Brustwarzenentzündung – Ursachen, Symptome und Therapie

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Entzündung der Brustwarzen

Es gibt einige Stellen am Körper, an denen ein lokales Entzündungsgeschehen ganz besonders lästig ist. Die Brustwarzenentzündung gehört hier zweifelsohne dazu. Gerade das weibliche Geschlecht leidet mitunter sehr an den Begleitbeschwerden, da die Brustanatomie bei Frauen besonders komplex ausgebildet ist und deshalb ein intensiveres Beschwerdebild heraufbeschwören kann. Erfreulicherweise gibt es gerade im Bereich der alternativmedizinischen und heilpflanzlichen Therapie zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die bei einer Entzündung der Brustwarzen zuverlässige Hilfe bieten. Nützliche Tipps zur Behandlung sowie wichtige Einzelheiten zur Erkrankung finden sie im nachstehenden Beitrag.


Definition

Die Brustwarze (Mamilla) beschreibt im Bereich der Brust (Mammae) einen Teil der sekundären Geschlechtsmerkmale, den Männer und Frauen gemeinsam haben. Allerdings hat die Brustwarze für gewöhnlich nur beim weiblichen Geschlecht auch eine funktionelle Aufgabe. Diese liegt bekanntlich darin, während der Stillzeit den Säugling mit Muttermilch zu versorgen. Zu diesem Zweck produzieren die im Inneren der Brust gelegenen Milchdrüsen (Glandula mammaria) nach der Schwangerschaft die Muttermilch. Besagte Drüsen sind anatomisch dem Brustmuskel vorgelagert und werden von einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Fettgewebe ummantelt, das nur im Bereich der Brustwarzen deutlich vermindert ist. An dieser Stelle gehen nämlich die Milchgänge (Ductus lactiferi) aus den Milchdrüsen hervor, welche die produzierte Muttermilch kanalisieren und ihr so den Austritt aus den Brustwarzen ermöglichen.

Die Brustwarzenentzündung kann viele Ursachen haben. (Bild: Leonid/fotolia.com)

Die Brustwarzenentzündung beschreibt nun eine Entzündung an dieser empfindlichen Mündung der Milchdrüsen beziehungsweise der Milchgänge. Grundsätzlich können dabei sowohl Männer als auch Frauen eine derartige Entzündung erleiden, wobei das Risiko beim weiblichen Geschlecht bedingt durch die volle Funktionsfähigkeit der Brustanlagen deutlich höher ist. Erschwerend hinzu kommt, dass sich um die weiblichen Brustwarzen ein deutlich sensibleres Geflecht an Nervenbahnen und Lymphen erstreckt als bei Männern. Reizungen von außen ebenso wie körpereigene Ungleichgewichte im Stoffwechsel oder Hormonhaushalt der Frau werden deshalb wesentlich leichter von den weiblichen Mamillen wahrgenommen und führen folglich auch schneller zu entzündlichen Reizreaktionen. Typische Begleitsymptome einer solchen Entzündung sind Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Brustwarze.

Verhältnismäßig oft gehen entzündete Brustwarzen in diesem Zusammenhang auf eine bereits bestehende Entzündung im Brustinneren zurück. Allerdings gibt es auch zahlreiche andere denkbare Gründe für das Entzündungsgeschehen. Grob lassen sich die Entstehungsursachen wie folgt unterteilen:

  • Erkrankungen der Brust,
  • Verletzungen der Brust,
  • hormonelle Störungen
  • und allergische Reaktionen.

