Vitamin-C-Infusion – Sinn, Kosten und Nebenwirkungen

Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, ist ein lebenswichtiges Vitamin. Der menschliche Körper kann dieses Vitamin nicht selbst herstellen und ist deshalb auf eine Versorgung von außen angewiesen.

In erster Linie geschieht das über die Ernährung. Reicht diese nicht aus, den Bedarf zu decken, kann Vitamin C in Form von Tabletten oder Pulver zugeführt werden.

Jedoch ist der Körper nur in der Lage, eine kleine Menge des zugeführten Vitamins zu verarbeiten und zu speichern. Sind größere Mengen nötig, ist eine Vitamin-C-Infusion das geeignete Mittel der Wahl.

Hinweis: Ob eine Vitamin-C-Infusion sinnvoll und unbedenklich ist, sollte zuvor immer ärztlich abgeklärt werden.

Vitamin-C-Infusion – ein kurzer Überblick

In unserem Überblick finden Sie wichtige Informationen rund um die Vitamin-C-Infusion kurz zusammengefasst.

  • Definition: Durch Vitamin-C-Infusionen kann im Körper ein Mangel oder erhöhter Bedarf an Vitamin C unter Umgehung des Verdauungstrakts ausgeglichen werden. Damit sollen einige Krankheiten geheilt oder positiv beeinflusst werden können. Außerdem soll die Anwendung bestimmten Beschwerden vorbeugen.
  • Anwendungsgebiete: Infektanfälligkeit, Allergien, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, virale und bakterielle Infekte, Pilze im Verdauungstrakt, Wundheilungsstörungen, rheumatische Erkrankungen, erhöhte Blutfettwerte, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Nachsorge bei Krebs, begleitend zur Chemo- und/oder Strahlentherapie, Stärkung des Immunsystems.
  • Nebenwirkungen: Sehr selten treten Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwindel, Übelkeit und Atemnot auf. Die Bildung von Nieren- und Harnsteinen ist möglich. Menschen, die eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, sollten deshalb keine Vitamin-C-Infusion bekommen.
  • Hinweis: Vor Verabreichung einer Vitamin-C-Infusion sollten Sie immer ärztlich abklären lassen, ob diese Anwendung in Ihrem Fall sinnvoll und unbedenklich ist.

Vitamin C und seine Aufgaben

Vitamin C hat im menschlichen Körper viele Aufgaben. So wird dies benötigt bei der Produktion von Kollagen, das ein wichtiger Bestandteil von Knochen, Haut, Sehnen, Knorpel, Blutgefäßen und Zähnen ist.

Vitamin C ist ein Radikalfänger, reguliert den Fettstoffwechsel, unterstützt die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und ist nötig für die Entgiftungsreaktionen in der Leber.

Vitamin C ist wichtig für die Abwehr von Viren und Bakterien, stimuliert die Vermehrung der T-Lymphozyten, kommt hochkonzentriert in den weißen Blutkörperchen (den Leukozyten) vor und ist somit unerlässlich für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Auch für den Stoffwechsel im Gehirn und die Produktion von dort notwendigen Botenstoffen wird Vitamin C gebraucht.

Durch einen Mangel dieses Vitamins können Beschädigungen in den Blutgefäßen passieren und die arteriosklerotischen Ablagerungen zunehmen.

Des Weiteren fördert Vitamin C die Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren, was bedeutet, dass dadurch ein zu hoher Cholesteringehalt im Blut gesenkt werden kann.

Vorkommen

Am meisten Vitamin C kommt in frischem Obst und in Gemüse vor. Beispiele dafür sind schwarze Johannisbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Paprika, Fenchel, Brokkoli, Sauerkraut, Tomaten und Kartoffeln.

Jedoch ist recht unsicher, wie viel Vitamin C die Nahrung wirklich enthält und wie viel davon tatsächlich aufgenommen werden kann. Hinzu kommt noch, dass dieses Vitamin recht hitzeempfindlich ist.

