Gehschwierigkeiten, Gangstörungen – Ursachen, Symptome, Therapien

Nina Reese

Probleme beim Gehen

Gehschwierigkeiten und Gangstörungen treten vor allem bei älteren Menschen auf. Es wird angenommen, dass allgemeine altersbedingte Ablagerungen in den Gefäßen und besonders im Gehirn zu einer Minderdurchblutung und verringerten Funktion bei Bewegung führen und somit das Koordinationsvermögen einschränken. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Erkrankungen und Beschwerdebilder, die Probleme beim Gehen verursachen können. Deshalb muss zunächst untersucht werden, ob die Gehschwierigkeiten neurologischen, internistischen, psychogenen oder orthopädischen Ursprungs sind. Prinzipiell werden Gehschwierigkeiten von Betroffenen als stark einschränkend und Lebensqualität mindernd empfunden. Deshalb ist es besonders wichtig, der Ursache auf die Spur zu kommen und eine erfolgversprechende Therapie einzuleiten.


Gangstörungen – ein kurzer Überblick

Hier ein kurzer Überblick über das Beschwerdebild einer Gehstörung mit den möglichen Ursachen. Auf die einzelnen Punkte wird im weiteren Verlauf näher eingegangen:

  • Definition: Wenn das Gangbild oder die Gehgeschwindigkeit von den für Alter und Körpergröße typischen Bewegungsmustern abweicht, spricht man von einer Gangstörung. Diese kann von einem leichten Humpeln bis hin zum Verlust des eigenständigen Gehens reichen.
  • Symptome: Verringerte Ganggeschwindigkeit, Unstimmigkeiten, Abweichungen oder Auffälligkeiten im Gangmuster wie watscheln, hinken, trippeln oder humpeln.
  • Ursachen: Es kommen zahlreiche unterschiedliche Erkrankungen und Beschwerdebilder in Frage, die Probleme beim Gehen verursachen können. Die Ursachen können neurologischer, internistischer, psychischer oder orthopädischer Natur sein.
  • Neurologische Ursachen: Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Schädigung der peripheren Nerven (Polyneuropathie), Innenohrbeschwerden, B12-Vitaminmangel, Schlaganfall, Gehirntumor, Entzündungen (beispielsweise infolge einer Borreliose), Gehirnschäden infolge Alkoholismus.
  • Internistische Ursachen: Veränderungen der Blutgefäße in den Beinen, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
  • Psychogene Ursachen: Psychogener Tremor, psychogene Dystonie (Bewegungsstörung), psychogener Myoklonus (Muskelzucken), psychogener Parkinsonismus, psychogene Gangstörung, posttraumatische Belastungsstörung (PTSD).
  • Orthopädische Ursachen: Gelenkverschleiß (Arthrose), Spinalkanalstenose, rheumatische Krankheiten, Muskelschwäche, Bandscheibenvorfall, Verletzungen wie beispielsweise ein Oberschenkelhalsbruch oder andere Knochenbrüche im Bein und Fußbereich.
Viele Menschen bekommen im Verlauf ihres Lebens Schwierigkeiten beim Gehen. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Definition

Gehschwierigkeiten und Gangstörungen sind Bewegungsstörungen, die sich vor allem beim Gehen bemerkbar machen. Die Ursache kann auf neurologische, orthopädische, internistische oder psychogene Probleme und Störungen zurückzuführen sein. Häufig treten neben den Problemen beim Gehen weitere Beschwerden auf, beispielsweise bei Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose. Bei Gehschwierigkeiten können Therapien in vielen Fällen nur die Symptome lindern, jedoch nicht die Ursache beheben.

Wie sieht ein normaler Gang aus?

Ein gesunder Gang zeichnet sich zum einen durch die Gehgeschwindigkeit und zum anderen durch ein harmonisches Gangbild aus. Bei einem gesundem Gang legen Erwachsene durchschnittlich rund 2,5 Meter pro Sekunde zurück. Im Alter kann dieser Wert bis auf rund 1,5 Meter sinken. Dies ist nicht bedenklich und gehört zum normalen Alterungsprozess. Wenn bei der Geschwindigkeit oder beim Gangmuster regelmäßige Unstimmigkeiten, Abweichungen oder Auffälligkeiten bemerkt werden, kann eine Gehschwierigkeit vorliegen. Ein harmonisches Gangmuster zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

  • Flüssiger und symmetrischer Bewegungsablauf,
  • Mitschwingen der Arme,
  • Fußabstand ist normal (weder zu breitbeinig, noch zu eng zusammen),
  • die Schrittlänge ist normal lang und gleichbleibend (Personen zwischen 1,5 und 1,7 Meter Körpergröße haben eine durchschnittliche Schrittlänge von 60 cm; Personen zwischen 1,7 und 1,9 Meter durchschnittliche 70 cm),
  • die Füße werden bei der Gangbewegung weder zu hoch, noch zu wenig angehoben.

