Kehlkopfentzündung – Laryngitis

Kehlkopfentzündung
Thorsten Fischer

Kehlkopfkatarrh – Entzündung der Kehlkopfschleimhaut

Wenn Sie unter Heiserkeit, ständigem Räuspern und einem Kloß im Hals leiden, kann dies auf eine Kehlkopfentzündung hinweisen. Es droht das totale Versagen der Stimme, weswegen die Kehlkopfentzündung gerade bei Menschen in „Sprechberufen“ gefürchtet ist.

Definition Kehlkopfentzündung

Die Laryngitis beschreibt eine Entzndung des Kehlkopfs beziehungsweise der Schleimhaut am Kehlkopf. Alternative Bezeichnungen sind zum Beispiel Kehlkopfkatarrh, Kehlkopfentzündung, Entzündung der Kehlkopfschleimhaut oder Larynx-Entzündung. In dem Fasziendistorsionsmodell ist auch von einem Triggerband am Hals, einer Zylinderdistorsion am Hals oder einer Kontinuumdistorsion am Kehlkopf die Rede.

Nach der Internationalen Klassifikation von Kranheiten (ICD-10) durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird bei dem Beschwerdebild zwischen einer akuten Laryngitis und einer chronischen Laryngitis unterschieden.

Kehlkopfentzündung
Eine Kehlkopfentzündung ist typischerweise mit einem Kratzen im Hals und Heiserkeit verbunden, aber auch Halsschmerzen, Fieber und Husten können hinzukommen. (Bild: Beßler/Havlena/pixelio.de)

Symptome der Laryngitis

Hauptsymptome der Kehlkopfentzündung sind meist Husten und Heiserkeit. Wie eingangs erwähnt kann es ebenso zu einem Kloßgefühl im Hals mit Räusperzwang kommen. Im Zuge der Entzündung kann außerdem auch Fieber auftreten. Die Einschränkung der Stimme kann soweit gehen, dass ein vollständiger Verlust der Stimme eintritt. Auch kann die Atmung beeinträchtigt sein, was bei Betroffen häufig Angst und Beklemmungsgefühle auslöst. Bei Kleinkindern kann es zum sogenannten Pseudokrupp kommen.

Ursachen der Kehlkopfentzündung

Bei der akuten Laryngitis bilden oftmals Viren die Auslöser, welche im Rahmen einer Erkältung auch die Schleimhaut des Kehlkopfs befallen können. Ebenso gelten Reizungen durch das Einatmen von (Fein-)Staub oder Rauch als ein gewichtiger Faktor in der Entstehung der Laryngitis. Die starke Beanspruchung der Stimme beispielsweise im Rahmen des Berufs, bildet einen weiteren bekannten Risikofaktor. Dies kann dadurch bedingt sein, dass die Stimme, mit ihrem organischen Ursprung am Kehlkopf, bei Menschen mit Sprechberufen besonders gereizt oder durch Infekte aus der Umgebung massiv belastet wird.

Ein Reflux kann Ursache wiederholter Kehlkopfentzündungen sein, da die Schleimhaut durch die augestoßene Magensäure gereizt wird. (Bild: Henrie/fotolia.com)
Ein Reflux kann Ursache wiederholter Kehlkopfentzündungen sein, da die Schleimhaut durch die augestoßene Magensäure gereizt wird. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Eine Reizung kann auch von einem Reflux ausgehen, wenn die Schleimhaut des Kehlkopfs in Kontakt mit aufgestoßener Magensäure kommt. Darüber hinaus ist eine vermehrte Mundatmung aufgrund einer mangelhaften Nasenatmung als Risikofaktor zu erwähnen. Denn die Atemluft wird dabei nur mangelhaft angewärmt und angefeuchtet, was dauerhaft die oberen Atemwege reizt und für eine Entzündung sorgen kann.

Eine chronische Kehlkopfentzündung sollte immer beobachtet werden, da chronische Entzündungen eine Reizung darstellen, die schneller zur Bildung von ungehemmtem Zellwachstum beziehunsgweise Krebs führen kann.

Diagnose

Die Diagnose einer Laryngitis lässt sich in der Regel bereits auf Basis einer Inaugenscheinnahme des Rachenraums stellen. Im Zweifelsfall wird hierfür ein spezielles Endoskop genutzt, das tief in den Rachen geschoben werden kann und einen direkten Blick auf die Schleimhaut ermöglicht. Im Rahmen der Endosopie ist auch die Entnahme einer Gewebeprobe zur anschließenden Laboruntersuchung möglich.