Brustdrüsenentzündung als Hauptursache

Die Brustdrüsenentzündung (Mastitis) ist mit Abstand die häufigste Ursache für eine Brustwarzenentzündung. Eine Vorentzündung also, die im späteren Verlauf auch auf die Brustwarze übergreift. Schon die Entstehung der Mastitis zeigt dabei, auf welch vielseitige Art und Weise eine Entzündung der Brustwarzen ihren Lauf nehmen kann, wenn es um ein Infektionsgeschehen im Bereich der Brust geht. Denn Mastitis (auch: Mastadenitis) wird primär durch eine bestehende bakterielle Infektion ausgelöst. Typische Infektionserreger sind dabei:

  • Escherichien (Escherichia),
  • Mykobakterien (Mycobacterium),
  • Proteusbakterien (Proteobacteria),
  • Pseudomonien (Pseudomonas),
  • Staphylokokken (Staphylococcus)
  • oder Streptokokken (Streptococcus).
Viele Bakterienarten können für eine Entzündung der Brustwarze verantwortlich sein. (Bild: Gerhard Seybert/fotolia.com)

Mastitis puerperalis

In etwa 90 Prozent aller Fälle von Mastitis lassen sich als ursächliche Erreger Staphylokokken feststellen. Genauer gesagt ist es hier meist der Erreger Staphylococcus aureus, der die Brustdrüsenentzündung auslöst. Das gilt vor allem für Mastitis puerperalis, eine Sonderform der Brustdrüsenentzündung, die ausschließlich während der Stillzeit auftritt und Wundinfektionen im Brustbereich geschuldet ist. Zeitgleich auftretender Milchstau (zum Beispiel durch verengte Milchkanäle) wird von Medizinern als zusätzlicher Co-Faktor angesehen.

Mastitis non-puerperalis

Natürlich kann eine Mastitis auch außerhalb der Stillzeit auftreten. Man spricht hier von einer sogenannten Mastitis non-puerperalis. Häufigste Ursachen für die Brustdrüsenentzündung sowie die Brustwarzenentzündung als Folgekrankheit sind hier neben Staphylokokken auch andere Erreger, die als Verursacher schwerer Infektionskrankheiten berühmt-berüchtigt sind. Zwei Beispiele dafür sind der Tuberkulose-Erreger Mycobakterium tuberculosis sowie das Stäbchenbakterium Escherichia coli. Das Letztere kommt wie andere Darmbakterien natürlich im menschlichen Darm vor, kann aber bei Überpopulation oder Verschleppung in andere Körperregionen auch für schwere Infektionskrankheiten wie Hirnhautentzündungen, Harnwegsinfekte und sogar chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verantwortlich sein. Co-Faktoren bei Mastitis non-puerperalis sind außerdem Schwächen und Störungen im Immunsystem, Hormonhaushalt und Brustgewebe durch:

  • Einnahme von Psychopharmaka (zum Beispiel Tranquilizer),
  • Einnahme von Hormonpräparaten (zum Beispiel Pille),
  • einen erhöhten Prolaktinspiegel im Blut (Hyperprolaktinämie),
  • einen gestörten Östrogen- bzw. Progesteronhaushalt (zum Beispiel bei Mastophatie),
  • starken Nikotinkonsum
  • oder Schilddrüsenerkrankungen (zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion – Hyperthyreose).

Periduktale Mastitis

Eine dritte Variante der Mastitis und damit ein weiterer denkbarer Grund für Brustwarzenentzündung ist die Periduktale Mastitis. Sie ist die einzige Form der Brustdrüsenentzündung, bei der Infektionserreger eher weniger eine Rolle spielen. Vielmehr wird diese Mastitis durch einen Milchstau bei stillenden Müttern ausgelöst. Das Milchsekret kann infolgedessen nicht mehr oder nur noch unzureichend über die Brustwarzen abfließen und sucht sich deshalb Ausweichmöglichkeiten durch den Eintritt in umliegendes Brustgewebe. Dies führt natürlich zu Gewebereizungen, die unweigerlich umfassende Entzündungsreaktionen in Gang setzen, womit der Grundstein für eine Brustdrüsen- wie auch für eine Brustwarzenentzündung gelegt ist.

