Yamswurzel – Wirkung, Anwendung und Botanik

Yams, auch als Yamswurzel bekannt, ist eine tropische Kletterpflanze mit herzförmigen Blättern. In Afrika ist Yams ein wichtiges Grundnahrungsmittel, denn in der Knolle stecken neben sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralien viel Stärke. Die Ureinwohner Nordamerikas verwenden seit Jahrtausenden wilde Yamswurzel zur Verhütung und Verjüngung. Kann Yams wirklich gegen Krankheiten helfen, den Hormonhaushalt regulieren oder effektiv die Empfängnis verhüten?

Steckbrief für Yams

  • Wissenschaftlicher Name: Dioscorea-Arten, zum Beispiel Wilder Yams (Dioscorea villosa), Chinesische Yamswurzel (Dioscorea batatas) und weitere Arten
  • Pflanzenfamilie: Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae)
  • Volkstümliche Namen: Jams, Elefantenfuß, Schildkrötenpflanze, Brotwurzel, Lichtwurzel, Rhizoma Dioscoreae, Shan Yao
  • Vorkommen: vorwiegend Tropengebiete in Afrika, Südasien, Nordamerika, Südamerika und der Karibik
  • Verwendete Pflanzenteile: Erdspross (Rhizom)
  • Anwendungsgebiete aus traditionell-naturheilkundlicher Sicht:

Kräuterportrait

Rund 800 Arten bilden die in den Tropen beheimatete Pflanzengattung Yams (Dioscorea) innerhalb der Pflanzenfamilie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae). Der schwedische Botaniker Carl von Linné hat die Pflanze erstmals beschrieben und wollte mit dem Gattungsnamen Dioscorea an den griechischen Pflanzenkundler und Arzt Pedanios Dioscurides (40 bis 90 nach Christus) erinnern.

Kultiviert wird Yams hauptsächlich in Westafrika sowie in Zentralafrika, Äthiopien, Haiti und Kolumbien. Verbreitet ist Yams heute jedoch fast weltweit. Der bedeutendste Anbau befindet sich zum einen in Westafrika mit den dort vorkommenden Arten Weißer Yams (Dioscorea rotundata) und Gelber Yams (Dioscorea cayenensis) und zum anderen in Indien und Malaysia mit dem Wasser-Yams (Dioscorea alata). In Mitteleuropa ist Yams jedoch nur mit zwei Arten, dem Balkan-Schmerwurz (Dioscorea balcanica) und der Gemeinen Schmerwurz (Dioscorea communis), vertreten.

Yamspflanzen sind krautige Kletterpflanzen, die windend und rankend wachsen. In der Kultivierung werden deshalb Kletterhilfen zum Ranken verwendet. Mit ihrem unterirdischen Erdspross (botanisch Rhizom genannt) überdauern Yamspflanzen (ebenso wie zum Beispiel der Ingwer) widrige Umweltbedingungen. Am besten wächst Yams in den Tropen und Subtropen bei kontinuierlich warmem Klima. Der Boden sollte locker und feucht sein. Die Pflanze hat eine zehnmonatige Wachstumsperiode, der eine zweimonatige Ruheperiode folgt.

Der Erdspross erreicht meist Längen von einem, selten zwei Metern und ist von einer gelben, roten, violetten bis dunkelbraunen Haut umgeben. Die Laubblätter sind gestielt und einfach oder zusammengesetzt, oft herzförmig. Die Blätter besitzen drei bis neun Blattadern.

In den Blattachseln sind Brutknöllchen ausgebildet, die der Vermehrung dienen. Dort entspringen die eingeschlechtlichen grünlich-weißen Blüten in spiraligen Blütenständen. Aus den Blüten bilden sich dreikantige Kapselfrüchte, aus denen die häutig beflügelten Samen geschleudert werden.

Yams wird angepflanzt zum Verzehr des Erdsprosses oder zur Verwendung als Heilpflanze. Die Chinesische Yamswurzel (Dioscorea batatas) und die japanische Yamswurzel (Dioscorea japonica) können roh gegessen werden, alle anderen Arten sind jedoch in roher Form giftig.

Yamswurzel als Naturheilmittel

Zwei Yamsarten haben als Naturheilmittel eine besondere Tradition: die Chinesische Yamswurzel und der Wilde Yams „Mexican Wild Yam“.

