Hausmittel bei Erkältung

Fabian Peters
Bei einer Erkältung muss nicht gleich zu Medikamenten gegriffen werden. Die Natur hat für diesen Fall viele Kräuter und Pflänzchen parat, die als Hausmittel bei Erkältungen Linderung versprechen. Der anschließende Artikel bietet Ihnen eine Übersicht zu den verfügbaren Hausmitteln und Erläuterungen zu deren erfolgreicher Anwendung.

Unterschied Erkältung – Grippe

Häufig wird von Grippe gesprochen, wenn eigentlich eine Erkältung gemeint ist. Jedoch ist eine richtige Grippe etwas ganz Anderes. Diese wird durch eine bestimmte Art von Viren, die sogenannten Influenza-Viren, ausgelöst. Hinter einer Erkältung können indes die verschiedensten Viren stecken, wie zum Beispiel Adenoviren, CoxsackievirenEnteroviren und viele mehr. So können circa einhundert verschiedene Erreger die Ursache für eine Erkältung sein.

Gegen Erkältungen können zahlreiche verschiedene Hausmittel zum Einsatz kommen, wobei diese auf das Beschwerdebild abgestimmt werden sollten. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Gegen Erkältungen können zahlreiche verschiedene Hausmittel zum Einsatz kommen, wobei diese auf das Beschwerdebild abgestimmt werden sollten. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Eine echte Grippe beginnt meist plötzlich, innerhalb von Stunden und sehr heftig. Massive Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten, Fieber und massives Krankheitsgefühl quälen Betroffene und diese suchen in der Regel so schnell wie möglich die Couch oder das Bett auf. Im Gegensatz dazu, fängt eine Erkältung meistens schleichend an, mit etwas Unwohlsein, Müdigkeit, Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden und laufender Nase. Bei solch einem Krankheitsbild sind Hausmittel das Richtige. Diese können die Symptome lindern und die Heilung beschleunigen.

Zeigen die anschließend beschriebenen Hausmittel gar keine Wirkung und/oder verschlechtern sich die Symptome, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Jedoch können die Mittelchen jederzeit eine schulmedizinische Therapie begleiten.

Mehr zum Thema:
Inhalationen sind ein vielfach bewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Zudem wirken sie auch präventiv. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)
Inhalationen sind ein vielfach bewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Zudem wirken sie auch präventiv. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Inhalieren

Inhalieren ist ein gutes Hausmittel bei Erkältungen. Wenn die Nase verstopft ist und/oder ein quälender Husten auftritt, kann regelmäßiges Inhalieren zu einer Linderung führen. Festsitzender Schleim löst sich aus der Nase und dem Bronchialsystem.
Zweimal täglich wird eine Schüssel mit kochendem Wasser gefüllt. Hinein kommt ein wenig Himalaja – oder Steinsalz und zwar neun Gramm pro Liter Wasser. Mit einem Handtuch über Schüssel und Kopf wird inhaliert, wenn das Wasser eine angenehme Temperatur erreicht hat. Ätherische Öle sind nicht zu empfehlen, da diese allergische Reaktionen hervorrufen und die empfindlichen Schleimhäute eventuell noch mehr reizen können.

Teemischungen

Ein aus den richtigen Zutaten zusammengemischter Tee ist ein hervorragendes Hausmittel bei Erkältung. Geeignete Pflanzen dafür sind Eukalyptus, Hagebutte, Holunder, Mädesüß, Schwarze Johannisbeere, Sonnenhut und noch Viele mehr.

Hier einige Rezepte, die bei einem Atemwegsinfekt helfen können:

Rezept Nr. 1
Holunderblüten und Lindenblüten werden zu gleichen Teilen gemischt und ein Teelöffel davon wird mit circa 250 ml kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte circa sieben bis acht Minuten ziehen und dann in kleinen Schlucken getrunken werden, gerne auch mit ein wenig Honig gesüßt. Holunder stimuliert die Abwehr und löst festsitzenden Schleim. Lindenblüten besitzen ebenfalls eine Abwehr steigernde Wirkung und sind zusätzlich noch fiebersenkend sowie etwas krampflösend und Husten dämpfend.

Rezept Nr. 2
In diesem Rezept sind ebenso Linden – und Holunderblüten, zu je 30 g enthalten. Hinzu kommen noch 20 g Mädesüßblüten und 20 g Hagebuttenfrüchte. Die Zubereitung ist die gleiche wie bei Rezept 1.
Mädesüß ist ein Rosengewächs und bekam seinen Namen aufgrund des lieblichen Aussehens. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend und fiebersenkend. Hagebuttenfrüchte enthalten viel Vitamin C und stärken somit die Abwehr.