Unabhängig von den Ursachen ist die Brustwarzenentzündung eine schmerzhafte Erfahrung. (Bild: Studio Romantic/fotolia.com)

Verletzungen und Infektionen als Co-Faktor

Brustdrüsen- und Brustwarzenentzündungen durch bakterielle Infektionen entstehen für gewöhnlich immer dann, wenn die verantwortlichen Erreger über Mikroverletzungen in das Brustwarzengewebe eindringen. Dazu kann es zum Beispiel während der Stillzeit kommen, wenn das Baby zu stark an den Brustwarzen der Mutter saugt. Doch auch andere Verletzungen im Brustwarzenbereich begünstigen eine bakterielle Infektion der Brust. Kommt es im Rahmen einer Brust-OP beispielsweise zu einer Infektion der Operationswunde, ist eine Brustwarzenentzündung nicht auszuschließen. Infektionshintergrund ist hier in den allermeisten Fällen eine mangelnde Sterilhaltung der Wunde. Ähnlich sieht es bei Schnitt- und Schürfwunden an der Brustwarze aus. Diese sind zwar verhältnismäßig selten an der Entstehung einer Brustwarzenentzündung beteiligt, grundsätzlich aber durchaus als mögliche Ursache denkbar.

Verletzungen an der Brustwarze bieten möglichen Infektionskeimen also einen direkten Zugang zum Brustgewebe mit entsprechenden Gewebereizungen und Entzündungsprozessen als Folge. Hinzu kommen bestehende Infektionskrankheiten, die, sofern nicht richtig auskuriert, zu Folgeinfektionen führen können, wenn sich die Erreger über die Blutbahn oder den Lymphfluss in die Brust absetzen. Gerade die Brustdrüsenentzündung nimmt über einen solchen Weg nur allzu leicht ihren Anfang. Dabei werden – je nach Entstehungsweg – drei Hauptformen der Mastitis unterschieden werden.

Brustwarzenentzündung durch Gewebeanomalien

Infektionen stehen nicht selten in Verbindung mit Eiterbildung im betroffenen Gewebe. Brustinfektionen sind von diesem Szenario natürlich nicht ausgenommen. Es kann daher auch im Zuge von Eiterzysten oder Abszessen zur Entzündung der Brustwarzen kommen.

Auch Pickel und Ödeme, also Wassereinlagerungen in der Brust, beispielsweise durch Wassersucht, sind als Ursache längst nicht so abwegig, wie es zunächst vielleicht den Anschein hat. Gerade wenn Patientinnen viel an den Gewebeanomalien herumdrücken und so ein Abwandern der Flüssigkeits- beziehungsweise Sekretansammlungen ins umliegende Gewebe provozieren, ist eine Entzündungsreaktion umso wahrscheinlicher.

Die gefährlichste Form der Gewebewucherungen stellt mit Blick auf Brustentzündungen aber gewiss der Brustkrebs dar. Jedes Malignom, Karzinom oder auch ein großwüchsiger Tumor kann knotige Verhärtungen im Bereich der Brustwarze entstehen lassen, die neben Brustwarzenentzündungen ebenso Juckreiz, Ausfluss und Verkrustungen an den Mamillen befördern. Sehr häufig sind diesbezüglich Entzündungen bei einer Mitbeteiligung des Lymphsystems.

Oft kommt die Brustwarzenentzündug bei stillenden Müttern vor. (Bild: Tomsickova/fotolia.com)

Brustwarzenentzündung durch Brustfehlbildung

Wenngleich die Mastitis mit Abstand der häufigste Auslöser einer Brustwarzenentzündung ist, so ist er doch nicht der einzige. Es ist unter anderem möglich, dass Fehlentwicklungen der Brust die entzündeten Brustwarzen verursachen. Manche Frauen leiden zum Beispiel unter Brustfehlbildungen, die neben Formveränderungen der Brust auch verengte oder unzureichend ausgebildete Brustdrüsen begünstigen. Liegt etwa eine übermäßig große Brust, besser bekannt als Großbrüstigkeit (Makromastie) vor, so leiden Patientinnen mitunter nicht nur an starken körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Haltungsstörungen, die auf das zusätzliche Gewicht zurückgehen. Ebenso sind stark vergrößerte Brustdrüsen denkbar, was eine enorme Belastung für das Brustgewebe darstellt und gegebenenfalls auch reizbedingte Entzündungsprozesse begünstigen kann.