Probleme beim Gehen können vielfältige Ursachen haben

Gehschwierigkeiten können bei Betroffenen sehr unterschiedlich ausfallen. Die Probleme reichen von leichtem Humpeln oder einem unsicheren Gang bis hin zu sehr auffälligen Gangbildern, bei denen die Betroffenen kaum mehr in der Lage sind zu gehen. Als Auslöser von Gehschwierigkeiten kommen dementsprechend viele Ursachen in Frage, die der Arzt zunächst abklären muss.

Die Ursachen für Gangschwierigkeiten können vielfältige sein. Neurolgische, orthopädische, internistische oder psychische Erkrankungen zählen zu den möglichen Grundlagen der Beschwerden. (Bild: zinkevych/fotolia.com)

Neurologische Ursachen für Gehschwierigkeiten

Bei Gangschwierigkeiten, die auf ein neurologisches Problem zurückzuführen sind, treten begleitend häufig Schwindel und allgemeine Gehunsicherheiten auf. Das Gleichgewicht kann derartig gestört sein, dass Betroffene vorübergehend das Bewusstsein verlieren.

Subkortikale Arteriosklerotische Enzephalopathie

Ältere Menschen leiden häufig an Subkortikaler Arteriosklerotischer Enzephalopathie, einer durch Gefäßveränderungen hervorgerufenen Erkrankung des Gehirns, bei der der Gang von Betroffenen meist breitbeinig, unsicher und tapsig wirkt. Weitere Beschwerden dieses Krankheitsbildes sind Blasenstörungen wie Blasenschwäche bis hin zur Inkontinenz sowie subkortikale Demenz.

Trendelenburg-Gang und Morbus Parkinson

Eine andere ebenfalls neurologisch bedingte Gangstörung ist der sogenannte Trendelenburg-Gang, bei dem Betroffene aufgrund einer Lähmung des mittleren Gesäßmuskels watscheln. Häufig wird dies durch Schädigungen der versorgenden Nerven verursacht. Ein kleinschrittiges, tippelndes Gangbild kann dagegen ein Hinweis auf Parkinson sein, einer neurologischen, degenerativen Erkrankung, die vor allem die Motorik der Betroffenen beeinflusst. Ein typisches Symptom von Parkinson ist zudem der Tremor, weshalb früher oft von der Schüttelkrankheit gesprochen wurde.

Schlaganfall und spastische Halbseitenlähmungen

Schlaganfall-Patienten leiden häufig an einer spastischen Halbseitenlähmung (Hemiparese) und entwickeln das sogenannte Wernicke-Mann-Gangbild, bei dem typischerweise der Oberkörper zur Gegenseite bewegt wird, um das spastische Bein leichter vom Boden zu lösen.

Weitere neurologische Ursachen

Torkeln „wie betrunken“ kennzeichnet ein cerebelläres Gangbild, bei dem Störungen der Kleinhirnfunktion vorliegen, beispielsweise bei Ataxie, einer Störung der Bewegungskoordination. Eine weitere neurologisch bedingte Gehstörung ist der sogenannte „Steppergang“, der umgangssprachlich auch als Storchengang bezeichnet wird. Diese Gangstörung wird durch eine Lähmung der Fußheber (Fußstrecker) verursacht.

Gangstörungen bei orthopädischen Ursachen

Die meisten Probleme beim Gehen sind auf eine orthopädische Ursache zurückzuführen. Schäden der Knochen, Muskeln und Gelenke von Füßen, Beinen, Becken und Wirbelsäule können Gehschwierigkeiten verursachen. Diese können beispielsweise durch Verletzungen wie Knochenbrüche oder Gelenkverschleiß (Arthrose) hervorgerufen werden.