Rezept Nr. 3
Sind vor allem die oberen Luftwege gereizt, lindert folgende Teemischung die Beschwerden: 40 g Lindenblüten, 10 g Holunderblüten und 40 g Königskerzenblüten werden gemischt. Die enthaltenen Königskerzenblüten, auch als Wollblumen bekannt, werden vor allem bei Katarrhen der oberen Luftwege verwendet. Ein Teelöffel der Mischung wird mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgebrüht und sollte dann circa zehn Minuten ziehen. Auch dieser Tee wird bei Bedarf mehrmals täglich getrunken.

Hustentee

Diese Hustenteemischung wirkt reizlindernd: 20g angestoßene Fenchelfrüchte, 20 g Lungenkraut, 20 g Spitzwegerichblätter und 40 g Huflattichblätter. Für eine große Tasse Tee wird ein gehäufter Teelöffel voll mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und nach circa 10 Minuten abgeseiht. Drei Tassen täglich getrunken, lindern den Hustenreiz

Zwiebelsaft

Der selbst gemachte Zwiebelsaft ist ein Hausmittel, das bei unseren Großmüttern einen festen Platz in der Küche hatte. Dafür wird eine Zwiebel klein gehackt, etwas Honig dazu gemischt und das Ganze ein paar Stunden auf die Heizung gestellt. Die sich dabei absetzende Flüssigkeit ist ein wohl schmeckender, gut wirkender Hustensaft, der mehrmals täglich eingenommen werden kann.

Hustensaft aus Zwiebeln, Salbei und Thymian

Für diesen Hustensaft, der ganz einfach hergestellt werden kann, wird eine Zwiebel gehackt und mit 100 ml Wasser, einem Teelöffel Thymian, einem Teelöffel Salbei und 100 Gramm braunem Kandis circa fünfzehn Minuten lang gekocht und danach abgeseiht. Dreimal täglich ein bis zwei Teelöffel davon lindern die Symptome und wirken heilend auf die Schleimhäute.

Heilsame Wickel

Wickel sind uralte Hausmittel bei Erkältung. Diese sind einfach anzuwenden und äußerst wirksam.

Quarkwickel

Bei festsitzendem Husten oder ständigem Hustenreiz hilft der bekannte Quarkwickel. Die Mitte eines Geschirrtuchs (bei Kindern ein kleineres Tuch verwenden) wird mit einfachem Magerquark bestrichen und die beiden freien Enden werden darüber geklappt. Der Wickel bleibt dann ein paar Minuten auf der Heizung, damit er nicht so kalt ist. Dann wird er auf die Brust gelegt. Darüber kommt ein trockenes Baumwolltuch und zum Schluss ein Wolltuch. Der Wickel kann solange getragen werden, wie dies toleriert wird. Der Quark besitzt eine entzündungshemmende Wirkung, was sich gerade bei Husten sehr positiv bemerkbar macht. Aber auch bei Halsschmerzen ist der Wickel zu empfehlen. Hier wird dieser um den Hals gelegt, jedoch so, dass die Halswirbelsäule frei bleibt. Darüber kommen ebenso ein Baumwolltuch und anschließend noch ein Wollschal.

Zitronenwickel

Bei Halsschmerzen ist der Zitronenwickel eine gute Alternative zum Quarkwickel.
Für den Wickel werden entweder Zitronenscheiben oder Zitronensaft verwendet. Eine Biozitrone wird in schmale Scheiben geschnitten und diese der Länge nach in die Mitte eines Geschirrtuches gelegt. Links und rechts am Ende wird etwas Platz frei gelassen, damit beim Wickeln die Halswirbelsäule frei bleiben kann. Die freien Enden darüber schlagen und fertig ist der Wickel. Fixiert wird er ebenfalls mit einem weiteren Baumwolltuch und einem Wollschal. Der Wickel bleibt bis zu einer Stunde auf der Haut. Bei Juckreiz oder Brennen wird dieser sofort entfernt und der Hals mit einer Pflegecreme behandelt.
Wer für den Wickel lieber Zitronensaft verwendet, presst eine Biozitrone aus und tränkt mit dem Saft ein Baumwolltuch. Dies wird dann, wie oben beschrieben, um den Hals gelegt und sofort entfernt, wenn eine Reizsymptomatik eintritt.