Das Gegenstück zur Makromastie ist die Unterentwicklung der Brust oder Kleinbrüstigkeit (Mikromastie). Hier besteht das Risiko einer gleichzeitigen Unterentwicklung der Brustdrüsen, welche infolgedessen zu klein oder erst gar nicht vollständig ausgebildet sind. Gerade in besonderen Hormonphasen des weiblichen Körpers (zum Beispiel während des Zyklusgeschehens oder einer Schwangerschaft), wenn die Brustdrüsen durch eine veränderte Hormonlage vermehrt stimuliert werden, kann es ebenfalls zu reizbedingten Entzündungen kommen.

Zwischen Makromastie und Mikromastie gibt es noch einige weitere Formabweichungen der weiblichen Brust, die mit mehr oder minder starken Komplikationen einhergehen. So kann eine Schlauch- oder Trichterbrust zum Beispiel für Probleme beim Stillen sorgen und das Selbstwertgefühl einer Frau massiv beeinträchtigen, wenn sie sich zu stark nach gültigen, jedoch auch äußerst variablen Schönheitsidealen unserer Gesellschaft beurteilt. Es sei an dieser Stelle betont, dass in Sachen Brustform und Brustgröße nicht jede Abweichung von der Norm auch automatisch ein erhöhtes Entzündungsrisiko mit sich bringt. Gerade wenn es um die Brustform geht, sind die meisten Abweichungen eher unbedenklich. Deutlich komplikativer kann hier die Ausprägung der Brustwarze selbst sein. Insbesondere die Schlupfwarze (auch: Hohlwarze) birgt hier neben Problemen beim Stillen auch die Gefahr, vermehrt Brustwarzenentzündungen auszulösen. Sie sind verkürzten Milchgängen geschuldet und können, etwa bei verändertem Hormonstatus, vermehrt zu Entzündungen eben dieser neigen.

Hormonelle Veränderungen und Brustwarzenentzündung

Hormonelle Störungen können bekanntlich für zahlreiche Erkrankungen sorgen. Die Brustwarzenentzündung ist hier ein denkbares Szenario. Gerade bei bestehenden Zyklusstörungen durch einen unausgeglichenen Progesteron- beziehungsweise Östrogenhaushalt klagen viele Frauen über schmerzende und entzündete Brustwarzen. Und auch während der Schwangerschaft und Menopause unterliegt der weibliche Körper besonderen Hormonschwankungen, die einen Gewebeumbau in der Brust zur Folge haben und mitunter Brustwarzenentzündungen durch Gewebereizungen begünstigen können.

Bei Männern sorgen nicht selten Hormonumstellungen im Alter für Brustwarzenentzündungen. Hier spielt ein Anstieg des weiblichen Hormons Östrogen eine wichtige Rolle, der zu umfangreichen Umbauprozessen in der männlichen Brust führt und so entzündliche Prozesse in Gang setzen kann. Gleiches gilt für ein Absinken des Östrogenspiegels bei Frauen in der Menopause. Auch hier verändert sich das Brustgewebe nachhaltig, was bis zum Abschluss der Umbauphase zu vorübergehenden Entzündungen führen kann.

Unterwäsche aus Baumwolle sorgt für den sanften Hautkontakt. (Bild: mozhjeralena/fotolia.com)

Allergien und Brustwarzenentzündung

Eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Allergenen kann sich ebenfalls in einer Brustwarzenentzündung zeigen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Textilallergie vorliegt und die Mamillen beim Tragen entsprechender Kleidung dauerhaft durch den Textilstoff gereizt werden. Die allergische Reaktion kann natürlich auch durch bei den Textilien verwendete Waschmittel hervorgerufen werden. Diesbezüglich können schmerzende und entzündete Brustwarzen auch bei Männern entstehen. Bei Frauen ist in Sachen Textilien meist eine Reizung durch schlechtsitzende oder aus ungeeignetem Textilgewebe bestehende Büstenhalter für die Entzündung verantwortlich.

