Kreislaufschwäche – Ursachen und Therapie

Kreislaufprobleme bei niedrigem Blutdruck

Eine Kreislaufschwäche ist eine häufige Begleiterscheinung bei niedrigem Blutdruck und kann sich über verschiedene Symptome äußern. Betroffene klagen oft über Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen, zeitgleich mit einem allgemeinen Gefühl von Schwäche. In vielen Fällen sind die Ursachen unbekannt, aber zumeist ist eine Kreislaufschwäche ungefährlich und es bedarf keiner weiteren Behandlung. Einfache Maßnahmen und Verhaltensweisen können dennoch gegen mögliche Beschwerden helfen. Auch die Naturheilkunde und ganzheitliche Medizin kann hier vielseitig unterstützen.

Kurzübersicht

  • Wie äußert sich eine Kreislaufschwäche? Bei einer Kreislaufschwäche handelt es sich um eine meist kurzzeitige Kreislaufstörung mit typischen Symptomen wie etwa Schwindel, Schwäche, Zittern, Schwarzwerden vor den Augen und kalter Schweiß. Tritt dieses Kreislaufproblem chronisch auf, kann es beispielsweise auch zu einer allgemeinen Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Reizbarkeit kommen. Bei einer leichten Form kann es auch sein, dass die Betroffenen nichts von ihrer Kreislaufschwäche bemerken.
  • Kreislaufschwäche – Was steckt dahinter? In den meisten Fällen ist eine Kreislaufschwäche harmlos. Als Hauptursache gilt ein niedriger Blutdruck (Hypotonie), häufig mit unbekannter Ursache. Ernsthafte Grunderkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems, stecken seltener hinter den Problemen mit dem Kreislauf.
  • Kreislaufschwäche – Was kann man tun? Oftmals ist keine spezielle Behandlung bei einer Kreislaufschwäche notwendig. Fühlen sich Betroffene jedoch belastet, können bereits Umstellungen der alltäglichen Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten sowie weitere einfache Maßnahmen helfen, das Befinden zu verbessern. Auch Naturheilverfahren oder ganzheitliche Ansätze können Betroffene bei der Stärkung ihres Kreislaufs unterstützen. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Anwendungen aus dem Bereich der Phytotherapie.
Frau mit Schwindel
Eine Kreislaufschwäche ist meistens harmlos, kann aber bei Betroffenen zu einer Belastung im Alltag werden. (Bild: kleberpicui/fotolia.com)

Definition: Kreislaufschwäche

Unter einer Kreislaufschwäche versteht man eine Kreislaufstörung, bei der es aufgrund eines niedrigen Blutdrucks (Hypotonie) zu verschiedenen körperlichen Beschwerden kommt. Häufig wird auch der Begriff Schwächeanfall in diesem Zusammenhang benutzt.

Von einer Kreislaufschwäche spricht man bei einem Blutdruckabfall ohne Bewusstlosigkeit; zumeist begleitet von Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen. Das Gehirn wird mit weniger Sauerstoff versorgt, wodurch es zu einer Schwäche mit verschiedenen Symptomen kommt. Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit treten hingegen bei sehr ausgeprägtem Blutdruckabfall mit Schockzuständen (Kreislaufschock) auf, sind aber keine allgemeinen Symptome einer Kreislaufschwäche.

Ob ein niedriger Blutdruck oder eine Kreislaufschwäche einen Krankheitswert hat, hängt prinzipiell von der Symptomatik und einer möglichen Grunderkrankung ab. Es kommt nicht selten vor, dass leichte Kreislaufschwächen nicht weiter behandelt werden, während bei stärkeren Beeinträchtigungen verschiedene Therapieoptionen angeraten sind.

Herz-Kreislauf-System

Das Kreislaufsystem (kardiovaskuläres System) – bestehend aus Herz und Blutgefäßen – ist ein Transportsystem, das Blut durch den ganzen Körper schleust und somit diesen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Aber auch Stoffwechselendprodukte und Kohlendioxid werden über den Blutstrom im kardiovaskulären System (Blutkreislaufs) abtransportiert.

Blutkreislauf: Körperkreislauf und Lungenkreislauf

Der gesamte Blutkreislauf besteht aus zwei hintereinander geschalteten Kreisläufen, dem Körperkreislauf (großer Blutkreislauf) und dem Lungenkreislauf (kleiner Blutkreislauf). Der Körperkreislauf hat die Aufgabe, den gesamten Organismus mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Der Lungenkreislauf nimmt das verbrauchte, sauerstoffarme Blut wieder auf und reichert es für den Körperkreislauf wieder mit Sauerstoff an.