Verletzungen infolge von Unfällen können die Grundlage für Gehschwierigkeiten sein. (Bild: britta60/fotolia.com)
Model-Released

Entlastungshinken

Eines der orthopädisch bedingten Beschwerdebilder von Gehstörungen ist das Duchenne-Hinken (Entlastungshinken), bei dem Betroffene ihren Rumpf zum Standbein neigen. Ursache können eine Fehlstellung im Hüftgelenk, eine Hüftdysplasie beziehungsweise eine Hüftluxation sein. Eine geschwächte Glutealmuskulatur kann ebenfalls das Hinken auslösen.

Watschelndes Gangbild (Trendelenburg-Gang)

Das watschelnde Gangbild beim Trendelenburg-Gang kann nicht nur neurologisch sondern auch orthopädisch bedingt sein, beispielsweise bei einer kindlichen Hüftgelenkdysplasie oder einer Luxation des Gelenkes. Auch bei Gelenkversteifungen oder Schmerzen hinken die Betroffene häufig.

Leichte Gehschwierigkeiten

Bei leichten Gangschwierigkeiten klagen Betroffene häufig über ein Taubheitsgefühl in den Waden bis in die Füße. Dabei handelt es sich meist um eine Nervenkompression, wobei die neurologische Untersuchung, die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, zum Teil keinen Befund liefert.

Tarsaltunnelsyndrom

Wenn in den Füßen Taubheitsgefühle auftreten, kann es sich um das Tarsaltunnelsyndrom handeln, bei dem eine Kompression des Nervs N. Tibialis vorliegt, der entlang des Innenknöchels verläuft. Als Ursache kommen unter anderem Knochenbrüche, Sehnenentzündungen im betroffenen Bereich sowie Störungen in der arteriellen Versorgung des Unterschenkels und somit auch des Nervs in Frage.

Probleme der Lendenwirbelsäule

Auch die Nerven, die Beine und Füße versorgen, können durch Kompression die Gehfähigkeit stark einschränken. Sie entstammen der Lendenwirbelsäule und sollten bei Gehschwierigkeiten in die Diagnosefindung und Behandlung mit einbezogen werden. In der Osteopathie werden deshalb nicht nur der Rücken und die allgemeine Statik des Körpers, sondern auch Vorerkrankungen wie Wirbelgleiten, Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen oder Gesäßschmerzen berücksichtigt. Bei dem Verdacht auf eine Nervenkompression sollten unbedingt eine Polyneuropathie (bestimmte Erkrankungen des peripheren Nervensystems) sowie Venenerkrankungen ausgeschlossen werden.

Orthopädische Gangprobleme können der Lendenwirbelsäule entstammen. Ein angemessenes und rückenfreundliches Training kann solche Beschwerden mindern und vorbeugend wirken. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Gehschwierigkeiten bei internistischen Ursachen

Probleme beim Gehen können auch bei Veränderungen der Blutgefäße auftreten, die beispielsweise zu Blutungen oder Durchblutungsstörungen in den Beinen führen können.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine spezielle Art der Durchblutungsstörung, die auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet wird, da Betroffene in bestimmten Abständen stehen bleiben müssen, beispielsweise vor einem Schaufenster, weil sie Schmerzen in den Beinen haben. Seltener sind auch die Arme betroffen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit zählt zu den chronischen Gefäßkrankheiten der Arterien. Sie entsteht durch Stenose (Einengung) oder Okklusion (Verschluss) der Arterien, die für die Versorgung der Extremitäten zuständig sind.

Arterienverkalkung

In selteneren Fällen ist auch die Hauptschlagader betroffen. Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zählt zu den Hauptursachen der Erkrankung, deren Krankheitsbild von Beschwerdefreiheit über leichte Gehschwierigkeiten bis hin zur Gangrän, einer amputationspflichtigen Gewebenekrose, reichen. Es besteht ein hohes Herzinfarkt-Risiko.

Gehschwierigkeiten bei psychogenen Ursachen

Psychogene Gangschwierigkeiten, sind Probleme beim Gegen, die durch die Psyche der Betroffenen bedingt sind. Sie gehören in der Psychiatrie zu den dissoziative Störungen und kommen wesentlich häufiger vor als gemeinhin angenommen wird. Zu den Ursachen gehören unter anderem der psychogene Tremor, die psychogene Dystonie (Bewegungsstörung), der psychogene Myoklonus (Muskelzuckungen), der psychogene Parkinsonismus und die psychogene Gangstörung. Häufig treten Begleiterkrankungen wie Angststörungen und Depressionen auf.