Symptome

Eine Brustwarzenentzündung kann ein- und beidseitig auftreten und zeigt sich mit den klassischen Anzeichen einer Entzündung. Meist beginnt sie mit einer leichten Druck- und Reibungsempfindlichkeit im Bereich der Brustwarze. Manipulationen an der Brustwarze, sei es beim Stillen des Kindes oder durch reibende Kleidung, werden plötzlich als schmerzhaft empfunden. Diese Missempfindung kann sich schnell zu sehr starken Schmerzen ausweiten, die die gesamte Brust betreffen und bis in die Achselgegend ausstrahlen. Oftmals kommt es dann sogar bei isolierten Bewegungen des Armes zu Beschwerden.

Zusätzlich zu den Schmerzen können lokale Rötungen auftreten. Da die Brustwarze jedoch meistens eine dunklere Färbung aufweist, wird dieses Symptom häufig nicht oder erst spät erkannt. Erst bei näherer Betrachtung oder wenn die Brustwarze auch geschwollen und überwärmt ist, wird Betroffenen bewusst, dass die Brustwarze anders aussieht, als gewohnt. Auch die Rötung, Überwärmung und Schwellung der Brustwarze können sich ausbreiten und letztlich auf das gesamte Brustgewebe übergreifen. In diesem Fall sind die durch die Haut schimmernden Blutgefäße deutlich überzeichnet und die gesamte Brust oder größere Anteile können stark gerötet, heiß und geschwollen sein. Nun sind auch lokale Hautausschläge über die gesamte Brust bis hoch zum Hals keine Seltenheit. Häufig tritt dann zudem blutig-eitriges Sekret aus der Brustwarze aus oder es werden Verkrustungen an der Oberfläche der Brustwarze erkennbar. Tritt eine Brustwarzenentzündung während der Stillzeit auf, kann auch die Muttermilch farblich verändert sein und Blutbeimengungen enthalten.

Blutuntersuchung gehört zu den diagnostischen Maßnahmen bei Brustwarzenentzündung. (Bild: StudioLaMagica/fotolia.com)

Generell birgt jede Brustwarzenentzündung die Gefahr einer Brustdrüsenentzündung in sich, das heißt, die lokale Entzündung breitet sich auf die Brustdrüse aus. Auch ein Übertritt der Krankheitserreger in das Blut ist möglich, dann spricht man von einer Sepsis. Beide Krankheitsbilder sind ernstzunehmende Komplikationen einer Brustwarzenentzündung und machen sich zusätzlich zu den auf die betroffene Brust begrenzten Symptomen durch weitere, unspezifische Krankheitsanzeichen bemerkbar. Hierzu gehören:

  • Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Geschwollene Lymphknoten im Achsel- und Halsbereich
  • oder Fieber und Schüttelfrost.

Diagnose

Die Diagnose einer Brustwarzenentzündung stellt der behandelnde Arzt meist schon durch das typische Beschwerdebild und eine körperliche Untersuchung, die zwingend das Abtasten beider Brüste beinhalten muss. Da sich hinter einer Brustwarzenentzündung viele Ursachen verbergen können, schließen sich hieran oftmals weitere Untersuchungen an.

Laborchemische Untersuchungen

Im Blut von Betroffenen können die Entzündungswerte bestimmt werden. Tritt eine Entzündung der Brustwarze oder anderer Teile der Brust fernab von Schwangerschaft und Stillzeit auf, ist es ratsam den Prolaktinwert im Blut zu bestimmen. Dieser ist dann nämlich oft erhöht und kann Hinweis auf eine hormonelle Ursache geben. Fließt Sekret aus der Brustwarze heraus, kann dieses mittels eines mikrobiologischen Abstrichs auf Krankheitserreger hin untersucht werden.

