Eigenurintherapie

eigenurintherapie
Heilpraxisnet

Grundlagen der Eigenharntherapie

Die Eigenharntherapie (auch genannt Eigenurintherapie) gehört zu den Reiz – und Umstimmungstherapien. Schon vor tausenden von Jahren wurde der Eigenurin von vielen Naturvölkern zur Diagnostik und auch zur Behandlung eingesetzt. Die Inder wandten die Eigenharntherapie an, um den Körper für die Durchführung von Yoga von belasteten Stoffen zu befreien. Auch der bekannte griechische Arzt Hippokrates (460 – 375 v. Chr.) arbeitete mit dieser Therapieform und nutzte die Heilkräfte des Urins. Im 20. Jahrhundert machte der Engländer John Armstrong die Eigenharntherapie bekannt. Er heilte damit im Eigenversuch seine eigene Lungenerkrankung, die damals eigentlich als unheilbar galt. Ähnlich der Eigenbluttherapie soll der Eigenurin dazu dienen im Körper einen Reiz zu entfachen, worauf dann eine Reaktion des Immunsystems zu erwarten ist. Angewandt wird bei der Therapie der Urin entweder innerlich, äußerlich oder als Injektion.

Urinbecher für eine Urinuntersuchung
Die Eigenurintherapie umfasst sowohl innere als auch äußerliche Anwednungen. Bild tunedin/fotolia.com

Verständlicherweise reagieren viele Menschen mit Ekel auf die Vorstellung, den eigenen Urin zu trinken oder sich diesen in einer Spritze, wenn auch nur in geringsten Mengen, injizieren zu lassen. So ist die Eigenurintherapie bis heute immer noch sehr umstritten. Viele Therapeuten, die diese Therapie einsetzen, tun dies mit Erfolg. Die Gegner jedoch, glauben nicht an die Wirkung eines Stoffes, der vom Körper ausgeschieden wird. Hinzu kommt noch, dass es für die Eigenharntherapie keine wissenschaftlichen Ergebnisse gibt. Diese sind aber bei nahezu keiner Therapie aus dem Bereich der Naturheilkunde vorhanden. Die Eigenharntherapie zählt zu den Therapien aus dem Bereich der Erfahrungsmedizin.

Inhaltsverzeichnis:
Eigenurintherapie
Wirkungensweisen der Eigenurintherapie
Durchführung
Wann hilft die Eigenurintherapie
Kontraindikationen
Nebenwirkungen der Eigenharntherapie

Wirkungensweisen der Eigenurintherapie

Nach Meinung der Befürworter der Eigenharntherapie ist diese schmerzlindernd, krampflösend, immunstimulierend und greift regulativ in das Hormonsystem ein.

Urin enthält Mineralstoffe, wie Kalzium, Kalium und Natrium,Vitamine, Aminosäuren, Hormone und Enzyme. Diese werden bei einer innerlichen Einnahme und der Injektion dem Körper wieder zugeführt. Dadurch wird ein Reiz ausgelöst, was den Körper veranlassen soll mit einer sogenannten Reizantwort zu reagieren. Das bedeutet, dass das Immunsystem stimuliert wird. Die Abwehr muss arbeiten und kann dadurch verschiedenste Krankheiten besser bekämpfen. Äußerlich angewandt, wird vor allem die Wundheilung der Haut angeregt.

Urin ist, bevor er nach außen gelangt, eigentlich eine nahezu sterile Substanz. Er hat antiseptische und antivirale Eigenschaften, die bei der Behandlung genutzt werden können. Nimmt ein Patient jedoch Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika oder Glucocorticoide, so wird die Wirkung nahezu aufgelöst. Der Eigenurin enthält natürlich auch sogenannte toxische Substanzen, die vor allem bei Krankheiten entstehen. Jedoch gehen die Befürworter dieser Therapie davon aus, dass gerade diese das Immunsystem stärken und die Produktion von IgE und IgA stimulieren . Dies sind Immunglobuline, die im Körper als sogenannte Antikörper für die Immunität verantwortlich sind.

Durchführung der Eigenurintherapie

Innerliche Anwendung
Die innerliche Anwendung der Eigenharntherapie sieht gurgeln, inhalieren, Einläufe, Verwendung als Ohren- oder Nasentropfen und das Trinken vor. Zu diesem Zweck wird der tägliche, morgendliche Mittelstrahlurin in einem Gefäß aufgefangen und nüchtern getrunken.

Auch zur Potenzierung wird der Eigenurin verwendet. Potenzierung bedeutet, dass ein Arzneimittel, in diesem Falle der Urin, mit Wasser verdünnt und anschließend verschüttelt wird. Dies geschieht nach festgelegten Regeln.Auch der potenzierte Eigenurin wird zur oralen Einnahme verwendet, und dies tropfenweise.

Die innerliche Einnahme des Eigenurins wird als Kur über mindestens vier Wochen empfohlen. Dabei werden die Dosen kontinuierlich gesteigert, zum Beispiel von 0,5 dl bis 2 dl täglich.

Eigenurin als Injektion
Bevor der Urin re-injiziert wird, muss dieser steril gefiltert oder mit Alkohol versetzt werden. Meist werden noch Substanzen, wie zum Beispiel Procain oder Lidocain hinzugefügt. Anschließend erfolgt eine Injektion äußerst geringer Mengen (0,1 bis 1,0 ml) in den Muskel oder aber unter die Haut und dies im Abstand von zwei bis drei Tagen über einen Zeitraum von ungefähr vier bis sechs Wochen.

Äußerliche Anwendung
Die äußerliche Anwendung zeigt sehr gute Erfolge. Der Eigenurin wird hierbei unverdünnt aufgetupft oder aber für Umschläge und Bäder verwendet.

Wann hilft die Eigenurintherapie

Die innerliche Anwendung kostet die meisten Patienten eine ziemliche Überwindung. Der Ekel vor dem eigenen Urin schreckt deshalb auch viele vor der Anwendung ab.

Beispiele für die innerliche Einnahme sind Rheuma, Magen-Darm-Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Hauterkrankungen und Atemwegserkrankungen. Re-injiziert wird Eigenurin häufig bei Asthma bronchiale sowie bei Pollenallergie & Heuschnupfen.

Für die äußerliche Anwendung bieten sich die verschiedensten Hauterkrankungen und Gelenkbeschwerden. Der Urin wird aufgetupft, Gelenke werden mit Umschlägen versorgt und bei Fußpilz reichert der Eigenurin Fußbäder an.

Kontraindikationen

Angewandt werden sollte die Eigenharntherapie nicht bei Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, Krebserkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion. Auch von dem Einsatz bei akuten fiebrigen Erkrankungen, schweren Herz-Kreislauferkrankungen, Nierenerkrankungen und Erkrankungen der Leber ist abzuraten.

Nebenwirkungen der Eigenharntherapie

Aufgrund mangelnder Reinheit des Urins oder gar Belastungen mit Bakterien und Viren kann es bei der Eigenurintherapie zu Nebenwirkungen, wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen. Mangelnde Hygiene spielt hierbei oftmals als Ursache der Nebenwirkungen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund sollten Patienten vor Beginn der Therapie zunächst einen Heilpraktiker oder Arzt zu Rate ziehen. Am Besten ist, die Behandlung im Rahmen eine naturheilkundlichen Therapie bei einem niedergelassenen Heilpraktiker durchzuführen, um eine effektvolle Wirkung zu erzielen und unerwünschte Komplikationen zu vermeiden. (sw)