Kreuzschmerzen

Schmerzen im Kreuz

Kreuzschmerzen

Viele Menschen leiden unter Kreuzschmerzen. Hier erfahren Sie alle wichtigen Hintergründe über Kreuzschmerzen.

Kreuzschmerzen werden im allgemeinen Schmerzen im Bereich des unteren Rückens (Rückenschmerzen) bezeichnet. Dieses Areal reicht für viele, die ihre Beschwerden als Kreuzschmerzen bezeichnen, vom Ende der Brustwirbelsäule bis zum Gesäß. Dies bedeutet, dass es viele unterschiedliche Ursachen, Symptome und Beschwerden geben kann. Nach Berichten des Robert- Koch- Institutes leiden 60 % der Frauen und 50 % der Männer in Deutschland unter Kreuzschmerzen. Und angeblich soll es der häufigste Grund für Krankschreibungen sein.

Kreuzschmerzen:
Kreuzschmerzen
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Kreuzschmerzen
Ursachen von Kreuzschmerzen

 


Synonyme

Schmerzen im unteren Rücken, Kreuzbeinschmerzen, low- back pain, LBP, sacroiliac pain, pain in the back, Kreuzschmerzen, Schmerzen im Kreuz.

Symptome und Beschwerden bei Kreuzschmerzen

Häufig ist es, dass Menschen mit Kreuzschmerzen über morgendliche Schmerzen oder Anlaufschmerzen klagen. Bei manchen ist der Schmerz sehr punktuell auf dem Knochen, der am Kreuz- Darmbein- Gelenk (Iliosakralgelenk) hervorsteht (Spina iliaca posterior- genannt SIPS). Bei manchen ist es direkt daneben schon im Gesäß, an der Stelle, wo der sogenannte Piriformis- Muskel unter das Kreuzbein geht, eine mandelkernförmige Verdickung, die schmerzt. Andere wiederum klagen über ein Ziehen, häufig beidseits, neben der Wirbelsäule nach oben und damit verbunden auch über Steifheit im Rücken (Steifer Rücken). Nach dem Konzept des auf der Körpersprache aufbauenden Fasziendistorsionsmodells (FDM) handelt es sich hier um Verdrehungen (Triggerbänder), der sogenannten thorakolumbalen Faszie (TLF), die weiter unten im Text erläutert wird.

Daneben gibt es aber auch Menschen, bei denen der Schmerz erst nach längerem Gehen oder bei Belastung auftritt. Ein häufig in der Praxis zu beobachtendes Phänomen ist dabei, dass der Kreuzschmerz dann häufig bei Drehbewegungen im unteren Rücken auftritt.

Ursachen von Kreuzschmerzen

Ausgeschlossen werden müssen tumoröse Geschehen, rheumatisch- entzündliche Erkrankungen (Spondylarthropathien), Infektionen der Wirbelsäule (Osteomyelitis, Spondylodiszitis), Frakturen der Wirbelkörper, Nierensteine, Harnwegsinfekte, Erkrankungen des Darmes oder eine Aussackung der Aorta (Aortenaneurysma).

Durch bildgebende Verfahren wird bei einem Großteil der Betroffenen festgestellt, dass sie einen Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung, Arthrose an den Wirbelgelenken (Spondylarthrose) und dem Kreuz- Darmbeingelenk (Iliosakralgelenk), Verengungen des Spinalkanals (Spinalkanalstenose) oder Mängel an der Knochensubstanz der Wirbelkörper (Osteoporose) haben. Aber die Beschwerden, die geschildert werden, gehen sind oftmals nicht mit der Diagnose erklärbar. Natürlich hat der untere Rücken eine höhere Gewichtsbelastung als der Rest der Wirbelsäule. Und ein zusätzliches Problem ist, dass gerade am Kreuzbein die Druck- und Gewichtsbelastungen von einem Pfeiler (Wirbelsäule) über die Kreuz- Darmbein- Gelenke auf zwei verteilt wird (Beine). Bei Menschen die Kreuzschmerzen weiter im oberen Teil der Lendenwirbelsäule empfinden, findet man häufig einen angespannten Hüftbeugemuskel, den Musculus Psoas. Er läuft von der Innenseite der Wirbel zu einem kleinen Vorsprung am Oberschenkelknochen, dem „Kleinen Rollhügel“ (Trochanter minor) und beugt die Hüfte. Bei einem Hartspann kann er auch an diesem Ansatz Beschwerden auslösen, die als Hüftschmerzen interpretiert werden. Man nimmt an, dass in den westlichen industrieländern durch unser vieles undynamisches Sitzen dieser Muskel bei vielen Menschen verkürzt ist und somit zu Problemen führen kann. Ein weiterer Teil von ihm setzt an der Innenseite der Beckenschaufel an und es wird vermutet, dass er durch einen Hartspann die Beckenschaufel und somit das Iliosakralgelenk unter starken Druck und Beschwerden verursachen bringen kann.

Gerade der Bereich, der bei Beschwerden die Kreuzschmerzen genannt werden in Betracht kommt, ist von einer festen Bindegewebsplatte (Thorakolumbale Faszie) überzogen. Sie soll nach Gracovetsky einen Großteil der Belastungen halten- was auch einen Sinn ergibt, da unser Körper über sie den besten Hebel hat und bei langer Beugung es ökonomischer ist, wenn eine passive Struktur hält. Wenn nun diese Faszie ein Problem hat, kann sie ihre Haltearbeit nicht mehr erfüllen und die Muskeln müssen ihre Arbeit übernehmen. Dies wäre eine mögliche Erklärung, warum es bei einigen Menschen zu einer Verstärkung der Beschwerden oder zu Rückenschmerzen bei Rückentraining kommt, wenn die überforderten Muskeln noch mehr gefordert werden.

Bei Kreuzschmerzen, die keine strukturelle Ursache haben, ist es daher wichtig die Kräfte und Verbindungen des Beckens zu berücksichtigen. Nach dem Konzept des Rolfing kann nur ein Körper gut funktionieren, wenn er im Gleichgewicht ist und ökonomisch arbeitet. Deswegen ist diese Art der Körperarbeit und die Osteopathie, die sich viele Verbindungen im Körper anschaut und in die Behandlungsstrategie miteinbezieht, gerade bei funktionellen Kreuzschmerzen meist äusserst effektiv. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 06.12.2009)