Deshalb sollten die Lebensmittel entweder roh verzehrt oder, wenn dies nicht möglich ist, schonend gegart werden. Lange Transportwege, lange Aufbewahrung und falsche Zubereitung können die Menge des Vitamin C reduzieren oder dies sogar gänzlich zerstören.

Mangelsymptome

Zu den Mangelsymptomen gehören Erschöpfung, Müdigkeit, wiederkehrende Infekte, Mundwinkelrhagaden, Wundheilungsstörungen, Zahnfleischbluten und Leistungsabfall.

Eine heute zum Glück nur noch sehr selten vorkommende Krankheit, die nur im Extremfall auftritt, ist Skorbut. Bekannt geworden ist diese Erkrankung von den Seefahrern, ausgelöst durch die einseitige Ernährung, die bei den langen Schiffsreisen zu diesem Vitaminmangelsyndrom geführt hat. Auf den Fahrten fehlten Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel.

Skorbut verursachte folgende Symptome: Mundfäule mit Zahnfleischbluten bis hin zum Ausfallen der Zähne, schlechte Wundheilung, Erschöpfung, Gelenkentzündungen, Muskelschwund, Schwindel und hohes Fieber, bis hin zum Tod.

Später dann, um dem Skorbut entgegenzuwirken, nahmen berühmte Seefahrer wie Christoph Columbus und James Cook Sauerkrautfässer mit an Bord, sodass sie der Besatzung täglich eine Portion an Vitamin C geben konnten.

Erhöhter Vitamin-C-Bedarf

Ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf tritt auf bei

Vitamin C oral

Die orale Aufnahme von Vitamin C ist begrenzt. Vitamin C wird vom Darm aufgenommen und dieser kann nur eine kleine Menge behalten – der Rest wird einfach wieder ausgeschieden.

Zuviel davon verursacht Verdauungsbeschwerden und führt zu Gasbildung und Durchfall.
Kautabletten, die Vitamin C enthalten, können, wenn im Übermaß genossen, zudem den Zahnschmelz angreifen.

Wenn der Körper eine größere Menge dieses Vitamins benötigt, ist eine Vitamin-C-Infusion die richtige Wahl. Nach solch einer Anwendung ist der Organismus mit dem Vitamin gut aufgefüllt und kann in Zeiten erhöhten Bedarfs versorgt werden.

Am Magen-Darm-Trakt vorbei

Wer von einer Vitamin-C-Therapie spricht, denkt mit Sicherheit an den zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling (1901 – 1994). Er widmete sich ausführlich der hoch dosierten Vitamin-C-Therapie, die ausschließlich in Form einer Infusion möglich ist.

Pauling nahm an, dass mit einer großen Menge an Vitamin C schwere Krankheiten verhindert werden können.

Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wird der Nutzen der Vitamin-C-Infusion intensiv erforscht. Grundlage dafür ist das Wissen, dass bei vielen Erkrankungen der Vitamin-C-Bedarf ansteigt und dieser nicht durch orale Einnahme aufgefüllt werden kann.

Dazu kommt noch, dass in vielen Fällen die Darmschleimhäute aufgrund der zugrundeliegenden Krankheit in Mitleidenschaft gezogen sind und deshalb eine oral zugeführte Vitamindosis durch den Darm nicht absorbiert werden kann.

Eine Injektion, beziehungsweise eine Infusion, umgeht hingegen den Magen-Darm-Trakt und das Vitamin C landet dort, wo es hin soll.

Anwendungsgebiete für eine Vitamin-C-Infusion

Für eine Vitamin-C-Infusion existieren eine Vielzahl an Indikationen. Dazu gehören:

Ablauf

Eine Vitamin-C-Infusion wird durchgeführt, wenn der Körper einen Mangel an Vitamin C hat und dieser durch orale Aufnahme nicht gedeckt werden kann. Dies ist eine einfache und optimale Möglichkeit, dem Organismus recht schnell eine Hochdosis an Vitamin C zukommen zu lassen.

Das dafür geeignete Ascorbinsäurepräparat muss für die Infusion in eine Trägerlösung eingebracht werden. Meist wird dafür eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung, auch isotonische Kochsalzlösung genannt, verwendet. Die Verabreichung einer solchen Infusion dauert circa zwanzig bis dreißig Minuten.