Die Blutgefäße stellen dabei das eigentliche Transportsystem dar. Dazu gehören das arterielle System (vom Herzen weg) mit der Aorta, weiteren Arterien, Arteriolen und Kapillaren und der venösen Rückstrom (zum Herzen hin) über die Venen, Venolen und Kapillaren. Die Gefäße und das Herz sind zu einer dynamischen Einheit verbunden, die die Vorgänge im Organismus steuert. Vor allem beeinflussen die Pumpfunktion des Herzens und der Blutdruck diese Dynamik, aber auch Hormon- und Nervensystem sind daran beteiligt.

Kreislaufregulation mittels Blutdruck

Der Blutstrom wird durch Druckunterschiede im Kreislaufsystem angetrieben. Das Blut fließt mit hohem Druck aus dem Herzen und herznahen Bereichen in die peripheren Gefäße – etwa in den Armen und Beinen – in denen ein geringerer Druck herrscht. Die Fließgeschwindigkeit wird dabei durch den Blutdruck und den Widerstand der Gefäße beeinflusst. Damit bildet der Blutdruck eine wichtige Komponente für die Kreislaufregulation. Er stellt sozusagen den Druck des Bluts auf die Gefäßwände dar und ist abhängig vom jeweiligen Blutvolumen, dem peripheren Widerstand (Widerstand der Gefäße außerhalb des Herzens) und der Herzleistung (Herzzeitvolumen).

So ändert sich der Blutdruck zum Beispiel, wenn der Mensch größere Mengen an Blut verliert und sich somit das Blutvolumen reduziert. Auch verengte oder erweiterte Gefäße beeinflussen den Blutdruck, indem sich der Gefäßwiderstand verändert. Das Herzzeitvolumen ist die Menge an Blut, die das Herz in einer bestimmten Zeit in den Körper pumpt. Ändert sich dieses Volumen, so verändert sich auch der Blutdruck.

Schmatische Darstellung Blutkreislauf
Störungen des Blutstroms in unserem kardiovaskulären System wirken sich auf den Kreislauf aus. (Bild: Sebastian Kaulitzk/fotolia.com)

Symptome bei Kreislaufschwäche

Eine Kreislaufschwäche entsteht meist aufgrund eines zu niedrigen Blutdrucks (Hypotonie) und ist als Symptom oder Symptomkomplex dieser Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sehen. Insgesamt betrachtet, stellen die Beschwerden bei einer Kreislaufschwäche eine eher leichte Symptomatik der Hypotonie dar. Betroffene können je nach Ausprägung nur wenig beeinträchtigt sein oder aber aufgrund unterschiedlicher Erscheinungen einen relativ hohen Leidensdruck verspüren.

In den meisten Fällen äußert sich eine plötzliche oder kurze Kreislaufschwäche über folgende Symptome:

Besteht eine dauerhafte (chronische) Hypotonie, kann sich eine Kreislaufschwäche auch über eine generelle Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine schnelle Reizbarkeit und andere Symptome äußern.

Ursache für Kreislaufschwäche: Hypotonie

Der Grund für eine Kreislaufschwäche – ein zu niedriger Blutdruck – kann verschiedenste Ursachen haben und wird dementsprechend in verschiedene Formen unterteilt.

Die primäre oder essenzielle Form der Hypotonie kommt am häufigsten vor und kann keiner bestimmten Ursache zugeordnet werden. Eine erbliche Komponente kann hierbei aber eine Rolle spielen. Diese Form tritt vor allem bei jungen, schlanken Frauen und Ausdauersportlern auf, die sonst einen guten Gesundheitszustand aufweisen. Oftmals bleibt hier der niedrige Blutdruck auch ohne Symptome.

Bei der sekundären oder symptomatischen Hypotonie sind verschiedenste Grunderkrankungen als Auslöser möglich. Häufig sind es Herz- und Gefäßerkrankungen, die zu einem erniedrigten Blutdruck führen. Aber auch hormonelle Störungen sowie Erkrankungen der Niere oder Schilddrüse können ursächlich sein. Wichtig ist es auch, einen Flüssigkeitsmangel und Salzmangel zu berücksichtigen, wovon oft ältere Menschen betroffen sind. Selten liegen ernsthafte Erkrankungen vor.

Außerdem können Nebenwirkungen verschiedener Medikamente den Blutdruck verringern. Dies können zum Beispiel bestimmte Psychopharmaka, Vasodilatatoren (gefäßerweiternde Medikamente) oder Diuretika (abführende Medikamente) sein.