Chinesische Yamswurzel

Die schnellwüchsige Chinesische Yamswurzel (Dioscorea batatas) wird in Afrika und Lateinamerika als wichtiges Grundnahrungsmittel kultiviert und verzehrt. In Europa wurde sie 1840 als Kartoffelersatz eingeführt, da die heimischen Kartoffeln von einer Knollenfäule befallen waren. Der Anbau ist bei nicht tropischem Klima jedoch schwierig und hat sich in Europa nicht etabliert.

Die Chinesische Yamswurzel hat glänzende Blätter und die kleinen Blüten duften intensiv nach Zimt. Der große kalium-, stärke- und vitaminreiche Erdspross erinnert in seinen Bestandteilen und in seinem süßlichen Geschmack an Süßkartoffeln.

In Asien wird die Chinesische Yamswurzel ebenfalls verzehrt und seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin verwendet.

Wilder Yams
Der Wilde Yams hat seine lateinische Zusatzbezeichnung villosa aufgrund seines zottigen Aussehens. (Bild: Jaboticaba Images/stock.adobe.com)

Wilder Yams

Die Wilde Yamswurzel, auch Mexican Wild Yam (Dioscorea villosa) genannt, hat in der Phytomedizin und traditionellen Heilkunde neben Chinesischer Yamswurzel die größte Bedeutung. Wilder Yams ist beheimatet im atlantischen Nordamerika und Mittelamerika. Der Artname „villosa“ bedeutet zottig und ist auf die Behaarung der Pflanze zurückzuführen. Der Erdspross ist wesentlich länger als bei der chinesischen Variante und kann eine Länge von fünfzehn Metern erreichen.

Mexican Wild Yam wird auch als „Brotwurzel“ bezeichnet und hat mit zehn Prozent einen hohen Gehalt des hormonaktiven Pflanzenwirkstoffs Diosgenin. Die Azteken und Mayas setzten sie zur Behandlung von Rheuma oder gegen Schmerzen ein. In Nordamerika wird die Pflanze traditionell von den indigenen Völkern zur Verhütung und Verjüngung verwendet. Seit dem 19. Jahrhundert findet der Extrakt des Wilden Yams auch in Europa Verwendung. Mexican Wild Yam ist in Deutschland nicht als Medikament zugelassen, jedoch als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver, Kapseln, Salbe oder Tee erhältlich.

Inhaltsstoffe

Wilder Yams (Dioscorea villosa) enthält unter anderem folgende Inhaltsstoffe, die sich in den meisten anderen Yamsarten ebenso wiederfinden:

  • Wasser,
  • Kohlenhydrate (vor allem Stärke),
  • Proteine,
  • Fette,
  • Vitamine A, B und C,
  • Saponine (Diosgenin, Dioscin),
  • Niacin,
  • Folsäure
  • und das harzartige Alkaloid Dioscorin.

Des Weiteren enthält die Yamswurzel viele Mineralien wie zum Beispiel Kalium, Magnesium, Phosphor und Calcium sowie die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan, Zink und Fluorid.

Yamswurzel – Wirkung

Den Inhaltsstoffen des Wilden Yams wird in der traditionellen Naturheilkunde eine

  • entzündungshemmende,
  • krampflösende,
  • durchblutungsfördernde,
  • entspannende,
  • verjüngende,
  • galleabführende,
  • hormonregulierende
  • und krampflösende

Wirkung zugeschrieben. Was die Linderung von Prämenstruellem Syndrom (PMS) und Regelschmerzen betrifft, gibt es lediglich Erfahrungsberichte, die die krampflösende Wirkung der Yamswurzel hervorheben. Medizinische Studien stützten diese Wirkung allerdings nicht.

Inhaltsstoffe und Wirkungen der Yamswurzel
Manche Yamswurzelarten sind durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen wertvolle Nahrungsmittel. (Bild: karinrin/stock.adobe.com/Eigenüberarbeitung heilpraxisnet.de)

Yams als Verhütungsmittel und Antiaging-Therapie

Kann die Yamswurzel bei der Verhütung helfen und wirkt es der Alterung entgegen?

