Folge haben können.

Die mangelnde Durchblutung des Gewebes bedingt nicht selten einen Hautausschlag, der langfristig schlimmstenfalls die Bildung von entzündlichen Geschwüren hervorruft und in einem Absterben des Gewebes endet. Die Stauungsdermatitis sollte als Warnsignal für mögliche Durchblutungsstörungen in jedem Fall ernst genommen und von einem Facharzt untersucht werden.

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