Gesäßschmerzen

Schmerzen am Po

Gesäßschmerzen- häufig verwechselt mit Rückenschmerzen.

Viele Menschen, die ihre Beschwerden als Rückenschmerzen oder Kreuzschmerzen bezeichnen, haben bei genauerem Hinsehen, Schmerzen im Gesäß (Gesäßschmerzen). Selbst bei diagnostiziertem Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten oder Spondylose in der unteren Lendenwirbelsäule geben die Betroffenen häufig den Schmerz im Gesäß in der Nähe der sogenannten Iliosakralgelenke (Gelenke zwischen dem Kreuzbein und den Beckenknochen) an.

Gesäßschmerzen:
Gesäßschmerzen
Synonyme
Symptome und Beschwerden
Funktionelle Ursachen von Gesäßschmerzen

Synonyme

Iliosakralgelenkschmerzen, Sakroiliitis, Piriformisverspannung, Glutealschmerz, Glutealbeschwerden, SIPS- Kontinuumdistorsion, buttock pain, buttocks pain, Schmerzen am Po, Schmerzen am Gesäß, Gesäßschmerzen.

Symptome und Beschwerden

Anatomisch gibt es häufig Schmerzen im Bereich eines Muskels, der in der Tiefe des Gesäßes liegt und das Bein nach aussen dreht- der M. Piriformis. Er verläuft von der Innenseite des Kreuzbeines (dem Knochen, der aus mehreren zusammengewachsenen Wirbeln besteht und nach dem 5. Lendenwirbel beginnt) nach aussen an den Oberschenkelknochen. Unter ihm läuft der Ischisnerv lang, den er wohl auch bei einem Hartspann abdrücken kann, was dann Schmerzen im Verlauf des Nerven an der Rückseite des Oberschenkels bis zur Wade auslösen kann. So können dann Schmerzen entstehen, die bisher immer typisch für Bandscheibenvorfälle mit Wurzelkompression des Ischiasnerven waren.

Im Gesäß selbst kann der Muskel punktuelle Schmerzen direkt am Knochen (Kreuzbein) oder ziehende Schmerzen bis aussen an den Hüftknochen (Trochanter major) verursachen. Im Konzept des Fasziendistorsionsmodells (FDM), das als ein starke Säule bei Diagnose und Behandlung die Körpersprache des Patienten verwendet, spricht man hier von hernierten Triggerpunkten (HTP), die durch starken Daumendruck reponiert werden, und Triggerbändern.

Funktionelle Ursachen von Gesäßschmerzen

In der manuellen Medizin und Osteopathie werden auch häufig die Iliosakralgelenke für Beschwerden verantwortlich gemacht. Sie sind die Schnittstelle in der Verteilung der Kräfte von zwei Säulen (Beine) auf eine Säule (Wirbelsäule) und sollen nach diesen Konzepten anfällig für Beschwerden sein.

Oberhalb des Beckenkamms treten noch 3 Nerven (Nervi cluneii superiores) in das Gesäß ein, die nach osteopathischen Ideen bei einem Hartspann der Rückenfaszie (thorakolumbale Faszie= TLF) einer bindegewebigen Platte, die den Rücken überzieht und seine Struktur und Funktion entscheidend prägt, auch abgeklemmt und Schmerzen auslösen können.

Natürlich kann es auch Reizungen der Gesäßmuskeln an ihren Ansätzen geben. Denn viele Menschen haben ihre Gesäßmuskeln ständig angespannt, was in der Folge eine Anfälligkeit für Beschwerden nach sich zieht- dies hat häufig biomechanische Gründe einer Haltungskompensation oder es liegt eine grundsätzliche innere Anspannung zugrunde. Hier ist es empfehlenswert, mit einer die gesamte Statik behandelnden Methode wie dem Rolfing zu arbeiten.

Warum viele Menschen trotz einer mit bildgebenden Verfahren gesicherten Diagnose eines Problems der Lendenwirbelsäule Schmerzen im Gesäß angeben, ist bisher kaum erforscht. Wichtig ist vor allem, trotz der modernen Diagnoseverfahren, den Patienten zuzuhören, Vorerkrankungen und andere Beschwerden zu erfragen und die Beschwerden genau innerhalb des Gesäßes zu lokalisieren, um die spezifische Therapie im Sinne der Betroffenen einzuleiten. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 24.11.2009)