Das im wilden Yams enthaltene Diosgenin, auch als „natürliches Progesteron“ bekannt, ist eine Vorstufe des Gelbkörperhormons Progesteron. Diosgenin kommt in der Yamswurzel an Zucker gebunden als das Saponin Dioscin vor. Die Wirkweise dieses Stoffes ist unzureichend medizinisch erforscht.

Die Einnahme der Yamswurzel soll zu einer vermehrten Bildung von Progesteron im Körper führen. Progesteron kann empfängnisverhütend wirken, indem es den Zervixschleim verfestigt, mit der Folge, dass die Samen die Eizelle nicht erreichen können. Ist jedoch ein Progesteronmangel vorhanden, soll zugeführtes Progesteron in der zweiten Zyklushälfte die Fruchtbarkeit steigern können.

Diosgenin kann chemisch zu Progesteron synthetisiert werden. Diese chemische Umwandlung ist dem menschlichen Körper allein nicht möglich, sondern muss nach aktuellem Kenntnisstand im Labor erfolgen. Der empfängnisverhütende Effekt des Diosgenins ist bislang wissenschaftlich weder belegt noch widerlegt. Aus Diosgenin können im Labor Verhütungsmittel, Steroidverbindungen und Sexualhormone gewonnen werden. Dafür legte 1942 der Wissenschaftler Russell Marker den Grundstein. Mithilfe eines chemischen Verfahrens konnte er aus dem Stoff das Hormon Progesteron herstellen.

Dieses diente zunächst als Progesteron in der Antibabypille. In den 1970er Jahren wurde jedoch aufgrund der hohen Nachfrage nach wildem Yams ein Exportstopp von Mexiko verhängt; seitdem wurden andere Pflanzenarten für die Anti-Baby-Pille verwendet, bis es später möglich wurde, Progesteron synthetisch zu erzeugen.

Mexican Wild Yam ist heute als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und wird dabei auch als Verhütungsmittel beworben, obwohl es wie erwähnt lediglich Diosgenin und nicht Progesteron enthält. Die indigenen Völker Mittelamerikas und manche Hebammen gehen davon aus, dass Yams empfängnisverhütend wirkt. Die Hebamme Willa Shaffer hat eine Broschüre publiziert, in der sie die Einnahme von 3000 Milligramm Wild Yam am Tag zur Empfängnisverhütung propagiert.

Diosgenin soll zudem die Produktion des Hormons Dehydroepiandrosteron (DHEA) anregen, welches der Alterung und Osteoporose entgegenwirkt. Während indigene Völker in Mittelamerika schon vor Jahrtausenden auf Yams für die Verjüngung setzten, ist auch diese Wirkung im menschlichen Körper nicht ausreichend medizinisch erforscht.

Yams in der medizinischen Forschung

Die Wirkung von Wildem Yams Extrakt auf Symptome der Menopause wurde im Rahmen einer australischen Studie untersucht. Diese kam zu dem Ergebnis, dass der Extrakt zwar frei von Nebenwirkungen ist, die Symptome der Menopause jedoch nur gering lindern kann.

Arteriosklerose

Durch eine wissenschaftliche Studie mit Kaninchen wurde festgestellt, dass oxidativer Stress und Arteriosklerose bei hyperlipidämischen Kaninchen durch die Yamswurzel reduziert werden konnten. Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung) kann oxidativen Stress auslösen, der für die Pathogenese der Arterienverkalkung wichtig ist. Das pulverisierte Rhizom der Yamspflanze besitzt eine antioxidative und hypolipidämische Funktion. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Gabe des pulverisierten Rhizoms oxidativen Stress reduzieren und Arteriosklerose bei hyperlipidämischen Kaninchen abschwächen kann.

Osteoporose

Eine Studie aus dem Jahr 2010 untersuchte ein Präparat (Drynol Cibotin), welches acht Pflanzenstoffe, darunter Wild Yam, enthält, die bei Osteoporose helfen sollen.

Wild Yam wird, ebenso wie die anderen sieben Pflanzenstoffe, bereits in der Traditionellen Chinesischen Medizin gegen Osteoporose eingesetzt. Die Wissenschaftlerinnen Barbara Wegiel und Jenny Liao Persson untersuchten, wie das Präparat mit den Anti-Osteoporose-Pflanzenstoffen das Knochenwachstum fördert.