Eine weitere Form ist die orthostatische Hypotonie (auch orthostatische Dysregulation), bei der nach einem Lagewechsel der Blutdruck plötzlich abfällt – etwa beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder Liegen. Dabei ist ein systolischer Blutdruckabfall um mindestens 20 mmHg oder des diastolischen Drucks um mindestens 10 mmHg innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen im Vergleich zum vorherigen Wert in einer längeren Liegeposition gemeint.

Der Grund ist eine Störung in der Kreislaufregulation, die insbesondere bei Senioren auftritt. Auch hier spielen unerwünschte medikamentöse Nebenwirkungen eine große Rolle. Aber Flüssigkeitsmangel und andere neurologische sowie internistische Erkrankungen können ebenfalls krankheitsverursachend sein.

Zudem kann es im Zusammenhang mit einem Wetterumschwung und einem besonders warmen Wetter (Wetterfühligkeit) oder aber im Rahmen einer Schwangerschaft zu Blutdruckschwankungen und entsprechenden Kreislaufproblemen kommen.

Seniorin mit Kopfschmerzen im Bett
Zu den typischen Symptomen bei einer Kreislaufschwäche zählen ein allgemeines Schwächegefühl und Schwindel, weshalb viele Betroffene eine Ruheposition einnehmen. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Diagnose: Niedriger Blutdruck

Betroffene, bei denen aufgrund entsprechender Symptome ein Arztbesuch stattfindet, werden zunächst ausführlich hinsichtlich ihrer individuellen Beschwerden und zu möglichen Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten sowie Medikamenteneinnahmen befragt. Nachfolgend steht eine klinische Untersuchung an, bei der eine genaue Blutdruckmessung essentieller Bestandteil der Diagnosestellung ist.

Blutdruckwerte und Blutdruckmessung

Der Blutdruck wird zunächst im Ruhezustand gemessen. Dies reicht aber für eine genaue Beurteilung nicht aus. Dafür müssen mehrfach Blutdruckmessungen zu verschiedenen Tageszeiten durchgeführt werden. Auch Langzeitblutdruckmessungen über einen Zeitraum von 24 Stunden sind übliche Diagnoseverfahren.

Per Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Hypotonie vor, wenn der Blutdruck im Ruhezustand unter 110/70 mmHg (Männer) beziehungsweise unter 100/60 mmHg (Frauen) liegt. Der höhere Wert ist der systolische Blutdruck. Er steht dabei für den Druck, der bei der Kontraktion des Herzens und der Entleerung der linken Herzkammer entsteht, um das Blut in den Körper zu bringen. Der niedrigere, diastolische Wert hingegen steht für den Blutdruck, der während der Erschlaffungsphase des Herzens in den Arterien besteht, wenn Blut ins Herz einströmt.

Der systolische Druck liegt im unbelasteten Zustand normalerweise im Bereich von 110-130 mmHg, der diastolische Druck zwischen 80-89 mmHg. Alle Werte in diesem Bereich gelten als Normalwerte.

In aller Regel wird auch der Puls gemessen, denn dieser spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Druckverhältnisse in den Blutgefäßen. Ein normaler Ruhepuls bei Erwachsenen liegt bei einer Herzfrequenz zwischen 60 bis 100 pro Minute. Der genaue Wert ist abhängig von Alter, Geschlecht, sportlicher Aktivität und anderen länger anhaltenden körperlichen Belastungen (beispielsweise eine Schwangerschaft).

Schellong-Test

Um eine orthostatische Hypotonie nachzuweisen, kann der sogenannte Schellong-Test angewandt werden. Dabei wird wiederholt über zehn Minuten lang jede Minute Blutdruck und Puls gemessen, um Schwankungen festzustellen. Vor den Messungen muss zunächst zehn Minuten lang eine Liegeposition eingehalten werden, aus der sich dann in den Stand begeben wird.

Wird eine Hypotonie diagnostiziert, ist es wichtig, eine mögliche sekundäre Form zu identifizieren beziehungsweise auszuschließen. Für eine weitere Abklärung kann es dann auch nötig werden, fachärztliche Expertisen heranzuziehen.

Nach allen Untersuchungen und abhängig vom persönlichen Empfinden der Betroffenen kann eine medizinische Einschätzung erfolgen, ob Behandlungsmaßnahmen für eine bestehende Kreislaufschwäche notwendig sind oder nicht.

