Warum in die Ferne schweifen – Auch einheimische Pflanzen taugen als Superfood

Draufsicht auf sogenannte Superfoods

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Krebsexperten klären über „Superfoods“ auf

Sogenannte „Superfoods“ sollen schlank, leistungsfähig, fit und vor allem gesund machen. Manchmal wird auch behauptet, dass diese exotischen Pflanzen den Alterungsprozess aufhalten, das Herz stärken und sogar vor Krebs schützen. Gesundheitsexperten erklären, was wirklich dran ist an den Behauptungen. Zudem verweisen sie auf einheimische Lebensmittel, die auch als „Superfood“ bezeichnet werden können.


Sind „Superfoods“ wirklich so super?

Sie sollen beim Abnehmen helfen, den Körper jung halten, das Immunsystem stärken, Krankheiten vorbeugen oder gar heilen: Die Rede ist von sogenannten „Superfoods“. Mit dem Verkauf der exotischen Pflanzen wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren werden inzwischen Millionen Umsätze gemacht. Doch sind solche Lebensmittel wirklich so „super“? Darüber klärt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in einer aktuellen Mitteilung auf.

Draufsicht auf sogenannte Superfoods
Sogenannte “Superfoods” sollen schlank, fit und leistungsfähig machen. Zudem sollen sie vor schwerwiegenden Krankheiten wie Krebs schützen. Was ist dran an solchen Behauptungen? (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Positive Eigenschaften bescheinigt

Laut den Experten gibt es tatsächlich experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Dennoch sind viele Wissenschaftler kritisch.

Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht jedoch das Lebensmittel als Ganzes.

Wie der Krebsinformationsdienst erläutert, ist der Begriff Superfood eine Erfindung der Marketingabteilungen und suggeriert beim Verbraucher eine ganz besonders hohe Qualität.

Der Begriff ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert – jedes Produkt kann als Superfood bezeichnet werden. Ein weiterer Grund, um misstrauisch zu sein.

Gesunde Skepsis

„Einzelne Lebensmittel, die unter “Superfoods” laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen“, so Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums.

„Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage“, erläutert die Expertin.

Den Angaben zufolge verfügt der Krebsinformationsdienst über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält.

„Wir wüssten, wenn es dazu aussagekräftige Studienergebnisse gäbe“, so Weg-Remers.

Einheimische Pflanzen mit hohem Nähr- und Wirkstoffgehalt

Manche einheimische Pflanzen haben ebenfalls einen hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt und könnten daher als Superfood bezeichnet werden.

Heimische Alternativen sind beispielsweise Grünkohl, Rote Bete und einheimische Beeren oder Karotten, Zwiebel und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe.

Für ausreichend Ballaststoffe sorgen unter anderem Vollkornprodukte und Leinsamen.

Der Vorteil dieser Nahrungsmittel vor der Haustür: Sie sind meist kostengünstiger und ihre Herkunft ist nachvollziehbar.

Superfood-Produkte hingegen kommen häufig aus dem fernen Ausland, sind teuer und werden über das Internet vertrieben.

Das Fazit des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC): Statt sich ernährungstechnisch auf eine Handvoll exotischer Lebensmittel zu verlassen, von denen behauptet wird, sie seien „super”, ist es besser, auf die ganze Bandbreite des hiesigen Obst- und Gemüseangebots zu setzen.

Schutz vor schwerwiegenden Krankheiten

Auch zum Schutz vor Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten empfiehlt sich laut den Experten eine Ernährung vorwiegend aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Wie der Krebsinformationsdienst berichtet, gibt der europäische Kodex zur Krebsbekämpfung folgende Empfehlungen:

  • Täglich mindestens 400 Gramm Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
  • Möglichst jeden Tag Getreideprodukte aus Vollkorn
  • Zucker– und fettreiche Speisen meiden
  • Möglichst keine zuckerhaltigen Getränke
  • Pro Woche weniger als 500 Gramm Fleisch. Möglichst kein verarbeitetes Fleisch
  • Fertiglebensmittel meiden
  • Maximal sechs Gramm Salz am Tag. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.