In der Regel reicht eine optische Untersuchung des Rachenraums aus, um eine Laryngitis festzustellen, allerdings sind oftmals weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ursachen der Beschwerden einzugrenzen. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)
In der Regel reicht eine optische Untersuchung des Rachenraums aus, um eine Laryngitis festzustellen, allerdings sind oftmals weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ursachen der Beschwerden einzugrenzen. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Deutlich sichtbare Veränderungen der Kehlkopschleimhaut sind zwar ein verlässlicher Hinweis auf die Laryngitis, doch ist deren Ursache damit nicht geklärt. Die Laboruntersuchung eines Abstrichs der Schleimhaut kann hier ebenso der Bestimmung ursächlicher Erreger dienen, wie eine Blutuntersuchung, welche darüber hinaus zum Ausschluss anderer Erkrankungen beiträgt. Weitere Diagnoseverfahren kommen abhängig von den vermuteten Ursachen der Laryngitis zum Einsatz.

Therapie

Wichtige Maßnahmen bei einer Kehlkopfentzündung sind zunächst einmal ein Sprechverbot (soweit möglich) und die Vermeidung von reizenden Inhalationsstoffen (Tabakrauch, Gase, Dämpfe, Staub, trockene Heizungsluft) sowie Bettruhe bei Erkältungssymptomen mit Fieber. Nach Identifizierung der Entzündungsursache kann zudem eine zielgerichtete Therapie erfolgen. Beispielsweise lässt sich ein Reflux medikamentös mit sogenannten Protonenpumpenhemmern therapieren und bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika eingesetzt werden. Bei viralen Infekten sind die Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung allerdings auf die Symptomlinderung beschränkt. Leiden die Betroffenen unter akuter Atemnot wird gegebenenfalls Kortison verabreicht, um ein Abschwellen der Schleimhäute zu erreichen.

Naturheilkunde bei einer Kehlkopfentzündung

Zu den naturheilkundlichen Behandlungsansätzen, die auch in der Schulmedizin häufig gegen eine Kehlkopfentzündung empfohlen werden, zählen Inhalationen auf Basis von Kochsalz. Hierfür kann bei Bedarf ein Inhalator in der Apotheke ausgeliehen werden. Die Naturheilkunde setzt bei einer Laryngitis zudem auf die Wirkung verschiedener Heilpflanzen, wobei vor allem Salbei als altbewährtes Hausmittel gegen Kehlkopfentzündungen zu erwähnen ist. Dieser kann als Tee getrunken oder auch zum Gurgeln genutzt werden. Warme Wickel, die um den Hals gelegt werden, lindern ebenfalls die Symptome und können die Heilung unterstützen.

Als Heilpflanze hat sich Salbei bei Kehlkopfentzündungen vielfach bewährt. Insbesondere das Gurgeln mit Salbeitee ist hier als Hausmittel empfehlenswert. (Bild: ChaotiC_PhotographY/fotolia.com)
Als Heilpflanze hat sich Salbei bei Kehlkopfentzündungen vielfach bewährt. Insbesondere das Gurgeln mit Salbeitee ist hier als Hausmittel empfehlenswert. (Bild: ChaotiC_PhotographY/fotolia.com)

Wenn sich nach einigen Tagen nicht eine deutliche Verbesserung einstellt oder wenn Atembeschwerden auftreten, ist umgehend die Konsultation eines Arztes geboten. Vorsicht, eine nicht ausgeheilte Laryngitis kann chronisch werden!

In den manuellen Methoden der Naturheilkunde wie der Osteopathie oder dem Rolfing wird über die akut betroffene Halsregion hinaus nach Ursachen und Behandlungsansätzen geschaut. Ob es sich um regionale Verklebungen in den Zwischenräumen (Faszien) handelt, die eventuell einen Stau verursachen oder ob es Zusammenhänge mit der Körperstatik gibt.

Verklebungen und Verdrehungen dieses Bindegewebes stellen nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) eine mögliche Ursache und gleichzeitig den zu wählenden Behandlungsansatz dar. Die Betroffenen beschreiben in diesem Fall mit mehreren Fingern eine Linie neben dem Kehlkopf, die als Triggerband bezeichnet und mit dem Daumen vom FDM-Therapeuten behandelt wird.

Vor allem bei Menschen in „Sprechberufen“, die wiederholt an einer Kehlkopentzündung leiden, ist eine Atem- und Stimmtherapie angeraten, bei der ein ökonomischer Einsatz von Stimme, Sprache und Atemluft trainiert wird. So lassen sich unntige Reizungen der Kehlkopfschleimhaut vermeiden.

Ist eine erhöhte Infektionsanfälligkeit Ursache wiederholter Kehlkopfentzündungen, werden in der naturheilkundlichen Therapie begleitend oftmals Maßnahmen ergriffen, um allgemein das Immunsystem zu stärken und bei vorliegender Übersäuerung wird auch ein Ausgleich im Säure-Basen-Haushalt angestrebt. (tf,fp; aktualisiert 19.08.2016)

Advertising