Geschwollene Füße: Ursachen und Behandlung

Fabian Peters

Füße geschwollen

Geschwollene Füße sind insbesondere bei älteren Menschen ein relativ weit verbreitetes Alltagsphänomen. Viele klagen allabendlich über Flüssigkeitsansammlungen in den Füßen. Häufig klingen die Beschwerden umgehend ab, sobald die Füße ein wenig hochgelegt werden. Dennoch sollte das gesundheitliche Risiko nicht unterschätzt werden, da die Schwellungen durchaus auf schwerwiegende Erkrankungen zurückgehen können.

Definition

Unter die Bezeichnung „geschwollene Füße“ fallen sämtliche Schwellungen im Bereich unterhalb des Knöchels. Diese können den gesamten Fuß erfassen oder lediglich einzelne Zehen betreffen. Dicke Füße infolge eines erhöhten Körperfettanteils fallen nicht unter die Bezeichnung „geschwollene Füße“, da keine akute Schwellung vorliegt.

Manche Menschen bekommen durch langes Stehen schnell geschwollene Füße. Andere leiden wiederum ständig unter den Flüssigkeitsansammlungen. (Bild: vchalup/fotolia.com)

Symptome bei geschwollenen Füßen

Die Symptomatik der geschwollenen Füße ist – abhängig von den Auslösern der Beschwerden – relativ variabel. Einige Patienten bemerken lediglich nach langem Stehen eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in den Füßen, welche zurückgeht, sobald die Füße hochgelegt werden. Andere Betroffene haben wiederum mit anhaltenden Schwellungen zu kämpfen.

Oft sind lediglich die Zehen betroffen, es kann jedoch auch der gesamte Fuß anschwellen. Unter Umständen weitet sich die Schwellung im weiteren Verlauf sogar aus, so dass die Betroffenen auch über dicke Waden und geschwollene Beine klagen.

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Das Beschwerdebild kann völlig schmerzfrei verlaufen oder von Schmerzen im Fußbereich begleitet werden (zum Beispiel Fußschmerzen, Fersenschmerzen, Fußsohlenschmerzen), die in seltenen Fällen bis hoch ins Bein ziehen. Gelegentlich wird die Bewegungsfähigkeit durch die Schwellung beeinträchtigt. Ist diese massiv ausgeprägt, kann die Haut anfangen zu spannen und rau werden.

Die typischen Begleitsymptome der einzelnen Ursachen geschwollener Füße werden anschließend im Zusammenhang mit den jeweiligen Erkrankungen erläutert.

Ursachen von Fußschwellungen

Als Auslöser der Schwellungen an den Füßen kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht. Diese reichen von einer allgemeinen Schwäche des Herz-Kreislaufsystems und Gefäßleiden über akute Verletzungen, Blutergüsse, Frakturen und Bänderrisse bis hin zu chronischen Erkrankungen oder gar Krebs.

Venenleiden wie Krampfadern führen oft dazu, dass abends weiche Schwellungen am Fuß auftreten. (Bild: zlikovec/fotolia.com)

Zu den Gefäßleiden, die mit geschwollenen Füßen einhergehen können, zählen zum Beispiel Krampfadern, Venenschwächen und Venenentzündungen. Unter Umständen liegt einer Durchblutungsstörung der Füße und den hiermit verbundenen Schwellungen eine Arterienverkalkung zugrunde. Begleitet werden die Beschwerden im Falle eines eingeschränkten Blutflusses des öfteren von einem Kribbeln in den Beinen und Schmerzen entlang der geschädigten Blutgefäße.

Schlimmstenfalls ist ein Verschluss (Thrombose) der Blutgefäße oder eine Herzerkrankung (zum Beispiel die Koronare Herzkrankheit) als Auslöser der Durchblutungsstörungen möglich. Begleitende Beschwerden können bei den Herzerkrankungen Brustschmerzen beziehungsweise Herzschmerzen, Herzrasen und Herzstolpern sein.

Geschwollene Füße durch Störungen des Lymphabflusses

Nicht nur ein Rückstau des Blutes kann die Schwellung der Füße bedingen, sondern auch eine Beeinträchtigung des Lymphabflusses kommt als möglicher Auslöser der Beschwerden in Betracht. Es bilden sich sogenannte Lymphödeme, die in der Regel zunächst eine massive Schwellung der Zehen bedingen. Anschließend geht die Schwellung häufig auf den Fuß, Knöchel, Unterschenkel und möglicherweise sogar das gesamte Bein über.