Kartoffel-Wickel

Der Kartoffel-Wickel lindert den Hustenreiz und löst den Schleim. Gekochte Kartoffeln werden in ein Tuch eingeschlagen, zerdrückt und, wenn die Temperatur geeignet ist, wird dies auf die Haut gelegt. Vorsicht vor Verbrennungen – Kartoffeln speichern sehr lange die Hitze! Über den Wickel kommt ein Baumwoll- und darüber ein Wolltuch. Solange der Umschlag als angenehm empfunden wird, kann dieser auf der Haut bleiben.

Öl-Wickel

Öl-Wickel lindern die Beschwerden bei Erkältung. Lavendel- und/oder Thymianöl (bitte auf Qualität achten) , insgesamt maximal zehn Tropfen, werden zusammen mit etwas Oliven- oder Mandelöl gemischt. Die Ölmischung wird leicht angewärmt und mit ihr ein kleineres Baumwolltuch getränkt und auf die betroffene Hautstelle gelegt.Mit einem weiteren Tuch und einem Wollschal wird der Wickel fixiert. Verstärkt wird die Wirkung noch mit einer Wärmequelle wie einem Dinkelsäckchen oder einer Wärmflasche. Der Öl-Wickel kann, wenn keine Hautreizung eintritt, ein bis zwei Stunden auf der Haut bleiben.

Ingwer-Tee hilft nicht nur bei Erkältungen, sondern lindert auch Verdauungsbeschwerden und stärkt allgemein die Abwehrkräft. (Bild: aboikis/fotolia.com)
Ingwer-Tee hilft nicht nur bei Erkältungen, sondern lindert auch Verdauungsbeschwerden und stärkt allgemein die Abwehrkräft. (Bild: aboikis/fotolia.com)

Ingwer

Ingwer ist ein recht vielseitiges Hausmittel. Diese scharfe Wurzel hilft dem Magen, lindert Übelkeit, stärkt die Abwehr und hilft bei Erkältung. Bei den ersten Anzeichen, wie Kratzen im Hals oder laufender Nase, hilft Ingwer – am besten in Form von Tee. Dafür wird ein kleines Stück der Wurzel geschält und mit Wasser ein paar Minuten gekocht. Wer die Schärfe gerne mag, muss nach dem Kochen den Ingwer nicht entfernen. Aber Vorsicht: von Tasse zu Tasse wird der Tee schärfer.

Manuka Honig

Dies ist ein ganz spezieller Honig mit einer besonderen Wirkung. Er kommt, je nach Bedarf, sowohl äußerlich als auch innerlich zum Einsatz. Bei einer Erkältung wird davon ein Teelöffel voll in eine Tasse Salbeitee gegeben und dieser in kleinen Schlucken getrunken. Das hilft vor allem bei Schluckbeschwerden.

Der Manuka Honig wird oftmals auch pur genossen. Ein Teelöffel des Honigs sollte dann ganz langsam den Rachen hinunter gleiten, sodass die Schleimhäute Kontakt zu dem süßen Heilmittel bekommen können.

Erkältungsbad

Ein weiteres Hausmittel ist das Erkältungsbad. Jedoch nur, wenn Betroffene kein Fieber haben. Dies sollte unbedingt beachtet werden. Ein heißes Bad belastet den Kreislauf und den gesamten Organismus, was in Verbindung mit Fieber gefährlich werden könnte. Aber auch bei einer einfachen Erkältung sollte stets ein Angehöriger in der Nähe sein, wenn gebadet wird, um bei eventuellem Unwohlsein sofort eine helfende Hand zur Seite zu haben.

Ein Erkältungsbad dauert in der Regel zwanzig Minuten und die Temperatur liegt bei 37° Celsius. Der Körper muss danach unbedingt ruhen. Am besten wirkt ein Erkältungsbad, wenn dies direkt vor dem Schlafengehen durchgeführt wird. Für das Bad werden von Mädesüß, Kamille und Salbei je zwei Teelöffel voll zusammen mit einem Liter Wasser aufgekocht. Diese Mischung sollte noch zehn Minuten ziehen, wird abgeseiht und dann dem Badewasser zugegeben. Bei empfindlicher Haut wird der Sud noch mit einer Tasse Milch angereichert.