Bildgebende Verfahren:

Die Brust kann mittels einer sonografischen Untersuchung sehr gut beurteilt werden. Abszesse oder andere Raumforderungen können so identifiziert werden. Da bei einer Entzündung im Bereich der Brust auch immer an ein Krebsgeschehen gedacht werden muss, kommen im Zweifelsfall auch eine Mammografie, sowie eine CT- und MRT-Untersuchung in Betracht.

Die mammografische Untersuchung hilft, schwerwiegende Erkrankung auszuschließen. (Bild: curlymary/fotolia.com)

Therapie

Die Therapie richtet sich bei Brustwarzenentzündung ganz nach der zugrundeliegenden Ursache. Vielfach reicht es aus, der Entzündung mit Hausmitteln oder Heilkräutern entgegenzuwirken, bis das körpereigene Immunsystem sich den Entzündungserregern angenommen hat oder äußere Reizeinwirkungen (in diesem Fall hauptsächlich das Stillen des Babys) ein Ende finden. Insgesamt stehen zur Behandlung der Entzündung die anschließend dargelegten Optionen zur Auswahl.

Hausmittel

Einfache Brustwarzenentzündungen und auch Brustdrüsenentzündungen sprechen im Anfangsstadium sehr gut auf diverse Hausmittel an. Betroffene sollten dabei selbst erfahren und entsprechend beurteilen, ob eine lokale Kühltherapie oder eher eine Wärmetherapie Linderung verschafft. Zur Kühlung können Kühlelemente verwendet werden, die im zeitlichen Rahmen von maximal zehn Minuten am Stück auf die betroffene Stelle gelegt werden. Die Brust sollte allerdings unbedingt durch ein Tuch vor der direkten Kühleinwirkung geschützt werden. Auch feuchte Umschläge, beispielsweise mit Pfefferminze als Zusatz, können der Entzündung entgegenwirken.

Ein bewährtes Mittel, gerade unter stillenden Frauen, ist der Kohlwickel. Hierfür nimmt man ein geputztes Kohlblatt aus dem Kühlschrank und legt es auf die betroffene Brust. Der vorgekühlte Kohl hat nicht nur einen kühlenden Effekt, sondern er enthält auch Pflanzenstoffe, die die lokale Entzündung hemmen können.

Eine alte Methode der Schmerzlinderung ist ein Umschlag aus einem Kohlblatt. (Bild: pioneer111/fotolia.com)

Tendieren entzündungsgeplagte Patienten eher zu einer Wärmebehandlung, können feucht-warme Umschläge, beispielsweise mit Kamillenzusätzen, aber auch eine kurzzeitige, maximal zehnminütige Bestrahlung mit einer Infrarotlampe Besserung bringen. Ebenso wird immer wieder Melkfett verwendet, um gerötete und gereizte Brustwarzen während der Schwangerschaft zu beruhigen.

Ganz wichtig für stillende Mütter ist eine gute und vor allem entzündungsvorbeugende Stillkultur. Hierfür ist es ratsam folgende Ratschläge zu beherzigen:

  • Gerade zu Beginn der Stillzeit für eine entspannte Atmosphäre sorgen,
  • erst mit eingespielter Stillpraxis auch in weniger entspannten Situationen stillen,
  • versuchen, den mentalen Druck (beispielsweise „ich muss stillen“) zu reduzieren,
  • einen stützenden, aber nicht einengenden BH tragen (anfangs auch nachts),
  • unter der warmen Dusche beide Brüste in Richtung Brustwarze ausstreichen,
  • bei beginnender Schmerzempfindlichkeit die Stillpausen nicht unnötig ausdehnen,
  • entzündungshemmende Salben (zum Beispiel mit Zink oder Kamille) in den Stillpausen auftragen
  • und Stillhilfen (zum Beispiel Stillhütchen) nach Anleitung durch die Hebamme verwenden.
Die richtige Strategie beim Stillen kann vor der Brustwarzenentzündung schützen. (Bild: Alik Mulikov/fotolia.com)

Naturheilkundlicher Ansatz

Auch im naturheilkundlichen Bereich wird man bei leichten Entzündungen der Brustwarze oder Brustdrüse schnell fündig. Zur äußeren Anwendung an der Brustwarze können Umschläge mit Tinkturen aus:

  • Kamille,
  • Pfefferminze,
  • Ringelblume,
  • Schwarzem Tee
  • oder Traubensilberkerze

die Entzündungsreaktionen hemmen und für Kühlung sorgen. Zur innerlichen Anwendung beispielsweise als Globuli, Tabletten oder Tinkturen eignen sich:

  • Belladonna,
  • Bryona,
  • Phytolacca,
  • Hepar sulph
  • oder Magnesium phosphoricum (Schüßler Salz Nr. 7)

um die Entzündungsreaktion einzudämmen, Schmerzen zu lindern und einen versiegten Milchfluss anzuregen.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung einer Brustwarzenentzündung oder Brustdrüsenentzündung richtet sich sehr stark an der Ursache der Entzündung aus. Mitunter können sie auch als Nebenwirkung einer Hormon- oder Psychopharmakabehandlung auftreten. Dann empfiehlt es sich, gemeinsam mit dem Arzt zu beraten, inwiefern die eingeleitete Behandlung sinnvoll in Bezug auf Linderung der eigentlich zu behandelnden Symptome und Auftreten der Nebenwirkungen ist. Eine Reduktion oder ein Absetzen der Medikamente sollte unbedingt diskutiert werden.

Heilkräuter wie zum Beispiel Minze können helfen, die Entzündung zu kühlen. (Bild: janaph/fotolia.com)

Das Mittel der Wahl bei Brustwarzen- und übergreifenden Brustdrüsenentzündungen ist meist eine angepasste Antibiotikatherapie. Hiervor scheuen sich stillende Mütter – die Hauptrisikogruppe für dieses Krankheitsbild – oft sehr. Jedoch müssen diese Frauen keine Angst haben. Die antibiotischen Wirkstoffe gefährden das zu stillende Kind nicht. Auch sollte nur in ganz wenigen Ausnahmefällen ein Abstillen in Erwägung gezogen werden, da dieses Vorgehen häufig die Entzündung und die Symptome noch zusätzlich befeuert. In den allermeisten Fällen ist als Komplikation beim Kind unter Antibiotikatherapie der stillenden Mutter lediglich eine Infektion mit Mundsoor zu erwarten.

Um die allgemeinen Krankheitssymptome zu lindern, bietet es sich an, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente einzusetzen. Diese Medikamente haben meist auch eine entzündungshemmende Komponente und unterstützen den Körper bei der Bekämpfung der Entzündung. Da stillende Frauen nicht alle dieser sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika einnehmen dürfen, sollte diese Patientengruppe im Vorfeld unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Operative Therapie

Nur in sehr seltenen Fällen ist tatsächlich eine operative Versorgung notwendig. Hat sich allerdings im Zuge einer Brustwarzenentzündung ein Abszess in der Brustdrüse gebildet, kann es unter Umständen notwendig sein, dass dieser operativ entfernt und die Wundhöhle chirurgisch versorgt wird. Beispielsweise dann, wenn die Entzündung nicht auf eine antibiotische Therapie anspricht oder die Entzündung schon sehr weit fortgeschritten ist.

Auch dann, wenn der Entzündung ein Krebsgeschehen oder eine spezielle Fehlbildung der Brustdrüsen beziehungsweise Milchgänge zugrunde liegt, ist es notwendig, dass ein Chirurg die betroffene Brust behandelt. Bei Schlupfwarzen greifen viele Patientinnen zudem auf die Anbringung eines Brustwarzenpiercings zurück. Dieses kann die Warzen nachhaltig nach außen ziehen und so das Entzündungsrisiko beheben.

Krankheiten und Fehlbildungen bei Brustwarzenentzündung:

  • Mastitis,
  • Abszesse,
  • Zysten,
  • Pickel,
  • Ödeme,
  • Brustkrebs,
  • Makromastie,
  • Mikromastie,
  • Schlupfwarzen,
  • hormonelle Störungen,
  • Allergien.

(ma)