Erkrankungen der inneren Organe

Eine weitere mögliche Ursache sind verschiedene Erkrankungen der inneren Organe. Hier spielen neben den Herzkrankheiten vor allem Erkrankungen der Nieren, Leber und Schilddrüse eine besondere Rolle.

In Frage kommt beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion ((Hypothyreose), ebenso werden die sogenannte Stauungsleber, Leberkrebs und Nierenentzündungen mit geschwollenen Füßen in Verbindung gebracht.

Als begleitende Symptome können bei den Organleiden unspezifische Beschwerden wie chronische Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Flankenschmerzen und heftige stechende Schmerzen in der Nierengegend sowie Blut im Urin (Hämaturie) sind recht eindeutige Symptome eines Nierenleidens.

Schwellungen am Fuß können bei Diabetes-Patienten auf ein diabetisches Fuß-Syndrom hinweisen und sollten daher umgehend ärztlich begutachtet werden. (Bild: pittawut/fotolia.com)

Schwellungen in den Füßen durch Stoffwechselerkrankungen

Treten die geschwollenen Beine als chronisches Leiden auf, liegt diesen möglicherweise eine Stoffwechselerkrankung zugrunde. Besonders häufig ist hier Diabetes Auslöser der Beschwerden. Der sogenannte „diabetische Fuß“ ist eine typische Begleiterscheinung langjähriger Diabetes-Erkrankungen, nicht zuletzt weil zu hoher Blutzucker auf Dauer die Gefäße und Nerven schädigt.

Heute lässt sich der Blutzuckerspiegel mit Hilfe moderner Präparate und Instrumente jedoch so genau einstellen, dass das Phänomen diabetischer Fuß langsam zurückgeht. Dennoch ist dieser auch heute noch der häufigste Anlass für Amputationen in Deutschland.

Allergien, Alkohol und Medikamente

Plötzlich auftretende Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen gehen unter Umständen auf eine allergische Reaktion (z.B. auf Insektenstiche oder die Inhaltsstoffe von Duschgel o.ä.) bzw. eine Nahrungsmittelallergie zurück.

In anderen Fällen können starke verstärkte Wassereinlagerungen im Bereich von Fuß und Knöchel eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein. Zu diesen gehören zum Beispiel kortisonhaltige Mittel, Hormonpräparate (z.B. die Pille) und Kalziumantagonisten. Wer Arzneimittel einnimmt und häufig geschwollene Füße oder Beine hat, sollte sich daher immer an seinen Arzt wenden.

Bestimmte Medikamente können bei längerer oder falscher Einnahme zu geschwollenen Füßen, Knöcheln und Beinen führen. (Bild: Grycaj/fotolia.com)

Zudem kann ein regelmäßiger und hoher Konsum von Alkohol der Grund für die Beschwerden sein. Denn dieser bewirkt, dass sich direkt nach der Aufnahme die Blutgefäße erweitern, was ein Anschwellen der Füße, Knöchel und Hände begünstigt. Hinzu kommt eine verstärkte Harnausscheidung und Schweißproduktion, insbesondere dann, wenn der Alkohol wieder abgebaut wird.

Diagnose

Im Rahmen einer gründlichen Anamnese und eines ersten Abtastens des betroffenen Fußes ergeben sich in der Regel bereits deutlich Hinweise darauf, ob eine akute Verletzung oder eine längerfristige Erkrankung der Auslöser ist. Blutuntersuchungen und bildgebende Diagnosemethoden, wie Sonographie (Ultraschall), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) dienen zur Sicherung des Befundes.

Im Zweifelsfall kann bei Verdacht auf Erkrankungen der inneren Organe oder einen bösartigen Tumor auch die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich werden. Ein Allergie-Test liefert Hinweise auf möglicherweise vorliegende Allergien und die entsprechenden Allergene.

Behandlung bei geschwollenen Füßen

Die Behandlung ist grundsätzlich nach den Ursachen auszurichten. Kurzfristig kann jedoch in den meisten Fällen das Hochlegen und Kühlen der Füße Linderung verschaffen. Massagen beziehungsweise Lymphdrainagen sollen ebenfalls zum Rückgang der akuten Schwellung beitragen.