Risikofaktoren, die zu Gehschwierigkeiten führen können

Da Gehschwierigkeiten unter anderem auf Durchblutungsstörungen zurückzuführen sind, die häufig in Verbindung mit Rauchen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen wie Hyperlipidämie und Hypercholästerinämie – den Hauptrisikofaktoren für die periphere arterielle Verschlusskrankheit – stehen, ist eine gesunde Lebensweise ratsam. Hierzu zählen auch eine nicht fettreiche, ausgewogene Ernährungsweise und der Verzicht auf Nikotin (Hilfe: Das Rauchen aufgeben) gehören.

Wer Risikofaktoren minimiert und häufig Spaziergänge unternimmt, kann bis ins hohe Alter trotz gewissen Einschränkungen mobil bleiben. (Bild: oneinchpunch/fotolia.com)

Schuhwerk als Risikofaktor

Das Tragen von nicht passenden, zu engen Schuhen kann zudem Nervenkompressionen an den Füßen verursachen, so dass Betroffene aufgrund eines Taubheitsgefühls in den Beinen Gehunsicherheiten entwickeln.

Diagnose

Bei der Diagnose von Gehschwierigkeiten muss zunächst festgestellt werden, ob die Ursache neurologisch, orthopädisch, internistisch oder psychogen bedingt ist. Als erstes wird der Arzt das Gangbild des Patienten überprüfen, indem er Geschwindigkeit, Schrittweite, Starten und Anhalten, Kontakt zum Boden, Abrollen und die Bewegung in den großen Gelenken sowie in Füßen und Zehen beim Gehen beobachtet. Ein weiterer Test ist die Überprüfung der Anzahl der Schritte, die notwendig sind, um eine Drehung um 180 Grad zu machen. Darüber hinaus kann getestet werden, ob der Patient in der Lage ist, im Seiltänzergang zu gehen, bei dem ein Fuß vor den anderen auf einer gedachten Linie gesetzt wird. Um mögliche Lähmungen festzustellen, kann der Patient aufgefordert werden, auf den Zehen beziehungsweise den Versen zu gehen.

Weitere Gehtests

Ärzte setzen zur Prüfung des Gleichgewichts auch den sogenannten Romberg-Stehversuch ein. Dabei müssen die Patienten mit eng zusammengestellten Füßen einige Minuten lang stehen. Der erste Teil wird mit offen Augen durchgeführt, die zweite Hälfte mit geschlossenen Augen. Ein weitere Möglichkeit, das Gangbild zu prüfen, bietet der sogenannte Unterberger-Tretversuch, bei dem Betroffene mit geschlossenen Augen und vorgestreckten Armen etwa 60-mal auf der Stelle treten müssen.

Vorerkrankungen feststellen

Auch Vorerkrankungen wie Verletzungen, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bandscheibenvorfall müssen berücksichtigt werden, um der Ursache der Gehschwierigkeiten auf die Spur zukommen. Der Arzt führt in der Regel ein ausführliches Gespräch mit den Patienten, um die Beschwerden besser eingrenzen zu können. Dazu gehören auch Fragen nach Gefühls- und Gleichgewichtsstörungen. Zudem kann es notwendig sein, weitere Untersuchungen durchzuführen wie beispielsweise:

  • Sehtests,
  • Hörtests,
  • einen Bluttest,
  • eine Liquorpunktion (Hirnwasseruntersuchung),
  • Computertomographien (CT),
  • Kernspintomographien (MRT),
  • Elektroenzephalographien (EEG),
  • Elektromyographie (EMG).
Gehschwierigkeiten können die Lebensqualität einschränken, doch dies muss nicht immer so sein. Insbesondere bei orthopädischen Ursachen lassen sich oft gute Erfolge durch manuelle Therapie und Krankengymnastik erzielen. (Bild: Ljupco Smokovski/fotolia.com)

Behandlungsoptionen bei Gehschwierigkeiten

Die Art der Behandlung von Gehschwierigkeiten richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Bei orthopädischen Problemen können mit Physiotherapie, manueller Therapie oder Krankengymnastik häufig gute Ergebnisse erzielt werden. In schwereren Fällen kann eine Ruhigstellung oder eine Operation notwendig sein. Meist folgt im Anschluss ebenfalls eine Bewegungstherapie.

