Blasenentzündung (Zystitis) Harnwegsinfekt

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Blasenentzündung (Zystitis) als unkomplizierter Harnwegsinfekt.
Die Zystitis ist eine aufsteigende Entzündung der unteren Harnwege, die neben der Blasenschleimhaut in der Regel auch Harnröhre (Urethritis) und Harnleiter (Ureteritis), manchmal auch die Nierenbecken betrifft. Vor allem Frauen leiden häufig unter Blasenentzündungen, vielfach entwickelt sich sogar eine chronische Zystitis. Mithilfe einer naturheilkundlichen Behandlung und Selbstbehandlung kann die akute Entzündung überwunden und Rückfälle sowie chronisches Leiden verhindert werden.

Symptome einer Blasenentzündung

Typische Beschwerden sind häufiger Harndrang mit Schmerzen und Brennen. Kennzeichen der Zystitis bilden der ständige, starke Harndrang bei Abgabe geringer Urinmengen (Pollakisurie), Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (Dysurie) sowie krampfartige Schmerzen oberhalb des Schambeins, wenn Harndrang besteht (Blasentenesmen). Neben den klassischen Blasensymptomen können auch Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit bestehen, akut sogar Fieber und Schüttelfrost. Der Urin kann trüb erscheinen und durch einen veränderten Geruch auffallen. In manchen Fällen wird auch ein dumpfer oder druckartiger Flankenschmerzen bzw. Lendenschmerz empfunden.

Die Beschwerden können kombiniert oder einzeln innerhalb kurzer Zeit auftreten und sich drastisch verstärken. Manchmal bleiben sie jedoch mäßig, es kann auch zum Abgang kleiner Harnmengen beim Niesen oder Husten kommen, vor allem bei chronischer Blasenentzündung. Dann ähneln die Symptome der einer Reizblase, bei der aber keine krankhaften Veränderungen im Urin feststellbar sind. Andersherum verläuft in vielen Fällen eine Blaseninfektion ohne spürbare Symptome und ist nur über die Urinwerte im Labor auszumachen. Eine unbehandelte Zystitis kann sekundär zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) führen.

Blasenentzündung
Bildnachweis: Dieter Schütz / pixelio.de

Laborwerte

Labor: Zuviele rote und weiße Blutkörperchen im Urin weisen auf den Entzündungsprozess hin. Zu den spürbaren Entzündungszeichen Schmerz und Überwärmung wird im Labor eine Urinprobe untersucht (Sticktest), um die Diagnose einer Infektion anhand von Entzündungsparametern zu sichern. Bei einer Blasenentzündung finden sich im Urin zu viele weiße Blutkörperchen (Leukozyturie) sowie Blut im Urin (Hämaturie). Außerdem zeigen sich meist erhöhte Nitritwerte und ein alkalischer ph-Wert. In einer Urinkultur können Keime nachgewiesen werden, in über 80% handelt es sich dabei um Escherichia Coli, einem angstammten Bewohner unserer Darmflora, außerdem können Trichomonaden, Pilze oder Chlamydien gefunden werden. Auch über Blut- und Lymphbahnen können Erreger in die Harnwege gelangen, etwa Streptokokken oder Staphylokokken.

Auslöser einer Blasenentzündung

Auslöser: Begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Zystitis. Von außen gelangen also meist Kolibakterien aus dem nahe gelegenen Analbereich in die Scheide, um von dort aus zur Harnblase aufzusteigen. Die Tatsache, das Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen sind als Männer, liegt in einem anatomischen Unterschied begründet. Die Harnröhre von Frauen ist mit ca. 4cm kürzer und damit eher geeignet, eindringenden Bakterien den Weg nach oben in die Harnblase zu ermöglichen. Außerdem neigen Frauen eher zum langen „Aufhalten“, was eine Vermehrung von Keimen an der Blasenschleimhaut begünstigt.

Weitere begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Blasenentzündung sind Unterkühlung, mechanische Reizung (etwa durch enge Kleidung), synthetische Unterwäsche (durch Luftundurchlässigkeit) oder häufiger Geschlechtsverkehr (sog. Flitterwochenzystitis). Außerdem kann es durch Intimdeodorants, chemisch behandelte Slipeinlagen oder Waschlotionen zu allergisch-entzündlichen Prozessen kommen.