Liegen zum Beispiel Nierenentzündungen, Durchblutungsprobleme oder Schilddrüsenerkrankungen vor, erfolgt in der Regel eine medikamentöse Behandlung der Grunderkrankungen. Schwellungen in Folge von Knochenbrüchen oder Rupturen bedürfen zunächst einer Ruhigstellung mit Hilfe eines Gipsverbandes oder einer Schiene. Mitunter heilt die Verletzung jedoch nicht angemessen aus, so das ein operativer Eingriff erforderlich wird. Gleiches gilt unter Umständen bei einer Herzerkrankung oder einem Krebsleiden. Letztere können zudem den Einsatz von Strahlen- und Chemotherapie erfordern.

Bei der Behandlung der Fußschwellungen können manuelle Verfahren wie die Osteopathie helfen. (Bild: karelnoppe/fotolia.com)

Naturheilkunde

Die naturheilkundliche Therapie geschwollener Füße basiert vor allem auf manuellen Behandlungen, zum Beispiel aus dem Bereich der Osteopathie, Chiropraktik oder des Rolfing. Gemäß ihrem ganzheitlichen Ansatz werden dabei auch Beschwerden in anderen Körperregionen, wie beispielsweise Nackenverspannungen, Bauchschmerzen und Rückenschmerzen, berücksichtigt. Denn die Gesamtstatik und Spannungsverteilung des Organismus spielt im Rahmen der manuellen Behandlungsmethoden eine wesentliche Rolle.

Pflanzenheilkundliche Präparate bieten eine weitere Option im Rahmen der natürlichen Behandlung beziehungsweise zur Linderung der Beschwerden. Hier wird vor allem den Inhaltsstoffen der Rosskastanie und des Steinklees eine positive Wirkung zugeschrieben.

Liegen den Schwellungen der Füße Erkrankungen der Leber zugrunde, kann es helfen, wenn die Betroffenen ihre Leber entgiften. Bei Durchblutungsstörungen haben die Verfahren der Hydrotherapie häufig eine lindernde Wirkung. Für Kneipp-Kuren im eigenen Bad bieten sich zum Beispiel Wassertreten oder kalt-warme Schenkelgüsse an.

Kneipp’scher Wechselschenkelguss bei Fuß-Schwellungen:

  1. Der Beginn des Schenkelgusses erfolgt mit warmem Wasser (36 bis 38 Grad)
  2. Führen Sie den warmen Wasserstrahl zunächst am rechten Bein langsam aufwärts vom Fußrücken bis zur Leiste
  3. Verweilen Sie dort so lange, bis Sie sich gut durchwärmt fühlen
  4. Dann gehen Sie mit dem Wasserstrahl auf der Innenseite des Beines ebenso langsam wieder hinunter
  5. Anschließend wird der Schenkelguss am linken Bein durchgeführt
  6. Nun folgt die Kalt-Phase: Wiederholen Sie den Ablauf mit maximal 18 Grad kaltem Wasser, zunächst am rechten, dann am linken Bein
  7. Führen Sie die Aufwärts- und Abwärtsbewegung beim kalten Guss jedoch etwas schneller durch und verweilen Sie an der Leiste höchstens 8 Sekunden lang
  8. Die Warm- und Kalt-Behandlung wird jeweils noch einmal wiederholt
  9. Gießen Sie am Schluss beide Fußsohlen kalt ab

Wichtig: Besprechen Sie im Vorfeld unbedingt mit Ihren Arzt, ob die Anwendung für Sie geeignet ist. Sorgen Sie mit einer geeigneten Badematte dafür, dass Sie in der Dusche bzw. Badewanne sicher stehen.

Direkt gegen die Schwellungen können zudem Ausleitverfahren wie beispielsweise die Blutegeltherapie angewandt werden. Weiterhin kommen bei Wassereinlagerungen in den Füßen verschiedene homöopathische Präparate in Betracht. Zu diesen zählen unter anderem Convallaria (Maiglöckchen), Crataegus (Weissdorn) und Hamamelis virginica (Zauberhasel).

Die Blutegeltherapie kann sehr wirksam bei Schwellungen im Fußbereich sein. (Bild: Dmitriy Syechin/fotolia.com)

Aus dem Bereich der Schüssler Salze haben sich vor allem die Salze Nr. 8 (Natrium Chloratum), Nr. 10 (Natrium Sulfuricum) und Nr. 13 (Kalium arsenicosum) als Mittel gegen geschwollene Füße bewährt. (fp, nr; zuletzt aktualisiert am 17.1.2017)

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