Drynol Cibotin erhöhte demnach signifikant die Zellproliferation und die Apoptose bei Osteoblasten. Zudem förderte es die Zellausbreitung und erhöhte stark die Calciumaufnahme in den Knochen, sowohl kurz- als auch langfristig. Zwei wichtige extrazelluläre Matrixproteine in Knochenzellen wurden ebenfalls signifikant erhöht. Diese Ergebnisse zeigen, dass Drynol Cibotin prophylaktische Potenziale bei der Behandlung von Osteoporose haben kann.

Anders als der Name der Luftkartoffel (Dioscorea bulbifera) vermuten lässt, eignet sie sich diese Yamsart aufgrund ihres bitteren Geschmacks nicht zum Verzehr. (Bild: etfoto/stock.adobe.com)

Eine Studie aus dem Jahr 2011 untersuchte an Ratten mit postmenopausaler Osteoporose die Wirkung von Yamswurzel nach der oralen Verabreichung verschiedener Dosierungen. Das Ergebnis zeigte, dass der Einfluss von Yams die Knochenmatrix stärker mineralisiert, so dass mehr Calcium in das neu aufgebaute Knochengewebe eingebaut werden kann.

Eine Zellstudie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Wurzel- und Rindenextrakte von Yam (Dioscorea batatas) die Mineralisierung von Osteoblasten durch die Erhöhung der Calcium- und Phosphor-Akkumulation und der Aktivität der alkalischen Phosphatase stimulieren.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südkorea kamen durch eine Forschungsarbeit zu dem Ergebnis, dass der Phytowirkstoff Diosgenin die Knochenstabilität erhöht, indem unter anderem die Synthese und Sekretion von Kollagen und Markerproteinen stimuliert werden und die Calciumeinlagerung in den Zellen erhöht werden.

Krebsforschung

In einer Studie aus Taiwan wurden dreißig Tage lang Frauen in den Wechseljahren mit Yamswurzel behandelt und und deren Urin- und Blutwerte untersucht. Es wurden signifikante Anstiege an Sexualhormonen, Antioxidantien und Lipiden festgestellt. Diese können das Brustkrebsrisiko und das Risiko der Herz-Kreislauferkrankungen während der Menopause reduzieren.

Im Rahmen einer Studie mit Mäusen wurden den Tieren Prostatakrebszellen induziert und die Heilung durch die Yamswurzel untersucht. Die Forscherinnen und Forscher kamen zu dem hoffnungsvollen Ergebnis, dass ein in der Yamswurzel enthaltener Mehrfachzucker das Krebszellwachstum unterdrücken kann.

Für eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2016 isolierten Forscherinnen und Forscher das Steroidsaponin Diosgenin mit seinem Wirkstoff Dioscin aus Wildem Yams (Dioscorea villosa) und untersuchten im Reagenzglas dessen Potenzial, menschliche Brustkrebszellen zu bekämpfen. Das Resultat der Studie war, dass Dioscin die Lebensfähigkeit von beiden untersuchten Brustkrebszellenlinien reduzierte. Die Wissenschaftlerinnnen und Wissenschaftler schließen darauf, dass Wilder Yams das Potenzial eines Anti-Brustkrebsmedikamentes haben kann.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Laut Traditioneller Chinesischer Medizin soll Yams das innere Gleichgewicht, das Qi, die Lebenskraft, stärken. Bei Erkältungsbeschwerden und Husten kann Yams als Tee getrunken werden. Er soll Schleim lösen und Entzündungen hemmen.

Yamswurzel soll bei Müdigkeit, Rheuma und Scheidenausfluss helfen. Weiterhin wird die Pflanze in der Traditionellen Chinesischen Medizin bei hormonellen Beschwerden, Appetitlosigkeit, lang anhaltendem Durchfall sowie bei Koliken der Galle, des Magens und des Darms eingesetzt.

Blätter des Yams
Yams gehört zu den Lianengewächsen; viele der rund 800 Arten haben herzförmige Blätter. (Bild: LianeM/stock.adobe.com)

Anwendung und Dosierung

Eingenommen werden kann die Yamswurzel in Form von Kapseln, als Pulver, homöopathischer Globuli oder als Tablette. Die Fertigpräparate sollten immer den Erdspross der Yamswurzel in Pulverform enthalten, nicht den Extrakt, da im Pulver die Inhaltsstoffe hochdosierter vorliegen.