Therapien gegen Durchblutungsstörungen

Sind Durchblutungsstörungen die Ursache der Gehschwierigkeiten erfolgt häufig eine medikamentöse Therapie, wobei diagnoseabhängig auch ein operativer Eingriff notwendig sein kann. Angemessene Bewegung ist ebenfalls förderlich.

Übergewicht und Adipositas

Treten Gangbeschwerden zusammen mit starkem Übergewicht oder Adipositas auf, ist es nötig abzunehmen, um eine Besserung des Gangbildes erzielen zu können.

Therapien bei neurologischen Ursachen

Bei einer neurologischen Erkrankung wie Parkinson oder Multiple Sklerose als Ursache der Gehstörungen ist nur eine symptomatische Therapie möglich, da der Krankheitsverlauf immer weiter fortschreitet und auf Basis der aktuell verfügbaren Therapien keine Heilung zu erwarten ist. Linderung ihrer Beschwerden können Betroffene durch gezielte Bewegungstherapie (Physiotherapie, Krankengymnastik) und physikalische Behandlungen wie Massagen oder Elektrobehandlungen erfahren.

Behandlungen bei psychischen Ursachen

Liegt der Gehstörung eine psychogene Ursache zugrunde, kann eine Psychotherapie helfen, die gegebenenfalls von einer medikamentösen Behandlung begleitet wird.

Naturheilkundliche Behandlung

In der Naturheilkunde gilt Osteopathie als besonders erfolgsversprechende Methode aufgrund der ganzheitlichen Betrachtungsweise der Beschwerden des Patienten. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Kosten für osteopathische Behandlungen. Auch Akupunktur kann erfolgreich angewendet werden. Daneben zeigen Massagen und Wärmetherapien positive Effekte auf manche Gangbeschwerden.

Rückenfreundliches Training, ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und wenig Alkohol kann dazu beitragen, dass Gangstörugnen abgemildert werden oder gar nicht erst entstehen. (Bild: heilpraxis.de)

Eigene Maßnahmen gegen Gehstörungen

Um Gehschwierigkeiten durch Rückenschmerzen beispielsweise bei Bandscheibenvorfällen vorzubeugen, ist ein angemessenes, rückenfreundliches Training geeignet wie beispielsweise ein spezielles Kraft- oder Fitnesstraining. Tai Chi ist ebenfalls ein Bewegungskonzept, bei dem die aufrechte Körperhaltung eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass regelmäßiges Tai Chi besser als Krafttraining bei Parkinson-Patienten wirkt und das Risiko für Stürze mindert.

Ein gesunder Lebensstil lindert Gangbeschwerden

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung kann viel Probleme beim Gehen abmildern. Regelmäßiges Training der Muskulatur und des Gleichgewichtssinnes kann sich positiv auf das Gangmuster auswirken. Hierzu sind beispielsweise Gymnastik, Spaziergänge, Nordic Walking und Thai Chi geeignet. Daneben sollte darauf geachtet werden, möglichst wenig Alkohol zu trinken.

Sturzprophylaxe

Bei akuter Sturzgefahr oder wenn Betroffene bereits gestürzt sind, ist unbedingt auf eine gute Sturzprophylaxe zu achten, denn Stürze machen oftmals pflegebedürftig. Wenn der Gang immer unsicherer wird und Betroffene das Vertrauen in ihre Gangfähigkeiten verlieren, neigen viele dazu, sich immer weniger zu bewegen und sich zunehmend zu isolieren. Dies verschlimmert den Krankheitsverlauf und die Symptomatiken der Gangstörung. Eine geeignete Sturzprophylaxe kann dem entgegenwirken. Hierfür sollten alle potentiellen Sturzauslöser wie beispielsweise Teppiche oder Vorleger aus der Wohnung entfernt werden. Spezielle Hosen mit Hüftprotektoren schützen Patienten zusätzlich bei einem Sturz. Darüber hinaus kann auf Gehhilfen wie Gehstöcke oder Rollatoren zurückgegriffen werden. (nr, vb, aktualisiert am 22.07.2018)