Wer lieber ätherische Öle benutzt, kann sich selbst eine Mischung herstellen: Salbei, Eukalyptus, Thymian, Teebaum, Kamille, Lavendel, Melisse – all dies sind Öle, die lindernd auf die Erkältungssymptome wirken können. Für die Mischung werden maximal drei Öle und insgesamt nicht mehr als sechs Tropfen mit etwas Sahne vermischt und, wenn die Wanne bereits gefüllt ist, mit den Händen in das Wasser „eingerührt“.

Genügend Trinken

Genügend Trinken ist bei einer Erkältung dringend nötig. Wasser ohne Kohlensäure oder Tee befördern die Gifte aus dem Körper und tragen dazu bei, den Schleim zu verflüssigen. Zu den oben genannten Erkältungstees sollten ausreichend stilles Wasser und „normale“ Teesorten, wie grüner Tee oder Rotbuschtee getrunken werden.

Nasenspülungen

Die Nasenspülungen werden mit Salz durchgeführt – ganz einfach aus der hohlen Hand oder mit einer Nasendusche, die in jeder Apotheke erhältlich ist. Neun Gramm Himalaja- oder Meersalz werden in einem Liter lauwarmem Wasser aufgelöst, um eine 0,9-prozentige Salzlösung herzustellen. Das Salzwasser wird aus der Hand über dem Waschbecken in ein Nasenloch eingesaugt und wieder ausgeschnaubt oder gemäß beiliegender Anleitung mit der Nasendusche durch die Nase gespült. Die Salzlösung befeuchtet die angegriffene Nasenschleimhaut und verhindert, dass sich noch mehr Keime ansiedeln. Die Flüssigkeit sollte nicht zu salzig sein, sondern an den Geschmack der Tränenflüssigkeit erinnern. Präventiv durchgeführt, kann die Nasenspülung vor einer Erkältung schützen.

Ernährung

Zu den Hausmitteln bei Erkältung zählt auch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung. Täglich frisches Obst und saisonales Gemüse sind wichtig. Schwere Mahlzeiten sind unbedingt zu vermeiden. Hilfreich sind enzymreiche Obstsorten wie Ananas, Papaya und Mango. Die darin enthaltenen Enzyme aktivieren den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Die alt bekannte Hühnersuppe ist als Hausmittel immer noch „in“. Sie wird am besten in kleinen Schlucken getrunken. Meerrettich hat eine antivirale und antibakterielle Wirkung. Täglich zwischen zehn und zwanzig Gramm frisch geriebene Meerrettichwurzel, vermischt mit Apfel oder Quark, wirken sich sehr positiv auf das Immunsystem aus. Wer keine frische Meerrettichwurzel mag oder diese gerade nicht bekommt, kann auch Meerrettich aus dem Glas oder als Saft (Reformhaus) konsumieren. Aber bitte nur Produkte kaufen, die keine Konservierungsmittel enthalten. Knoblauch, Bärlauch und/oder Zwiebeln gehören ebenso auf den Speiseplan während einer Erkältung. Zudem Sanddorn ist reich an Vitamin C. Mit etwas Honig verfeinert und ins Müsli oder in den Joghurt gerührt, ist dies eine gesunde Zwischenmahlzeit – nicht nur bei einer Erkältung.

Erkältungs-Tipps

In Zeiten einer Erkältung braucht der Körper Ruhe. Sport ist absolut kontraindiziert. Der Organismus hat genügend mit der Erkältung zu tun und sollte sich nicht zusätzlich anstrengen müssen. Wer sich fit genug fühlt, dem tut – gut eingepackt – ein Spaziergang an der frischen Luft gut. Aber Vorsicht – keine Gewaltmärsche. Wer sich nicht krank fühlt und auch kein Fieber hat, dem tut eventuell ein Durchgang in der Dampfsauna gut. Bei Unbehagen sollte so ein Saunagang aber unbedingt abgebrochen werden. Das Lutschen von Pastillen, die Cystus (Cistrose) enthalten oder das Trinken von Cystus Sud oder Cystus Tee ist während einer Erkältung, aber auch zur Prävention zu empfehlen. Wer täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, schützt sich vor Ansteckung durch das Lutschen eines geeignetes Cystuspräparates. Dies ist in jeder Apotheke erhältlich. Haben Sie sich dennoch erkältet, kann und darf auf das Händeschütteln durchaus verzichtet werden, denn die Erkältungskeime müssen ja nicht unbedingt weitergegeben werden. (sw)