Hinsichtlich der Dosierung liegen ungenügende Informationen vor. In einigen Quellen wird ein Gramm Yams als Dosierungsempfehlung pro Tag empfohlen.

Je nachdem, für welches Beschwerdebild Yamswurzel eingenommen werden soll, gibt es unterschiedliche Dosierungsempfehlungen. Da diese Empfehlungen nicht wissenschaftlich fundiert sind, ist es ratsam, ärztlichen Rat vor einer Einnahme einzuholen.

Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen sowie Homöopathen und Homöopathinnen verfügen teils über langjährige Erfahrungen mit der Anwendung von Yamswurzel. Es sind verschiedene homöopathische Kombinationspräparate auf dem Markt, die Yams als Wirkstoff enthalten, zum Beispiel bei Nebennierenschwäche.

Yam kann in der Menopause oder bei Gelenkschmerzen als Gel oder Creme direkt auf die Haut aufgetragen werden. In Deutschland sind Cremes und Gels nicht bestellbar, sondern nur über das Internet aus dem Ausland (wie zum Beispiel der Schweiz) beziehbar. Deren Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt.

Ein Yamswurzel-Tee bei Krämpfen oder Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kann aus getrockneter Wurzel hergestellt werden. Tee ist im Reformhaus erhältlich. Für einen Liter können 25 Gramm Yamswurzel dreißig Minuten lang bei niedriger Hitze aufgekocht werden.

Zwölf der 600 Yamsarten sind essbar. Roh dürfen jedoch nur zwei davon verzehrt werden: Dioscorea batatas und Dioscorea japonica. Yamswurzel ist im Reformhaus oder im Supermarkt zur Erntezeit in den späten Sommermonaten ab August erhältlich. Sie sollte prall sein und kann trocken und kühl gelagert werden (jedoch nicht im Kühlschrank) und ist etwa zehn Tage lang haltbar.

Als Nahrungsmittel kann Yams wie eine Kartoffel gekocht, gebacken, gebraten, frittiert, püriert oder gestampft werden.

Yams – Nebenwirkungen

Da Yamswurzel bislang medizinisch nicht ausreichend untersucht wurde, ist zu den Nebenwirkungen wenig bekannt. Eine übermäßige Dosierung soll Erfahrungsberichten zufolge bei einigen Personen zu Durchfall geführt haben. Allergische Reaktionen bei Heilpflanzen sind nicht auszuschließen, jedoch wenig dokumentiert.

Beim Auftragen von Cremes und Salben auf die Haut kann es zu Hautrötungen kommen. Bei einer Schwangerschaft oder während des Stillens wird von der Einnahme der Yamswurzel aufgrund der ungenügenden medizinischen Studienlage und der möglichen Hormonwirksamkeit der Inhaltsstoffe abgeraten.

Ein Stapel mit Puna Yams
Auf Märkten, zum Beispiel in Afrika und in Indien, gehört Yams zu den handelsüblichen Artikeln. (Bild: Lubo Ivanko/stock.adobe.com)

Yamswurzel-Pommes

Wer neugierig geworden ist und Yamswurzel einmal probieren möchte, kann sie in Form von Pommes Frites kosten.

Der Erdspross schmeckt ähnlich wie Süßkartoffeln und versorgt den Körper mit einer Vielzahl von wichtigen Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen mit genannten möglichen Eigenschaften eines Superfoods, die Entzündungen und die Alterung hemmen können.

Es eignet sich dazu die Yamsart Dioscorea batatas, die in Afrika und Lateinamerika als Grundnahrungsmittel verwendet wird.

Zubereitung:
Als Beilage werden für drei bis vier Personen zwei bis drei etwa dreißig Zentimeter lange Knollen der Yamswurzel gewaschen und geschält. Diese werden anschließend in längliche Stücke etwas dünner als fingerdick geschnitten.

Die entstandenen rohen Pommes Frites werden in einem neutralen Pflanzenöl (zum Beispiel Sonnenblumenöl) geschwenkt und mit Salz und Paprikapulver gewürzt. Danach werden sie auf einem Backblech verteilt und etwa zwanzig Minuten bei 200 Grad (Umluft) gebacken. Ab und zu sollten die Pommes Frites gewendet werden. Je nach Dicke sind sie eventuell schon vorher durchgebacken und kross. (Lea Stanke)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Lea Stanke
Quellen:
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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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