Je nach Indikation, wird die Vitamin-C-Infusion zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt. Nach der Infusion sollte stets genügend Wasser oder Tee getrunken werden, um einer eventuellen Bildung von Nierensteinen entgegenzuwirken.

Vitamin-C-Infusion bei Krebs

Viele Krebspatientinnen und Krebspatienten leiden unter einem Vitamin-C-Mangel, der ihnen oft gar nicht bewusst ist. Die schulmedizinischen Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie verbrauchen eine große Menge an Vitamin C.

Auch sind meist die Schleimhäute der Betroffenen angegriffen. Deshalb kann die Darmschleimhaut das oral zugeführte Vitamin nicht aufnehmen. So wird in der biologischen Krebsabwehr die Vitamin-C-Infusion durchgeführt.

Seit Jahren beschäftigen sich Forscherinnen und Forscher mit der Wirkung von Vitamin C auf Krebszellen. Hier existieren Studien, die den Einsatz von Vitamin C in Form von Infusionen auch zur Tumorabwehr als Behandlung befürworten.

Aber auch zur Nachsorge, vor allem bei geschwächten Patientinnen und Patienten, ist die Vitamin-C-Infusion mittlerweile ein häufig eingesetztes Mittel.

Nebenwirkungen

In sehr seltenen Fällen kann eine Vitamin-C-Infusion zu einer Überempfindlichkeitsreaktion führen. Hierbei sind Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Atemnot möglich.

Menschen, die eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, sollten keine Vitamin-C-Infusion bekommen, da sich Nieren- und Harnsteine bilden können und im schlimmsten Fall ein Nierenversagen entstehen kann.

In der Regel werden diese Infusionen jedoch gut vertragen – Nebenwirkungen kommen sehr selten vor.

Kosten

Die Kosten für eine Vitamin-C-Infusion können von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Vergleichen Sie vorher also unbedingt mehrere Angebote und erkundigen Sie sich, was genau im Preis inbegriffen ist.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Vitamin-C-Infusion in der Regel nicht, sodass Patientinnen und Patienten die Anwendung normalerweise selbst bezahlen müssen.

Einige private Krankenversicherungen tragen die Kosten in Ausnahmefällen, hier lohnt es sich also, einmal genau nachzufragen.

Wichtiger Hinweis

Eine Vitamin-C-Infusion darf nur von niedergelassenen Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern sowie Ärztinnen oder Ärzten vorgenommen werden.

Außerdem sollte vor einer solchen Infusion immer diagnostisch abgeklärt werden, ob eine Indikation dafür vorliegt. Dazu sollte eine gründliche Anamnese mit eingehendem Gespräch und einer gründlichen Untersuchung inklusive Blutbild durchgeführt werden. (sw)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
  • Alpha A. Fowler, Jonathon D. Truwit, R. Duncan Hite, et al.: Effect of Vitamin C Infusion on Organ Failure and Biomarkers of Inflammation and Vascular Injury in Patients With Sepsis and Severe Acute Respiratory FailureThe CITRIS-ALI Randomized Clinical Trial; in:JAMA, Volume 322, Issue 13, 2019, jamanetwork.com
  • Virginia Commonwealth University: New study links vitamin C therapy to better survival rates after sepsis (veröffentlicht 01.10.2019), news.vcu.edu
  • Sebastian J. Padayatty, He Sun, Yaohui Wang, Hugh D. Riordan, Stephen M. Hewitt, MD, Arie Katz, Robert A. Wesley, Mark Levine: Vitamin C Pharmacokinetics: Implications for Oral and Intravenous Use; in: Annals of Internal Medicine, Volume 140, Issue 7, Seite 533-537, 2004, annals.org
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  • U. Gröber, J. Hübner, P. Holzhauer: Vitamin C in der komplementären Onkologie; in: Der Onkologe, Volume 16, Issue 3, Seite 309–313, März 2010, springer.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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