Mögliche Ursachen

Suche nach Ursachen: Krankheit entsteht im Wechselspiel zwischen Erreger und Abwehrleistung des Körpers. Während konventionell der (meist) bakterielle Erreger von außen als Ursache der Erkrankung betrachtet wird, fokussiert sich der naturheilkundliche Blick stets auf das Wechselspiel zwischen dem krankmachenden Keim und den Abwehrleistungen des betroffenen Organismus. Neben der Linderung der Symptome ist die Therapie deshalb immer auch auf die Stärkung oder Wiederherstellung der natürlichen Regulationsfähigkeit gerichtet, mit der ein Mensch Mikroben abwehrt und Krankheit vermeidet. Dies geschieht je nach therapeutischer Ausrichtung als Konstitutionsbehandlung nach homöopathischer Anamnese, klassisch westlich durch Irisdiagnose oder mit Puls- und Zungendiagnostik, wie sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda vorgenommen werden. Die aktuelle Abwehrlage kann beispielsweise mithilfe der Dunkelfelduntersuchung, mit Blut- und Stuhlproben im Labor ermittelt und reguliert werden. Mögliche Entzündungsherde und Störfelder, die evtl.ortsfern sind(Zähne), aber dennoch durch Schwächung des Organismus an der Entstehung der Zystitis beteiligt sein können, werden u.a. mit Elektoakupunktur oder Bioresonanzverfahren aufgespürt und geben Hinweise für eine umfassende Behandlung, insbesondere bei wiederholten oder chronischen Infektionen.

Behandlung: Naturheilverfahren Blasenentzündung

Behandlung: Naturgemäße Heilverfahren bei Blaseneninfektionen. Die rechtzeitige Behandlung einer Blasenentzündung ist von großer Bedeutung, damit die Infektion nicht auf Nierenbecken und Nieren übergreift und diese schädigen kann. Die konventionelle Behandlung besteht in der Gabe von Antibiotika, was in schweren und fortgeschrittenen Fällen sicher berechtigt ist. In allen anderen Fällen jedoch ist die Zystitis der Fülle an Medikamenten und Behandlungsformen der Naturheilkunde sehr gut zugänglich, von denen hier nur einige wenige genannt werden können.






Allgemeine Maßnahmen, wie die Umstellung auf frische und vollwertige Kost sowie der Verzicht auf schleimhautreizende Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tabak, Alkohol, Zitrus-, Limonadengetränke und scharfe Gewürze, bilden die Basis jeder Therapie. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist notwendig, um die erkrankten Harnwegsbereiche durchzuspülen, Wasser und dünne Kräutertees sind dazu am ehesten geeignet.

Weiterhin sind Hygieneempfehlungen zu beachten, dazu gehören der regelmäßige Toilettengang, das meiden synthetischer Wäsche oder chemisch behandelter Toilettenartikel sowie das Abwischen nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten, um das Eindringen von E. Coli zu vermeiden.

Es werden vor allem Heilpflanzen mit harntreibender, antibakterieller, entzündungswidriger Wirkung verabreicht, beispielsweise Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Buccoblätter, und Orthosiphonblätter. Goldrutenblätter wirken darüber hinaus krampflösend, während Eibischwurzel gereizte Schleimhäute beruhigen kann. Als pflanzliches Antibiotikum und zur Immunmodulation wird häufig zusätzlich ein Präparat aus Meerrettich und Kapuzinerkresse eingesetzt.

Die passenden Bachblüten sollten individuell nach dem aktuellen Gemütszustand erhoben werden. Nach dem Schienenmodell von D. Krämer sind jedoch bestimmte Blüten dem Blasenmeridian zugeordnet und bei Zystitis vorzugsweise zu testen. Dazu gehören Centaury, Holly, Pine und Impatiens mit den Themen Abwehr/Abgrenzung, Wut/Gereiztheit und Schuldgefühlen/schlechtes Gewissen. Crab apple wird als Reinigungsblüte „aller Ebenen“ bei jeder Infektion empfohlen.

Nach einer durchgemachten Blaseninfektion soll frischer Preiselbeermuttersaft, täglich etwa ein Schnapsglas getrunken, einem Rückfall vorbeugen und die Blasenschleimhaut stärken. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)