Blutdruckmessgerät
Bei der Diagnosestellung eines niedrigen Blutdrucks muss eine genaue und mehrfache Blutdruckmessung durchgeführt werden. (Bild: anmuht.ch/fotolia.com)

Behandlung

Allgemein gilt eine wenig symptomatische Kreislaufschwäche als nicht behandlungsbedürftig. Meist reichen schon allgemeine Gesundheitsmaßnahmen aus, um leichte Beschwerden zu lindern. Wichtig ist, dass Betroffene sich nicht eingeschränkt oder krank fühlen.

Medikamnente nur in Ausnahmefällen

Treten aber belastende Symptome auf, können bestimmte Therapieoptionen sinnvoll sein. Nur in schwerwiegenden Fällen werden Medikamente verschieben. Eher im Gegenteil: Sollten Nebenwirkungen von Medikamenten die Kreislaufschwäche bedingen, sollten diese medikamentösen Therapien umgestellt werden.

Medikamente, die in Ausnahmefällen in Betracht kommen, um den Kreislauf zu stärken und den Blutdruck zu erhöhen, sind sogenannte Sympathomimetika. Weiterhin können auch Mineralkortikosteroide verschrieben werden, um die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten zu reduzieren, damit der Blutdruck steigt.

Liegen allerdings ernsthafte Erkrankungen vor, die eine sekundäre Hypotonie begründen, gilt es entsprechende Therapiemaßnahmen durchzuführen. Eine erfolgreiche Behandlung führt dann auch meist zu einer Stabilisation des Kreislaufs.

Kreislaufschwäche: Was tun?

Wenn der Kreislauf plötzlich schlapp macht, ist eine erste einfache Maßnahme, sich flach hinzulegen und die Beine hochzulegen. Hilfreich ist auch das Kühlen der Stirn mit einem feuchten Tuch. Vor dem Aufstehen sollte man ein großes Glas Wasser trinken und man kann beispielsweise auch eine Handvoll Walnüsse essen, um den Kreislauf wieder zu aktivieren.

Generell ist eine Kreislaufschwäche kein bedrohliches Gesundheitsproblem. Um vor allem leichten Ausprägungen entgegenzuwirken, ist ein allgemein gesundes Verhalten sinnvoll. Dazu zählt vor allem regelmäßige Bewegung – am besten an der frischen Luft. Ein moderates Ausdauertraining eignet sich am besten, um den Kreislauf zu stärken.

Außerdem sollte man auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zwei bis zweieinhalb Liter stilles Wasser täglich) und eine gesunde Ernährung achten. Dabei sollte nicht zu viel an Kaffee und schwarzem Tee getrunken werden – besser ist der Genuss von grünem Tee. Eine kochsalzreichere Kost sowie eine mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung gelten als besonders förderlich. Der Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum ist angeraten.

Wer mit einem schwachen Kreislauf zu tun hat, sollte ein schnelles Aufstehen und zu langes Stehen vermeiden. Kann ein langes Stehen nicht umgangen werden, ist es möglich, über das Wippen auf den Zehenballen oder das Einkrallen der Zehen den Kreislauf hier in Schwung zu halten.

Um langfristig einen starken Kreislauf zu erhalten und zu bewahren, wird beispielsweise empfohlen, im Alltag das Treppensteigen statt Aufzugfahren zu wählen und wöchentliche Saunagänge sowie tägliche Wechselduschen einzubauen.

Senioren beim Fitness
Um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, eignen sich regelmäßiger Ausdauersport und eine gesunde Lebensweise. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Naturheilkunde und ganzheitliche Medizin bei Kreislaufschwäche

Verschiedene Verfahren der Naturheilkunde und ganzheitliche Medizin können eine Hypotonie und die damit verbundene Kreislaufschwäche bei einigen Betroffenen positiv beeinflussen. Sie stellen oftmals eine effektive Ergänzung zu den oben genannten Verhaltensregeln dar. Erfahrungsberichten zufolge können beispielsweise verschiedene Ausleitverfahren, wie Schröpfen und die Baunscheidttherapie, zu einer Verbesserung des Gefäßtonus beitragen.

Auch bestimmte Heilpflanzen können in verschiedenen Anwendungsformen eine positive Wirkung auf den Kreislauf haben. Pflanzliche Bitterstoffe, etwa aus Wermut, Tausendgüldenkraut und Enzian, sind beispielsweise für eine anregende Wirkung auf Kreislauf und Verdauung bekannt.

Häufig sind zur Behandlung von Kreislaufschwäche Komplexmittel erhältlich, die gleich mehrere Pflanzen und ihre Wirkstoffe enthalten. Folgende Heilpflanzen stellen nur einige wirkungsvolle Möglichkeiten dar:

  • Rosmarin – trägt zur Blutdruckerhöhung bei,
  • Kampfer – wirkt stärkend auf den Kreislauf,
  • Weißdorn – unterstützt das Herz und dessen Leistungsfähigkeit,
  • Ginseng– gilt als allgemeines Kräftigungsmittel.

Als ein bewährtes Hausmittel gilt beispielsweise ein Tee mit Rosmarin. Hierfür übergießt man einen Teelöffel frische oder getrocknete Rosmarinblätter mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den zugedeckten Aufguss vor dem Abseihen fünf Minuten lang ziehen.

Speziell Rosmarin kann auch als eine Art Notfallmittel eingesetzt werden: Ein paar Tropfen ätherisches Rosmarinöl auf einem Taschentuch geben und den Duft einatmen, kann bei einer akuten Kreislaufschwäche eine wertvolle Hilfe sein. Alternativ können auch sogenannte Notfalltropfen (Rescue-Tropfen) nach Dr. Bach (Bachblütentherapie) eingesetzt werden.

Rosmarin regt den Kreislauf an und hilft dadurch, einen niedrigen Blutdruck zu normalisieren. (Bild: svf74/fotolia.com)

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden die Ursachen für niedrigen Blutdruck zumeist auf eine Mangelernährung oder eine Nierenschwäche zurückgeführt. Differenziert wird hier nach Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel und dem Allgemeinbefinden. Die TCM versucht mit Hilfe verschiedener Kräuter und Behandlungsmethoden, zu denen auch die Akupunktur zählt, Nieren, Milz und Magen zu stärken.

Die Heilkraft des Wassers findet besonders in den Anwendungen von Sebastian Kneipp Beachtung. Spezielle Hydrotherapien, regelmäßiges Wassertreten oder Kneipp´sche Güsse können für einen starken Kreislauf sorgen.

Auch die Homöopathie kann bei Kreislaufproblemen helfen. Die wichtigsten Arzneimittel im Zusammenhang mit verschiedenen Arten von Kreislaufstörungen sind Aconitum, Arnika, Camphora, Carbo vegetabilis und Veratrum album.

Prognose bei einer Kreislaufschwäche

Im Allgemeinen hat einer Kreislaufschwäche in Verbindung mit einem niedrigen Blutdruck eine gute Prognose. Liegen keine Grunderkrankungen vor, so wird im Gegensatz zum Bluthochdruck bei einer Hypotonie oft sogar von einer erhöhten Lebenserwartung ausgegangen. Dennoch ist – insbesondere im höheren Alter – die zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine orthostatische Hypotonie nicht zu unterschätzen. Mit der Kreislaufschwäche einhergehende Symptome können zu Gleichgewichtsstörungen und Stürzen führen und eine Gesundheitsgefahr durch schwere Verletzungen darstellen. (sw, cs)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 267., neu bearbeitete Auflage, De Gruyter, 2017
  • Herold, Gerd und Mitarbeiter: Innere Medizin. Selbstverlag Gerd Herold, 2019
  • Sarah Katzemich: Wenn der Kreislauf in den Keller geht - Hilfe bei Kreislaufschwäche und Hypotonie, in: Deutsche Apothekerzeitung (DAZ), Ausgabe 25/2015, deutsche-apotheker-zeitung.de
  • Lagoni, Norbert und Mauz, Matthias: Hypotone Kreislaufstörungen, in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 47/2005, pharmazeutische-zeitung.de
  • Berufsverband Deutscher Internisten (Hrsg.): Informationsplattform www.internisten-im-netz.de – Was tun bei zu niedrigem Blutdruck, Abruf: 10.10.2019, internisten-im-netz.de
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland (Hrsg.): Beratungsplattform www.patientenberatung.de – Themen A-Z: Blutdruckabfall, Abruf: 10.10.2019, patientenberatung.de
  • Braune, Stefan und Lücking, Carl Hermann: Orthostatische Hypotonie: Pathophysiologie, Differentialdiagnose und Therapie, in: Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe 50/1997, aerzteblatt.de
  • Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V.(Hrsg.): Informationsplattform www.homoeopathie-online.info – Kreislaufstörungen und Kreislaufkollaps, Abruf: 10.10.2019, homoeopathie-online.info
  • Ärztegesellschaft für Präventionsmedizin und klassische Naturheilverfahren, Kneippärztebund e.V. (Hrsg.): Informationsportal www.kneippaerztebund.de – Naturheilverfahren – Hydrotherapie, Abruf: 10.10.2019, kneippaerztebund.de

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

ICD-Codes für diese Krankheit: I95 ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.

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